VEB FAB / VEB Robur PDF E-Mail

VEB Fahrzeug und Ausrüstungsbau Brandis

Die Firma FAB geht zurück auf die "Bibra-Werkstätten Brandis" (Bibra = Birkenstock Brandis). Die Bibra Werkstätten waren ein kleiner Metallbetrieb dessen Inhaber Herr Birkenstock war. Der Betrieb wurde ab 1949 von dem Herrn Dietrich Bohr weitergeführt und ab 1952 war er Betriebsinhaber, da Birkenstock die DDR verlies. Die Firma zog damit auch auf das neue Betriebsgrundstück in der Polenzstraße um.
1957 wurde der Betrieb verstaatlicht und firmierte von nun an unter dem Namen "Brandiser Maschinen- und Apparatebau KG". Produziert wurden von nun an der Dumper Picco 1und 2 (vielen vom Sehen bestimmt noch bekannt, es war ein 3-Rädriges Gefährt wo der Fahrer hinter einer Mulde saß). 1961 wurde der VEB Roburwerke Zittau staatlicher Gesellschafter. Es wurden Verladesilos, Kettenschlepper, Batterieanlasswagen für Flugzeuge, Feldverladerampen, Pontonpritschen für die NVA und ab 1968 auch Seilwinden für den W50 produziert. Das Duo, welches ab August 1971 in Brandis in Produktion ging war also sozusagen nur ein "Nebenprodukt" in der umfangreichen Palette. Die Duo-Produktion hatte an der Gesamtproduktion der Firma FAB nur einen Anteil von maximal 10%. 1972 wechselte der Name des Unternehmens in "VEB Fahrzeugbau und Ausrüstung" und 1981 wurde das Werk dann dem VEB Roburwerke als Werk 5 endgültig eingegliedert.

Das Duo gab es damals in Serie nur in den Farben blau, oliv-grün und orange. Auf einigen Werbeprospekten ist es auch in einem rot zu sehen, was aber keine Serienlackierung darstellt. Der Preis für ein Duo betrug zu DDR Zeiten etwa 2900 Mark, die Wartezeit auf ein Duo war auch relativ gering und der Versehrte hatte nach 6 Jahren wieder Anspruch auf ein neues Duo.
Die Verteilung der Duos übernahmen die IFA Direktion und die staatliche Versicherung sowie die Sozialversicherung der DDR. Diese Instutionen trafen sich einmal im Jahr wobei dann die Verteilung der Duos festgelegt wurde, zum Beispiel bekam der Versehrte nur dann ein Duo zugeteilt, wenn er noch berufstätig war. Die anfallenden Reperaturkosten der Duos übernahm die Versicherung.
Die Produktion eines Duos dauerte etwa 27 Stunden, inkl. 8h Montage. Am Tag wurden in Brandis etwa 8 Stück gefertigt, wobei der Exportanteil nach Polen immer bei etwa 50% lag. Im April 1986 wurde bei FAB das Jubiläum des 25000. Duos aus Brandis gefeiert. Für Mitte der 90er Jahre wurde das Duo 5 geplant, was eigentlich schon 1989 erscheinen sollte. Besonderheiten waren endlich ein Rückwärtsgang und ein Ersatzrad, nach wie vor sollte der Mopedführerschein zum Betrieb reichen, komplett geschlossenes Verdeck wurde angestrebt und auch das Fahrwerk sollte wieder komplett von Simson übernommen werden (SR50 Technik, siehe Prototypen Bilder und Zeichnungen).