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Thema: Einmaleins des Akkuladens ...


  1. #1
    Chefkonstrukteur Avatar von Matthias1
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    Standard Einmaleins des Akkuladens ...

    Wie verhält sich das eigentlich mit der Ladespannung ?

    Messe ich bei ordentlichen Ladegeräten nach, z.B. Autobatterieladegerät oder beim Ladeteil für meinen Bosch-Akkuschrauber, kommt man auf unverdächtige, korrekte Werte leicht über der Soll-Spannung des Akkus.

    Nun gibt es aber eine ganze Menge Elektroschrott, wie ich das mal nennen möchte, z.B. Haarschneidemaschinen oder solche fahrbaren elektrischen Spielzeugkisten für Kinder, sprich Autos oder so was (mit 6 V Akkus), da sind als "Ladegeräte" getarnt praktisch nur solche Netzteile mit dabei, die dann auch meist keine Ladekontrolle mit Abschaltung haben. Alles made in PRC, versteht sich. Habe mal nachgemessen: In meinem Philishave ist ein 1,2 V R 6 Akku, das "Ladegerät" produziert aber über 5 V Ladespannung ! Am elektrischen Untersatz meines kleinen Neffen mit 6 V Bleiakku produziert dieses Ladegerät 10,5 V (das hab´ ich allerdings nur im unbelasteten Zustand gemessen).

    Kann denn das gesund sein für die Akkus? Wie sollte das richtig sein ? Und gibt es eine Faustformel, welche Zeit bei einem bestimmten Ladestrom ein Akku mit seiner entsprechenden Kapazität zu laden ist, von leer bis voll, versteht sich ?

    MfG, Matthias

  2. #2
    Urgestein Avatar von Shadowrun
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    Standard Re: Einmaleins des Akkuladens ...

    Zitat Zitat von Matthias1
    (das hab´ ich allerdings nur im unbelasteten Zustand gemessen).
    Und damit hast du einen häufigen gemachten Fehler selber begangen :

    Wer viel misst, misst viel Mist.

    Ladegeräte sind meistens kombiniert Spannungsquelle mit Schutzwiderstand.

    Somit wird der Akku nur mit begrenztem Strom bis zur Ladeschlußspg geladen.

    Dabei nimmt der Strom dann halt ab und wird so klein dass der Akku diese kleine Dauerladung erträgt.

    Das Ertragen geht dann auf Kosten der Lebenszeit aber das ist den Billigherstellern egal

  3. #3
    Super-Moderator Museumsdirektor Avatar von net-harry
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    Standard

    Moin Matthias,

    Zum wiederholtem Male empfehle ich als umfangreiche Lektüre dieses hier...

    Als Fausformel für Blei(gel)akkus kann man sagen:

    - Ladestrom ca. 1/10 der Nennkapazität (bei einem 10Ah-Akku sind das 1A)

    - Ladestrom solange fließen lassen, bis die Klemmenspannung des Akkus 14V (beim 12V-Akku) oder 7V (beim 6V-Akku) hat...

    - Fertich...

    Bei Spannungsquellen, bei denen man Stromstärke und Spannung unabhängig voneinander einstellen kann, stellt man die Spannung auf 14V und den Strom auf 1A (bei obigen 10Ah Beispiel) und schließt den Akku an.

    Gruß aus Braunschweig

  4. #4
    Chefkonstrukteur Avatar von Matthias1
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    Standard Re: Einmaleins des Akkuladens ...

    Zitat Zitat von Shadowrun

    Wer viel misst, misst viel Mist.
    Na, schaun mer mal, ob das so ist, kommt ja auch irgendwie darauf an, ob man ein bisschen Ahnung hat: Die unbelastete Messung bezog sich nur auf das Spielzeugautoladegerät. Zum Verständnis noch mal eine korrekte Messreihe an meinem Philishave. Akku ist ein nagelneuer selbst reingelöteter NiMh 1500 mAh 1,2 V R6. Machte sich notwendig, da der alte NiCd nach 3 Jahren schon nicht mehr zu gebrauchen war. Genau das soll sich zum Beispiel ändern, oder schmeißt ihr euer Geld zum Fenster raus?
    "Ladegerät" weist sich mit 1,3 V, 1500 mA aus.

    Spannung unbelastet: 4,42 V
    belastet bei Ladebeginn: 3,11 V, 100 mA
    nach 15 h Ladezeit: 3,10 V, 90 mA (lässt sich sicher mit der Eigenerwärmung begründen)

    Wo wird da bitteschön was geregelt ? Wenn man den Stecker nicht rechtzeitig wieder zieht, lädt man sich den Akku kaputt, oder nicht? Warum versteht ihr denn meine Frage nicht? Ich muss doch mit dem Schrott klarkommen, den ich nun mal habe, ein regelbares Ladegerät (wäre ja zu schön, wenn es so was gäbe) besitze ich nicht. Es geht auch gar nicht unbedingt um 12 V Bleiakkus, sondern auch um andere, ganz allgemein. Ich mache mir also schon eigenverantwortlich und misstrauisch die Arbeit, und messe den Ladestrom, und entdecke nebenbei, dass auch die Spannung meist deutlich zu hoch ist. An alldem kann ich aber nun aber nichts ändern ! Der Strom ist immer gleich, die Spannung völlig out of tune, und sie ändert sich auch nicht. Das kann man alles vergessen. Ich kann nun nur noch nach der Akkukapazität schauen, und mir genau 2 Fragen stellen:
    1. Wie lange DARF ich denn mit DEM STROM, DEN ICH NUN MAL HABE, meinen Akku laden ? Faustformel ? z.B. Kapazität durch Ladestrom in Stunden + x% Zuschlag - oder irgendsowas ?
    2. Schadet denn die Überspannung dem Akku, oder beeinflusst sie die Ladezeit ?

    Hab´ ich mich jetzt verständlich ausgedrückt ? Es geht mir nur darum, an meinen Akkus so lange wie möglich Freude zu haben, immerhin kosten sie Geld, und bevor man dann doch einen wegschmeißt, quält man sich erst mal eine ganze Weile mit schlechter Leistung rum. Macht aber keinen Spaß so.

    net-harry, danke für den Link, ist eine tolle Abhandlung, aber eine Menge Holz, das ich mir mal bei Gelegenheit reinziehen werde. Nur noch eine Frage dazu: Die Regeln für einen Beiakku kann man größtenteils sicher nicht auf NiMh oder LiIonen anwenden ?

    Gruß aus GRH, Matthias

  5. #5
    Urgestein Avatar von Shadowrun
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    Standard

    Dann schauste im Datenblatt des Akkus nach.

    Bei schnelladefähigkeit sind ja immer 2 Punkte angegeben zB 12 Std bei 100 mA und 5 Std bei 300 mA

    Schwups ne Gerade ausrechnen und du kann interpolieren wie lange was geladen werden soll.

    Zum Thema Billig Ladegeräte. Wie gesagt mir noch nicht untergekommen.
    Selbst der Billig Akkubohrer hat in seinem Fuß Zum Akkuladen einen kleinen OP drin der bei 13.5 V umschaltet auf Erhaltungsladung.

    Ok da schwappt er dann wohl etwas zwischen Laden und Erhaltungsladung hin und her aber war eben billig.

  6. #6
    Chefkonstrukteur Avatar von Matthias1
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    Das heißt also bei nur halbem Strom exakt die doppelte Zeit ? Oder doch nicht ? Und wo hast Du denn Datenblätter für Deine Akkus her ? Nach meinen Erfahrungen haben es sich die Hersteller sogar abgewöhnt, einen Ladestrom und eine Zeit anzugeben, so wie ich das noch von älteren Akkus kenne.
    Also zum Beispiel meine Sanyo HR 3U 2700 mAh

    http://www.akkuline.de/product_info....oducts_id=3569

    Klasse Akkus, bei denen sich die Pflege wirklich lohnt. Nun ein Datenblatt direkt von Sanyo:

    http://batteries.sanyo-component.com...nimh/HR-AU.pdf

    Was hilft mir das nun ?

    MfG Matthias


    EDIT: Nee, stop. Da sind tatsächlich 2 Ladezeiten und Ströme angegeben. Muss man also bei seinem eigenen Ladestrom schätzen. Bei kleinerem Strom dauert es relativ immer länger ? Eine Gerade kommt da jedenfalls nicht raus. Und es gibt da keine Faustformel ?

  7. #7
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    Theoretisch reicht es den Akku zu Laden bis er seine Kapazität aufgenommen hat

    Also Kapazität 2.7 Ah --> 2.7 A eine Stund eladen lassen.

    Nur wird dabei auch Wärme umgesetzt also muiß etwas mehr rein ( siehe Datenblatt 2.7 A 1.1 Std )

    Du kannst natürlich auch 1.35 A und 2 Std laden lassen ( theoretisch )

    Allgemein würde ich bei NiCd oder NiMh Akkus keine "stumpfen" Ladegeräte anhängen sondern nur welche die mit Delta PEak Abschaltung arbeiten ( Im Datenblatt siehste schön die Max Spg kurz vor Ladeschluß. Der wird erkannt und dann schaltet das Gerät die Ladung ab.

    Bei Haushaltsgeräten würde ich schauen das eben diese nicht unendlich lange am Ladegerät sind. zB Wenn dein Rasierer nen 2.7 Ah Akku hat und mit 300 mA geladen wird würde ich den nach 10 Std abnehmen
    ( Abends 10 Uhr ran morgens 8 Uhr raus )

    ( Btw meine Akkus zu hause haben aufgedruckt zB 200 mA 15 Std / 1 A 3.5 Std )
    :wink:

  8. #8
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    Ja, o.k, danke

    MfG, Matthias

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