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Thema: Wohin geht´s mit dem Gesundheitswesen ?


  1. #1
    Chefkonstrukteur Avatar von Matthias1
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    Standard Wohin geht´s mit dem Gesundheitswesen ?

    Ich bin gerade als Kassenpatient von einer Neurologin wieder weggeschickt worden und habe keinen Termin bekommen, mit der Begründung, man sei ausgebucht. Vor 9 Jahren bin ich wegen der gleichen Sache (einer kleinen Unfallfolge mit großer Wirkung) bei ihr behandelt worden, allerdings damals noch als Privatpatient. Ich finde das ziemlich dreist, da es quasi um eine Weiterbehandlung geht. Vor 9 Jahren hätte sie mich aber ganz sicher auch als Kassenpatient genommen, doch die Zeiten sind vorbei. Nun muss ich mir einen anderen Neurologen suchen, der mich als Kassenpatient nicht abwimmelt, und dem ich die Geschichte von vorn erzählen muss.

    Vor 3 Jahren ist mir folgendes passiert: Ich war wirklich seit der Wende nie beim Allgemeinarzt, habe also nie eine "normale" Krankheit gehabt. Folglich hatte ich auch keinen Hausarzt, wie sich das so schön nennt (BTW: Ganz ehrlich - ich wusste nicht mal genau, was das Wort eigentlich zu bedeuten hat ). Nun brauchte ich aber endlich mal wieder eine schon 8 Jahre überfällige neue Tetanus-Impfung, nämlich damit ich auch weiterhin schön gesund bleibe. Ich hab´ mich fast dusslig telefoniert, um einen Arzt zu finden, der mir die Spritze verpasst. Grund, man ahnt es schon: "Wir nehmen keine neuen Patienten mehr auf, versuchen Sie es woanders." Im Krankenhaus hieß es: "Nein, machen wir nicht, Sie müssen zu ihrem Hausarzt gehen." Ich kam mir bald vor wie der Hauptmann von Köpenick. Irgendwann hatte ich dann Glück, dass ein neuer Arzt seine Praxis aufmachte, da hab´ ich mich dann sofort angemeldet. Man wird also offenbar dafür bestraft, dass man nie einen Arzt brauchte. Wer laufend was hat(te), und dem System so richtig auf der Tasche lag und liegt, der hatte in dieser Zeit, als die Ärzte aufhörten, neue Patienten aufzunehmen, natürlich längst seinen Hausarzt, und kriegt dann ohne Probleme auch noch seine Impfung verpasst.

    Na, mich würde mal interessieren, an welchen Erlebnissen ihr auch konkret festmachen könnt, wie sich das Gesundheitssystem verschlechtert hat, oder an welchen Stellen ihr Ungerechtigkeiten empfindet/empfunden habt, die es früher nicht gab. Bestandsaufnahme sozusagen .

    Gruß, Matthias

  2. #2
    Simsonschrauber Avatar von SimsonSebi
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    Meine Mutter arbeitet beim Kardiologen. Dort wird mittlerweile, auf Anweisung des Chefs, die Praxis für 2 Tage in der Woche für das normale Kassenpatienten-Volk geschlossen. An diesen Tagen werden nur noch Privatpatienten behandelt, weil es für den Arzt rentabler ist. Wie auch in deinem Fall, werden Kassenpatienten weggeschickt und auf eine Warteliste gesetzt und im Falle der Terminabsage eines Privatpatienten in diese Lücke gestopft. Ich selber kenne dieses Problem nicht, da auch ich (als Sohn eienr Arzthelferin) bei meinem Allgemeinmedizinier usw bevorzugt behandelt werde. Erst heute sah ich dies beim Augenarzt persönlich. Dort konnte ich am PC lesen, wie in meiner Kartei stand "Beruf: Schüler; Sohn einer Arzthelferin (Praxis Dr.***)"
    Ich frage mich wozu man sowas in die Akte schreibt und wieso ich für Krankschreibungen nichtmal zum Doktor persönlich muss, sondern anrufe, um einen Termin bitte und 2 Stunden später zur Anmeldung/Rezeption gehe, um mir dort das Formular zu holen. Es ist zwar schön für mich, aber wo da die Gerechtigkeit bleibt frage ich mich auch.

  3. #3
    Tankentroster Avatar von BamBam
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    Ein schönes Thema , das ich auch gerne ignoriere , damit mein Blutdruck nicht hochkocht und ich nen Arzt aufsuchen muss , als Kassenpatient .
    Habe leider in der Familie auch ein paar fälle wo man weggeschickt würde , nachdem man erfuhr das man Kassenpatient ist , es wurde einem direkt gesagt "wenn sie selber zahlen können sie morgen wiederkommen" und das alles weil die großen Krankenkasse nicht in der Lage sind anständig zu wirtschaften , die AOK Hannover hat sich nen neues Gebäude gebaut in der zeit der Weltwirtschaftskrise , wo die prozentpunkte gerade angehoben wurde , der alte schuppen war ja gerade erst 20 jahre alt und wird nun bald einfach abgerissen , wer die kosten zahlt brauch nicht erwähnt zu werden .

    bambam

  4. #4
    Flugschüler Avatar von meingott
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    Krass, in welcher Region sind die Ärzte denn so ausgebucht?
    Sowas hab ich noch nie erlebt.

    Ich war früher auch privat bei meinen Eltern mitversichert und kann auch bestätigen, dass die Wartezeiten kürzer und die Terminfindung einfach war als heute mit ner Krankenkassenkarte. Weggeschickt worden bin ich aber noch nie.
    Seite nem Jahr habe ich allerdings auch nen Dr. auf der Karte stehen (Biologe), da reagieren die Ärzte aber auch sofort freundlicher und WESENTLICH vorsichtiger. Ich finde es momentan nur frech, dass man erst 3 Jahre über ein bestimmtes Jahresgehalt kommen muss, bevor man sich privat versichern darf - ich und mein Arbeitgeber werfen hier monatlich Geld zum Fenster raus.... und das bei der Scheissleistung der Kassen. X(

  5. #5
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Die "Kassler" sind doch schon immer irgendwie angeschissen gewesen. Als Medikamente bekommen sie nicht die guten und teuren Medikamente sondern irgendwelche billige und kaum wirkende Generika von irgendwas mit irgendwelchen Nebenwirkungen. Auf Termine für spezielle Untersuchungen warten sie ewig oder bekommen spezielle Behandlungen gar nicht erst und beim Zahnarzt gibt es statt den guten Gold- oder Keramik-Inlays einfach einen grauen und giftigen Klumpen blei- und quecksilberhaltiges Amalgam eingefüllt oder Alternativ eine kurzlebige Plastikfüllung, für die sie noch extra Kohle abdrücken müssen.
    Wer jung und gesund ist, der sollte unbedingt irgendwie versuchen, sich privat zu versichern. Da bekommt man zum Jahresende sogar noch Kohle zurück, wenn man den Doc kaum oder nicht in Anspruch nimmt.

  6. #6
    Simsonschrauber Avatar von Martin541/1
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    Zitat Zitat von Dummschwaetzer
    Da bekommt man zum Jahresende sogar noch Kohle zurück, wenn man den Doc kaum oder nicht in Anspruch nimmt.
    Echt, ist dem so? Dann muss ich ja zusehen, dass wenn ich von Muddi zuhause weg bin, ich möglichst in der privaten unterkomme... ich seh ja, wie das bei Oma und Opa läuft, darauf kann ich auch getrost verzichten...
    Schon bitter, das unsere werten Minister das System trotz mehrfacher Reformation nicht auf die Reihe bekommen... Gott sei dank bin ich Jung und Gesund, aber wo soll das mal enden, wenn ich dann alt bin...

  7. #7
    Flugschüler Avatar von meingott
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    Als Medikamente bekommen sie nicht die guten und teuren Medikamente sondern irgendwelche billige und kaum wirkende Generika von irgendwas mit irgendwelchen Nebenwirkungen
    Nuja, das ist aber auch Quark. Ein Generikum muss die gleiche Wirkung haben und gleich sicher wie das Original sein.
    Das ist so vorgeschrieben.
    Mir ist das ziemlich wurscht, ob meine 500mg Acetylsalizylsäure von Aspirin (5,95 Euro), Ratiopharm (2,30 Euro) oder aus dem 1000-Pillen-Spender einer USA-Flasche (2 Dollar) kommt - das ist das gleiche Zeug.

  8. #8
    Kettenblattschleifer Avatar von schangri
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    aber wo soll das mal enden, wenn ich dann alt bin...

    erst mal in diesem System als Kassenpatient so alt werden :wink:

    mfg

  9. #9
    Tankentroster Avatar von Wille
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    das hab ich letztens erst miterlebt
    war immer routinemäßig beim Zahnarzt 3 mal im Jahr und er hat im September ein Loch endeckt und mit mein Backenzähner komplett entfernt (links oben)
    gut die stehen noch ein bisschen da
    aufjeden Fall sacht der zu mir ich brauch ne Krone ich frag wieviel die Kostet und er sagt zu mir 800euro
    musste ich erstmal schlucken und dann sagt er das übernimmt ja die kasse
    so laso den Zettel zur Aok Thür. geschickt und zurück kam er
    ich mach den auf und denk so ach du scheiße
    zahlen sie mir doch unglaubliche 50euro auf die 800 dazu
    ich find das einfach nur eine unverschämtheit was die Kassen da abzieehn zumal ich mir so ne giftige amalganfüllung jetzt reinsetzen lassen musste da ich die Krone nicht bezahlen konnte
    tja das ist Deutschland man zahlt nur für andere

  10. #10
    Simsonfreund Avatar von STORM
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    Zitat Zitat von Dummschwaetzer
    Wer jung und gesund ist, der sollte unbedingt irgendwie versuchen, sich privat zu versichern. Da bekommt man zum Jahresende sogar noch Kohle zurück, wenn man den Doc kaum oder nicht in Anspruch nimmt.
    Ist das so einfach? Warum machen das dann nicht alle? Ich frage wirklich ganz naiv, weil ich in dem Themengebiet völlig ahnungslos bin. Ich dachte immer, Privatpatienten müssen alle Rechnungen erstmal aus eigener Tasche zahlen und bekämen das dann erst später zurückerstattet. Und dass das der Grund dafür sein könnte, warum erst ab einer bestimmten Einkommensstufe der Umstieg auf private Versicherung möglich sei.

    Also ich könnte mit meinen nicht vorhandenen finanziellen Reserven und meiner eher eingeschränkten Bonität keine größere Operation mit längerem Krankenhausaufenthalt aus eigener Tasche zahlen.

  11. #11
    Flugschüler Avatar von meingott
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    Du musst erst 3 Jahre lang über 42.000 Euro (oder so, kann auch mehr sein) pro Jahr brutto verdienen und nachweisen können, damit du dich privat versichern darfst, wenn du nicht selbstständig bist.

  12. #12
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich außerhalb der gesetzlichen Krankenkassen "privat" zu versichern.

    1) man ist Freiberufler (z.B. Anwalt, Arzt, Apotheker, Architekt, Arschloch ... ) oder anderweitig selbständig.
    2) man verdient als Arbeitnehmer monatlich mehr als 3.675,- €uro brutto. (= z.Z. die Beitragsbemessungsgrenze)
    3) man ist Richter oder Beamter
    4) man ist von Beruf "Sohn" oder "Tochter" reicher Eltern
    5) bestimmt noch irgendwas anderes (z.b. als Student ist man jetzt auch nicht mehr krankenversicherungspflichtig, wobei die gesetzlichen Kassen für diese extra billige Tarife anbieten und man deshalb idR. dort günstiger kommt)

    Wenn dir der Arzt nach der Behandlung die Rechnung überreicht, dann wischst du dir kurz die Tränen aus den Augen und mußt die wie ein Held in der Regel natürlich erst mal selbst bezahlen, da du ja "Privatpatient" bist. Diese Rechnung oder das Duplikat reichst du dann bei deiner Privaten Krankenversicherung ein und bekommst das Geld dann von der normalerweise zurücküberwiesen, wenn diese Art der Behandlung von deinem Vertrag mit umfaßt war.
    Beamte bekommen, ja nach Vertrag, in der Regel nur die Hälfte der Kosten erstattet, weil die andere Hälfte der Dienstherr, bzw. die Beihilfestelle abdrückt.
    Wenn du jung und gesund bist und das ganze Jahr nicht beim Arzt warst, oder kleine Geschichten komplett selber bezahlst, dann zahlen manche Privaten Krankenkassen als "Dankeschön" manchmal auch ein paar Hundert Euro als "Bonus" zurück.

  13. #13
    Super-Moderator Chefkonstrukteur
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    Standard

    @schwätzer,

    "

    Wenn dir der Arzt nach der Behandlung die Rechnung überreicht, dann wischst du dir kurz die Tränen aus den Augen und mußt die wie ein Held in der Regel natürlich erst mal selbst bezahlen, da du ja "Privatpatient" bist. Diese Rechnung oder das Duplikat reichst du dann bei deiner Privaten Krankenversicherung ein und bekommst das Geld dann von der normalerweise zurücküberwiesen, wenn diese Art der Behandlung von deinem Vertrag mit umfaßt war.

    "

    RICHTIG! Aber nur fast!

    Wenn Du Dir vom Arzt die Rechnung hast in die Hand drücken lassen und die Tränen aus den Augen gewischt hast - dann reichst Du zuerst mal bei der PKV den Wisch ein - bezahlen kannste später immer noch !

    Bei meiner PKV ist es so, daß in der Regel das Geld nach 14 Tagen auf meinem Konto ist. Die Zahlungsfrist der Ärzte sind aber meist 4 Wochen (es gibt allerdings auch welche, die gierig sind). Wenn es nun noch dafür Zinsen gäbe, wäre ich vermutlich ein reicher Mann .

    Qdä

  14. #14
    Super-Moderator Urgestein Avatar von Rossi
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    Zitat Zitat von Dummschwaetzer
    5) bestimmt noch irgendwas anderes (z.b. als Student ist man jetzt auch nicht mehr krankenversicherungspflichtig, wobei die gesetzlichen Kassen für diese extra billige Tarife anbieten und man deshalb idR. dort günstiger kommt)
    Klar ist man als Student Krankenversicherungspflichtig, andernsfalls wird man nicht eingeschrieben ober bezahlt man nicht, fliegt man raus.

    Als Student zahlt man nur einen gringen Beitrag, etwas über 60EUR, der noch bei allen Kassen einheitlich ist. Das ist aber auch das einzige.

    Allerdings besteht bei Studenten unter 25 die Möglichkeit sich noch bei Mama und Papa beitragsfrei als Familienmitglied mitzuversichern.

    MfG

    Tobias, der genauso Kassenpatient ist.

  15. #15
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Auch möglich. Mir war nur so als hätte sich das vor paar Jahren mal irgendwie geändert. Vielleicht hab ich das aber auch nur falsch verstanden.

  16. #16
    KeinMöpMehr
    Gast

    Standard

    Jammert nicht ....wählt doch mal richtig!!!!!!!!
    Ist bald wieder soweit

    ...und wenn jetzt wieder einer den "Alt-Väter-Spruch" macht: "Ist doch egal wen man wählt.... " der sollte einfach nur das Maul halten bei solchen Diskussionen und weiter in's Bettkissen heulen!

    Man, man, man....... X(
    .

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