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Krankenfahrstühle von Simson

Simson KrankenfahrstuhlWie lange bei Simson Krankenfahrstühle gebaut wurden oder ob es nur Prototypen gab, ist uns leider nicht bekannt. Das Bild zeigt einen Elektro-Rollstuhl , der im Museum in Suhl ausgestellt ist.






KS 1

Simson KrankenfahrstuhlBei unseren Recherchen im alten KTA Archiv in Dresden haben wir auch Daten und Bilder über einen nur kurze Zeit und in geringen Stückzahlen gebauten, sehr interessanten Krankenfahrstuhl gefunden.

Gebaut wurde das KS 1 zwischen 1957 (0-Serie) und Anfang 1959, die Stückzahl wird in einem Brief am 26.05.1959 mit 45 Stück angegeben, man kann also mit Recht von einer absoluten Kleinstserie sprechen.

Die originale Kurzbeschreibung in einem Brief an das KTA der DDR vom 15.5.1957: "Vollkarosserierter Dreirad-Kleinstwagen für 2 Personen. Leergewicht ca. 315kg. Das Fahrzeug ist 1,10m breit; 2,70m lang und 1,35m hoch. Der Antrieb erfolg durch einen Motor RT 125-M (Motor der MZ RT 125/2 mit 123ccm und 5,9PS bei 5200U/min, d. Verfasser) über Kette zum einzeln angetriebenen Hinterrad. Die Reisegeschwindigkeit beträgt ca. 40km/h und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei ca. 50 km/h. Die Spurweite beträgt 0,86m und der Achsstand 1,7m. Die Federwege ergeben sich mit 6cm pro Rad."

Technische Daten
Nutzlast:
zul. Gesamtgewicht:
Aufbau:
Sitzplätze:
Bereifung:
Lenkung:
Preis:
150kg
465kg
geschlossene Kabine mit aufklabbaren Faltdach
2, davon 1 Notsitz
4,00 x 8"
Motorradlenker
EVP 4390DM

Die geringe Stückzahl resultiert aus einigen Beschwerden, die verschiedene Nutzer des KS1 geäußert haben, wie zum Beispiel:

  • Haltung des Beifahrers sehr unbequem
  • für Beinversehrte, die einen Stützapparat benutzen, ist das KFZ nicht besteigbar
  • die Lüftung ist zu schwach ausgelegt so daß sich das KFZ im Sommer stark aufheizt
Ein Arzt bescheinigte dann auch 1959 dem Fahrzeug, dass es für Schwerbeschädigte nicht geeignet ist. Aber auch die Materialprüfanstalt der DDR beanstandete Materialschwächen, Konstruktionsmängel und die Nichtverwendung von Normteilen, was die Ersatzteilsituation erschwerte.

Selbstfahrer 330

Aus dem VEB Medizintechnik Dohna ist uns nur der Krankenfahrstuhl "Selbstfahrer 330" bekannt. Hierzu sind uns bisher nur wenige Daten bekannt geworden. Zum einen gab es eine Vorstellung des Selbstfahrers in der 1956er KFT Nummer 10 auf Seite 338. Dazu kommen die Daten aus dem KTA-Archiv, Typenblatt 167
Der Selbstfahrer 330 des VEB Medizintechnik Dohna ist in den Jahren 1957 bis Anfang 1960 hergestellt worden. Die Fahrgestellnummer setzt sich aus der Zahl der Fahrzeuge und dem Produktionsjahr zusammen, z.B. lässt sich die Rahmennummer 39/57 als das 39. Fahrzeug im Jahr 1957 "entschlüsseln".
Abweichend von den anderen bekannten Krankenfahrstühlen hat dieses Fahrzeug den Einstieg auf der linken Fahrzeugseite. Begründet wurde diese Konstruktion damit, daß das Einsteigen so erleichtert sei während beim Einsteigen von rechts die Höhe der Bordsteinkante Probleme verursache. Ein weiterer Gegensatz zu den Krause Krankenfahrstühlen besteht darin, daß das Fahrzeug nur mit dem Motor bewegt werden kann. Ein Bewegen mit Hilfe der Lenkstange ist nicht möglich. Ebenfalls ist der unzureichende Wetterschutz sowie der unzureichende Schutz gegen Fahrbahnverschmutzungen zu beachten.
Die Betriebsbremse wirkt auf beide Hinterräder und wird durch das Ziehen eines Bremshebels auf der rechten Seite des Fahrzeuges betätigt. Die Vorderradbremse wird wie beim Moped am Lenker bedient.

Weitere uns vorliegenden technischen Details sind in der gesonderten Tabelle zusammengefasst, wo sie denen der anderen Krankenfahrstühle gegenübergestellt wurden.