Da die Frage schon das ein oder andere mal aufkam.

Vielleicht möchte jemand seine U-Zündung gegen eine E-Zündung austauschen und muss/sollte neue Markierungen anbringen.

Und darum geht es in diesem Thread.

Welchen Motor ihr umrüsten/einstellen wollt ist egal, es sollte nur auf die Einstellwerte des Zündzeitpunktes geachtet werden. Soll die Zündung an gebläsegekühlte Motoren montiert werden sollte auf die Befestigungsart (2Schrauben Klemmbefestigung oder 3Schrauben Schraubbefestigung) geachtet werden. Es sind auch 2 Bohrungen + Gewindeschneiden am Polrad für das Lüfterrad nötig.

M53/54 Zündzeitpunkt 1,5mm vor OT
"M501" Zündzeitpunkt 1,8mm vor OT
"M701" Zündzeitpunkt 1,4mm vor OT

Es gibt viele Möglichkeiten die Kolbenstellung zu ermitteln.



Links Messuhr mit Zündkerzenadapter:
Dies ist wohl das genauste Werkzeug welches ihr benutzen könnt, hier mit könnt ihr aufs Hunderstel genau messen.
Kosten ab 20 Euro. (ich habe sie auch einem Teilemarkt erstanden)

Mitte links Digitalmessschieber:
Auch ein recht genaues Werkzeug, leider passieren mit diesem sehr viele Messfehler, da dieser nicht richtig geführt werden kann für unseren Zweck.
Kosten 19,95 Euro bei Louis
Normale Messchieber mit einem Zentelnonius gibts für 12,95 Euro.

Mitte rechts Eigenbau OT-Sucher.
Die Lösung für unterwegs, eine durchschlagene Zündkerze wird mit einem M8 Gewinde versehen. Eine Schraube wird seitlich angeschliffen und evtl. noch mit einer Zehntelskala versehen. Bei einer Umdrehung bewegt sich die
Schraube 1,25mm auf oder ab. Das wär z.B. bei einem ZZP von 1,5mm 1,2 Umdrehung (oder 1 1/5). Die Schraube hat in dem Gewinde allerdings soviel Spiel, dass dies wirklich nur für unterwegs im Notfall gut sein sollte.
Kosten ein Bier und 10min.

Rechts eine Gradscheibe.
Auch ein sehr genaues Messmittel, je größer, desto genauer. Die Zündwinkel muss ich allerdings nochmal suchen.
Die Scheibe findet ihr
HIER ( Mz -> Motorenseite -> Scrollen).
Kosten: Ein dickeres Blatt Papier und eine CD

Eine weitere Möglichkeit mit Isolierband hat Net-Harry auf seiner Seite
www.moser-bs.de

Originalmarkierung kann man damit auch prüfen , wenn z.B. nur die GP oder das Polrad getauscht wurden.

Originalmarkierungen:





Und los gehts:

Zuerst markieren wir Grundplatte und Polrad zur späteren Ausrichtung der Grundplatte.



Am Geber ist oberhalb eine Kerbe anzubringen, diese sollte genau mittig sitzten. Ich habe den Geber mittels Teppichmesser eingekerbt und zur besseren Sichtbarkeit schwarz gefärbt.
Das Polrad besitzt einen Pappe-Rand. Dieser wird in der Signalaussparung (größte Lücke) mit einem Teppichmesser mittig eingeschnitten .

Wenn auf dem Polrad keine Originalmarkierung außen vorhanden ist , sollte man nun selber eine anbringen. Wo ist egal, ich empfehle aber sie dort anzubringen, wo sie gut sichtbar ist, am besten auf 10Uhr Stellung (Kolben sollte dabei im OT stehen).

Grundplatte und Polrad einbauen und Kolben mit einem der oben aufgeführten Werkzeuge auf den entsprechenden Zündzeitpunkt drehen.
Nun gegenüber der äußeren Markierung des Polrades am Motorgehäuse eine Markierung anbringen.



(Das Isolierband könnt ihr euch wegdenken da ich keine 2te Markierung anbringen wollte, hab ich Isoband drauf geklebt und eingeschnitten)

Nun muß noch die Grundplatte ausgerichtet werden.
Dazu wird die GP am Fähnchen so verdreht, dass die angebrachten Markierungen an der Aussparung und am Geber fluchten.



Das Polrad darf sich dabei natürlich nicht verdrehen.

Danach die Grundplatte festschrauben.

Nun ist noch eine Markierung zur späteren Verwendung anzubringen. Und zwar an der Grundplatte in Flucht von der Markierung vom Motorgehäuse und von der äußeren Markierung des Polrades.

Fertig.

(Wenn eine bessere Kamera noch zu mir finden sollte gibt es bessere Bilder und evtl. eine genaue Beschreibung zum Umbau eines M53 Motors. )