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Thema: Berlin - Elbsandsteingebirge


  1. #1
    Tankentroster
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    01.05.2003
    Beiträge
    135

    Standard

    Hallo Leute!

    Jetzt habe ich es auch mal gewagt. Am Dienstagnachmittag (16h) bin ich von Berlin, Prenzlauer Berg bis ins Elbsandsteingebirge, Kirnitzschtal (7 km südlich von Sebnitz) gefahren. Müßten so ca. 230-250km gewesen sein. Dachte, dass ich so etwa 5,5 Stunden dafür brauchen würde - weit gefehlt! Satte 8 Stunden inklusive kurzer Pausen habe ich für die einfache Strecke gebraucht.

    Eigentlich wollte ich am Mittwoch noch weiter Richtung Tschechei/Riesengebirge. Auf tschechischer Seite ging es jedoch fast nur bergauf (3-Gang-Schwalbe *stöhn*). Für die verbleibenden 80km hätte ich wohl mindestens 4 Stunden gebraucht. Nee, danke. Mein Hintern streikte. So blieb ich im Elbsandstein, ging 2 Tage wandern und fuhr gestern wieder 8 Stunden zurück.

    Technische Probleme:

    nach 40km:
    Der Verschluss vom Motortunnel hatte sich selbst abgeschraubt und war verloren gegangen

    nach 60km:
    Tacho stellte den Dienst ein. Erst die Geschwindigkeitsanzeige, kurz darauf der Kilometerzähler.

    nach ca. 90km:
    Entdeckung, dass sich eine Karosserieschraube schon 0,5cm herausgeschraubt hatte. Eine andere (große Schraube unterm Sitz) war bereits verschwunden.
    Krümmermutter hatte sich gelöst.

    nach ca. 225km:
    Kupplungsbowdenzug gerissen. Um zwölf Uhr nachts keine Chance einen neuen zu organisieren. Also die letzten Kilometer weiter im 2. Gang... Gut, dass es in Sebnitz einen Händler für Ersatzteile gab!!! So konnte ich am nächsten Tag einen neuen Bowdenzug einziehen.

    Das Tuch, in das ich das Werkzeug eingewickelt hatte, war an vielen Stellen durchgescheuert, so dass mir das Werkzeug den Lack vom Tank an einigen Stellen bis auf's Blech blankfegte. Sogar die kleine Plastikflasche vom 2T-Öl schaffte es, den Lack am Tank an einigen Stellen durchzuscheuern! Wer hätte das gedacht?

    Auf dem Rückweg am Freitag keine weiteren Vorkommnisse.

    Physische Probleme:

    nach ca. 120km:
    Der Rucksack (70 l) nervte, ich konnte kaum gerade sitzen.
    Mein Hintern fing an, sich mit dem Schwalbesitz anzufeinden.
    Mit Einbruch der Dunkelheit wurde es sehr "frisch". Ab ca. 40km/h begann mein Lenker so sehr zu pendeln, dass ich den Geradeauslauf kaum kontrollieren konnte. Nach zweimaliger Überprüfung der Reifen und Felgen dämmerte es mir, dass mein Roller technisch ok war. Ich zitterte so stark, dass sich das Zittern auf den Lenker übertrug.

    nach der Fahrt:
    aufgesprungene Lippen, eine beachtliche Insektensammlung in Haar und Gesicht, verspannte Schultern und ein enormes Schlafbedürfnis.

    Fazit:
    Bis 80-100km ist es noch ganz lustig mit der Schwalbe. Man sieht mehr als mit dem Auto und durch die bevorzugte Wahl von kleinen Strassen entdeckt man manch nette Ecken im Land. Alles drüber wird jedoch zur Qual. Ich bin wirklich strapazierfähig - aber 8 Stunden auf dem Moped mache ich nie wieder.

    Stolz bin ich jedoch, dass die Schwalbe diese Dauerbelastung trotz kleinerer Probleme gut durchgehalten hat. Toitoitoi.

    Schönen Gruß, Gomo

  2. #2
    Moderator Museumsdirektor Avatar von Baumschubser
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    Standard

    Alle Achtung, lt. Routenplaner ist die kürzest mögliche Strecke vom Prenzelberg nach Lichtenhain 223km, da führt ein Stück aber noch über die Autobahn, auf die du ja mitm Moped nich raufkannst. Wäre mir nicht im Traum eingefallen, am späten Nachmittag so eine Tour zu machen, Respekt.

    Unterm Strich zeigt das wieder mal, dass eine alte Simson mehr abhält als unsere Hinterteile, was sich lockern kann weißt du jetzt auch und was bei der Tour nicht abgefallen ist, hält auch die nächsten Jahre noch.

  3. #3
    Museumsdirektor Avatar von Alfred
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    Wetten, dass Du diese Erfahrung nicht missen willst! Für Gebirge eignet sich eine KR 51/2 E deutlich besser als die KR 51/1 K. Beim nächsten Mal kannst Du Dich auf Deine andere Schwalbe schwingen. Du warst mit hydraulischen Dämpfern recht komfortabel unterwegs, wenn ich da an meine KR 51/1 F denke.

    Mit einer guten Sitzbank sollte es locker möglich sein, mehr als 100 km am Stück zu fahren.

    Du bist 2 Tage wandern gegangen - wie hast Du Deine Schwalbe abgesichert?

    Gruß!
    Al

  4. #4
    Tankentroster
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    Ja, 4 Gänge wären schön gewesen. Aber da ich die 4-Gang nicht extra deswegen anmelden wollte...

    Abgesichert habe ich sie nicht sonderlich. Das Übliche halt: dickes Schloss durch Vorderreifen und Schwinge. Sie stand ja auch am A. der Welt, jenseits von Gut und (vor allem) Böse. In der Stadt habe ich mehr Sorgen, es könne sich jemand dran vergreifen, als irgendwo weit draußen auf'm Land. Und dass alle Polen und Tschechen Auto- (und Moped-?) Diebe sind, stimmt so schon mal gar nicht.

    Gomo

  5. #5
    Phoenix
    Gast

    Standard

    hallo gomo,

    sag mal, hast du irgendwie einen reiseführer gehabt mit dem du dich auf den weg gemacht hast? oder irgendwelche broschüren oder infomaterial von touri-information?

    ich wohne bald bei prag und wollte dann tschechien, sächsische schweiz und sowas mit dem mopped/motorrad unsicher machen. aber ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll mir eine route zusammenzubasteln.

    irgendwelche tipps?

    mfg
    fön

  6. #6
    Tankentroster
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    Standard

    Hi Phönix!

    Reiseführer habe ich keinen gehabt. Für die Sächsische Schweiz brauche ich den auch nicht. Da kenn ich mich recht gut aus (ist halt so das nächstgelegene Gebirge von Berlin aus).

    Willst Du nur rumdüsen, oder was hast Du so vor?

    Wenn Du das Elbsandstein noch nicht kennst, würde ich Dir auf jeden Fall empfehlen, die Schrammsteine lang zu wandern (ab Bad Schandau). Die Festung Königstein ist auch recht interessant (mach aber 'ne Führung!).

    Die tschechische Seite ist auch ganz nett, aber spektakulärer ist der deutsche Elbsandstein. Tja, und das Riesengebirge soll auch toll sein, aber wie gesagt: mein Sitzfleisch hatte keine Lust dorthin zu gelangen. Ich kenne es also auch noch nicht...

    Gruß, Gomo

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