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ICKEvK

EAS-U Tour

Bewertung: 2 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 29.07.2014 um 19:52 (1274 Hits)
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Hallo zusammen,

heute möchte ich euch von meiner Erzgebirge-Alpen-Schwarzwald Tour in Form eines "U" (ohne Anfahrt) berichten. Ich bin am 20.07.2014 mit meiner Honda Transalp losgefahren.

20.07.2014
Der Tag beginnt gelassen, ich muss die Transe noch beladen und fahre dementsprechend erst gegen 11 Uhr ab. Es geht über Schönebeck auf die A14 um Richtung Chemnitz zu fahren, und mich dort nach Tschechien zu begeben. Bereits bei Halle an der Saale muss ich das Erstemal wegen einem kleinen Defekt auf den Rastplatz. Irgendwie wackelt meine Windschutzscheibe zu stark.
Ich hatte eine Schraube verloren und die halbe Verkleidung hatte sich durch die folgende Vibration halb gelöst -> der erste Einsatz von Werkzueg und Gaffa



Bei der nächsten Pause füllte ich meine Wasserflasche auf und vergas vor der Abfahrt mein Bier für den Abend einzupacken. Dieses konnte ich dann nicht mehr trinken - dafür durfte ich Scherben einsammeln.
Endlich errecihte ich das Erzgebirge und somit spätestens hinter der tschechichen Grenze das Terrain der Transe. Herliche enge gewundene Straßen die auch noch schlecht ausgebaut waren. Eine schöne Herrausforderung. Ich fuhr an dem Abend noch bis kurz hinter Grassnitz.
Abends zeltete ich an einem Wegesrand. Gerade als ich dachte es kommt keiner mehr und ich kann mein Zelt aufbauen, kam ein Jäger (hoffe ich zumindest) mit Flinte vorbei. Er sagte aber nix und so baute ich mein Zelt auf und wurde auch nicht von ihm geweckt oder vertrieben.



21.07.2014
Am nächsten Morgen baute ich mein Lager recht früh ab und fuhr direkt los. Zum Frühstück wollte ich später anhalten. Mein Weg führte mich entlang der deutsch-tschechichen Grenze. Eingekauft und getankt habe ich natürlich in Tschechien
Leider hatte ich versäumt mir die PIN meiner Kreditkarte einzuprägen und konnte deswegen kein Bargeld abheben. Ich habe also alles direkt mit der VISA bezahlt, was auch immer mit Unterschrift geklappt hat. Der Einkauf belief sich auf 55 Kronen (~2€). Das war mir schon etwas unangenehm mit VISA, aber kein Problem.
Das Frühstück nahm ich in Deutschland ein - und nutzte noch ein letztes mal die Mobile Datenverbindung sowie meine Frei-SMS und Freiminuten.



Dannach ging es weiter die Grenze entlang und über Tschechien weiter nach Östereich. Die Straßen waren sehr angenehm. Leider fing es dann aber an zu regnen. Ich entschied, dass das nur eine kurze Husche ist und fuhr weiter. Leider hatte ich mich geirrt. So einen starken regen habe ich auf dem Motorrad noch nie erlebt! Ich konnte kaum die Hand vor augen sehen, fuhr aber weiter - nass war ich ja eh schon. Dabei stellte sich herraus, dass die Gore-Tex Jacke dicht ist, nicht aber die Billig-Membran-Hose.



Anschließend (und inzwischen in Östereich) hatte ich aufeinmal Zündaussetzer. Eigentlich wollte ich ja schon immer mal wissen wie es sich anfühlt auf einem Zylinder zu fahren, aber doch nicht JETZT!
Es nützt nix, anhalten und Transe auseinander nehmen. Zum Glück war das Problem nach dem ab und erneuten anstecken der CDI behoben - warum auch immer. Egal weiter gehts. Es wurde Abend und am Horizont kündigte sich erneut Regen an. Da ich inzwischen wieder halbwegs trocken war, machte ich mich auf die Suche nach einem Zeltplatz. Das war nicht so leicht in Östereich. Überall nur Häuser und Höfe in Sichtweite. Bei den ersten Tropfen reichte es mir und ich fragte bei einem Hof in der nähe von Kefermarkt an ob ich irgendwo Zelten dürfte - durfte ich. Kaum war das Zelt aufgebaut pladerte es so richtig los.



Nachts um 10 wurde ich geweckt, ob ich nicht drinnen schlafen wolle, wegen dem starken Regen. Dieses Angebot konnte ich nicht ablehnen - obwohl es eigtl egal war .. das Zelt war eh nass. Ein Bier wurde mir auch noch angeboten, aber da ich es hätte alleine trinken müssen, entschied ich mich doch gleich schlafen zu gehen.




22.07.2014
Als ich aufwachte, sah es draußen ziemlich nebelig aus, aber nützt ja nichts



Also alles zusammengeräumt. Ich war schon am überlegen, ob ich mich verabschieden sollte, da wurde ich auch schon begrüßt und zu Kaffee und Frühstück eingeladen. Die gute Dame hatte kein Brot im Haus und so gab es halt Kuchen. Da ich den mir vorgesetzten nicht aufessen konnte durfte ich ihn halt mitnehmen. Es war sehr lecker.



Danach ging es dann weiter, ab nach Westen, in die Alpen. Anfangs scheint alles gut zu werden, schöne Straßen, schöne Landschaft, kein Regen. Es wird so schön das ich sogar noch ein Bad in einem Gebirgsfluß nehme und in ruhe Frühstücke.





Später komme ich in eine Größere Stadt in der mich mein Navi ungünstig umherschickt. Es ist schwühl und stickig und ich bin mindestens eine Stunde unterwegs bis ich wieder eine normale Landstraße erreiche. Es regnet den Rest des Tages, auch während ich das Zelt aufbaue und weiter bis in die Nacht. Die Koffer sind leider am Schloß undicht (aber zum glück nicht allzu doll). Das Zelt steht nun in der Nähe von Lachtal auf einem Lagerplatz für allerlei Rohre und Betongullis.

23.07.2014
Es hat endlich aufgehört zu regnen und es ist doch tatsächlich blauer Himmel zu sehen. Voller Hoffnung packe ich zusammen und mache mich auf den Weg. Frühstück wird es wieder später geben.
Der Tag beginnt hervorragend mit einem Schotterweg zu einem lokalen Gipfel. So könnte es den ganzen Tag weiter gehen. Tut es zunächst auch







Irgendwann schickt mein Navi mich dann auf die Bundesstraße, und will um auf den eingestellten Anteil an kleinen Straßen zu kommen, mich durch die Orte und Städte schicken. Das will ich aber nicht. Nach dem ich mir das eine Weile gefallen lassen habe, reicht es mir. Die verbleibende Tour wird umgeplant! Da ich die Vermutung habe das ich in Ost-West Richtung immer im Tal entlang fahren werde, mache ich einen Schlenker nach Süden. Das war eine gute Entscheidung.
Nachdem ich nochmals im Schwalbennest vorbeigeschaut habe (siehe erstes der drei folgenden Bilder), wo keiner von euch zu finden war, komme ich wieder auf sehr schöne Straßen.







Die Nacht verbringe ich in Toldern, in der Nähe vom Brennerpass. Da ich wieder lange Zeit kein passenden Zeltplatz finde frage ich zwei Bauern die ich getroffen habe. sie erlauben mir das Zelten neben einem verlassenen Haus am Ortsrand.



24.07.2014
Heute begint wieder ein sonniger Tag :) da ich den Brennerpass schon einmal mit der Schwalbe gefahren bin, entscheide ich mich für die Alte Römerstraße, die etwas abseits verläuft. Das war eine wirklich gute Entscheidung.



Es geht nun weiter übers Land in richtung Schweiz. Auch dort erwarten mich idilische kleine Straßen die durch dörfer und vorbei an einzelnen Häusern führen. Durch ein schlecht gesetzten Wegpunkt im Navi endete ein Weg aber an einem Weidezaun. Zuvor durfte ich mich noch an einem Trecker vorbei quetschen der mir entgegen kam. Links kaum Platz und rechts ein tiefer Abhang, man hatte ich Schiss!



Am Abend zeltete ich am Rand einer Stadt und zwar auf dem Parkplatz des verlassenen Tennisclubs in Schaffhausen.



Ich frage mich wie eine derart gewaltige und gut ausgerüstete Anlage mit Flutscheinwerfern, Clubhaus, Trainingsanlage und mindestens 4 Tennisplätzen einfach so brach liegen kann.

25.07.2014
Ich stehe sehr früh auf, um das Zelt abgebaut zu haben bevor Anwohner mit ihren Hunden eine Runde laufen - was sich als ein gute Idee herrausstellt. Kaum ist das Zelt verstaut kommt auch schon die erste Gassi-Gängerin. Ich lasse mich nicht stören und mache trotzdem noch Frühstück.
Dann ghet es los, nochmal in der Schweiz tanken und ab nach Deutschland, in den Schwarzwald. Anfangs habe ich mich nicht zu beklagen. Schönstes Wetter und die Straßen sind auch Interessanter als befürchtet - immerhin komme ich ja aus den Alpen. Doch in Pforzheim ist es dann mit der Freude vorbei. Eine CDI ist wieder ausgefallen. Ich schlage mich mit einem gelegntlich ausfallendem Zylinder durch die Stadt und begebe mich anschließend in einen Waldweg in den Schatten, um wieder das Mopped auseinander zu nehmen.
Das Umstecken der CDI erzielt diemal nicht den gewünschten Effekt und so komme ich auf die Idee wenigstens den toten Zylinder so gut wie möglich zu egalisieren. Dazu entferne ich beide Zündkerzen und trenne den Benzinzufluß vom zugehörigen Vergaser, in der Hoffnung so auf einem Topf noch die verbleibenden 600 km zu schaffen.
Leider hat meine Aktion kaum einen Einfluss auf den stark bremsenden toten Zylinder. Ich erreiche mit Müh und Not 90 km/h - will aber nicht aufgeben.
Nach wenigen Kilometern, hinter Bruchsal, fällt der Motor dann, aus immernoch ungeklärten Umständen, komplett aus. Nun kann ich nurnoch den ADAC rufen, was ich schweren Herzens auch tue.
An der Hotline wird mir natürlich nur ein Reperaturfahrzeug gegönnt, egal was ich erzähle. Dieses ist dann auch nach 1:15h vor Ort. Der Fahrer hört sich meine Geschichte an und entscheidet das er nix machen kann und einen Abschlepper ruft. Auf den warte ich weitere 45 min.
Mit dem aufgeladenen Mopped gehts dann ganze 500m zur ADAC Station (hätte ich das gewußt ...). Dort kriege ich einen Leihwagen und lasse die Transe per Sammeltransport nach Hause bringen. Zuvor schraube ich aber die Zündkerzen wieder ein (was eine halbe Demontage bedeutet) um den Zylinder vor Dreck und Feuchtigkeit zu schützen.
Mit dem Leihwagen gehts dann noch bis Fulda, wo ich Johanna besuche und am nächsten Morgen ab nach Hause.

Auch wenn es am Ende viel Text ist, musste ich das ganze einmal berichten. Ich hoffe die Panne lässt sich schnell beheben. Zum Abschluß noch eine kleine Statistik (nur Motorradanteil):

Gefahrene KM: . . . . . . . . . . . . . . 2098,4 km
Verbrauchter Treibstoff: . . . . . . . . 119,33 l
Durchschnittsverbrauch: . . . . . . . . 5,2 l/100km
Durchschnittspreis vom Super: . . . . 1,424€

Viele Grüße,
Sascha

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Aktualisiert: 30.07.2014 um 00:32 von ICKEvK

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Kategorien
Reiseberichte

Kommentare

  1. MichiKlatti -
    Avatar von MichiKlatti
    hach ja, irgendwas ist ja immer ; )

    schöner Bericht


    lg michi
  2. made -
    Avatar von made
    Schöner Bericht. Mich packt die Reiselust.
  3. Richy -
    Avatar von Richy
    Jaja, die Transe und ihr CDI-Problem. Wer kennt das nicht?
    Die Sitzbank drückt auf den Stecker und die Kontakte brechen von der Platine.

    Schöner Bericht, auch wenn die Alpen etwas kurz kamen.
    Drücke die Daumen, dass der Motor die Misshandlung deinerseits nicht krummgenommen hat.

    LG,
    Richy