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Thema: Detlev nervt!


  1. #1
    TO
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    Standard Detlev nervt!

    Detlev ist ein SR50 in rosa. Mit dem fahre ich dieses Jahr etwa einmal pro Woche zur Arbeit und zurück. Eine Strecke 80km.

    Die Probleme fingen an, als eines Abends bei der Heimfahrt nach ein paar mal Flackern das Licht ausfiel. Sowohl Fern-als auch Abblendlich, das Bremslicht und Rücklicht. Standlicht ging noch. Das hängt ja an der Batterie. Dummerweise war ich auf dem Weg zur letzten Fähre dieses Tages über den Rhein, ich konnte also, wenn ich die kriegen wollte, keine Fehlersuche machen. Ich fuhr also bis zur Fähre mit Standlicht. Danach klemmte ich die Batterie auf den Lichtstrang und fuhr damit die restlichen 40km nach Hause.

    Bei der Fehlersuche stellte ich fest, dass ich noch Glück hatte nach Hause gekommen zu sein. An der Grundplatte waren nämlich sämtliche Lichtkabel abgetrennt. Und das Ladespulenkabel der Elektronikzündung war auch schon angefressen. Lange hätte es das nicht mehr gemacht. Die Kabel waren wie abgeklemmt. Oder abgescheuert. Außerdem war die Grundplatte ziemlich verölt.

    Ich konnte mir keinen Reim auf den Schaden machen. Eigentlich haben die Kabel doch hinter der Grundplatte genügend Platz.

    Ich machte einen neuen Kabelbaum für die Grundplatte. Und bei der Gelegenheit ersetzte ich gleich den rechten Kurbelwellendichtring, der war noch aus der DDR. Mir fiel auf, dass der relativ leicht rausging. Und der neue nur mit Druck durch die Finger rein. Er war gerade drin als mir einfiel, dass ich vergessen hatte die Dichtlippen zu fetten. Aber da die Kurbelwelle eh verölt war beließ ich es dabei.

    Auf der nächsten Fahrt zur Arbeit dauerte es etwa 10km bis Detlev Probleme machte. Er ging beim Auskuppeln aus und mit Kicken nicht mehr an. Mit Anschieben und Vollgas kriegte man ihn zum Laufen, Standgas war aber nicht vorhanden und man musste den Motor auf hohen Umdrehungen halten dass er überhaupt anblieb. Bei hohen Umdrehungen lief der Motor mit weniger leistung als sonst. Die typischen Symptome von massig Nebenluft. Ich nahm an, dass der Fettmangel an der Dichtlippe diese wohl in die ewigen Jagdgründe befördert hätte.

    Ich fuhr nach Hause und mit dem Auto zur Arbeit.

    Als ich das Polrad und die Grundplatte wieder ab hatte, fiel mir der Wellendichtring entgegen. Der war also nicht fest genug drin gewesen. Ich hatte ihn letztes Mal nur bündig eingedrückt. Diesmal tat ich das bis zum Anschlag.

    Nächster Versuch. Nach etwa 10km wieder gleiches Problem. Der Wellendichtring war wieder rausgehüpft. Anscheinend ist doe Gehäuseöffnung zu groß für den Wellendichtring. Am wellendichtring liegts nicht, der Durchmesser stimmt.

    Das erklärt auch, warum die Kabel durchgescheuert waren. Der alte Wellendichtring wurde gegen die Kabel gedrückt, wahrscheinlich rhytmisch mit den Motorumdrehungen. Eventuell drehte er sich noch dabei. Die neuen Kabel hatte ich so gelegt, dass sie außen um den wellendichtring rumliefen. Deshalb hatte dieser Platz um rauszupoppen.

    Ich klebte also den Wellendichtring ein. Mit Hylomar.

    Das hielt ganze zehn Kilometer.

    Gestern habe ich den alten Wellendichtring aus dem Müll geholt und zurechtgeschnitten dass er genau in die Grundplatte passt.



    Der soll jetzt verhindern, dass der neue Wellendichtring wieder rausfällt.

    Probefahrt steht heute an. Ich berichte dann.

  2. #2
    Chefkonstrukteur Avatar von Optimus Prime
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    Sehr seltsam...normal geht der Wedi erst mit guten Druck in die Öffnung. Hat der alte Dichtring vielleicht schon im Gehäuse mitgedreht und am Materiel genagt.
    Schwalbe KR51/2L VAPE ,Bj. 80, Ultramarinblau,M541/1 KFR,H4 55W/60W

  3. #3
    Urgestein Avatar von Schwarzer_Peter
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    Wenn man einen rausgedrückten Wedi einfach so wieder reindrückt, schwimmen alle Flächen in Öl. Deswegen hält's dann wieder nicht.

  4. #4
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    Beim zweiten Mal habe ich die Flächen mit Bremsenreiniger entfettet. Hat auch nix genutzt. Die Gehäuseöffnung ist einfach zu groß.

    Diesmal hat Detlev nur 5km durchgehalten. Ist aber ein anderes Problem. Kein Zündfunke mehr. Werde ich morgen untersuchen.

  5. #5
    Zündkerzenwechsler Avatar von Schwalbefahrerxy
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    Einkleben ist schon mal gut, aber mit Hylomar? Das Zeug "härtet" ja quasi nie aus. Es verändert seinen Zustand nicht. (Ist blöd zu beschreiben)

    Na gut, darüber kann man sich streiten. Ich empfehle Dirko HT (Rot)

    Ich würde mir einfach einen neuen Simmering besorgen und bei diesem vor dem Einbau, den Außenring mit einer Feile o.ä. anrauen. Entsprechende Vorsicht ist natürlich geboten, es soll ja kein Ei werden ;-)

    Dann alles Penibel entfetten und den Simmering mit Dichtmasse einkleben.


    Wenn es dann nicht dicht wird, wurde das Gehäuse wohl mal arg vergewaltigt.



    Beste Grüße


    Marius

  6. #6
    Chefkonstrukteur Avatar von Harzer
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    als letzte Maßnahmen kannst du den Dichtring noch im Gehäuse einstemmen oder Körnerpunkte ins Gehäuse machen.

  7. #7
    Super-Moderator Urgestein Avatar von Rossi
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    Zitat Zitat von Harzer Beitrag anzeigen
    als letzte Maßnahmen kannst du den Dichtring noch im Gehäuse einstemmen oder Körnerpunkte ins Gehäuse machen.
    Bevor ich da das Gehäuse endgültig vergewaltige würde ich den Wellendichtring versuchen einzukleben:

    http://www.google.com/url?sa=t&rct=j...RqKWLQ&cad=rja

    Seite 28:

    Simmerringe mit einem elastomeren Haftsitz (Bauform BA) müssen nicht zusätzlich in ein Gehäuse eingeklebt werden. Ist der Bohrungs durch messer jedoch zu groß, oder herrscht ein höherer Druck im Aggregat (> 0,5 bar), kann der Simmerring auch problemlos eingeklebt werden (z. B. mit Loctite 480).
    Das würde ich zuerst versuchen und wenn nix mehr hilft, das Gehäuse anzukörnen.

    MfG

    Tobias


  8. #8
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    He Rossi, danke für den Tip.

    Ich habe die Fehlersuche erst heute betrieben. Ich konnte mich davor nicht überwinden.

    Aaalso: Der Wellendichtring hatte sich wieder ein Stück rausgedrückt, diemal aber nur einseitig. Dann stieß er wohl auf den altenDichtring und presste diesen gegen die Ladespule. Die Dichtringe haben ja eine Blecheinlage. Diese wurde auf die Ladespule gedrückt und verursachte zwar keinen echten Kurzschluss aber eine Widerstandsverbindung gegen Masse. Die Ladespule hatte dann nur noch etwas über 300 Ohm gegen Masse. Normal sind 560 Ohm. Die Spannung an der Ladespule erreichte beim Kicken mal gerade noch 40V Spitze-Spitze, normal sind das um 400V. Deshalb kein Zündfunke mehr.

    Ich versuchte den Wellendichtring mit den Fingern wieder reinzudrücken, der wollte aber nicht. Entweder war eVerkanten verbogen oder das Hylomar hat sich in irgendeine Ritze gedrückt. Ich habe den dann mit einem Holzstück eingetrieben (er scheint jetzt fest), das Ganze wieder zusammengebaut und der Motor lief wieder. Die erste Probefahrt über 20km verlief erfolgreich. Warten wirs mal ab....

  9. #9
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    Hallo Sirko,

    lass bloß den Unsinn mit dem Ankörnen! Das ist vor allem bei einem späteren Wechseln der Wellendichtringe eher kontraproduktiv!

    Solche Probleme hatte ich mit Gehäusen, die Hochglanzverdichtet waren. Da man die Dichtflächen bei der Prozedur nicht geschützt hatte, waren die Wedi-Sitze außerhalb der zul.Toleranz. Ich habe die Wedis damals mit Locktite eingeklebt. Das hat prima funktioniert.

    Gruß Peter
    Perfekte Arbeit macht dauerhaft Spaß. Murks schafft dauerhaft Verdruss!

  10. #10
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    Weitere 40km problemlos überstanden. Ich hoffe, das wars.

  11. #11
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    Na dann drücken wir mal die Daumen.
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