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Rossinchens SR 50 Welt

Vergaser einstellen für Anfänger

Bewertung: 8 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 05.04.2010 um 21:04 (6294 Hits)
Da stand ich nun also vor meiner Henri und sollte den Vergaser einstellen. Also das Schwalbe-Buch von Herrn Werner aufgeschlagen (S. 85 um genau zu sein) und erstmal gelesen. Dank der technischen Zeichnung auf S. 83 habe ich dann die wichtigen Schräubchen erstmal identifiziert.

Dann wollte ich einmal die Funktion des Vergasers ausprobieren. Also zuerst einmal die Umluftschraube komplett reingedreht und prompt war Henri aus und still und ich rief meinen Freund zur Hilfe, um den SR wieder anzutreten. Ich war da ja bisher sehr erfolglos und die Batterie war zu dem Zeitpunkt noch neben der Steckdose am Ladegerät und daher auch kein E-Starter. Vorher noch schnell die Umluftschraube wieder ein Stück rausgedreht, damit der SR überhaupt wieder anspringt und dann tuckerte er dank meinem Freund wieder.

Nächster Versuch: was passiert denn, wenn man die Umluftschraube in die andere Richtung dreht? Fazit: sie fällt irgendwann neben den Vergaser.... Nach einem kurzen Schreckschrei (die Schraube versuchte die Straße runter zu rollen), einem Nachfragen von meinem Freund, was denn jetzt wieder passiert sei, das ich mit einem "nö nix nix" beantwortete, wurde die Schraube wieder in den Vergaser gefummelt.

Nach dem Rumprobieren wieder in das Buch geschaut und diesmal brav die Anleitung befolgt. Also die rote Plombe rausgepult und die Leerlaufgemischschraube komplett reingeschraubt. Wie beschrieben ging der Motor aus und die Schraube wieder 3 Umdrehungen rausgeschraubt. Mein persönlicher Zwischenschritt: Meinen Freund anbetteln, dass er den SR wieder antritt. Dann solange an der Umluftschraube rumgedreht, bis ich der Meinung war, dass der Motor gleichmäßige Geräusche von sich gibt. Dabei fiel mir auf, dass man immer einen kleinen Augenblick warten muss, wenn man an der Umluftschraube gedreht hat, bis man eine Veränderung bemerkt. Dann eben noch schnell die alte Plombe wieder reingepopelt und mein Vergaser war eingestellt. Das war also nicht soo schwer.

Henri tuckerte also vor sich hin und ich schnappte mir voller Vorfreude meinen Helm und wollte endlich die erste Testrunde fahren. Also auf den SR gehüpft und einmal die Straße hoch und runter gefahren. Das klappte ja ganz gut und ich entschied, einmal die "große" Runde um den Block zu probieren. Das lief auch ganz gut, bis ich das erste Mal anhalten musste - promt den SR beim Anfahren abgewürgt. Der Kampf mit dem Kickstarter begann. Nach gefühlten 100 Versuchen, hatte ich es endlich irgendwie geschafft. Also wieder auf den SR und weiter ging es. Bis zur nächsten Ecke und wieder abgewürgt beim Anfahren, obwohl ich diesmal alles ganz konzentriert und vorsichtig gemacht hatte - nix mit schnackender Kupplung. Diesmal klappte das Ankicken nicht und ich schob den SR ziemlich gefrustet Richtung Garage. Mein Freund wunderte sich, warum ich den SR denn schieben würde und stellte sich neben den SR, als ich ihn fluchend ("Scheißding verkaufen") abstellen wollte ohne "aus Versehen" dabei den Ständer zu benutzen. Ich neige manchmal zu kleinen Wutanfällen.

Mein Freund beruhigte mich dann und wollte selber eben Probe fahren. Oh Wunder, er würgte den SR auch beim Anfahren ab. Also schob er ihn den kleinen Hang hoch zur Garage. Ich konnte ihm nicht helfen, weil ich erstmal einen Schluck trinken musste wegen der Anstrengung von meiner Schieb-Aktion.

Resultat der ganzen Geschichte war, dass die Kupplung erstmal über den Griff nachgestellt wurde. Das half aber nichts - immer noch die gleichen Symptome. Irgendwann wurde dann mein SR 50 mit laufendem Motor aufgebockt. Und ich entdeckete eine neue Fähigkeit an mir, die in nächster Zukunft des öfteren ziemlich hilfreich werden würde - blöde Fragen stellen. Mein erster Versuch war: "Warum dreht sich denn das Hinterrad, wenn der Leerlauf drin ist?" Antwort von meinem Freund: "Öh.. so ist das nicht vom Werk geplant. Da stimmt was nicht." Also angefangen die Kupplung einzustellen. Aber alle Versuche waren erfolglos. Es wurde nur minimal besser, aber das Hinterrad drehte sich fröhlich immer wieder mit. Da es inzwischen dunkel wurde, entschlossen wir uns nach Hause zu fahren. Also den SR 50 in die Ecke geschoben und mich hinten auf die Schwalbe von meinem Freund gesetzt. Laufen wollte ich nicht mehr und dieses 67er Mistvieh lief natürlich wieder ohne Mucken.. auch nach dem Winter. Die musste nur ihre Batterie wieder haben und nach 2 Kicks tuckerte die wieder vor sich hin.

Lieben Gruß,
Sara

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Aktualisiert: 28.12.2010 um 00:33 von rossinchen

Stichworte: henri geschichten, sr 50 Stichworte bearbeiten
Kategorien
Fahrzeuge

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