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Thema: Elektronikzündung: Was oder wie gibt der Geber?


  1. #1
    Zündkerzenwechsler Avatar von belshazzar
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    Standard Elektronikzündung: Was oder wie gibt der Geber?

    Kurze Vorgeschichte (kann auch übersprungen werden, dann unten weiterlesen!):

    Ich habe mir eine 1980`er KR51/1 zugelegt. Vom Verkäufer nicht erwähnt aber gratis dazu gab es noch das bekannte Wärmeproblem. Nach exakt 3,4km war der Ofen aus ( das reichte genau für einmal die Landstraße hoch und wieder zurück bis auf den Hof). Also: Unterbrecher, Kondensator, Kerze + Stecker neu. 3,4 km. Schon erstaunlich wie präzise sich das widerholen ließ.
    Anstatt jetzt mit der Spule und/oder Hochspannungsdurchführung weiterzumachen entschloß ich mich dazu eine gebrauchte, funktionierende, vollständige 6V Elektronikzündung für kleines Geld zu ersteigern, da die innenliegende Zündung der alten Motoren ja anscheinend sowieso nicht die beste Lösung ist.

    Schon drei Tage später kam das Paket. Schnell noch Net-Harry´s Schaltplan ausgedruckt, (Nochmals vielen Dank an dieser Stelle für die tollen Schaltpläne!) , Drähte angetüddelt und schon kurz darauf stand sie da, die KR51/1 L ! Eigentlich steh ich zwar auch eher auf Original, aber von aussen ist nichts zu sehen und fahren (fliegen) soll sie! 1x angekickt und los ging es. Meine ersten 42km problemlosen Kilometer mit der Schwalbe. Auch nächsten Tag, Brötchen geholt Schwalbe ausgemacht, hingestellt und gefrühstückt. Alles toll. Mittags wollte ich dann meinen Sohn vom Kindergarten abholen und das Ding springt nicht an...

    Hier geht das technische los!

    Den Fehler fand ich schnell; Kein Zündfunke vorhanden.
    Also Net-Harry´s Prüf-Anleitung für elektronische Zündung befolgt (auch hierfür ein dickes Danke!) und siehe da: Wiederstand des Gebers sollte 30 oder 15 Ohm sein ist aber unendlich, also defekt. Was ich aber nicht ganz verstehe, wie kann den der Geber einfach so beim nichts tun dicke Backen machen?
    Vielleicht kann mir mal jemand erklären wie der Geber funktioniert und was daran kaputtgehen kann?

    MfG

  2. #2
    Super-Moderator Museumsdirektor Avatar von net-harry
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    Standard

    Moin,

    Der "Geber" ist eine vergossene Spule auf der Grundplatte. Da die Vergussmasse wohl im Laufe der Jahre ihre "Weichmacher" verliert reißt diese bzw. schrumpft. Und dabei kann es wohl passieren, das der dünne Draht der Spule in Mitleidenschaft gezogen wird.
    Ganz spaßig bei der Fehlersuche ist dann noch ein thermischer Effekt, der den Draht erst bei höheren Motortemperaturen unterbricht. das nennt man dann Wärmeproblem.

    Gruß aus Braunschweig
    Schaltpläne und mehr unter www.moser-bs.de

  3. #3
    Urgestein Avatar von Schwarzer_Peter
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    Der Geber der originalen E-Zündung ist einfach nur ein induktiver Impulsgeber, eine Spule also.

    Die konstruktive Schwäche an dem Ding ist eine mechanische - die Anschlüsse sind nicht wirklich vibrationsfest und zerbröseln irgendwann. Das wird mit zunehmendem Alter nicht besser.

  4. #4
    Chefkonstrukteur Avatar von Matthias1
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    Standard

    Das lehrt mal wieder, dass man von gebrauchten Simson-Ersatzteilen übers Internet einfach die Finger lassen muss. Da wird der nicht mehr funktionierende Schrott als angeblich intakt weiterverhökert. Na, ich würde mich ärgern, und das in Zukunft bleiben lassen. Ganz besonders bei Zündungsteilen.

    MfG Matthias

  5. #5
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Standard

    Kauf dir eine neue Grundplatte mit Geber, wenn die alte Ärger macht und löte (oder laß löten) die Spulen von der alten Grundplatte um auf die neue.
    Das ist wohl die für dich kostengünstigste und sicherste Variante.
    Jedenfalls billiger als eine komplett neue Zündung und sicherer als eine "ungeprüfte Gebrauchtzündung" ohne Garantie.

  6. #6
    Glühbirnenwechsler Avatar von strichacht
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    Servus,

    Zur Funktionsweise des Gebers:
    Er besteht aus zwei räumlich getrennten Spulen (wenn man von Vorne auf den Geber schaut sieht man die zwei Eisenkerne) die gegensinnig in Reihe geschalten sind. Was bedeutet das bei jeder Lücke zwischen den Magneten des Polrades in beiden Spulen des Gebers eine entgegengesetze Spannung erzeugt wird, die dann Schlußendlich ausserhalb des Gebers wieder annähernd 0 Volt ergibt.
    Ausser bei der vergrößerten Magnetlücke im Polrad, hier wird in nur einer Spule eine Spannung induziert und diese Spannung somit auch an den Anschlüssen ausgegeben.
    Hier liegt meiner Meinung nach auch der Grund fürs Steuerteileinstellen per Poti. Bedingt durch Fertigungs und Bauteiltoleranzen sind die Geberspulen nie absolut gleich. Bei hohen Drehzahlen wird die Induzierte Spannung größer, das heißt es kommen auch unerwüschte Impulse aus dem Geber die zum falschen Zeitpunkt zünden. Um die zu umgehen werden diese Falsch-Impulse per Poti bedämpft. Die Einstellung muß dann so vorgenommen werden das bei niedrigen Drehzahlen die Dämpfung klein genug ist um ein Zünden noch zu ermöglichen, bei hohen Drehzahlen soll sie aber groß genug sein unerwünschte Impulse zu unterdrücken.

    Zu den eigentlichen Geber-Fehlern:
    Der Geber oder besser gesagt die Anschlußplatte desselben ist nach ein paar Jahrzehnten des dauernden Erwärmens und Abkühlens einfach müde geworden den notwendigen Kontakt mit der Außenwelt herzustellen.
    Als Resozialisierungsprogramm für haltlose Elektronen und Widerstände ist folgende Seite zu Empfehlen:
    http://www.fen-net.de/ralf.willin-fu...ussetzer_Geber
    Und Bilder hat er auch dazu gemacht:
    http://www.fen-net.de/ralf.willin-fu...es/Zuendung_L/

    Die Reparatur hat mit dieser Anleitung bei mir einwandfrei geklappt, seitdem gab es keinerlei Probleme mehr mit der Zündung meiner "Kr51/1 L" :wink:
    Also vor dem Neukaufen der Grundplatte wenn möglich erst die Eigentherapie versuchen, hält wahrscheinlich besser als manche "neue" Ersatzteile.



    Gruß,
    Dieter

  7. #7
    Zündkerzenwechsler Avatar von belshazzar
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    Standard

    So, ich habe mich an die Reparatur des Gebers gemacht.
    Die Anleitung ist gut gemacht, doch leider kann ich das so nicht machen.
    Trotz identischer Teilenummer sieht meine Grundplatte etwas anders aus.
    Bei mir ist der Abstand zwischen Leiterplatte des Gebers und Grundplatte viel geringer, so das ich dort keinen Draht zur Überbrückung des Leiters durchführen kann. Da würde sofort einen Kurzschluss produzieren. Wie dem auch sei. Ich habe erstmal alles nachgelötet und danach den Wiederstand gemessen. Und siehe da! 27,6 Ohm. Jetzt habe ich alles erstmal wieder zusammengebaut, die Schwalbe läuft, die Frage ist eben nur wie lange... (Vielleicht lange genug um auf eine Vape zu sparen )

    Vielen Dank für die Tipps!

    Mfg

    Christian

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