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Thema: Elektronikzündung: ZZP-Einstellung dynamisch vs. Behelf


  1. #1
    Tankentroster Avatar von macgyver
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    Frage Elektronikzündung: ZZP-Einstellung dynamisch vs. Behelf

    Hallo,

    eine Frage habe ich zum SLEZ, und zwar: Wie groß ist erfahrungsgemäß die Abweichung, wenn man den ZZP richtig (dynamisch) einstellt anstatt nur Gebermitte und Pollücke zu fluchten?

    Hintergrund: Ich habe meiner KR51/1 eine Elektronikzündung spendiert, weil ich nachts die Straße gerne sehen wollte, anstatt sie nur zu erahnen. (Und weil ich die passende Zündspule, Ladeanlage und Steuerteil noch im Keller hatte.) Leider war die Grundplatte, die ich bei Ebay ersteigert habe, ein unmarkiertes Ersatzteil, so dass ich wie oben beschrieben behelfsmäßig eingestellt habe. Soweit funktioniert auch alles (Leerlauf stabil, Durchzug ordentlich), nur leider komme ich jetzt über 58 km/h (laut Tacho, aber auch mit hinterherfahrendem Auto bestätigt) nicht mehr hinaus, im Vergleich zu ~63-65 km/h vorher mit dem SLMZ. Die Einsatzdrehzahl am Steuerteil zu erhöhen (so, dass ich den Motor gerade noch ankicken konnte) brachte auch nichts. Deswegen frage ich mich gerade, ob es sich lohnt, mir eine Zündstroboskoplampe zu kaufen, um den tatsächlichen Zündzeitpunkt zu kontrollieren, oder ob erfahrungsgemäß die Behelfsmethode so genau ist, dass da wohl nichts mehr zu holen sein wird und ich wo anders suchen muss.
    Zurück zum SLMZ will ich ungern, weil so ne Glimmlampe vorne ja wirklich nicht so das Wahre ist, und ich gehofft hatte, nie wieder einen Unterbrecher einstellen zu müssen...

    Danke!
    Geändert von macgyver (04.10.2010 um 00:20 Uhr)

  2. #2
    TO
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    Restaurateur Avatar von TO
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    Wie groß ist erfahrungsgemäß die Abweichung, wenn man den ZZP richtig (dynamisch) einstellt anstatt nur Gebermitte und Pollücke zu fluchten?
    Also viel gibt sich das normalerweise nicht. Aber die Behelfseinstellung ist halt nur eine Behelfseinstellung. Im Zweifelsfall mit Strobo arbeiten. Ich hab meine vom Flohmarkt für 5€.

    Versuchsweise kannst Du ja mal was früher stellen. Das hilft bei hohen Drehzahlen.

    Viel Erfolg

    Theo

  3. #3
    Super-Moderator Museumsdirektor Avatar von totoking
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    genau richtig, ein stroboskop kann man sich auch mal kurz in der werkstatt nebenan ausleihen, die machen da keine probleme, zumal das abblitzen ja in nullkommanix gemacht ist.

    zu dem "etwas" früher stellen noch ein anhaltspunkt. ca. 1mm auf dem kreisbogen der grundplatte gewandert ergibt etwa 1° zündverstellung. also stell deinen zündzeitpunkt mal jeweils 1mm veiter zurück und erfahre dann bei fahren die geschwindigeitsänderung beim hochdrehen. aber ACHTUNG: ein zu früher zzp belastet den kolben auslassseitig recht stark. also nimm lieber das stroboskop und los gehts.
    gruß sirko
    Ich wünschte ich wäre eine Lorbeere, dann hätt ich nichts zu tun als auf mir auszuruhn!!!

  4. #4
    Urgestein
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    Der ZZP sollte dann aber bei 3000 Umdrehungen pro Minute einjustiert werden!
    Mal bist du Hund, mal bist du Baum...

  5. #5
    Super-Moderator Urgestein Avatar von Rossi
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    Zitat Zitat von Gonzzo Beitrag anzeigen
    Der ZZP sollte dann aber bei 3000 Umdrehungen pro Minute einjustiert werden!
    Ich weiss, das sagt Simson. Aber bei keiner Serien-Zündung wird der ZZP dynamisch verschoben, von daher ist die Drehzahl nicht sooo wild.

    MfG

    Tobias

  6. #6
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Eigentlich ist die Behelfsmethode hinreichend genau.
    Ich stelle die E-Zündung auch immer nach der Behelfsmethode (aber mit Meßuhr) ein und bei mir rennen die Flitzer immer super.
    Beachte aber, dass die Spulenkernmitte nicht immer die Mitte des Gebers ist! Ich orientiere mich hier immer an der Mitte der freiliegenden Eisenkerne am Geber und schnitz dann genau auf Höhe deren Mitte mit einem Teppichmesser eine Ritz in die Stirnseite des Gebers, den ich dann zur besseren Sichtbarkeit noch mit einem Rotstift nachziehe. Beim ausgebauten Polrad mach ich auch mit dem Teppichmesser immer eine Kerbe in die Pappe bei der Polradlückenmitte. Die beiden Markierungen lassen sich dann recht genau zueinander einrichten.

    ZZP bei der KR51/1 ist 1,5 mm vor OT.
    Geändert von Dummschwätzer (04.10.2010 um 19:56 Uhr)
    Raus aus der EU ! - Her mit der D-Mark ! - Sofort !

  7. #7
    Urgestein Avatar von Schwarzer_Peter
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    Einstellen muss man immer erstmal bei stehendem Motor - das hat nichts von Behelf, es ist exakt. Mit dem Stroboskop kann man die Einstellung prüfen und ggf. feinjustieren.

    Warum blitzt man bei 3000/min ab? Nicht etwa, weil der ZZP dynamisch verstellt würde, sondern lediglich weil er physikalisch bedingt etwas wandert. Bei niedrigen Drehzahlen ist die Zündspannung schwach, der Funke springt später über. Bei sehr hohen Drehzahlen weit jenseits der 6000 wird die Entladezeit des Kondensators sichtbar, der ZZP wandert wiederum nach spät.

    Beide Effekte machen aber weniger als ein Grad aus - das ist also wirklich nur für Pedanten.

    Wandert der ZZP sichtbar stärker, dann liegt das meistens an schlechten Verbindungen, vor allem an mangelnder Masse zwischen Motor, Zündelektronik und -spule.

  8. #8
    Tankentroster Avatar von macgyver
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    Danke für Eure Hinweise!

    Ich hatte das ganze im Stand so eingestellt, wie der Dummschwätzer beschrieb, also Mitte des Geberkerns gegen Mitte der Pollücke im Zündzeitpunkt (1,5 mm vor OT mit Messdorn ermittelt). Dann lass ich das erstmal so und versuche mir mal n Stroboskop zu leihen. (Hab leider keine Werkstatt meines Vertrauens, da ich bisher eigentlich alles selbst einigermaßen hinbekommen hab. )
    Ist eigentlich bei den Schwalben (zumindest bei der 2L) eine eigene Masseleitung vom Motor vorgesehen? Ich meine mich zu erinnern, dass die anderen Vögel (Star, Habicht etc.) sowas haben. Mein Vogel hatte/hat bisher sowas nicht. Muss mal den Übergangswiderstand zw. Rahmen und Motor messen...

  9. #9
    Kettenblattschleifer
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    Ist eigentlich bei den Schwalben (zumindest bei der 2L) eine eigene Masseleitung vom Motor vorgesehen?
    Die Masseleitung würd ich immer verlegen, da du sonst unter Umständen dein Steuerteil schrottest. Ist immer sicherer, es kann nämlich sein, das dein Esel dann mitten auf einer Tour den Geist aufgibt. Und ein Steuerteil treibt man nicht so schnell im nächsten Tante-Emma-Laden auf, es sei denn du nimmst eins auf Ersatz mit. Bei mir sind so 2 Steuerteile schon kaput gegangen. Ob sie nun vorgesehen ist weiß ich nicht, aber auch die Ingeneure machen Fehler..

  10. #10
    Chefkonstrukteur Avatar von Matthias1
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    Ich würde das schon sehr genau machen. Bei einer Elektronik lohnt es sich im Vergleich zum Unterbrecher auch, und wie Du siehst, macht es für die optimale Motorleistung eine Menge aus. Man sollte sich Mühe geben, das innerhalb der Werkstoleranz von +- 0,2 mm Kolbenhub hinzubekommen. Einfach nur im Blindflug nach Höchstgeschwindigkeit vorzugehen, und die Grundplatte Millimeter um Milimeter nachzurücken, ist aber auch nicht das Wahre. Bei Frühzündung ändert sich an der Höchstgeschwindigkeit nicht mehr viel, dafür geht untenrum der Durchzug flöten, und das merkt man erst, wenn man Berge fährt. Außerdem ist der Verbrauch nur mit richtig eingestellter Zündung optimal! Leiste oder borge Dir eine Blitzpistole, und mach das ordentlich mit Messuhr, das ist auf Nummer sicher, und man kann guten Gewissens auf der Karre sitzen und schlafen gehen .
    Die Dummen haben das Pulver nicht erfunden. Aber sie schießen damit.

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