RSS-Feed anzeigen

Rossinchens SR 50 Welt

Rolli - Eine Handtasche der besonderen Art

Bewertung: 3 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 14.08.2011 um 20:00 (1754 Hits)
Obwohl ein SR 50 schon an sich ein kleiner Lastenesel ist und ich schon des öfteren meinen Freund geschockt habe, was ich so alles auf Henri transportiert habe, war ich schon neidisch auf den MKH, der ab und an seine Schwalbe gehängt werden kann. Mein Freund fragte manchmal, ob ich doch mit dem Auto einkaufen war... "Öhm nö..." Ja gut, ein Wocheneinkauf für 2 Personen, ein Sack Blumenerde, einen Beutel Grillkohle, ein festes Fliegengitter mit Rahmen und Getränke können ein falsches Bild vermitteln. Ja gut, ich muss zugeben, dass ich ein zweites Mal für die Getränke gefahren bin... Aber dass sich dann genau der Kerl wundert, was man auf einem Roller transportieren kann, der damals auf einem Piaggio einen Kumpel, einen Staubsauger, eine Kabeltrommel und eine Mistgabel befördert hat, verstört dann doch.

Irgendwann um die Weihnachtszeit kam dann mein Freund mit einem Vorschlag. Er würde gerne zu einem Teilemarkt fahren, der wäre nur etwas weiter weg und man müsse schon sehr früh da sein... Um 6 Uhr da auftauchen und man wäre ein Langschläfer und man bekäme keine guten Teile mehr. Das "etwas weiter weg" wurde dann zu kurz vor der polnischen Grenze und einem kleinen Dorf mitten in der Pampa. Ich erklärte ihn, dann einfach mal für verrückt, einen Teilemarkt in 400 km Entfernung besuchen zu wollen und mich noch mitnehmen zu wollen. Es gibt da nämlich einen netten Teilemarkt in gerademal 40 km Entfernung, der sehr gut sortiert ist. Er versuchte dann mich davon zu überzeugen, dass der Teilemarkt ganz riesig wäre und phänomenal gut. Aber ich wollte nicht.

Ein paar Tage später wollte ich dann mal interessehalber schauen, wo sich dieser Teilemarkt genau befindet. Mein Freund und Orientierung bzw. Ortsangaben verträgt sich in etwa so gut wie ein Wal, der fliegen will. Also mal nach diesem Ort namens Ottendorf-Okrilla gesucht. Naja... ich bin der Meinung, dass die tschechische Grenze näher ist als die polnische.. aber naja. Aber interessant war etwas ganz anderes. Auf der Karte sah es fast so aus, als ob Ottendorf-Okrilla mehr oder weniger ein Vorort von Dresden sei. Genau genommen liegen zwar etwa 20 km dazwischen, aber der Teilemarkt ist ziemlich nah an Dresden.

Die nächsten Handlungen von mir waren es, die Ortskenntnis von meinem Freund zu verdammen und ihn anzumaulen, dass laut ihm Dresden doch nur eine Stadt da in der Nähe sei, ein Hotel zu buchen und ihn zu einem Wochenende Kultururlaub in Dresden zu verdonnern. Gut ein Besichtigungspunkt sollte ein gewisser Teilemarkt am Sonntag sein, aber der Rest... Museen und historische Gebäude ich komme!

Also verbrachte ich den Samstag damit, meinen Freund rund um die Frauenkirche zu scheuchen. Er wurde damit besänftigt, dass wir auch das Verkehrsmuseum besuchten, aber ansonsten galt es alte Gebäude anzuschauen. Aber der Gute hatte ja eh gute Laune, nachdem er morgens am Frühstücksbuffet warme Mini-Würstchen und Mini-Frikadellen entdeckt hatte. Das Hotel war ja soooooooooooo toll.

Am Sonntag ging es dann früh Richtung Teilemarkt. Nach kurzer Rebellion meinerseits, dass ich ohne Frühstück ungenießbar sein kann, waren wir zeitig um kurz vor 8 auf dem Gelände. Noch eben das Auto auf dem Gelände geparkt, das anscheinend für uns kostenlos war, weil ich gefahren bin und Frauen keinen Eintritt zahlen müssen und bei Frau am Steuer wohl auch keine Parkgebühren anfallen.

Wir haben dann bei 5°C und leichten Nieselregen angefangen, den Teilemarkt abzulaufen. Mein Freund hatte Recht. Der Teilemarkt ist wirklich riesig. Er huschte von links nach rechts und fand ein interessantes Teil nach dem anderen, auch wenn er nicht wirklich alle brauchte... Ich schaute derweil ein wenig nach SR 50 Teilen. Leider war ich nicht sehr erfolgreich, außer einem originalen Spiegel in OVP hatte ich bis zum Rückweg nicht wirklich was gefunden. Leicht durchgefroren ging es dann Richtung Auto. Ganz am Ende bzw. am Anfang des Teilemarkts hatte sich inzwischen auch noch einiges getan. Neue Händler hatten sich dort aufgebaut. Und an einem Stand fand ich etwas ganz spezielles - einen MWH/RB in fast nicht benutzt. Die Reifen hatten sogar noch diese Gumminüppsis dran. Gut die werden an einem Pneumant auch nicht mehr unbedingt abfahren, aber Reifen kann man ja wechseln. Also mal vorsichtig nach einem Preis gefragt. Der Herr wollte 120€ haben. Also mal einen kritischen Blick in den Geldbeutel geworfen und der meinte dann, dank kurzer Leihgabe von Geldeinheiten, weil der nächste Geldautomat nicht auffindbar war, alles im Rahmen mit dem Preis. Also standen wir vor dem Problem "Passt ein RB in einen Golf 3?". Mein Freund wollte sich schon auf den Weg machen, einen Zollstock kaufen. Aber ich hatte eine viel professionellere Idee. Ich hatte doch einen Langnese-Päarchen-Schirm in der Hand. Und der passt hinten quer in die schmalste Stelle vom Golf und daneben passt noch etwa eine von meinen Händen. Von der Länge waren wir uns zuvor schon einig gewesen, dass das passt, aber halt nicht von der Breite. Also "maß" ich den RB mit einem Regenschirm ab. Mein Freund schüttelte den Kopf und fragte mich, ob ich sicher wäre... Es passte, der RB war genauso breit wie der Regenschirm lang ist. Mein Freund handelte dann noch ein wenig mit dem Verkäufer, wegen ein paar Kratzern und so. Resultat war dann, dass ich glücklich meinen RB von dannen rollte und mich zum Golf aufmachte. Mein Freund war immer noch skeptisch, dass das passen würde, aber ich war mir da total sicher. Also Koffer aus dem Golf geräumt, RB reingewuchtet, Koffer in den Anhänger und Heckklappe zugemacht. Es passte! Gut es war ein wenig knapper als geplant, an der schmalsten Stelle passte links und rechts maximal jeweils noch ein Finger, aber der RB war im Golf.

Auf der Heimfahrt diskutierten wir dann über ein Namen für den Anhänger. Hängi war der Vorschlag von meinem Freund, aber das lehnte ich ab. Das hört sich doof an. Ich wollte Rolli, von hinterher rollen. Also wurde der MWH/RB kurz vor Nordhausen auf den Namen Rolli getauft.

An Henri konnte ich Rolli zu dem Zeitpunkt aber noch nicht hängen, mangels passender Anhängezugvorrichtung. Aber ich hatte schonmal einen RB. Die AHZV fand dann zum Glück kurze Zeit später den Weg zu mir. Leider war es da schon draußen wieder zu kalt zu fahren und eigentlich sollte die AHZV da erst einmal mit zum Pulverbeschichter, bevor sie montiert werden sollte. Aber ich hatte alles wichtige, um endlich mal richtig einkaufen fahren zu können. Mein Freund war nur glücklich, dass es bis zum nächsten Ikea angeblich mit 80 km zu weit wäre. Rolli darf schließlich 55 kg zuladen. Was man damit alles befördern kann...

"Rolli - Eine Handtasche der besonderen Art" bei Twitter speichern "Rolli - Eine Handtasche der besonderen Art" bei Facebook speichern "Rolli - Eine Handtasche der besonderen Art" bei Mister Wong speichern "Rolli - Eine Handtasche der besonderen Art" bei YiGG.de speichern "Rolli - Eine Handtasche der besonderen Art" bei Google speichern "Rolli - Eine Handtasche der besonderen Art" bei del.icio.us speichern "Rolli - Eine Handtasche der besonderen Art" bei Blogperlen speichern

Stichworte: henri geschichten Stichworte bearbeiten
Kategorien
Fahrzeuge

Kommentare