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Thema: Beurteilung von Auspuffgewinde, Kolben- und Kolbenringgrößen


  1. #1
    Museumsdirektor Avatar von Alfred
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    Standard Beurteilung von Auspuffgewinde, Kolben- und Kolbenringgrößen

    Hallo,

    ich habe einen Zylinder für Motoren der M501 Reihe beim Kauf einer S51 geerbt. Es ist wahrscheinlich, dass er ein Nachbau ist. Die Zylinderwände innen sehen sehr gut aus und das Gussmaterial ist jüngeren Datums.

    Problem 1:
    Das Auspuffgewinde wurde schlecht behandelt; die ersten Windungen sind platt. Nun frage ich mich, ob die 3-4 Windungen weiter oben ausreichen, um den Auspuffkrümmer samt Auspuff zuverlässig und dauerhaft zu halten?

    Problem 2:
    Ein dazu passender Kolben scheint auch da zu sein. Im Zylinder eingesetzt gleitet er zwar, lässt aber nur minimal Luft. Ist das so okay, denn es kommen ja noch die Kolbenringe hinzu? Die Kolbenringe, die sich an dem Kolben befanden, sahen jung aus und passten zusammen mit dem Kolben nicht in den Zylinder. Wenn ich mich jetzt nicht irre, steht auf der Kühlrippe vom Zylinder die Zahl 50.00 und auf dem Kolben die Zahl 38.00. Ist nun der Kolben zu groß oder sind es die Kolbenringe?

    Gruß!
    Al

  2. #2
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Ob die Kolbenringe zu groß sind oder passen kannst du feststellen, indem du einen Ring vom Kolben runternimmst und ihn in den Zylinder reinsteckst. Wenn das Kolbenring-Stoßmaß (der Abstand zwischen den beiden Kolbenring-Enden) etwa 0,2 - 0,5 mm beträgt, dann hat der Kolbenring die richtige Größe.

    Ohne Kolbenringe sollte der Kolben leichtgängig, aber ohne großes Speil durch den Zylinder gleiten. Ohne Meßinstrumente braucht man halt einiges an Erfahrung um das zu beurteilen. Ich kann's, aber dir nützt das ja leider nix. Der Kolben des S51 ist etwas konisch. Oben am Kolbenboden kann der S51-Kolben ruhig ein Spiel von sage und schreibe bis zu 0,6 mm haben. Der Kolben ist ein sogenannter "Feuerkolben" und dehnt sich dort im Fahrbetrieb bei Erhitzung am meisten aus. Andernfalls würde er schnell klemmen. Den Rest dichten dann die Kolbenringe. Unten am Kolbenhemd soll soll das Spiel etwa 0,03 - 0,04 mm betragen. Du mußt Zylinder wahrscheinlich ausmessen. Die 50.00 haben wahrscheinlich nichts mit der Zylindergröße zu tun.
    Normalerweise würde am Zylinder von unten auf dem Flansch von Einlaß bzw. Ansaugstutzen eine 3 eingeschlagen sein, wenn der Kolben 38,00 der richtige sein soll.

    Ob das Krümmergewinde die Mutter letztendlich hält, mußt du selbst ausprobieren. Es gibt aber verschiedene Muttern. Die einen haben längeres Gewinde als die anderen.

  3. #3
    Museumsdirektor Avatar von Alfred
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    Wenn es so einfach wäre, die Kolbenringe einfach mal vom Kolben zu nehmen - spröde und zerbrechlich wie sie sind. Ein Ring ist schon zerstört. Den anderen nehme ich wohl trotzdem runter, damit ich ihn testweise in den Zylinder einführen kann.

    Der Kolben geht leichgängig in den Zylinder und hat auch nur minimalstes Spiel. Zumindestens soweit, bis der eine noch intakte Kolbenring ihn bremst und dieser läßt sich einfach nicht soweit zusammendrücken, dass alles passt. Dabei achte ich natürlich darauf, dass die Kolbenringe bündig an der Nut zusammengehen. Ich habe dabei den Kolben wegen des einen Kolbenringes mit dem unteren Kolbenhemd in den Zylinder gesteckt. So ist es am engsten, wie Du es beschrieben hast (0,03 - 0,04 mm).

    Kann man sagen, der Kolben sollte, mit etwas Öl benetzt, von alleine durch den Zylinder rutschen können, ohne zu klemmen und dabei nur minimales Spiel haben?

    Danke für den Hinweis mit der eingeschlagenen 3 auf dem Flansch vom Ansaugstutzen! Das werde ich mir noch einmal genauer ansehen, wenn ich es wieder kann. Ab kurz vor Weihnachten wird das sein.

    Die Mutter, die ich drauf hatte, hielt gut fest. Allerdings hatte ich auch keine Kupferdichtringe und die Sicherungsfeder fehlte. Deshalb bin ich wegen der nur 3-4 Windungen etwas skeptisch.

    Gruß!
    Al

  4. #4
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    Ja, der Kolben sollte durch den Zylinder durch die Schwerkraft alleine durchgleiten, soweit er sich nicht verkantet.

    Eine 3 unten auf dem Ansaugflansch oder der untersten Kühlrippe würde bedeuten, daß der Zylinder das Maß XX,X3 mm hätte. In deinem Fall wär das dann 38,03. Mit dazugehörigem Kolben 38,00 wären das dann 0,03mm Spiel
    Stünde dort eine 1, dann hätte der Zylinder den Durchmesser 38,01mm.
    Das gilt allerdings nur für originale Simson-Zylinder oder noch zu DDR-Zeiten regenerierte und ausgeschliffene Zylinder. Sind es hingegen ausländische Nachbauten, dann macht sich wohl in Saigon, in Kasachstan oder in der rumänischen Wallachei in Unkenntnis keiner die mehr Mühe, die Zylindertoleranzen noch zu kennzeichnen und eine Zahl einzuschlagen. Und ob heutzutage jede Zylinderschleiferei nach dem Ausschleifen und Honen die Zylinder noch kennzeichnet, würde ich auch bezweifeln.

  5. #5
    Tankentroster
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    Kleine Anmerkung:

    Seit knapp 30 Jahren heisst Saigon Ho-Chi-Minh-Stadt.


  6. #6
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    Ja ja, und Litzmannstadt heißt jetzt Lodz, Pressburg Bratislava, Breslau Wroclaw, Königsberg Kaliningrad, Stalingrad Wolgograd, Leningrad Petersburg, Eger Cheb, Danzig Gdansk, Frankfurt Slubice, Swinemünde Swinjousice, Korl-Morx-Stodt heeßt nu wiedor Gämmnitz und Raider heißt jetzt Twix.

    Übrigens, als ich unter dem Decknamen "Agent Orange" dort in Vietnam bei Uncle Ben's im Erntelager war, um Spitzen Langkorn-Reis einzeln handzuverlesen, hieß das Nest noch Saigon. Ich schwör's! Kinder wie die Zeit vergeht.

  7. #7
    Museumsdirektor Avatar von Alfred
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    Sowohl als auch. Beide Namen sind geläufig, auch wenn sie offiziell Ho-Chi-Minh-Stadt heißt:

    Ho-Chi-Minh-Stadt erhielt ihren Namen im Jahre 1976, nachdem Nord- und Südvietnam wiedervereinigt worden waren. Sie ist im Ausland nach wie vor unter ihrem alten Namen Saigon bekannt. Zur Abkürzung des vietnamesischen Namens Thành Phố Hồ Chí Minh wird in Vietnam die Stadt häufig Sài Gòn genannt, obwohl dies offiziell nur den ersten Bezirk von Saigon-Stadt bezeichnet.

    Als Abkürzung sieht man oft TP. HCM bzw. HCMC oder HCM City (vietnamesisch beziehungsweise englisch).


    Und ein kleines Nest ist sie keineswegs:

    Ho-Chi-Minh-Stadt, vietnamesisch Thành phố Hồ Chí Minh, ist die größte Stadt Vietnams. In der eigentlichen Stadt – dem geografischen Stadtgebiet – leben 5.140.412 Menschen. Das gesamte Verwaltungsgebiet hat 6.117.251 Einwohner (Volkszählung 2004).

    Das alles habe ich hierher: http://de.wikipedia.org/wiki/Saigon

    Und nun zum eigentlichen Thema: Zu Weihnachten werde ich mir die Garnitur zur Brust nehmen.

    Gruß
    Al

  8. #8
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    @schwätzer,

    /Zitat

    "Korl-Morx-Stodt heeßt nu wiedor Gämmnitz"

    /Zitatende

    ...nicht ganz Korrekt, denn

    Gorl-Morks-Schdadd ----> Ruhskemtz (Ruß-Chemnitz) !

    Da kenn ICH mich aus.

    Qdä

  9. #9
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    Nun ist es soweit, heute hatte ich die Garnitur in die Finger bekommen. Wie erwartet ist jetzt auch der 2. Ring zerbrochen. Der Kolben mit dem Maß 38.00 gleitet mit etwas Öl bestmöglichst durch den Kolben. Er hat minimalen Spielraum und man hört ein sattes, schmatzendes Geräusch wenn er hindurchgleitet.

    Am Ansaugflansch steht folgende Zahlenkombination erst 87 und dann 336/1 oder 338/1und unter der obersten Kühlrippe steht 51710 1826. Ist es ein Nachbau oder nicht und welche Kolbenringe passen?

    Gruß
    Al

  10. #10
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    Kann mir jemand Antworten auf die letzten Fragen geben?

    Gruß
    Al

  11. #11
    Kettenblattschleifer
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    Oh, Hi, Alfred, gut das du den Thread nochmal hochholst, ich habe auf meine drei DDR-Zylinder geschaut:

    Am Ansaugflansch steht jeweils links in einem Kreis ne 82 (87?), beim nächsten ein 5, und beim letzten eine 7. Eine vierstellige Kombination jedoch nicht.

    Auf allen dreien steht dort, wo die Stehbolzen durchgehen (neben den Bohrungen), umrahmt "003" bzw. "036".

    Auf den Kühlrippen steht nichts.

    Meine beiden Nachbauzylinder haben auf den Ansaugflanschen nichts eingraviert!

  12. #12
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Ob das Nachbauten sind kann ich nicht sagen.
    Diese Zahlen sagen jedenfalls auch nichts über das Maß des Zylinders aus.
    Das Zylindermaß besteht nur aus einer Ziffer (dem letzten 100'stel), die beim Original mit einer kleinen Schlagzahl unten auf dem Ansaugstutzen eingeschlagen ist. Wenn der Zylinder beim Schleifer war, dann hat der früher diese Ziffer weggefeilt oder -geschliffen und seine neue Zahl, je nach neuer Zylindergröße dann dort eingeschlagen.

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