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Thema: BRD vs. DDR (war: S50 vs. S51)


  1. #65
    Administrator Urgestein Avatar von Prof
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    Zitat Zitat von shanty
    Na ja, dann gab´s inklusive Westfernsehen, abgesehen vom Tal der Ahnungslosen, ja auch für DDR Bürger gewisse, wenn auch überwiegend illegale Möglichkeiten zur politischen Meinungsbildung.
    Genauso ideologisch eingefärbt, nur eben von der anderen Seite. Jedes System muss sich ja von der Schokoladenseite zeigen, wenn es den jeweiligen Gegner davon überzeugen will, das es das bessere System ist. (Das ist ja das Problem heutzutage: Das Feindbild ist weg, der Kapitalismus muss für niemanden mehr Kreide fressen.)
    Was ich nie so ganz verstanden habe, ist die Motivationslage der Stasizuträger.Alles idealistische Helden des Sozialismus? Oder hat die Stasi so gut bezahlen oder mit sonstigen Vorteilen vergüten können?
    Eher andersrum. In der DDR waren einige Privilegien (in der Regel) nur durch systemkonformes Verhalten erreichbar. Das fing mit dem Studienplatz an, den man sich mit einen längeren Armeedienst "verdienen" konnte und endete mit dem Abwenden von persönlichen Nachteilen durch Kooperation mit den staatlichen Organen (z.B. war man in gewissen Positionen nicht tragbar, wenn man Westverwandschaft hatte oder gar Angehörige geflüchtet waren. Wenn man dann seinen Job behalten wollte, wurden von oben gewisse "Bedingungen" gestellt. Auf ähnliche Weise ließen sich Strafen aufheben oder reduzieren).

    Natürlich waren einige Idealisten oder geborene Denunzianten darunter. Aber die waren dann wohl eher hauptamtlich dabei. Die IMs dürften zu einem großen Teil aus Leuten bestanden haben, die auf Geld scharf waren oder eben denen, die in oben genannten Zwangslagen waren.

    Gäbe es eurer Meinung nach für ein sozialistisch aufgebautes Gesellschaftssystem doch eine Chance? Wenn ja, was wären die Prämissen? Was müßte beim "nächsten Versuch" anders gemacht werden?
    Nicht ohne die "Weltrevolution". Der Sozialismus geht vom guten Menschen aus und kann mit Konkurrenz nix anfangen. Solang er aber im Wettbewerb mit einem anderen System bestehen muss, kann das nichts werden. Ausserdem ist das sozialistische Menschenbild nicht ganz deckungsgleich mit der Realität. :wink:
    Waren diese 40 Jahren wirklich völlig sinnlos und umsonst gewesen?
    Ach was. Selbst sowas taugt immer noch als schlechtes Vorbild. Immerhin weiss man jetzt, wie es nicht funktioniert. Ausserdem hatten wir ja schon festgestellt, dass nicht alles schlecht war. :wink:
    Ist es wirklich legitim, die DDR in einem Atemzug mit dem NS Staat zu nennen?? Mir kommt da immer die Galle hoch!!
    Mir auch. Beides waren Diktaturen, aber in der Qualität dann doch ziemlich unterschiedlich. Leider sind gewisse Leute der Meinung, dass man das in einen Topf werfen könne, weil es gewisse Parallelen gab.

    MfG
    Ralf

  2. #66
    Kettenblattschleifer Avatar von schangri
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    @Baumschubser,ich meinte alleinerziehende Mütter die eben genau das:http://de.youtube.com/watch?v=WAkuSxbZGD4
    nicht wollten!
    mfg
    http://de.youtube.com/watch?v=WAkuSxbZGD4

  3. #67
    Moderator Museumsdirektor Avatar von Baumschubser
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    Hast du mal auf die Jahreszahl geschaut? Die sagt doch alles.

    Das war 1950, man ist damals kurz nach dem Krieg von einem Extrem ins andere gefallen, vom Super-Faschismus zum 100%-Stalinismus mit all seinen Nebenwirkungen. Die waren damals extrem heftig, wie auch in dem Beitrag dort steht. Aber frag doch mal bei der Redaktion dort nach, wie viele Krippenplätze in der DDR insgesamt zu der Zeit zur Verfügung standen, die 6 Wochen alte Säuglinge für eine ganze Woche aufnehmen konnten?

    In dem Ort, wo ich herkomme, war 1977 noch nicht ein einziger Krippenplatz vorhanden und meine Mutter musste nach der Geburt meiner Schwester 2 Jahre pausieren (Geld gabs auch damals nur 1 Jahr lang, wenns mich jetzt nicht täuscht, eher wars noch kürzer) und dann hat meine Oma ihren Job nieder gelegt und hat meine Schwester bis zum Kindergarten zu Hause betreut, damit meine Mutter arbeiten gehen konnte. Die hat damals mehr verdient wie meine Oma, also war das ne reine Notwendigkeit. Zu meiner Zeit (1970-71) war an Krippenplätze absolut nicht zu denken.

    Es ist also nicht so, dass in der Zone alle Zwerge durch diese harte Schule mussten. Wers nicht besser weiß, glaubt aber auch diesen Scheiß wieder uneingeschränkt und ohne jegliche Nachfrage.

  4. #68
    Kettenblattschleifer Avatar von schangri
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    eben Baumschubser,das ist der Punkt.Für die alleinerziehende Mutter ohne konkreten Familienanschluß war die Unterstützung durch das System mehr als mau,besonders dann wenn sie dem System nicht dienen wollte.
    Heute ist das anders.....selbst alleinerziehende Mütter kommen wie auch immer (finanziell unterstützt),dazu ihre Kinder selbst zu erziehen!
    mfg

  5. #69
    Moderator Museumsdirektor Avatar von Baumschubser
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    Falsch rum, wäre meine Mutter alleinerziehend gewesen, hätte sie einen der wenigen Krippenplätze in der nur 4km entfernten Kreisstadt bekommen. Und meine Eltern waren alles andere als Systemfeinde. Und die Unterstützung für junge Mütter wurde im Laufe der Jahre immer besser, darüber haben sich auch damals schon die Rentner beschwert.

  6. #70
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    Zitat Zitat von schangri
    @Baumschubser,ich meinte alleinerziehende Mütter die eben genau das:http://de.youtube.com/watch?v=WAkuSxbZGD4
    nicht wollten!
    mfg
    http://de.youtube.com/watch?v=WAkuSxbZGD4
    Mensch, das ist doch recht überzogen dargestellt (von dir!!).
    Ja, es gab nicht immer alles, Jeans-Hosen gab es wie Nadeln im Heu-Haufen, wenn man dann eine gefunden hatte wurde sie umgenäht oder eben so lange aufgehoben bis sie passte.
    Könnt mich trotzdem nicht erinnern, das man Nackt zu Arbeit ist!

    Auch manche Nahrungsmittel (ich nenne mal wie Ketchup als gutes Beispiel)waren Raritäten.
    Aber sind wir wie Hungerleichen rumgeirrt?

    Ja, es gab auch eben diese Kinder, die ihre Eltern nicht selten nur 2 Tage zu Gesicht bekommen haben, du hast schon recht.
    Aber es war eben ein Bruchteil der Kinder, die so aufwuchsen!
    Und stell dir vor, ich kannte kein einziges Kind, was dies durchmachen musste!
    Ich stelle klar, das ich dies nicht abstreite/beschönige oder dergleichen!

    Es ist einfach Blödsinn, zu glauben, das die Ossi´s, so wie ich einer bin, nur in einem Wocheheim groß werden konnte, um seinen Eltern das Arbeiten zu ermöglichen!

    Ich glaube, das es den Kindern, die heutzutage mit ihren Eltern z.B. in in der Schlange vor der Göttinger Tafel stehen müssen einfach schlechter geht...
    Erich ist zwar tot, aber den Kindern wie auch den Eltern wird weit weniger unter die Arme gegriffen als es damals war.
    Seh du es wie du willst!!

  7. #71
    Moderator Museumsdirektor Avatar von Baumschubser
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    Die Krise bei den Jeans war beendet, als die Vietnamesen als Gastarbeiter kamen und Ketchup bzw. Tomatenmark wurde selber gekocht. Nur um auf diese beiden Punkte mal einzugehen.

    Wir haben einen 1000qm Garten am Elternhaus und der wurde bis auf manchmal nur 300qm komplett genutzt. Wir haben beispielsweise jedes Jahr 150 große Gläser Gewürzgurken eingeweckt, dazu Paprika, Beerenobst, Sellerie und all die anderen leckeren Sachen, die man heute einfach bei Bofrost oder in der Dose kauft. Das war ne elende Arbeit, aber lecker Essen gabs dennoch immer. Dazu wurde extra noch jedes Jahr für rund 2500-3000 Mark Obst und Gemüse bei den Sammelstellen abgeliefert, war ein nettes Urlaubsgeld, wovon man jedes Jahr 14 Tage privat an der Ostsee Urlaub ohne Sorgen machen konnte auch ohne FDGB-Platz.

    Wie viele Kinder bekommen heute den Vater nur aller 2 Wochen zu Gesicht, weil der als Pendler im Westen arbeitet?

  8. #72
    Museumsdirektor Avatar von H.J.
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    Da mußt du nicht mal Pendler sein. Da reicht schon eine Scheidung (auch so eine Modeerscheinung. Probleme werden nicht mehr miteinander gelöst, sondern es wird getrennt und geschieden.)
    ...drum fange nicht elektrisch an, was man mechanisch lösen kann...

  9. #73
    Moderator Museumsdirektor Avatar von Baumschubser
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    OK, aber das ist keine Neuheit. Geschieden wurde in der DDR auch viel. Heute sind Ehen im Osten aber beständiger als im Westen.

  10. #74
    Museumsdirektor Avatar von H.J.
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    Wen wunderts? Es wurden ja auch noch andere Werte länger vermittelt. Das hat im Westen schon wesentlich früher aufgehört, weil "man es nicht mehr brauchte".....
    ...drum fange nicht elektrisch an, was man mechanisch lösen kann...

  11. #75
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    Zitat Zitat von Baumschubser
    Wie viele Kinder bekommen heute den Vater nur aller 2 Wochen zu Gesicht, weil der als Pendler im Westen arbeitet?
    Röchtöch...
    Also ganz ehrlich, wenn es ginge, ich würde gern mal einen Monat lang die Uhren zurückdrehen, wieder Ossi sein!
    Nehmt den Komentar einfach mal so hin!

  12. #76
    Kettenblattschleifer Avatar von schangri
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  13. #77
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    Moin Gonzzo , ein Monat geht , aber ich denke dann haste keine Lust mehr ,
    mfg
    Immer schön den Auspuff freihalten

  14. #78
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    Zitat Zitat von Deutz40
    Moin Gonzzo , ein Monat geht , aber ich denke dann haste keine Lust mehr
    Da spricht einer, der genau 0 Monate DDR-Bürger war :wink:

  15. #79
    Urgestein Avatar von Deutz40
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    Weißt Du das genau ?
    Immer schön den Auspuff freihalten

  16. #80
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    Zitat Zitat von Deutz40
    Weißt Du das genau ?
    Nach dem, was ich bisher von dir weiss, bin ich mir ziemlich sicher. Aber sprich nur, wenn du mich eines besseren belehren kannst.

    MfG
    Ralf

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