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MichiKlatti

Nesttreffen 2014 Anreise

Bewertung: 5 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 27.06.2014 um 20:57 (1509 Hits)
Herrentag-Pfingsttour 2014

Auf der Suche nach Mitfahrern für die Himmelfahrts und Pfingstwoche, Richtung Frankreich/Italien, bin ich über Christian an die Euterreisenden, Alex und Ralf gekommen.
Sie waren schon auf diversen Touren u.a. Türkei,Marokko und DÄNEMARK und erschienen mir in Ihren Reiseberichten auch als harmonisches Team.
Als Ziel waren die franz. Alpen, Seealpen und andere Gebirgszüge in der Gegend südlich von Genf vorgesehen.
Der Plan war, die erste Woche mir den dreien zu reisen und danach, die Woche vor Pfingsten via, Schweiz, Italien, Österreich, Slowenien, Kroatien zum AiA-Treffen am Sölkpass und zum Abschluss das Schwalbennest.de-Treffen in Frauenwald/Suhl zu besuchen. Nun was soll ich sagen, nach dieser Tour weiß ich:
1. Kommt es anders und 2. Als man denkt ;-)

Einen Monat vor der Tour war ich noch im Rhein-Mosel-Eifel Gebiet auf Rundreise, und beendete diese via ADAC mit verbogener Gabel, defektem Lenkkopflager, gerissenem Sturzbügel und kaputter Bremsleitung.


Ach naja was solls, dacht ich mir. Es ist ja noch 1 Monat Zeit, das schaffst du schon
Lenkkopflager wechselte ich dann eine Woche vor Abfahrt:



Am Tag der Abreise, ich hatte Nachtschicht und kam morgens um 6 Uhr von der Arbeit, entscheid ich mich noch mal eben fix das „Wasserrohr“(gelbes Teil um den Scheinwerfer herum) zu wechseln. Denn das alte hatte beim Sturz mehr Schaden erlitten als gedacht.
Gesagt getan und somit war nach einem Kaffee schrauben angesagt und nicht wie geplant eine Runde schlafen. Um 9 Uhr stand die BMW dann so dar:


Das Foto schickte ich dann mal in die Runde und fragte, wann noch mal der Abreisetermin war, geschocktes Schweigen.
Gegen 12 waren die Umbauarbeiten beendet und ich begann meine Sachen zu packen. Ja auch das habe ich noch nicht gemacht, aber aus vorigen Motorradreisen war mir das packen gut bekannt und das System, im Laufe der Woche Liste schreiben und am letzten Tag packen, hat sich für mich als bestes erwiesen
Um 17 Uhr kam dann Christian mit seinem Bus und einem Anhänger, den man auch fast mit einem Klaufix verwechseln könnte. Da sollen 2 GS´en rein passen?
Aber nach 20 Minuten Tetris war auch meine GS auf der Ladefläche verzurrt und nach einem Kaffee und der Verabschiedung von meiner Frau und dem Dackel machten wir uns auf den 300km langen Weg in Richtung Fulda.
Wir kamen gut durch und waren gegen 21:15 bei Ralph, der uns mit seiner Frau und Alex auch schon mit leckerem Chili erwartete.
Nach dem Essen planten wir die nächsten Tage und kamen zum Entschluss morgen von Fulda über Basel durch die Schweiz nach Annecy zu fahren.
700km Autobahn waren angesagt
Als ob ich es im Urin hatte, aber die Entscheidung das Restprofil meines Hinterreifens noch aufzubrauchen, erwies sich als Vorteilhaft. Sonst hätte ich gleich nach dem ersten Tag wieder eine Kante im Reifen
Das heiß aber auch um 6 Uhr Abfahrt O.o
Um 23 Uhr vorderten die 33 Stunden ohne Schlaf ihren Tribut und ich war im Bett und träumte von der toll ausgebauten Autobahn bis Frankreich…. :P



Samstag, 24.5.2014

Der Morgen begann um 5 Uhr mit einem saften „JUNGS AUFSTEHEN“ und einem energischem hämmern an der Tür.
Nach der Dusche gab es ein Frühstück, was sich sehen lassen kann. Brötchen in diversen Variationen, Wurst, Rührei, Obst….. alles was Mann so braucht, zum Start auf der 700km langen Autobahnetappe. Um 6 Uhr fingen wir an die Kühe zu satteln. Ich hatten 2 Tage zuvor noch am Kofferträger eine Naht nachgeschweißt und stellte jetzt fest das der Verschluss genau da hin musste. Also hieß es um kurz nach sechs schon das erste mal basteln
Feile in Anschlag und los ging die wilde Fiedelei. 20Minuten später war ich dann auch fertig und das erste mal in Schweiß geraten. Die Jungs scharrten schon mit den Hufen, aber konnten mit klugen Sprüchen wie: „Jaja die Jugend wieder…“ ihre Zeit vertreiben.
Um 7:30 war nun endlich Abfahrt angesagt und wir starteten die ersten KM zur Tankstelle bei Traumhaften Wetter und auf kleinen Sträßchen.
Nach dem ersten Tankstop ging es dann auf die Autobahn. Der erste Defekt ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Alex fuhr mit mal immer langsamer und stoppte auf dem Seitenstreifen. Die Schraube zur befestigung der Hupe hatte sich von dannen gemacht und die Hupe hing nur noch an den Kabeln. Kabelbinder lösten das Problem schnell und die Fahrt ging weiter.
Nach 200KM dann die erste Pause, über uns zogen sich Wolken zusammen und wir entschlossen und die Regensachen überzustülpen. Von da an ging es etliche Kilometer in Schauern und teils heftigen Regengüssen in Richtung Schweiz.
Ab Freiburg riss der Himmel auf und 20Km vor Basel hielten wir an einer Tankstelle um zu Tanken und die schweizerische Vignette zu kaufen. Die Regensachen konnten wir wieder in den Koffern verschwinden lassen, denn die Sonne schien und machte es um einiges erträglicher. Nach dem Tanken stellte Christian fest, dass sein linker Vergaser mit mal überlief. Also ging es auf zur Fehlersuche. Viele Köche verderben den Brei und so genossen Alex und ich die Sonne und begafften das Geschraube am Vergaser.


Es kamen diverse Motorradfahrer vorbei und guckten nur doof. Einer hielt jedoch an und welch Zufall es war auch ein 2V GS Treiber. Er war Schweizer und wohnt kurz hinter Basel. Das Fehlerbild hatte er auch mal, und schlug den Schraubern vor sich den Schwimmer anzusehen. Diese jedoch schon leicht genervt von der erfolglosen Suche, wollten ihrer These weiter auf den Grund gehen. So machte der Schweizer, sich wieder auf den Weg und ließ eine Visitenkarte bei uns. Wenn wir Ersatzteile benötigen, können wir uns gern melden. Alex und ich demontierten einen defekten Blinker um das Glühobst zu wechseln, jedoch gab es an der Tankstelle keine H21W Blinkerbrinen und der Blinker blieb eben ohne Funktion. Nach weiterer erfolgloser Fehlersuche, nahmen wir uns doch den Schwimmer vor. Mittlerweile waren alle mit geballter Schrauber Erfahrung am Werk, endlich fanden wir den Übeltäter. Der Schwimmer ist zum Taucher geworden und konnte das Benzinniveau nicht mehr regulieren. Ein Telefonat mit dem hilfsbereiten Kuhtreiber und ich setzte mich in Bewegung um einen Schwimmer zu besorgen. Er gab mir einen kompletten Vergaser mit, falls uns noch mehr kaputt gehen sollte Auf dem Rastplatz zurück, wechselten wir den Schwimmer und siehe da, kein Tropfen mehr.
Die wilde Hatz ging weiter und wir durchquerten die Schweiz mit nur einem Stopp und kamen ganz schön erschöpft am Campingplatz Municipal Le Belvededere in Annecy an. Um 19:30 waren die Zelte Aufgebaut und Christian, der in Annecy seine Diplomarbeit schrieb, führte uns in der Stadt zu einem sehr netten Lokal, wo wir uns beim Sonnenuntergang am See den Wanzt vollschlugen. Der Abend war kurz, aber in Anbetracht der Tageskilometer verständlich.



Sonntag 25.5.2014

Das Frühstück konnte nicht mit dem von gestern mithalten, war mit einem Croissant und 3 Kaffee aber ausreichend. Christian machte mit uns noch eine Rundfahrt durch Annecy …

http://youtu.be/Mok_nuD7Cu8

….und wir kauften etwas Proviant für den Tag ein. Beim Supermarkt bemerkte Christian, dass ein Reißverschluss an seinem Tankrucksack defekt war, und ersetzte diesen durch einen Kabelbinder.
Die ersten Kurven begannen gleich nach dem Ortsausgangsschild von Annecy auf dem Weg zum Gipfel des Semnuz. Oben angekommen genossen wir kurz die Aussicht und fuhren wieder Bergab um Richtung Ugine zu fahren. Von da aus ging es auf einer immer schmaler und kurvenreicher werdenden Straße hoch zum Col dé Arpettaz.






Der Untergrund wurde immer schlechter, bis wir schließlich auf Schotter fuhren, was nen Spaß :) Auf der Hochebene in Richtung Col des Aravis hielten wir an um ein paar Fotos zu machen und die Aussicht zu genießen.











https://www.youtube.com/watch?v=Mok_...ature=youtu.be

Nach einer ordentlichen Steigung wollte ich das Panorama nutzen um dieses Bild mit dem Moped drauf schießen.



Als ich jedoch darauf den Bock starten wollte kam nur ein klacken und der Motor blieb aus. Panik kroch in mir hoch, denn hier oben wird der ADAC wohl nicht so schnell zur Stelle sein. Kurzer Blick zur Gruppe und Ralf meinte nur: „Kein Problem, ist NUR der Anlasser kaputt“. Ich dachte mir was in Teufels Namen heißt hier nur? Weiß der Typ das ich hier gefühlte 400Kg unter meinem Arsch rumtreibe? Ankicken ist nicht, da die 1000erZylinder montiert sind und der Kickstarter den Motor nicht genug beschleunigen kann um ihn zu starten. Aber als er mir sagte, er hätte das wohl auch schon durch, war ich etwas beruhigter. Wir schoben die GS an eine Stelle wo der Weg etwas abfiel, dort schoben mich Ralf und Christian an. Als MZ und Simsonfahrer, war mir das Procedere bestens bekannt und stellte auch kein Problem dar. Von da an wurde der Motor nur ausgemacht, wenn wir irgendwo einkehrten oder ein Berg zum anrollen in der Nähe war ;-) Weiter ging es auf Schotter








Wir fuhren weiter nach Beaufort und es begann zu Regnen. Am Stausee Lac de Roselend kehrten wir in die beheizte Gaststube des Le chalet de Roselend ein. Das Thermometer zeigte 8°C an. Die Nässe tat ihr übriges und wir wärmten uns bei Kuchen und Kaffee etwas auf.


Der Regen hörte nicht auf und so fuhren wir bei ungemütlichem Wetter weiter über den Col da Pré Richtung Aréches wo uns 8 Goldwings entgegen kamen und die Straße mit einem Mal doch recht eng wurde. Der Plan für den heutigen Tag war, über den Cormet d´ Aréches nach Amie zu fahren und dort ein Zeltplatz oder eine Pension zu suchen. Aber wie ich schon zu Beginn schrieb, 1. Kommt es anders und 2. Als man denkt. Denn auf ca. 2000m ünN versperrte uns ein Schneefeld den Weg.




Der Blick auf die Karten verriet uns, dass es nur noch maximal 2 Kilometer bis zur Passhöhe ist. Also schoben wir als erstes Ralfs GS am Schneefeld vorbei, damit er den weiteren Zustand der Route auskundschaften kann. Doch er kam nach wenigen Minuten zurück.

https://www.youtube.com/watch?v=vyPuIYW9wcU


Es regnete immer noch und die Temperatur lud nicht wirklich zum spontanen Zelten am kleinen Bergsee ein,




und so fuhren wir die Schotterpiste wieder runter in den Ort Aréches und suchten und ein Hotel. Für 63€ p.P. mit Abendessen und Frühstück kehrten wir ins Les Ancolies ein. Nach einer kurzen Fehler Diagnose an meiner GS kamen wir zu dem Entschluss, dass die aufsteigende Hitze vom Motor den Kleber der Magneten im Feldgehäuse löste und diese dann den Anlasser blockieren. Dank Wlan und SchmartPfons suchten wir in der Umgebung eine Bosch Service, der uns morgen hoffentlich helfen kann. In Bourgh-Saint-Maurice sagte mir Tante Google sei einer und wir planten für den morgigen Vormittag die Reparatur des Anlassers ein. Den Abend ließen wir bei einem schmackhaften Abendessen, Wein für Christian und mich und Wasser und Cola für die anderen beiden ausklingen. Die Routenplanung und all abendliche Tagebuchnotizen:





Montag, 26.5.14
Das Frühstückbuffet war typisch französisch, Fett und Zucker haltig. Genau das Richtige für einen regnerischen Start in den Morgen, der uns sicher bevorstand.



Die Kühe waren gesattelt, als anrollen und starten…. Was schrieb ich noch mal am Anfang? 1. kommt es anders……..
Die Straße war Nass und der Reifen hatte nicht genug Haftung um den Motor zum Drehen zu Überreden. Glücklicher Weise war die Straße noch ein Stück lang abschüssig und ich holte noch ein weiteres Mal Schwung. Als ich um eine Ecke rollte, sah ich dass die Straße in 100 Metern wieder anstieg. Also der Finale Versuch. Hochspringen und bei der Landung die Kupplung los lassen. Der Motor Drehte hoch und ich fuhr noch einige Meter um dem Motor etwas warm zu fahren. Zurück bei der Gruppe starteten auch die anderen Drei ihre Mopeds und los ging es zurück zum Lac de Roselend und über den Roseland Pass nach Bourgh-Saint-Maurice.
Auf den letzten Kilometern runter ins Tal kam änderte sich das Wetter auf jeden Meter und wir erreichten Bourgh-Saint-Maurice bei angenehmen 20°C und leichter Bewölkung. Die Suche nach dem Bosch Service verlief erfolglos. Am Ende des Ortes angekommen drehten wir um und hielten an einem Laden, der unter anderem einen Reifen Service hatte. Ich erklärte dem Verkaufer mein Problem, aber er konnte mir auch keine weitere Auskunft geben. Wir querten den Ort noch einmal und fragten uns durch. Nach knapp 90 Minuten erhielten wir den entscheidenden Tipp. Als wir den Bosch Service endlich gefunden hatten machte sich jedoch schnell Enttäuschung breit. Der Werkstattmeister machte uns klar, er habe genug zu tun und werde keine Zeit für uns locker machen. Unverrichteter Dinge fuhren wir also wieder los und suchten erfolglos noch in Amie nach einer Werkstatt, die uns helfen könnte. Da es bereits 12:30 war planten wir um und nutzten die Mittagspause um per Landstraße nach Grenoble zu fahren. Nach ca. 60Km entschieden wir uns auf die Autobahn zu fahren um Kilometer zu machen. In Grenoble machten wir eine Pause im den Energiehaushalt aufzufüllen. Ich klapperte noch 2 Motorradläden ab, doch leider ohne Erfolg, Montag geschlossen. Nicht einmal Reifenwechseln war drin und so musste ich den doch schon recht weit abgefahrenen K60 weiter quälen.



Nach der Stärkung fuhren wir weiter in den Nationalpark Vercors in Richtung Villard-de-Lans um die die Schlucht „Gorges de la Bourne“ unter die Räder zu nehmen. Auf den Weg dort hin, die Straße wurde immer besser, sahen wir schon die ersten Blitze eines heftigen Gewitters. Leider führte unsere Route genau in die Richtung. Aber hilft ja alles nichts, wir müssen da durch. Also Zähne zusammen beißen und ab. In der Schlucht wurde der Regen so stark, dass wir in einer Gallerie uns zu einem Pärrchen stellten, was den Regenguss auch abwartete.
Video
Video
Als der Regen weniger wurde, fuhren wir weiter und fuhren gen Süden die Combe Laval Schlucht auf den Col de Carri. Da oben war eine Art Jugendherrberge welche heute und wahrscheinlich auch an diversen anderen Tagen ohne Gäste war. Die Gastwirtin erklärte uns das wir uns hier frei ausbreiten können es wäre niemand weiteres hier. Für 35€ p.P incl. Halbpension kehrten wir ein und ich baute noch am Abend den Anlasser aus. Es begann aber zu regnen und ich vertagte den Zusammenbau auf morgen. Der Handyempfang gab es nur an einer Stelle, aber selbst da war es mir nicht möglich zu Hause anzurufen. Ich schrieb eine SMS in der Hoffnung, dass diese vielleicht irgendwie ihren Weg finden würde. Wir schliefen alle in einem Zimmer und quatschen noch ein paar minuten, bevor es leise wurde. Nur der Regen passelte die ganze Nacht weiter auf die Dachfenster.


Dienstag, 27.5.2014

Das Frühstück war dem Preis entsprechend spärlich. Es hatte die Nacht hindurch ohne Pause mal mehr, mal weniger geregnet und es war kein Ende in Sicht. Also Regensachen anziehen und den Rest vom Vortag zusammen schrauben.
Nach 45min war ich soweit fertig und setzte nach dem das Werkzeug verstaut war den Tank und die Sitzbank auf. Also Schlüssel umdrehen, anrollen und los. So war der Plan, welcher aber bereits nach dem drehen des Zündschlüssels zu nicht war, denn alle Lampen blieben aus. O.o *Kopfkratz*
Na gut, hilft ja nix. Alles wieder runter und siehe da, die 3 Kabel vom Anlasser waren ja nicht verbunden. Schraube durch, Muttern vom Anlasser drauf , das kleine Kabel ab isoliert, mit dazwischen geklemmt und testen. Schlüssel drehen…. Ahhhhhh, es geht. Alles wieder zusammen gepackt, verstaut und Zündung an.
Puste Kuchen. Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Langsam kochte die Wut in mir hoch! Erwähnte ich bereits, dass es immer noch regnete?
Die Jungs bestellten bei der Wirtin noch einen Kaffee, denn es schien ja noch etwas länger zu dauern. Und wieder Gepäck runter, Tank und Sitzbank runter, Batterie abklemmen, Luftfilterkasten auf machen, Anlasserdeckel runter und den Kupferwurm suchen. Es war einfach nichts zu sehen :(
Christian fuhr runter nach La Chapelle um eine Werkstatt zu suchen und wurde fündig. Die Auskunft der netten vollschlanken Dame war aber ernüchternt. Nix Motorräder! Auf der Hebebühne stand zwar ein Trailbike, aber Motorräder machen sie wohl nicht.
Aus Verzweiflung spielte ich an der Zündung rum und mit mal waren die Kontrolllampen an, niemand weiß warum, aber das spielte auch keine Rolle. Tank und Sitzbank wieder drauf und anschließend das Gepäck. Ab auf den Bock und an den Berg. Anrollen-2.Gang-springen und Kupplung. Brööööööhhhhhmmmmm……. Nischt. HASS!!!! Es regnete übrigens immer noch.
Ich versuchte mein Glück auf weiteren 3Km vergebens und so hielt ich an einer Einfahrt an um das weitere Vorgehen zu beraten. Es war bereits 12:30 aber der Regen hatte hier weiter unten endlich aufgehört.
Kerzen raus und mit dem Kickstarter versucht diesen einen Funken zu entlocken. Alles ohne Erfolg. Mordgelüste brodelten in mir auf. Irgendwer muss dafür büßen.
Am Killschalter gewackelt und mit mal waren alle Leuchten an. Also zerlegen wir doch einfach mal den rechten „LEGO“ Schalter am Straßenrand, da die Bauteile auch so unglaublich groß sind. Das macht wirklich alles andere als Spaß. Natürlich haben wir nichts ungewöhnliches gefunden und so bauten wir das Teil wieder zusammen und brückten gleich den Killschalter. Dann viel mir auf das der Zündschlüssel auf AUS war und man durch drücken des Anlasserknopfs alles auf ein schalten konnte. Das war zuviel des Guten. Der Kupferwurm hatte mich besiegt und ich strich die Segel. Sachen zusammen packen und runter ins Dorf und den ADAC kontaktieren. Bei der Werkstatt, die uns die Reperatur verwehrte gefragt ob wir die GS dort abstellen dürfen. Auch das lehte die „freundliche“ Dame ab. Nach den bisherigen Geschehnissen des heutigen Tages, ist es nicht unbedingt, DASS was man bei so einer Frage hören will und die Mordgelüste fokussierten sich auf die Cheffin der Schrauberbude.
Ich schob die GS 200m den Berg wieder hinauf direkt vor ein Hotel, welches genau als ich das Moped aufbockte, alle Türen und Fenster verrammelte. Ist ja nicht so, als wenn La Chapelle nur ein Hotel hätte. Doch als wir auch das 3. Hotel mit verschlossenen Türen vorfanden, kamen wir uns vor wie in einem schlechten Film. In der Turisteninfo sagte und die wirklich nette Frau, dass um 17 Uhr das erste Hotel wieder auf mache. Die haben quasi sowas wie Mittagspause.
Ich rief den ADAC an und schilderte meine Lage. Ich sollte mein Handy bereit halten um weitere Informationen zu erhalten. Wir wollten die Zeit nutzen und einen Kaffee trinken gehen. Es war bereits 16 Uhr und die Jungs entschieden sich heute Nacht auch noch in La Chapelle zu bleiben. Der einzige Laden der offen hatte, war ein Bäcker. Doch die Bäckereifachverkäuferin verwieß uns auf eine Bar auf der anderen Straßenseite. Vor 20 Minuten war diese noch geschlossen. Aber Tadaaaa…. Die Tür war jetzt offen. Gerade aus den Sachen gepult, da rief der ADAC zurück. Es gebe in La Chapelle eine Werkstatt, die sich umgehend bei uns melden wird. Verdutzte Gesichter am Tisch, sollte es sich dabei um die handeln, die uns 2x abwies?
10 min später öffnete sich die Tür der Bar und die „freundliche“ Chefin betrat den Raum. Christian, ging raus um sein Ärger nicht völlig zu entladen. Ich telefonierte gerade noch mal mit dem ADAC und erklärte der Frau die Situation mit der 2 maligen Absage. Ich reichte daraufhin den Hörer weiter und die Frau vom ADAC geigte der guten Dame sichtlich die Meinung. Mit einem Mal konnte ich die GS auf der Hof der Werkstatt parken.
Ich sollte am nächsten Tag zwischen 8 und 9 Uhr da sein, dann ginge es mit einem Abschlepper in eine Werkstatt, die Motorräder reparieren kann. Wir setzten uns vor das Hotel, was um 17 Uhr öffnen sollte. Um 17:20 rührte sich immer noch nichts und der erneute Besuch bei der Touristeninfo brachte die Klarheit, dass es dort für uns heute keine Zimmer geben wird. 2km außerhalb empfiehl und die Frau ein anderes Hotel.
Da wir aber für 4 Leute nur 3 fahrbare Untersätze hatten, verteilte ich die benötigen Klamotten auf die anderen Mopeds und nahm hinter Ralf auf dem Heckgepäckträger Platz.
Im Hotel angekommen checkten wir ein und hatten noch 90 min bis zum Abendessen. Ralf duschte ausgiebig und klärte einige Dinge zu Hause per Telefon. Alex rannte sich den Frust aus der Seele. Christian und ich gingen Kühe beobachten, oder beobachten die uns?
Das Essen war super lecker und der Nachtisch erst. KÄSE Variationen. Einfach unglaublich. Gegen 21:30 gingen wir ins Bett. Auch wenn wir heute nur 4,5Km zurück gelegt hatten, war es sehr anstrengend.


Mittwoch, 28.5.14

Frühstück gab es für mir Ausnahmsweise bereits um 7:30, da ich um 8 Uhr schon an der Werkstatt sein sollte. 7:55Uhr fuhr Alex mich, nach der Verabschiedung der anderen beiden, runter zur Werkstatt.
8:01 waren wir dort, aber meine Kuh war weg. Mir fehlte kurz die Luft. Tür vom Büro geöffnet und freundlich gefragt wo mein Moped sei. Die „nette“ Dame wurde über Nacht zum knochigen, grimmigen Herren. Dieser rief seinen Fahrer an, dieser kehrte um und kam 2min später mit seinem Wagen und meiner GS drauf zurück. Die Gabel war bis zum Anschlag nach unten gezogen, was mich auch nicht weiter verwunderte. Mein Blick blieb ehr an der fehlenden Beifahrerscheibe hängen, welche mit Folie improvisiert wurde.



Als ich dann die Beifahrertür öffnete, lächelten mich 8 große Pole von 4 LKW Batterien im Fußraum an. Ungesichert und Polkappen, was ist das? Mein Handgepäck kurz durch gegangen und unter die Hose mit Nietengürtel packte ich dann doch lieber meine Jacke …..



Ich verabschiedete mich von Alex und ab ging die Luzie. Die Straßen in der Gegend waren mit der GS und den Alukoffern schon recht eng, aber mit einem 7,5 Tonner, wird einem flau im Magen.

https://www.youtube.com/watch?v=bkNZPhfWUQc

Kaum noch in Gedanken diverse Szenarien ausgemalt, dann war es auch schon so weit. Ein anderer LKW kam von vorn und der Fahrer ging voll in die Eisen. Auf der Ladefläche knallte es fürchterlich. Die Wippe wo das Vorderrad drauf stand, ist weiter nach vorn gekippt und hatte sich am unteren Motorschutz verklemmt. Mein Puls war auf 180. Anhalten ging nicht, da die Straße nicht nur eng sondern auch noch unübersichtlich war. Also ging es im Schneckentempo vorsichtig weiter zu einer Ausweichbucht. Anhalten und nachsehen, was passiert war. Ich war beim Aufladen nicht dabei und ja erst jetzt das die GS nicht nur voll in die Gabel gezogen war, sondern auch die Gurte die eigentlich zum nach hinten abspannen verwendet werden, einfach gerade nach links und rechts gespannt wurden. Damit war keine Absicherung nach hinten vorhanden. Kopfschüttelnd legte ich noch einen Gurt nach hinten und machte dem Fahrer, der nur Französisch konnte, klar dies auch zu tun. Danach ging es weiter nach Saint-Maurice zu einer Werkstatt wo Quads, Roller und Trailbikes standen. Der Mechaniker machte uns schnell klar, dass er nur kleine Mopeds repariere und sowieso keine Zeit habe. Der Fahrer kontaktierte seinen Chef und wir warteten über eine Stunde auf den Rückruf. Als dieser dann kam, ging es weiter nach Valence zur BMW Werkstatt „Cap Evasion“, die gestern noch laut ADAC keine Zeit hatten. Na mal sehen was der Tag noch so bringt dachte ich mir und kam ein wenig zu Ruhe als wir auf die Autobahn fuhren. In Valence bei BMW angekommen erklärte der Fahrer einem Mitarbeiter, was Sache sei und wir luden die BMW vom Abschlepper ab.
Der Werkstattmeister sprach zum Glück Englisch, was die ganze Problematik erleichterte. Als ich ihm erklärte, dass die Magneten im Feldgehäuse sich gelöst hatten und damit den Rotor blockierten und ihm dann noch den Anlasser vor die Nase hielt, machte er große Augen. Offenbar hatte er nicht damit gerechnet, dass ich den Anlasser schon Ausgebaut hatte und sagte mir, er versuche heute noch in der Mittagspause, hier in Valence ein neues Feldgehäuse bzw. einen neuen Anlasser zu bekommen. Ich erklärte ihm, dass ich den Anlasser dann auch selbst einbauen kann was ihn sichtlich erfreute. denn der Chromtempel war ganz schön gefüllt mit Motorrädern die mal an den Laptop angeschlossen werden wollten. Unter anderem solche Kackstühle O.o
Chopperboxer?



Um 15Uhr sollte ich wieder kommen, dann kann er mir Auskunft geben, wie wir weiter verfahren werden.
Ich schlenderte also durch die Stadt und aß eine Kleinigkeit und legte mich auf eine Parkbank um die Sonne ein wenig zu genießen.










Pünktlich um 15Uhr stand ich natürlich bei Cap Evasion auf der Matte. Die Antwort vom Werkstattmeister war ernüchternd. Er konnte leider keinen Anlasser aufreiben und ein neuer ist frühestens Freitag oder vielleicht auch erst Samstags da, weil morgen ja Feiertag sei :(
Okay sagte ich, dann bin ich um 9 Uhr am Freitag wieder da und baue mein Hinterrad aus, damit der Hinterreifen gewechselt werden kann. Das war mehr als nötig. Ich packte mir Klamotten und Sachen zusammen, die ich die nächsten 2 Tage brauchen werde. Bepackt mit Tankrucksack und Plastiktüten ging ich zur Touristeninfo um nach einem günstigen Hotel oder ein Zimmer für die 2 Tage zu fragen. Denn an denen wo ich mittags vorbei schlenderte fingen bei 70€ pro Tag an und ich wollte die Reisekasse nicht noch mehr strapazieren. Mir wurde ein Hotelzimmer für 40€ /Nacht angeboten, was aber leider 4Km Entfernung lag. Jeder Gang macht schlank dachte ich mir und machte mich auf die Socken.



Die Sonne schien unerbittlich von oben und ich verfluchte den Anlasser, wärend ich so vor mich hin ölte vor Hitze. Das Hotel lag genau zwischen der Autobahn und der Rhône.






Auf dem Weg dort hin kaufte ich mir noch 4 Bier und ein paar Dinge zum Abendessen. Nachdem ich eingecheckt hatte, ging ich aufs Zimmer und machte erstmal ne Jause. Der 4 Tage in meinen Koffern gereifte Camembert und die Salami aus Annecy verbreiteten trotz Tasche einen kräftigen Geruch. Das Bier stellte ich kurzer Hand im Papierkorb kalt und ging Duschen. Ich verspürte nach der Dusche Hunger und machte mir ein lecker Abendessen:






Ausgerechnet heute war der 1. Tag ohne regen und um 18 Uhr machte ich noch einen Spaziergang. Entlang der Rhône ging ich einige Kilometer und auf dem Rückweg machte ich noch ein paar Fotos:







Um 22Uhr ging ich nach einem Telefonat mit meiner Frau ins Bett, welches in der Mitte angebrochen war. Heftiger Bettsport oder altersmüde?






Donnerstag 29.5.14
Um 8Uhr saß ich beim Frühstück, wenn man es so nennen möchte. Schokocroissants, Marmelade und Kaffee. Besser als nichts und da ich mich heute etwas bewegen wollte schlug ich mir den Magen voll. Wohl genährt machte ich mich auf den Weg zu einer Fahrradverleihstation, die ich gestern Abend gesehen hatte. Bei genauer Begutachtung sah ich am Automaten, dass man eine Karte dafür braucht. Also viel Fahrrad fahren heute aus wegen Bodennebel und ich machte mich zu Fuß auf dem Weg.
Ich wollte auf die Berge, die ich auf der anderen Seite der Rhône in einiger Entfernung sah.



Die Brücke über den Fluss hatte ich gestern Abend auch schon gesehen.



Da ich laut Wetterbericht heute viel Sonne abbekommen sollte, habe ich mich vorher gut mit Sonnencreme eingeschmiert, denn gestern hat die Sonne auch schon gut zugeschlagen. Am Fuße der Berge angekommen blickte ich nach oben und überlegte ob es heute das richtige ist, dort hoch zu krackseln. Ich will morgen schließlich noch Motorrad fahren, was aber mit kaputten Knochen ehr nicht machbar ist.



In Anbetracht das heute die Sonne unaufhörlich schien und meine 1L Wasserreservoir, entschied ich mich für die vernünftige Variante und ging zurück an die Rhône.






Ich Querte den Fluss ca 5km weiter Flussaufwärts, eine Brücke weiter in Valence. Um 12:30 war ich wieder im Hotel und ließ mir die Salami und den Käse vom Vorabend schmecken. Der Mittagsschlaf im Anschluss fiel sehr lang aus, 15:30 war ich erst wieder wach, aber aufgestanden bin ich erst um 18:30 um die Reste der Salami und den Käse zu vertilgen. Im Anschluss öffnete ich das erste Bier des Abends und telefonierte mit meiner Frau. Der morgige Tag wird zeigen ob ich weiter fahren kann, oder ob ich mit dem ADAC nach Hause fahren muss. Ich würde mich über einen Anlasser auf jedenfall sehr freuen.




Freitag 30.5.14
Um 7 Uhr schellte der Wecker, ich ging duschen und packte meine Sachen zusammen. Nach dem erneut mageren Frühstück für ein Hotel machte ich mich auf den 3Km langen Fußmarsch zu BMW. Es war glücklicherweise noch nicht so warm und ich war sogar 20 Minuten schneller da als erwartet.



Um kurz nach neun öffneten sich die Werkstatt Tore und ich bereitete schon mal alles so weit vor, um keine Zeit zu vertrödeln, wenn der Anlasser eintreffen sollte. Nachdem ich den Anlasserdeckel und Luftfilterkasten ausgebaut hatte, nahm ich noch die Koffer und das Gepäck runter, damit ich das Hinterrad zum Reifen wechseln ausbauen konnte.
Der Anlasser kam um 10 Uhr ich freute mir ein 2. Loch in den Ar…..



Ich war bereits fertig mit dem Einbau des Hinterrads samt neuen Reifens :)



Gleich im Anschluss den neuen Anlasser eingebaut und angeschlossen. Dann der große Augenblick, wird er drehen? Anlasserknopf gedrückt und siehe da, keine Reaktion. Vor meinem inneren Auge sah ich mich schon im Leihwagen auf der Autobahn. Kurze Telefonkonferenz mit meinem Ekelektik-Robert :-* und ein paar Versuche durchgeführt. Anlasser drehte auf jedefall wenn man den Anlasserknopf außen vor lässt und das Kabel direkt an Masse legt.
Als ich dann dabei war den Killschalter zu Brücken, kam ich wohl auf den Anlasserknopf. Die Folge dessen war dann ein unglaublich lauter Knall bei dem ich dachte, jetzt ist Krieg. Es müssen sich Gase im Auspuff gesammelt haben und diese wurden wohl gerade mal durch gezündet. Also hatte der Killschalter auch noch ein Kontaktproblem und ich bog ein wenig an den Kontakten rum. Danach startete der Motor auch wie gewohnt. Ich baute alles zufrieden und überglücklich zusammen und rödelte alles auf. Eine kleine Probefahrt schadet sicher nicht und ich wollte den Motor erneut starten. Aber wieder keine Reaktion beim drücken des Anlasserknopfs. Der Werkstattmeister hatte ein paar Minuten Zeit und warf ein Auge mit drauf. Er versuchte auch noch mal den Motor zu Starten, aber es kam nichts. Der Azubi kam dann mit der Werkstattstarthilfeeinheit und mit Hilfe dieser sprang der Motor sofort an. Wir klemmten das Ladegerät an und das zeigte 3% Ladezustand an.



Alles klar, es war kurz vor 12 Uhr und ich ließ die Batterie über die Mittagspause laden. Erneut schlenderte ich durch Valence und legte mich nach einem Snack wieder auf eine Parkbank.





Um 14 Uhr war ich wieder bei BMW und das Ladegerät zeigte schon 80%. Der Druck auf den Startknopf war diesmal erfolgreich und ich ging nach vorn in den Verkaufsraum um meine Rechnung zu begleichen. Erstaunlicher Weise wurde nur der Anlasserpreis von 280€ berechnet. Keine Werkstattkosten und auch das Reifenwechseln war um sonst. Zum Abschluss gab es vom Meister noch eine Kupplungseinstellservice und ein paar Tipps.
15:30 war ich also on the Road Again und fuhr wieder Richtung Parc de Vecours und zwar bei tollstem Wetter.








Leider verpasste ich im Kurvenwirrwar eine Abzweigung und kam auf eine Bundestraße und musste einen 40Km langweiligen bis „Die“ Umweg fahren.
Danach fuhr ich wieder etwas Richtung Norden, da es im Südwesten schon Gewitterte. Auf dem Weg zum Cold dé Meneé konnte ich mich wieder schwindlig fahren. Hier ein Video:
http://youtu.be/2CCIojGx_nc

Auf der Nordrampe des Passes waren überall nur Gewitterzellen zu sehen und ich fand in der Karte einen Stausee und suchte mir in der Nähe einen Campingplatz per Navi. 10Km vor dem Ziel in Corrs war die umfahrung der Gewitter nicht mehr möglich und ich tauchte voll in eine Regendusche ein. Der Campingplatz hatte sage und schreibe 12 Stellplätze Im kleinen Häuschen waren 2 Radler eingekehrt und ich fragte auf Englisch wo die Rezeption sei. Meinem Dialekt war wohl zu entnehmen das ich Deutsch sprach. Die beiden waren nämlich aus Chemnitz und waren mit Ihren Fahrrädern OHNE Gangschaltung auf dem Weg von der Schweiz nach Marseille. Ich kochte für uns drei Nudeln mit Pesto, welche ich in der Mittagspause in Valence gekauft hatte. Wir unterhielten und noch und verbrachten die Nacht alle in dem Häuschen. Nach 2 Bieren und der Notizen für den Reisebericht legte ich mich auch schlafen. Trotz späten Starts konnte ich heute noch 200Km fahren :)


Samstag, 31.5.14
Chris, einer der Radfahrer hatte Brötchen und Croissants geholt und wir frühstückten noch zusammen. Abschließend machten die Jungs noch ein Gruppenfoto und beobachteten mich beim Beladen der GS.
Um 8:45 Uhr war ich abfahrbereit und verabschiedete mich von den beiden sehr netten Typen. Die Berge in der Umgebung waren alle mit Wolken behangen und es war eine 100%ige Luftfeuchtigkeit.





Hinter dem Ortsausgangsschild sah es schon gar nicht mehr so schlecht aus und nach einigen Kurven war die Straße auch wieder trocken. Ich hatte geplant heute bis zum Tende-Pass zu fahren um dort evtl. auf die ligurische Grenzkammstraße (LGKS) zu kommen. Der Weg dort hin sollte aber auf schönen Straßen erfolgen, denn ich war nicht auf der Flucht und der Plan war sowieso schon hinfällig. Slowenien und Kroatien müssen wohl warten, denn der Anlasserstopp hat viel Geld und leider auch 2,5 Tage Zeit gekostet. Ich nahm eine Stichstraße, die auf der Karte schon sehr toll aussah und sich beim Befahren auch an die Erwartungen hielt Auch wenn es eine Sackgasse war, der Auftrieb meiner Kuh hat eine Menge Spaß gemacht und den besten Kaffee auf der Tour, bei der Aussicht werde ich wohl so schnell auch nicht vergessen.

http://youtu.be/omn2Nv_avso















Auf dem Rückweg, blockierte auch noch eine Schafherde die Straße.
http://youtu.be/Bl7TYah3JZ4

Für die weitere Route hatte ich einfach „kurvenreiche Strecke“ als Option im Navi ausgewählt, eine sehr gute Entscheidung. Ich fuhr 150Km auf kleinsten Sträßchen, mit tollen Aussichten und das Wetter spielte auch langsam mit.

























http://youtu.be/9auUXInC2uY
Ich kam so langsam wieder in die Hochalpen und fuhr mich quasi in einen Kurvenrausch. Ein Schild mit 2 Pässen in der Umgebung erweckte kurz meine Aufmerksamkeit, denn einer der beiden war mit „gesperrt“ gekennzeichnet. Der Blick in die Karte zeigte, dass es genau der Pass war, welchen ich nehmen wollte um nach Italien zu fahren. Der Col dé Angel war leider noch wegen Wintersperre geschlossen. Der Umweg war 50Km lang und auch fahrerisch interessant.

http://youtu.be/TwhQKT_LTQo

Die Auffahrt zum Tendepass war mit Hilfe des Navis kein Problem und ich fand auf Anhieb den richtigen Abzweig um nicht fälschlicherweise den Tunnel zu nehmen. Leider wurde das Wetter immer schlechter und ich schaltete sogar die Griffheizung ein. Immer mehr Schneefelder blockierten teils die Straße. Der Einstieg zur LGKS war greifbar, doch die Info an der letzten Gasthütte war ernüchternt. „ It is not possible to drive there, too much Snow.“ Na gut, noch ein paar Fotos und wieder runter und den Tunnel nehmen.









Ich hatte Glück und es war gerade Grün für meine Richtung und ich konnte ohne zu warten durch den Tunnel Col dé Tende fahren. Schlecht beleuchtet, schlechte Luft und auch die Straße war sicher mal besser. Am Tunnelausgang erwartete mich 20°C Sonne und nicht wie 3Km vorher 0°C und kurz vor Nieselregen, verrückte Welt hier oben. Ich fuhr einige Kilometer und genoss den Sonnenschein. Doch dann zogen zwischen einigen Bergen schon wieder bedrohlich wirkende Wolken auf und ich hielt kurz an um einen Blick in die Karte zu werfen. Die Wolken zogen vom Mittelmehr hoch in die Berge und blieben dort hängen, also hieß es für mich heute, runter zum Meer. Durch grandiose Schluchten schlängelte sich die „Route de la Giandola“ am Fluss „Roya“ entlang bis runter nach Ventimiglia wo der Fluss im Mittelmeer mündete. Die Italiener machten ihren Name als chaotische Auto/Moped/Roller-Fahrer alle Ehre. Links und rechts wurde ich im Stadtverkehr überholt, es Hupe von allen Seiten und Vorfahrtsregeln waren vielen ein Fremdwort. Nach 600km die ich heute abgespult hatte, war es eine anstrengende Sache hier alles auf den Schirm zu bekommen. Ich suchte mir einen Campingplatz direkt am Meer für 25€ Pro Nacht. Nachdem ich mein zelt aufgebaut hatte, ging ich ins benachbarte Restaurant, wo ich mir eine Pizza einverleibte.






Auf dem Campingplatz gab es Wlan und ich schaute mir den Wetterbericht für die Region an. Leider sollte es morgen durchwachsen werden, doch der morgen/Vormittag wurde mit heiter vorausgesagt. Die Nordauffahrt zur LGKS war also mit Schnee blockiert und so wollte ich morgen die östliche Auffahrt versuchen.


Montag 2.6.14

Das Frühstück ließ ich vorerst ausfallen und baute nach dem Duschen schnell das Zelt ab. Ein älterer Herr, der zu einer Gruppe schweizer Enduristen gehörte, fragte ich nach der LGKS. Er sagte mir, dass die östliche Auffahrt durch einen Erdrutsch versperrt sei und ich nur noch die westliche Auffahrt über La Brigue versuchen könne. Sie wollten heute ein ausgetrocknetes Flussbett unter die Räder nehmen. Nach einem kurzen Smalltalk fotografierte ich noch den für mich relevanten Kartenausschnitt aus seiner Karte und verabschiedete mich.



Um 8Uhr verließ ich bereits den Campingplatz in Richtung Norden. Auf dem Weg nach la Brigue fand ich ein kleinen Kiosk, der auch Kaffee und Brötchen in der Auslage hatte. Ich kaufte mir ein riesen Baguette mit Schinken und dazu einen Kaffee für unschlagbare 4,50€. Dieses Frühstück reichte mir den ganzen Tag lang.







Der Einstieg in den Einstieg zur LGKS war gar nicht so leicht zu finden, aber mit dem Foto und meinem Navi, schaffte ich es doch noch und eine recht anspruchsvolle Schotterstrecke begann sich in die Höhe zu winden.

http://youtu.be/7YSXz6reCF0

Frische Spuren sagten mir, dass ich auf dem richtigen Weg war ;-) nach 15Km hörte ich hinter mir ein summen und der Blick in den Rückspiegel zeigte einen Verfolger. Ein Italiener auf irgendeinem 125ccm China-Halbenduro-Moped. Ich ließ ihn kurzer Hand vorbei, doch er hatte auch so seine Mühen bei dem teilweise Schlamm-Schnee-Matsch die Spur zu halten. An einer Kreuzung mit tollen Panorama machten wir Halt und verständigten und mit Händen und Füßen da er nur Italienisch sprach.









Ich konnte aus dem Gespräch erkennen, dass die LGKS zum jetzigen Zeitpunkt für mich unerreichbar war. Denn die weitere Route war laut seiner Aussage noch durch Schnee und Erdrutsche versperrt. Er fuhr weiter Richtung Südwesten, nach Italien. Ich wollte die Region in Frankreich weiter befahren und schaute in die Karte wo ich am besten lang fahren sollte. Navi neu eingestellt und weiter ging es. Ab und an wanderten Gruppen von Pfadfindern durch die Wälder, aber an sonsten hatte ich meine Ruhe. Der Weg wurde immer schmaler und es waren auch keine Spuren mehr zu sehen. Nach mehreren Kilometern versperrten mir einige umgestürzte Bäume den Weg.
http://youtu.be/G9CWIyxNRsk
Das Panorama war traumhaft und ich ging einige Meter um die nächste Kurve zu Fuß.





Es war bereits 12:30 und ich beschloss das Kapitel LGKS für dieses Jahr zu schließen. Ich programmierte das Navi um und fuhr noch ca 30Km auf Schotterwegen durch die Berge.







Auf der Abfahrt kamen mir mehrere Läufer entgegen. Es war so eine Art Bergrennen. Ich würde diese Berge nicht mal zu Fuß entlang laufen wollen und die rennen hier durch die Gegend als wäre eine wütende Meute hinter ihnen her. Als ich wieder Asphalt unter den Reifen hatte plante ich die restliche Route für den heutigen Tag. Ich wollte wieder nach Frankreich und weiter nach Norden. Da ich aber schon auf der östlichen Seite von der LGKS war, machte ich einen Schlenker durch das italienische Flachland. Zuvor bretterte ich aber noch über einen wirklich netten Pass mit einer schmalen Straße.
Video

Die Temperatur stieg auf gefühlte 40°C und ich fuhr viel im stehen um viel Luft abzubekommen. Die Kreisverkehre in Italien sind eine Geschichte für sich. Das erste mal im Leben habe ich einen Kreisverkehr gesehen aus dem man in 3 weitere Kreisverkehre fahren kann. Gott sei Dank, habe ich vor der Tour das Kartenmaterial meines Tomtoms aktualisiert, sonst hätte ich sicher die ein oder andere Ehrenrunde drehen dürfen.
Östlich von Turin wollte ich wieder ins kühlere Bergland nach Frankreich. Da die Benzinpreise in Italien mit 1,85€ pro Liter unverschämt hoch waren, wollte ich in Frankreich tanken, aber das hätte ich mit meinem Restbenzin nicht geschafft. Auf dem Weg waren ja genug Tankstellen, also hielt ich einfach an. Wie gewohnt waren an fast allen Tankstellen die Shops verschlossen, da heute Nationalfeiertag war. Aber das sollte mich nicht stören, denn überall hatte ich Kartenautomaten gesehen, mit denen man zahlen konnte. Bei einer Shell hielt ich an und klappte den Tankrucksack zurück. Doch leider akzeptierte der Automat keine Visa und ich zog unverrichteter Dinge weiter. Auch die nächste Tanke war nicht gewollt meine Visa Karte als Zahlungsmittel zu nehmen. Da ich schon einige Kilometer auf Reserve fuhr, nahm ich meine letzten 30€ und Tanke 16Liter. Da auch keine Bankautomaten erreichbar waren, war ich somit Bargeldlos. Weiter ging es nach Frankreich über den Pas du Paradis zum Lac du Mont Cenis. Ein atemberaubendes Panorama eröffnete sich vor meinen Augen und ich hielt an um es einfach bei angehmen Temperaturen um die 15°C zu genießen.
























Lac du Mont Cenis - YouTube


Es war bereits 19 Uhr und ich stellte das Navi auf „schnellste Route“ um und fuhr nach La Chambre, wo ich mein Zelt auf dem Campingplatz…. Aufbaute. Ich wollte morgen den Col dé la Madeline befahren, den wir auf dem Hinweg auf Grund des Anlassers ausgelassen hatten. Zum Abendessen gab es Nudeln mit Tomatensoße und 2 Bierchen.







Montag 2.6.14

Das Frühstück ließ ich wieder weg und war bereits um 8Uhr auf dem Pass Col de la Madelein. Es war kalt, neblig und ich fuhr ohne anzuhalten weiter, da die Preise für Croissant und Kaffee eh zu hoch waren.









Wärend der Abfahrt ging der Motor aus und ein kurzer Blick auf den Kilometerstand sagte mir das ich auf Reserve umstellen muss. Ich steuerte Moutiers an um dort zu Tanken. Die erste Tankstelle akzeptierte wieder keine Visa aber gleich daneben war eine 2. Tankstelle mit Visa Bezahlmöglichkeit. Im Stadtzentrum holte ich mein Frühstück nach und beschloss nun den Cormet dé Areches von Süden her zu befahren, nachdem die Querung vor einer Woche leider nicht möglich war.
In Amie verließ ich die Hauptstraße und nach einigen Kilometern wurde die Straße wieder schön schmal und interessant.

http://youtu.be/JGj-7-GdGQU

200m vor der Passhöhe versperrte mir auch hier die Weiterfahrt. Aber ich ließ es mir nicht nehmen und legte einen Fußmarsch ein, um den Gipfel zu bezwingen























Nach dem Abstieg trank ich noch aus einer Quelle leckeres Wasser und plante meine restliche Tagesroute. Am kleinen St.Bernard stand mit mal ein junges Reh völlig zutraulich an der Straße.



Auf dem Weg in die Schweiz knipste ich noch ein Paar Fotos:

















In der Schweiz hatte ich starken Fön und ab dem Furkapass dann scheußliches Wetter.













Auf dem letzten Bild konnte ich ein Murmeltier knipsen. Die kleinen Nager laufen ab und an gefährlich über die Straße.

Nach dem Oberalbpass begann ich die Suche nach einem Campingplatz, leider ohne Erfolg. Vor und hinter mir waren Gewitter und so wollte ich ein Bed+Breakfast suchen, leider waren die schon belegt. Südlich von Chur hielt ich an einem Hotel an was aber leider ein „heute Ruhetag“ an der Tür hatte. Es war schon 20 Uhr und ich war schon über 12 Stunden auf der Straße. Eine alte Dame war im Garten zu Gange und ich fragte sie auf English nach einem Zimmer. Sie antwortete mir auf Deutsch und fragte ihre Tochter, die anscheinend das Hotel leitete. Die stimmte mürrisch zu und die alte Frau zeigte mir das Zimmer welches für 50€ pro Nacht zu haben war. Ich willigte ein und fragte ob ich nur schnell noch meine Nudel zum Abendessen kochen könne und wurde mit einem harschen NEIN abgelehnt. Draußen kochte ich mir dann mein Essen und machte einige Wartungsarbeiten an der Kupplung und der Hinterradbremse nebenbei. Dabei stellte ich fest, dass die Bremsbeläge der Hinterradbremse an der Verschleißgrenze waren und nach der Tour auf jeden Fall erneuert werden müssen. Für die kommende Nacht waren 10 Stunden Schlaf eingeplant die ich auch voll und ganz nutzte.



Dienstag 3.6.14

Um 7:40 wollte ich meine gepackten Sachen auf dem Bock verladen, doch die Haustür war noch verschlossen und ich nahm kurzer Hand den Hinterausgang. Um 8Uhr kam die alte Dame und schloss die Eingangstür auf. Ohne das Beisein der Tochter war sie ganz nett und fing sogar an mit mir einen Plausch abzuhalten. Sie gab mir noch die Empfehlung den Abulapass zu nehmen, um in nach Italien weiter zu fahren. Die Auffahrt zum Abulapass war mit Baustellen nur so gepflastert und man konnte kaum flüssig fahren, kein Verkehr und trotzdem Traumhaft schön.












Dafür war die Abfahrt um so schöner:

http://youtu.be/bP2yc_g9VKI



Leider war der Passo del Fuorn noch mit einer Wintersperre geschlossen und ich musste die Anreise zum Passo de Stelvio (Stilfserjoch) über Tirano anterten.
Der immer so hochgelobte auftrieb zum Pass selbst war meiner Meinung nach ehr unspektakulär. Keinesfalls lanweilig, aber ich muss es nicht wieder haben. Auf meiner Tour hatte ich schönere Pässe dabei Auf der passhöhe war für meinen Geschmack zu viel Trubel und ich stellte mich in den Hintergrund und aß meine Notration Nüsse, die meine Frau mir auf die Reise mitgegeben hatte, da ich bis jetzt an dem Tag noch gar nichts gegessen hatte. Es standen weitere 2Ventilboxer oben und dann sogar noch aus dem Nachbarlandkreis. Nach kurzem Beschnuppern fuhren wir gemeinsam weiter, da wir die gleiche Route hatte und zwar wieder runter nach Bormio und über den Gavia-Pass Richtung Bozen. Bei der Abfahrt mussten wir anhalten, der Grund dafür ist im folgendem Video zu sehen:

http://youtu.be/wnLkDZoEKdU

Die Straßen zum Gavia waren sehr schlecht und teilweise lagen Brocken auf der Straße. Auf der Passhöhe aßen wir ein Schinkenbrötchen und nahmen einen wärmenden Kaffe zu uns, denn draußen „schneite“ es:



http://youtu.be/CwLTsfAd15c

Bei einer weiteren Pause, weiter unten im Tal hielten weitere 2 Ventilboxer an und es regnete, ob wohl nirgends Wolken zu sehen waren. Am Largo de Santa Giustina hielten wir an einer Eisdiele und genossen die Sonne bei super leckerem italienischem Eis. Danach trennte sich unsere Wege wieder und ich fuhr durch Pfirsichplantagen, welche einen süßen Geruch verströmten.






Weiter ging es über den Passo Della Mendola und auf der Abfahrt zum Josefsee schoss ich dann noch diese Fotos.












Auf dem Campingplatz auf Josefsee baute ich mein Zelt auf und nahm ein Wiener Schnitzel mit einem Bier zu mir. Nachdem ich die Wäsche gewaschen hatte ging ich ins Bett, da morgen die Dolomiten auf dem Programm standen.



Mittwoch 4.6.14

Leider hatte es Nachts geregnet und die gewaschene Wäsche war noch nass und ich hängte sie in die Sonne, wärend ich das Zelt abbaute. Der Pulli wurde zum trocknen einfach auf die Gepäckrolle gespannt und durfte Frischluft atmen. Um 8Uhr öffneten die Schranken des Campingplatzes und ich begann den Tag bei tollem Wetter. Am Horizont hingen Wolken in den Bergen





Per „Tomtom Hinterhof-Modus“ fuhr ich in Richtung Dolomiten und erreichte bereits um 9Uhr den ersten Pass(passo di Lavaze), natürlich menschenleer. In einem kleine Dorf hielt ich an einem Café und bestellte mir ein kleines Frühstück.



Je weiter ich in die Dolomiten fuhr, um so mehr Wolken zogen sich zusammen. Hinter dem Sellajoch hielt ich kurz an um ein Foto zu machen. 2011 war ich mit meiner jetzigen Frau und einem Kumpel schon mal hier, damals aber mit 50ccm und nur 3,5PS auf dem Weg von Braunschweig nach Venedig
2010:






2014:











Weiter ging es zum Grödener Joch, Passo di Campolonge.






Am Passo di Giau gab es ein kleines zufälliges 2VentilerTreffen mit 4 Teilnehmern ;-)
Aus einer anderen Gruppe die ich einige Pässe zuvor überholt hatte, kam ein Fahrer zu mir und fragte mich nach den Reifen. K60 Scout natürlich war meine Antwort. Er guckte kurz und meinte, der scheint ja gut zu gehen, was? Na klar der Reifen ist es :-P
Nach einem kurzen Smalltalk fuhr ich weiter.









Kurz nach dem ich diese Fotos machte überholte mich u.a. die R90S und ich schloss nach einigen Metern wieder auf. Er hatte einen eckigen Fahrstil und war zügig unterwegs und ich konnte gut mithalten. 5 Kurven später hing er in der Leitplanke und er auf der Straße. Der Tankrucksack landete 40m tiefer. Der Fahrer blieb glücklicher Weise unverletzt. Nach einer Schrecksekunde hieften wir das Moped aus der Leitplanke und er rief den ADAC.
Am Passo di Croci sah ich im Tal vor mir Regenwolken hängen.



Der Pulli war mittlerweile trocken und ich zog ihn schnell an. An den drei Zinnen musste ich auf Reserve schalten, aber da es bis Östereicht noch gute 60 KM war, tankte ich in Toblach für 5€. Bei 1,85€ pro Liter wollte ich so wenig wie möglich tanken, aber genug um nach Österreich zu kommen. Kurz hinter der Grenze in Sillian machte ich das Spritfass wieder voll und studierte die Karte wärend ich mir einen Kaffee einflößte. Ich entschied mich für die Karnische Dolomitenstraße die bei Sonne sicher toll zu fahren ist. Leider blieb die Sonne mir verwehrt und es regnete bis nach Kötschach durch.
Da ich in Reiseberichten oft die Regenbilder vermisse will ich hier mal welche einfügen:







Als ich aus dem Tal kam, hörte der Regen auf und in der Ferne konnte ich den blauen Himmel sehen. Der Blick auf die Karte sagte mir, dass es der Wörtersee sein muss, über dem das Wolkenloch klaffte. Links und rechts davon waren Gewitter zu sehen und ich fuhr mit dem Tomtom Hinterhof-Modus in diese Richtung.

http://youtu.be/9PwWk-06HU0

Da ich bei der unsicheren Wetterlage nicht unbedingt mein Zelt aufschlagen wollte, machte ich mich auf die Suche nach einem Hotelzimmer oder ähnlichen.





Nach diversen Fehlschlägen fand ich dann in Moosburg die Ferienwohnung von Fam. Petutschnig. Auf dem Weg traf ich zufällig die Frau und fragte nach der FeWo. Sie war ein wenig überrumpelt und meinte es sei eigentlich noch nicht aufgeräumt für neue Gäste. Ich sagte, dass ich da auch nicht unbedingt Wert drauf lege, aber in Anbetracht der Gewitter um mich herum wäre ich über ein Dach über dem Kopf sehr erfreut. Sie stimmt schließlich zu und ich war begeistert, von der „nicht aufgeräumten“ FeWo. Ich weiß nicht wie es da sonst aussieht, aber ich fand keinerlei Mängel und kann diese Unterkunft sehr empfehlen.





Donnerstag 5.6.14

Wieder klingelte der Wecker um sieben und ich machte mich fertig für einen Regenstart. Die Dame des Hauses brachte mir noch ein reichhaltiges Frühstuck mit dem Vermerk: „Die Butter ist direkt vom Bauern, also nicht wundern“ Natürlich war es sehr lecker und ich ließ nichts über :)
Frisch gestärkt wollte ich das Aufrödeln beginnen und zog mir schon mal die Regensachen an. Doch der Gastgeber bot mir seine leer Garage an, da seine Frau schon mit dem Auto unterwegs war. So dauerte das Aufladen eine knappe Stunde und wir hatten ein nettes Gespräch nebenbei.
Nach der herzlichen Verabschiedung startete ich meine Etappe bei starkem Regen. Das erste Ziel für heute war das AiA-Sölkpass Treffen, In der Nähe des gleichnamigen Passes. Der Regen hörte ca 10Km vor Oberwölz auf und ich begab mich auf die Suche der genauem Ort des Treffens. Leider hatte ich vergessen die GPS Daten oder ähnliches zu notieren und wusste nur noch den Namen des Ortes. Ich suchte im Navi einfach nach einem Campingplatz in der Nähe und wurde schnell fündig. Als ich dann an der Rezeption hielt, stieg eine Frau aus ihrem Auto und sagte mir ohne das ich fragen konnte: Servus, sie fahrn´ bitte dort entlang. Der Straße immer weiter folgen, und nirgendwo abbiegen. Dann sehn´ sie´s scho.“ Woher die nur wusste das ich da hin will ;-)
Ich folgte der Straße für einige Kilometer und tat was mir befohlen. Ich fuhr durch Bauernhöfe und dann wurde es mit mal noch schotterig unter den Rädern. Typisch AiA-Leute, normal kann jeder :P
Irgendwann kam ich dann zu einem Häuschen mitten im Wald wo einige Mopeds standen. Ahhh… dachte ich, hier bist du richtig. Da es Donnnerstag war, hielt sich die Anzahl der Gäste in Grenzen. Ich kannte eigentlich alle Anwesenden vom Henneburgtreffen2013 und setzte mich mit meinem Becher an den Tisch und trank bei Benzin und dummzeug Geschichten eins,drei, viele Kaffee.





Um 12:30 machte ich noch eine kurze Jause mit Salami,Käse und Nüssen. 13:30 fuhr ich dann wieder weiter und machte mich auf zum Sölkpass. Anfangs war die Straße noch gut ausgebaut und ich habe mich total erschrocken, als an mir ein Höllenmotorad vorbeischoss. Gefühlt hatte mein Trommelfell jetzt Durchgang und den Störenfried ließ ich ziehen. Die Straße wurde mit jedem Höhenmeter schlechter und binnen weniger Minuten hatte ich den Brülltiertreiber wieder vor mir. Er hatte anscheinend Probleme mit der schlechter werdenden Fahrbahn und ich spielte die Eigenschaften der GS aus und fuhr an ihm vorbei. Auf der Passhöhe war es einfach nur unangenehm:



Die Nordrampe vom Pass begann so, wie die Südrampe aufhörte. Hinzu kam noch, dass mit einem mal Kühe auf der Straße standen und ich bei nasser Straße ordentlich jonglieren musste, um rechtzeitig und mit dem Gummi nach unten, anzuhalten. Das Wetter wurde nicht besser und ich stellte das Navi auf „schnellste Route“ um, da ich heute noch bis hinter Linz kommen wollte. Dadurch gingen mir zwar 2 Pässe durch die Lappen, aber ich glaube bei Dauerregen machen die sowieso keinen Spaß (hoffentlich). In Linz kam ich bei der Überquerung der Donau mitten in den Feierabendverkehr und zu allem Überfluss wurde es dann auch noch warm. Entschädigung gab es dann bei der Fahrt durch das Joseftal und die klasse Kurvenschwünge. 2013 war ich mit meiner Frau bei Fam. Kriebaumer in Pergegg bei Schönau . Ein Bauernhof mit Gästzimmern mitten im Mühlviertel. Da wollte ich heute noch hin und auch hier hatte ich keine Adresse und fuhr einfach nach meiner Erinnerung. Klappte alles super und die Kriechbaumers freuten sich sehr über meinen Besuch. Nachdem Hr. Kriechbaumer mit dem Graß mähen fertig war, tranken wir beim Sonnenuntergang noch ein paar Bierchen und beobachteten die anderen Landwirte beim Graß mähen.





Zum Abend hin kam die Sonne nämlich noch raus und das sollte laut Wetterfrosch die nächsten Tage auch so bleiben. Ich machte mir im Anschluss noch ein Abendessen und ging zu Bett.

Freitag, 6.6.14

Der Blick aus dem Fenster um kurz nach 6Uhr.



Beim Frühstück was für 2 Personen gereicht hätte, gab Fr. Kriechbaumer mir ein Fotobuch von Ural Gespannfahrern die jedes Jahr auf der Burg Prandegg im Februar ein Treffen veranstalten. Eine sehr tolle Morgenlektüre. Ich verabschiedete mich und fuhr völlig gesättigt und Richtung Nordwesten. Immer mit dem „Tomtomhinterhofmodus“ quer durch das österreichische Mühlenviertel.

http://youtu.be/5QeFbWiX56k

Gegen 12Uhr sah ich dann ein Schild mit der Aufschrift “D“. Beim Blick auf den Kilometerzähler viel mir ein, dass ich eh bald tanken muss, also dann doch lieber hier als im teueren Deutschland und suchte mir eine Tankstelle. Beim Halt programmierte ich mein Navi neu, um auf dem Weg nach Nürnberg, den Bayrischen Wald mitzunehmen. Es war nicht eine Wolke am Himmel und die Temperatur stieg unaufhaltsam an.



Nach einer kurzen Offroad-Einlage zog ich dann meinen Pulli aus und fuhr weiter grandiose Kurvenstecken. Um 15 Uhr wollte ich in Nürnberg sein um einen Kumpel abzuholen, denn es sollte noch bis Suhl zum Schwalbennest.de Treffen gehen. Um der Hitze schnellstmöglich zu entkommen fuhren wir auf die Autobahn, was sich aber als nicht so super Klug rausstellte, da es auf Grund eines Unfalls sich ordentlich gestaut hatte. Da ich mich auch als Motorradfahrer bei einem Stau hinten anstelle kochten wir unter unseren Helmen. Nach einer gefühlten Ewigkeit brannten bei mir die Sicherungen durch und wir schlängelten uns zwischen den Autos durch. Ich hatte schon 400Km auf dem Buckel und wollte bei gefühlten 50°C einfach nur ankommen. Nach einem Tankstopp fuhren wir auf kleinen Straßen und Wegen in den Thüringer Wald. Wie es sich als GS Treiber gehört, erreichte ich das Treffen von hinten durch´s Auge über einen Trampelpfad. Endlich „normale Leute“. Das erste Bier schmeckte nach solch einer Hitzeschlacht doppelt so gut. Ein paar Insekten waren wohl zu langsam:



Nach dem Zeltaufbau, wurde noch bei Lagerfeuer lange Benzingespräche geführt und das ein oder andere Bierchen vernichtet.



Samstag 4.6.14

Die Sonne schien relativ zeitig auf mein Zelt und ich flüchtete gegen 7:30 ins Freie. Nach einem Kaffee und einer Bratwurst am Morgen begann die Suche nach dem Elektolurch an einer F650 PD.



Nach einiger Sucherei und diversen dreckigen Fingern, fanden wir endlich den Übeltäter. Der Schalter vom Seitenständer hatte einen Wackelkontakt und sagt ab und an er sei ausgeklappt. Die Folge dessen brauche ich glaube nicht weiter zu erläutern. Also Schalter abgebaut und einfach Tot gelegt.Die anschließende Probefahrt von 170Km war zwar streckentechnisch super, aber bei erneut gefühlten 50°C zu warm. Sogar so warm, dass mein Hinterreifen sich wie Kaugummi anfühlte und auch ein zügigen Kurvendurchfahrten schmierte.
Am Abend war dann das lang ersehnte wiedertreffen mit meiner Frau und dem Dackel, worauf ich mich schon sehr gefreut hatte. Der Abend endete ähnlich wie der letzte und wir tranken bis tief in die Nacht „Pfeffi“ und Harzer Grubelicht.

Sonntag 8.6.14

Heute war kein Motorrad fahren angesagt, sondern wandern mit meiner Frau, 2 Freunden und natürlich unserem „Dackel“.
Wie auf der gesamten Tour, kam es anders als geplant, denn ein Waldweg war gesperrt und aus den geplanten 8Km wurden weit über 12Km. Was aber auch nicht schlimm war, denn so fanden wir Wege die schon lange keiner mehr gegangen war und einen Waldsee mit ganz klaren Wasser und Forellen. Auch nackte Mensch waren dort drinnen zu finden, sowie der Hund der sich abkühlte. Der Rückweg nach Frauenwald wurde wie geplant mit dem Zug gefahren und der Abend wurde feucht fröhlich.


Montag 9.6.14


Nach dem Aufräumen war die letzte Etappe angesagt und ich schloss mich den MZ Fahrern, die auch nach Braunschweig mussten, an. Ich musste mich kurz dran gewöhnen, dass hier eine andere Reisegeschwindigkeit herrschte
Die Sonne gab wieder alles und so striffen wir das Eichsfeld, und fuhren durch den Harz nach Braunschweig.

Das war es mit der Herrentag-Pfingstour 2014. Danke an alle beteiligten Mitfahrer, Helfer sowie Leser :)

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei meiner Frau bedanken, die mich auf der Tour jeden Tag telefonisch unterstütz hat und mich wieder 2 Wochen allein los gelassen hat. Ich denke es gibt etliche die das nicht tun würden. Auch die aufbauenden Worte wärend des Anlasserdefekts oder als sie einfach nur mal zugehört hat. Sie ist DIE Traumfrau ,ich liebe dich :*

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Aktualisiert: 01.07.2014 um 23:14 von MichiKlatti

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