Umfrageergebnis anzeigen: Sollen die Atomkraftwerke abgeschaltet werden ?

Teilnehmer
233. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja abschalten

    122 52,36%
  • Nein laufen lassen

    111 47,64%
+ Antworten
Seite 18 von 39 ErsteErste ... 8 16 17 18 19 20 28 ... LetzteLetzte
Ergebnis 273 bis 288 von 610

Thema: Atomkraft für den Umweltschutz


  1. #273
    Administrator Urgestein Avatar von Prof
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    Was für eine Überraschung.
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  2. #274
    Schwarzfahrer
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    Atomstrom ist solange günstig, solange kein Konzern dafür die eigentlich notwendigen Versicherungen und Rücklagen für Entsorgung zahlen muss. Dass lassen die Konzerne nämlich dann den Steuerzahler machen. Die verdienen erst ein paar Jahrzehnte ordentlich Geld und wenns dann ans Aufräumen geht sind se plötzlich pleite und die Schei*e klebt dem Staat am Bein! Genauso bei einem Unfall...wenn die Versicherungsprämien zahlen müssten die dem Risiko angemessen sind würde es sich nicht mehr lohnen...interessiert aber niemanden weil im Ernstfall muss sowieso der Staat aufräumen...

  3. #275
    Museumsdirektor Avatar von Alfred
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    Zu Deinem Beitrag hab ich heute einen passenden Artikel mit genaueren Informationen gefunden:
    Bund zahlt jährlich Hunderttausende: Tschernobyl kostet noch immer - n-tv.de

    "Die Atomindustrie hat für Katastrophen eine Summe von 2,5 Milliarden Euro pro Kernkraftwerk zurückgelegt. Ein Betreiber muss wegen der unbegrenzten Haftung für Schäden darüber hinaus mit dem gesamten sonstigen Vermögen einstehen. Wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen sollten für alle Forderungen, wird die Verteilung gesetzlich geregelt.

    Die Bundesregierung hält die Entschädigungsmittel für ausreichend, geht aus der Antwort hervor. Die Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl warnte in der Zeitung davor, dass letztlich vor allem die Gesellschaft die Kosten trage."

    Der letzte Satz im Artikel bestätigt Deine Aussage. Eine Betreibergesellschaft läßt sich schnell abwickeln, wenn die Unternehmung in mehrere Teile untergliedert ist. Unter "gesetzlich geregelt" kann ich mir auch nichts anderes vorstellen, als die Gesellschaft für langfristige Folgen zahlen darf.

    Ich verstehe allerdings nicht richtig, warum der Bund auch über 24 Jahre nach Tschernobyl Entschädigungen an Jäger und Waldbesitzer wegen strahlenverseuchten Wildtieren zahlen muß?! Für Tschernobyl ist doch unsere Bundesregierung nicht verantwortlich, weshalb dann die Zahlungen?

  4. #276
    Administrator Urgestein Avatar von Prof
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    Zitat Zitat von Alfred Beitrag anzeigen
    Der letzte Satz im Artikel bestätigt Deine Aussage. Ich verstehe allerdings nicht richtig, warum der Bund auch über 24 Jahre nach Tschernobyl Entschädigungen an Jäger und Waldbesitzer wegen strahlenverseuchten Wildtieren zahlen muß?! Für Tschernobyl ist doch unsere Bundesregierung nicht verantwortlich, weshalb dann die Zahlungen?
    Weil der Staat nunmal ein Gemeinwesen ist (oder sein sollte), welches denen unter die Arme greift, die unverschuldet in Not geraten sind. Und so konnte sich die Bundesregierung 1986 schlecht hinstellen und sagen: "Tja, liebe Jäger und Bauern. Pech gehabt, euer Zeug ist verstrahlt. Wendet euch an Moskau, die werden das sicher regeln." Also gab es bestimmte Ausgleichszahlungen und Subventionen. Und wie das mit Subventionen so ist, werden die ganz schnell eingeführt, während deren Abschaffung auch nach grundsätzlichem Wegfall ihrer Begründung schonmal auf sich warten lässt (mal ganz davon abgesehen, dass bei objektivem Vorhandensein von radioaktiv belastetem Wild von einem Wegfall der Begründung keine Rede sein kann).

    MfG
    Ralf
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  5. #277
    Museumsdirektor Avatar von Alfred
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    Das wirft weitere Fragen auf. Gibt es Entschädigungszahlungen aus Russland?
    Nein. Die Staaten verzichten auf Schadenersatzforderungen untereinander!

    Mehr dazu steht hier in einem Text aus Österreich:
    Warum wir „unsere“ Schäden von Tschernobyl selber zahlen müssen

  6. #278
    Museumsdirektor Avatar von Alfred
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  7. #279
    Tankentroster Avatar von fettebeute
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    Schade, dass ich die Diskussion verpasst habe. Da hätte ich den Gegnern doch noch einiges zu erzählen...

    Bevor das erste AKW lief, wäre ich auch für einen Ausstieg gewesen. Heute, wo die Büchse der Pandora schon offen ist, kann man auch noch den Nutzen aus ihr ziehen und Strom gewinnen. Ein Ausstieg aus der Kernenergie löst ja kein einziges der Probleme, die sie uns gebracht hat. Weder verschwindet der bisher produzierte Müll, noch hören die Anlagen auf, radioaktiv zu sein. Von daher: Atomkraft ja, bitte - wenn auch mit Zähneknirschen.
    Es ist das Einfache, das schwer zu machen ist.

  8. #280
    Super-Moderator Urgestein Avatar von Zschopower
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    Zitat Zitat von fettebeute Beitrag anzeigen
    Ein Ausstieg aus der Kernenergie löst ja kein einziges der Probleme, die sie uns gebracht hat. Weder verschwindet der bisher produzierte Müll, noch hören die Anlagen auf, radioaktiv zu sein.
    Aber der Ausstieg verhilft dazu, dass irgendwann hoffentlich nicht noch mehr hochradioaktiver Müll zwecks Endlagerung produziert wird.

    Deine Argumentation ist in etwa so, dass man dort, wo schon alles verdreckt ist, nichts aubermachen und aufräumen sollte, sondern ruhig noch mehr Scheisse dazu schmeissen kann. So möchte ich nicht leben.

    Peter

  9. #281
    Tankentroster Avatar von fettebeute
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    Meine Argumentation geht eher dahin, dass man, wenn man schon aufräumen muss, auch mehr aufräumen kann. Ein Endlager brauchen wir jetzt schon, daran lässt sich nichts mehr ändern. Letztendlich macht es keinen Unterschied mehr, wieviele Castoren darin verstaut werden. Das ganze wird dadurch nur Größer, aber nicht noch gefährlicher als es schon ist.

    Man könnte mit längeren Laufzeiten zum Beispiel die Rückbaukosten tragen oder eine Technik entwickeln, die uns diesen Müll auf Dauer sicher vom Halse schafft. Besser wäre es gewesen, gar nicht erst auf diesen Zug aufzuspringen, nun fahren wir aber schon mit, also sollten wir versuchen, aus der Reise das bestmögliche zu machen. Steigen wir aus, stehen wir in der Prärie, ohne Geld für ein Taxi und umgeben von lauter Schlangen. Für den Rückbau fehlt das Geld, für die Entsorgung das Geld und die Technologie und der Ort. Und so wie ich das sehe, kann man dieses fehlende Geld am einfachsten durch Beteiligung am Gewinn erwirtschaften.
    Es ist das Einfache, das schwer zu machen ist.

  10. #282
    Museumsdirektor Avatar von Alfred
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    Bei einem unglücklichen Verlauf, gibt es nach einem GAU nichts mehr aufzuräumen hier. Dann stellt sich nicht mehr die Frage, wo wieviel verstrahlter Müll landen wird, sondern ob und wie wir unser Leben noch geregelt bekommen. Ich habe mehrfach geschrieben, dass ich nicht sofort alle Kernkraftwerke in D stillgelegt haben will. Wichtig ist jetzt nur, dass veraltete und unsichere Reaktoren endgültig vom Netz genommen werden.

    Zwei dieser Kandidaten sind Biblis A und B. Die Betreiber (hier: RWE Power AG) wollen unbedingt alle Reaktoren möglichst lange weiter laufen lassen, um maximalen Profit zu generieren. Unsere Sicherheit ist in deren Augen zweitrangig. Biblis A hätte bereits 2009 stillgelegt werden sollen, was aber RWE durch Tricks zu verzögern wußte. (Details lassen sich hier nachlesen: Dunkle Wolken über Biblis: Kritik an längerer Laufzeit wächst)

    Der letzte GAU 1986 und seine Folgen sind noch heute über riesige geographische Räume zu spüren. Dabei kann es sich um verstrahltes Wildbret bis hin zu großen Sorgen um die Freisetzung radioaktiver Stoffe durch Brände handeln. (Waldbrand-Katastrophe Russland) 24 Jahre danach! So etwas sollte sich nie wiederholen und deswegen ist hier politisch ein konsequenter Weg aus der Kernkraft, wie sie in heutiger Form verwendet wird, sehr wünschenswert.

  11. #283
    Tankentroster Avatar von fettebeute
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    Zitat Zitat von Alfred Beitrag anzeigen
    Wichtig ist jetzt nur, dass veraltete und unsichere Reaktoren endgültig vom Netz genommen werden.
    Dem stimme ich vorbehaltlos zu.

    So etwas sollte sich nie wiederholen und deswegen ist hier politisch ein konsequenter Weg aus der Kernkraft, wie sie in heutiger Form verwendet wird, sehr wünschenswert.
    Dem stimme ich auch zu. Konsequent heißt für mich aber nicht unbedingt sofort: Kein Ausstieg Hals über Kopf, sondern ein geordneter Rückzug. Das bedeutet: Endlager bauen und Rücklagen für den Rückbau schaffen, Expertise im Umgang mit Atommüll gewinnen und Ersatz-Kraftwerke bauen und sich von Energielügen trennen. Photovoltaik verschlingt Milliarden und hat sich kaum weiterentwickelt, das ist auch nicht schlimm, weil es andere Möglichkeiten gibt, um aus Sonne Strom zu gewinnen, die einen Wirkungsgrad aufweisen, der, verglichen mit Halbleitern, traumhaft ist.
    Geändert von fettebeute (06.08.2010 um 13:20 Uhr)
    Es ist das Einfache, das schwer zu machen ist.

  12. #284
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  13. #285
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    Sacht ma , herrscht in Russland Stromknappheit? Die heizen doch gerade Tschernobyl wieder an.
    Wer schneller schraubt steht länger in der Werkstatt.

  14. #286
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    Zitat Zitat von Alfred Beitrag anzeigen
    Das wirft weitere Fragen auf. Gibt es Entschädigungszahlungen aus Russland?
    Nein. Die Staaten verzichten auf Schadenersatzforderungen untereinander!

    Mehr dazu steht hier in einem Text aus Österreich:
    Warum wir „unsere“ Schäden von Tschernobyl selber zahlen müssen
    In den Kontext mit den (im Ergebnis) hirnrissigen Entschädigungszahlungen an die Jagdpächter gehört noch dieser Fachartikel, vom Staate selber ins Netz gesetzt . Ergebnis also? Lacht euch eins über die Strahlenverseuchung vom Wildfleisch. Absolut lächerlich und willkürlich, so einen Grenzwert hierzulande festzulegen (600 Bq/kg), und nach dem Artikel über Schottland sind es dort 1000 Bq/kg; das zeigt ja schon die ganze Beliebigkeit. Wenn die 600 Bq/kg nach dem Fachartikel 0,19 % der natürlichen Strahlenbelastung ausmachen, und selbst "hochkontaminiertes" Wildbret nur auf lächerliche 3 % derselben kommt, WOFÜR verbietet der Staat den Verkauf, und zahlt vom Steuergeld eine Entschädigung an die Jagdpächter?! Auf solchen Blödfug kann ein vernünftiger Mensch gar nicht kommen. Mein einziger Ratschlag: Geht endlich verantwortungsvoll wählen, das Nächste mal dann halt, nämlich Leute, die in diesem Saustall endlich einmal aufräumen. Wenn man zum Beispiel die Sache mit dem TÜV da sieht, da hört doch wirklich alles auf. Weiß jemand, warum man in den Windparks immer auch stehende Windräder bewundern kann? Die sind nicht kaputt, nur abgeschaltet, nämlich weil sie ihr zugelassenes Kontingent pro Monat oder so ausgeschöpft haben. Alles klar ... ?! Also, ich bin gegen die Weiternutzung der Atomkraft, und für eine vernünftige Politik mit erneuerbaren Energien. Eine Langzeitlösung ist die nämlich auch nicht, denn ist das Uran unerschöpflich und bleibt so billig, und ist Deutschland damit unabhängiger?
    Die Dummen haben das Pulver nicht erfunden. Aber sie schießen damit.

  15. #287
    Museumsdirektor Avatar von Alfred
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    Die Werte für die Strahlenverseuchung vom Wildfleisch schwanken. Meiner Ansicht nach ist es gut, den Grenzwert eher geringer als höher anzusetzen, wobei man natürlich darüber streiten kann, ob es 600 Bq/kg oder 1000 Bq/kg sein darf.

    Laut dem Text im Link von Dir werden manchmal 10.000 Bq/kg bei Wildschweinen gemessen. In diesem Artikel von 2006 - FOCUS Online allerdings steht ein anderer Wert: bis zu 40.000 Bq/kg.
    Wie das mit dem Messen in der Praxis aussieht, kann man in diesem Film sehen:
    Tiere radioaktiv verseucht - Video GMX

    Beim der weiteren Suche zum Thema fand ich einen Artikel vom Stern 2006, der den Leser etwas besser verdeutlicht, wie damals die Reaktionen der Menschen ausfiel. Da haben sich z.B. einige mit Jodtabletten vergiftet.
    --> 20 Jahre Tschernobyl: Wild in Bayern immer noch verstrahlt - STERN.DE
    Mit dabei ist eine Infografik mit der strahlenden Wolke.

    Ein Auszug aus dem Text ist beängstigend:

    "Es gebe vielmehr eine "gewaltige Wahrscheinlichkeit" von 1:6, dass es in einem der 200 Reaktoren in Europa in einer 35-jährigen Betriebszeit zu einem Super-GAU komme, sagt der Kernphysiker und Energiereferent des Bund Naturschutz, Ludwig Trautmann-Popp, unter Berufung auf die Reaktorrisikostudie der Bundesregierung von 1989. "Sabotage, Terror und menschliche Fehlhandlungen sind hier nicht eingerechnet." Umstritten ist besonders der nach sowjetischem Muster gebaute tschechische Atommeiler Temelin, aber auch Isar I in Essenbach bei Landshut. "Isar I hält nicht mal einen normalen Flugzeugabsturz aus", so Trautmann-Popp."

    Ich hoffe, die Wahrheit ist nicht so düster, wie Trautmann-Popp es beschreibt.

  16. #288
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