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Thema: Erst ein Dröhnen, dann war es vorbei...


  1. #1
    Flugschüler Avatar von skipperwilli
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    Standard Erst ein Dröhnen, dann war es vorbei...

    Hallo zusammen,

    letztes WE war ich unterwegs gen Mettmann. Da geht es rund ums Neandertal ein wenig auf und ab. Mein Zylinder ist seit 700km drauf, geschliffener DDR-Zylinder vom Simson-Mann um die Ecke. Seit 100km kriegt er 1/50 und seit 200km wird er auch mal voll belastet.

    Nun denn, ich bin da mit Volldampf eine Steigung hochgefahren, als die Fuhre auf knapp 50 abgesackt war habe ich in den 3. geschaltet und bin entspannt mit 45-50 die Steigung hoch. nach ein paar hundert Metern, dröhnt es aus der Krümmergegend. Na toll dachte ich mir, hat sich der Hund wieder gelockert. Ein paar Meter weiter Leistungsabfall und erhebliche Motorbremsleistung. Das ging ratzfatz, sofort Kupplung gezogen und rechts rausgerollt, damit mir niocht auch noch das Getriebe über die Wupper geht.

    Ich habe dann im 3. Gang den Bock etwas bewegt, damit mir da nix festbrennt und ich weiß ob er richtig klemmt oder nur einen Kipper hatte. Lief alles soweit frei. Nach 5 Minuten abkühlen habe ich die Fuhre wieder angeworfen und sie lief einwandfrei, nur das ein neues unregelmäßiges Klingeln zu hören war. So wie Kleingeld in der Waschmaschine. Ich bin dannn extrem vorsichtig ca. 10 km nach Hause geschlichen. Da ich den Motor ja erst neulich neu aufgebaut habe und mir dieser Zylinder als das Superteil verkauft wurde, habe ich den Rotz sofrot runtergenommen und siehe da. Vorne rechts und hinten links deutliche Rattermarken am Kolben, auf dem Kolben eine Art Aluminiumstaub. Anlaufmarken im Zylinder ebenfalls vorhanden. Das Ding ist Schrott.

    Nun endlich meine zwei Fragen:

    1. Damit ich beim nächsten Mal schneller reagieren kann. Dieses Dröhnen kurz vorm Klemmer, ist das normal? Ich hatte noch eine Garnitur in der Garage liegen, die habe ich montiert, da ich das Teil brauche um zur Arbeit zu fahren. Mit der neuen Garnitur ist der Motor viel leiser. Da dröhnt nix mehr. Ich hatte immer meinen Pott im Verdacht und alle Maßnahmen ergriffen den zu dichten, Pesto Gum, diverse Schellen, usw.. Die alte Garnitur war aber fest drauf, keine Abgasspuren an Fuß oder Kopf. War das Dröhne quasi ein Hilfeschrei, wenn ja was dröhnt da?

    2. Der Vogel ums Eck hat mir den Zylinder montiert und mich nicht darüber informiert, dass er mir einen 60er eingebaut hat. Das festgefressene Ding ist ein Orginalzylinder, der auf 60ccm aufgebohrt ist, 40,97mm. Den kriegt er wieder und ich werde ihn fragen ob er alle Tassen im Schrank hat. Ich hatte ihm den Motor vorbei gebracht und er meinte er hätte einen frisch geschliffenen Orginalzylinder mit ordentlich Druck, den könnte ich haben. Ich will nicht rechtlich gegen den Mann vorgehen, aber der hat mir ungefragt einen illegalen Zylinder eingebaut. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Immerhin kann ich sagen, dass diese 10ccm einen erheblichen Unterschied im Drehmoment mit sich bringen. Kann das Ausschleifen der Grund für den Kipper sein?

    So long,

    skipperwilli

  2. #2
    Super-Moderator Urgestein Avatar von Zschopower
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    Standard

    Wenn er Dir ungefragt einen 60 cm³ Zylinder daraufgeschraubt hat, dann wirst Du wohl kaum den Vergaser und die Zündung entsprechend umgestellt haben. Vermutlich ist der Motor viel zu mager gelaufen und deshalb fest gegangen.

    Peter

  3. #3
    Super-Moderator Museumsdirektor Avatar von totoking
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    hi,
    das problem wird in deinem fall der zylinderkopf sein, den du vermutlich nicht gegen einen mit größerem brennraumdurchmesser getauscht hast. Das problem dabei ist nicht nur, dass der brennraum zu klein und deine verdichtung dadurch zu hoch ist (daher das drehmomentplus) sondern dass die quetschkante nicht über den laufbuchsendurchmesser hinausreicht und sich nur minimale verkrustungsspuren schon dahingehend auswirken, dass der kolben an die ablagerungen des kopfes stößt.
    das lautere dröhnen haben ausgebohrte 50ccm zylinder von hause aus, denn die laufbuchsenwandung ist dünner und geräusche dringen leichter nach außen.
    das dröhnen kurz vor dem klemmer ist keine notwendige bedingung für einen klemmer, jedoch sollte man bei veränderungen im motorlauf IMMER die finger zur kupplung bewegen um schnell zu reagieren. die aluspäne sind raspelteile des kolbens und die entstehung ist leicht zu erklären. durch die erhöhte verdichtung hat sich der brennraum stark erhitzt, vor allem bei lang anliegender gleichmäßiger last. in diesem moment dehnt sich der kolben im bereich der kolbenoberseite und !!! im bereich der kolbenbolzenseiten besonders weit aus, da dort viel material vorhanden ist. wenn der kolben dann noch ein runder nicht eiförmig gedrehter mza-kolben ist, dann beginnt das raspeln dort und ergibt dann einen klemmer wenn der zylinder genug hat.
    in der hoffnung aufklärend tätig gewesen zu sein
    sirko
    Ich wünschte ich wäre eine Lorbeere, dann hätt ich nichts zu tun als auf mir auszuruhn!!!

  4. #4
    Zahnradstoßer Avatar von O-1199
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    Wie kann ich nen 50er von nem 60er Zylinder der S50 unterscheiden? Mir ahnt schlimmes...
    Nen schönen Gruß aus der Kurmark wünscht Marcel

  5. #5
    Super-Moderator Urgestein Avatar von Zschopower
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    Zitat Zitat von O-1199 Beitrag anzeigen
    Wie kann ich nen 50er von nem 60er Zylinder der S50 unterscheiden? Mir ahnt schlimmes...
    Am Innendurchmesser des Zylinders vielleicht?
    50cm³ entspricht 40,00 bis 40,75mm (letzter Reparaturausschliff)

    Peter

  6. #6
    Zahnradstoßer Avatar von O-1199
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    Im schlauen Buch steht, dass die Kolbenmaße des M53 bei 39,97mm losgehen.
    1. Schliff: 40,21mm
    2. Schliff: 40,46mm
    3. Schliff: 40,71mm
    Weitere Reparaturausschliffe bis zum Zylinderdurchmesser 41,50mm (Kolben: 41,20mm) sind zulässig.
    Nun schreibt der Willi aber, dass er mit 40,97mm beim M501 60ccm hat.
    (Aus dem Buch geht auch hervor, dass der M53 gegenüber dem M501 vergleichsweise größere Kolbenmaße hat.)
    Und da ich erst vor kurzem meinen Zylinder vom Schleifer abgeholt habe, und auf dem Kolben nun eine 40,97 vorfinde bin ich mehr als nur besorgt, ob ich noch meine 50ccm habe.
    Nen schönen Gruß aus der Kurmark wünscht Marcel

  7. #7
    Urgestein Avatar von Schwarzer_Peter
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    Die 63ccm-Zylinder für die alten Motoren haben 45 mm Bohrung.

  8. #8
    Zahnradstoßer Avatar von O-1199
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    Knorke, ich bin die letzten 30 Minuten im Dreieck gesprungen! Nun kann ich weiter lernen, das hab ich davon, wenn ich zwischendurch ins Schwalbennest gucke.
    Nen schönen Gruß aus der Kurmark wünscht Marcel

  9. #9
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    Wie gross ist denn der Hub bei M53 und M5x1 genau?

    Mit den 39,5mm beim M53 komme ich auf 49,637 bis 51,516 cm³, könnte also gut passen
    mit den 42mm beim M5x1 "nur" auf 47,623 bis 49,532 cm³. Ist das so??

    Peter

  10. #10
    Flugschüler Avatar von skipperwilli
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    Also,

    wie komme ich auf 60ccm? Nach dem reinigen des Kolbens konnte man die Durchmesserangabe auf dem Kolben lesen. Er kam mir größer vor, als der Orginalkolben. die Suche in einschlägigen shops hat ergeben, dass die dort vertriebenen 60er Kolben alle 40,97mm haben. Der M53 ist ja ein Quadrathuber und der 501er ein Langhuber, daher brauchts bei mir weniger Durchmesser um auf die illegalen 60ccm zu kommen.

    Das Anfangsmaß ist irgendwas wie 37,98mm also 4 mm weniger als der 60er den ich gefunden habe, macht also 2mm weniger Wandstärke in der Laufbuchse und ist der Grund fürs dröhnen? Sie mal einer an. Da ich ihn ja brav gemächlich eingefahren habe und nicht immer volle Pulle, habe ich den festgestellten Dröhnbereich wohl vorher noch nie so richtig abgerufen.

    Der Kopf ist definitiv ein 60er, denn er ist vom Durchmesser identisch mit dem Zylinder. Ich hatte dem Vogel ja auch den Block ohne Garnitur auf den Tisch gelegt. er sollte die Schaltung prüfen, da ich keine funktionierende Einstellung mit dem neuen 4-Gang Getriebe hinbekommen habe, da war die Schaltwalze ja falsch. da er schon mal da war, habe ich ihn dann noch eine orginal DDR Garnitur verbauen lassen, da ich den alten Motor gerne komplett einlagern und irgendwann mal als Reserve überholen wollte. Bei der Montage war ich nicht zu gegen und von außen gibt es keinen Unterschied. Deswegen habe ich das Leistungsplus auf den neuen perfekt geschlöiffenen Zylinder geschoben und mich gefreut. Bis Vorgestern.

    Mein Fazit aus der Aktion, ich werde alle Garnituren in Zukunft selbst verbauen, dann weiß ich was drin ist und bin selbst Schuld wenn ein Teil über die Wupper geht. das wird jetzt noch nervig werden.

    zu euren Anregungen:

    1. Motor zu mager und daher der Klemmer. Dann müsste ich doch auch eine entsprechend zu helle Kerze haben und keine perfekt rehbraune oder? Leerlauf und Übergangsverhalten waren top. Ich habe die Zündung und den Gaser eingestellt, da ich ja den ganzen Krempel von dem alten Motor in den neuen umgebaut habe. zwar auf 1,8 vOT und nicht wie bei den 60ern üblich auf 1,6 vOT, aber das lief ja einwandfrei bis zum Klemmer. Der hätte doch auch schon vorher Scheiße laufen müssen, wenn ich da nix am Gaser gemacht hätte.

    2. Kopf ist auch ein 60er, da kann nix geklemmt haben.

    Ich gehe davon aus, dass der Zylinder einfach schlecht geschliffen war und deswegen von Beginn an nicht optimal lief. Das ist wegen des vorsichtigen einfahrens nciht weiter aufgefallen und erst als ich ihm so richtig die Sporen gegeben habe und die volle Power abgerufen habe, hat sich der schlechte Schliff bemerkbar gemacht und das Ding ist fest gegangen.

    Ich weiß noch nicht ob ich es hinkriege, aber ich mache ggf. heute Abend mal Fotos vom Kolben, dass sind prima Beispielbilder für einen Kolben der hin ist und einen Klemmer hatte.

    So long,

    skipperwilli

  11. #11
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    Mit 40,97 + 0,03 Einbauspiel komme ich gerade auf 52,15 cm³. Das ist aber weit weg von 60. Nur eben grösser als das grösste zulässige Schleifmass nach BUCH.

    Peter

    Nachtrag: entschuldigänse
    Das oben geschriebene git für M53, bei M5x1 macht das 55,45cm³ (nach meiner Formel, bei der ich glaube, dass die 42mm Hub nicht genau stimmen können.

  12. #12
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    Veto:
    (40,97mm + 0,03mm)/ 2) * (40,97mm + 0,03mm)/ 2) * 3,14159 * 42,00mm = 55,45ccm

    Nachtrag:
    Nach erneutem Veto durch jenson:
    (40,97mm + 0,03mm)/ 2) * (40,97mm + 0,03mm)/ 2) * 3,14159 * 44,00mm = 58,09ccm
    Und hieraus:
    47,623 bis 49,532 cm³
    werden 49,89 bis 51,89 ccm.
    Nen schönen Gruß aus der Kurmark wünscht Marcel

  13. #13
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    @Peter: Ich komme auf 58 cm³ beim 40,97er Kolben

    Hubraum = Hub * Bohrung² * pi / 4
    also: Hubraum in cm³ = (44 mm * 40,97 mm ² * pi / 4) / 1000

  14. #14
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    Da haben wir den Fehler: ich habe dem BUCH vertraut. Dort steht hinten in den Tabellen auf Seite 208 ein Hub von 42mm. Vorne auf Seite 36 , wie auch in der Reparaturanleitung aber 44mm.

    Damit stimmt dann auch mein EXCEL-Blatt, kam mir doch gleich komisch vor! (sieh #9 und #11)

    Peter

  15. #15
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    Und nun noch die entscheidende Frage:
    Warum nimmt die Leistung mit zunehmenden Ausschliffen ab (Aussage von Matthias aus Meißen)? Sollte die nicht mit zunehmenden Kubik zunehmen?
    Nen schönen Gruß aus der Kurmark wünscht Marcel

  16. #16
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    Mhmm ich kann auf jeden Fall sagen, dass das Drehmoment zunimmt (beachtlich) -> Ja ich war ein 60ccm Sünder und hab jetzt nen mehrmals geschliffenen DDR Zylinder und über 53ccm.

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