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Thema: How to: Eine Schwalbe mit der Sprühdose lackieren


  1. #1
    Simsonschrauber Avatar von Bönni
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    Standard How to: Eine Schwalbe mit der Sprühdose lackieren

    Hallo Freunde des gebrochenen Kolbenringes! :)

    Ich hatte ja mal versprochen zu erzählen wie ich mein Moped mit einer Sprühdose lackiere. Also will ich das jetzt mal machen.

    Vorweg: Ich bin kein Lackierer und das Ergebnis ist zwar schön, aber von der Haltbarkeit bei weitem nicht mit einer professionellen Lackierung vergleichbar. Der Lack bleibt einfach weicher.
    Außerdem ist die folgende Anleitung nicht der Weißheit letzter Schluss. Es können z.B. noch Zwischenschliffe gemacht werden, usw. Diese verbessern aber meiner Meinung nach das Endergebnis nicht mehr wirklich.

    Wichtig ist noch: Das ganze dauert ein paar Tage! Es macht tierischen Dreck (zumindest das Schleifen!), bedarf eines Raumes der durchgehend min. 15 Grad hat und etwas geschick! Also überlegt euch vorher ob ihr diese Vorraussetzungen habt!

    But here we go:

    Benötigtes Werkzeug: Flex, 3 "Negerkekse" (gibts zum Beispiel bei Auto Plus..), ca. 1,6L Grundierung, 1,6L Farbe und 1,6L Klarlack. 1,6L sind übrigens 4 Dosen..., Verdünnung oder Silikonentferner, Schleifpapier, Spachtel (elastisch!)

    Tag1: Abbauen aller Blechteile und ALLE Anbauteile ab. D.h. auch Scheuerleiste, etc. Danach steht man vo einem Haufen Blech und denkt: So schlimm kanns ja nicht werden.

    Tag2: Endlich das oben erwähnte Werkzeug holen und es geht los:
    Man schnappt sich die Flex und baut den Negerkes drauf.

    So sehen die Dinger übrigens aus. Nehmt bitte nicht die Teile für die Bohrmaschine! Die taugen gar nix!
    Ihr werdet nun mit dem ersten Teil anfangen und denken: Hey, geht ja ganz gut ab... Wenn ihr mit dem ersten Teil fertig seid werdet ihr denken: Sch§&§%! Noch so viel??? Aber bleibt tapfer!

    Tag3 + Tag4 + Tag5: Schleifen...

    Tag6: Eure Teile sehen nun etwa so aus:

    Sehr gut! Nun nur noch einmal von Hand mit dem Schirgelpapier drüber und dann werden die Teile aufgehängt (nicht hinstellen! wirklich hängen!) und entfettet. Dazu nehmt ihr Silikonentferner oder Verdünnung. Wichtig: Danach nicht mehr mit den Fingern drauf patschen. Eure ersten Teile können nun grundiert werden. Dabei müßt ihr euch vorher überlegen wo ihr "langsprühen" wollt. Am besten ist es, von links nach rechts über das Teil und dabei immer tiefer gehen. Vorsicht! Lieber zu wenig Farbe, als zuviel! Nasen sehen doof aus. Sollte eine Stelle nicht ganz gedeckt haben wartet bitte 10min. bevor ihr noch mal drüber sprüht. Sollte sich eine Nase gebildet haben: Teil komplett trocknen lassen und mit Schleifpapier wieder runter schleifen. Dann wieder entfetten und die Stelle noch mal grundieren.

    Danach sollte das ganze so aussehen:



    Dem aufmerksamen Beobachter ist jetzt aufgefallen: Der Depp hat ne Beule im Blech! Richtig! Und jetzt ist genau der Zeitpunkt gekommen um das Teil raus zu spachteln. Wichtig dabei: Die Spachtelstärke sollte 2mm nicht übersteigen. Sonst platzt das durch die 2-Takt-Vibrationen wieder ab.

    So. Eine Woche ist um und alle Teile sind grundiert. Schön. :)

    Jetzt ist ja ein Wochenende dazwischen, da schafft man was..

    Am nächsten Tag (Grundierte Teile mindestens 24 Std. trocknen lassen!) kommt nun die erste Farbe ins Spiel! Dabei oberste Regel: Nasen sehen scheiße aus und sieht zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu entfernen! Also bitte: Weniger ist mehr: Lieber später noch mal drüber ( ca. 10min.) als ne Nase.
    bei der Farbe ist es noch wichtiger, das ihr den Sprühverlauf vorher "plant"! Denn zu der Gefahr von Nasen kommt nun der blöde Sprühnebel. Der war bei der Grundierung nicht schlimm, macht aber unseren Lack matt. und das wollen wir ja nicht.
    Macht das also wieder nach dem selben Schema. Ich hab das mal "skizziert"..


    Dabei drauf achten, das ihr die Dose in solch einem Winkel haltet, das ihr den Sprühnebel "vor euch her schiebt". Die Wendepunkte lieben nicht auf eurem Werkstück, sonder in der Luft daneben! Sonst gibt das garantiert nen Läufer.

    Eure Farbe ist jetzt auch drauf und es sieht schon supper aus? Dann wartet mal bis der Klarlack drauf ist! Der kommt nämlich, nachdem die Teile wieder min. 24 Std. getrocknet sind. Frauen nennen das übrigens "Lipglos" oder so...

    Klar: selbes Spiel wie bei der Farbe: Nen Läufer wäre tötlich und Sprühverlauf vorher planen! Nach 24 weitern schweren Stunden ist das Werk nun endlich vollbracht! Doch vorsicht! Bis der Lack seine endgültige Härte erreicht hat, dauert es noch ein paar Tage! Also wenn ihr eure Kiste jetzt schon zusammen schrauben wollte: Seit gaaanz vorsichtig! Das gibt super leicht Kratzer! Am besten Handtücher o.ä. dazwischen legen...

    Das Ergebnis sieht am Ende etwa so aus:



    Okay...bei euch glänzt das noch ein bischen mehr. Ich habe seidenmatten Lack und glänzenden Klarlack genommen. ich fand das passt besser zum Stil der Kiste, ist aber Geschmackssache...

    Jetzt aber genug geredet: GEHT ENDLICH WIEDER RAUS ZUM SCHLEIFEN FAULES PACK!

    Edith sagte mir grad das der Motortunnel nicht passt. Das liegt daran, das ein Superheld den abgebrochenen Trittbretthalter schief wieder angeschweißt hat... Ich weiß...ich weiß...

  2. #2
    Moe
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    Moderator Simsonschrauber Avatar von Moe
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    Ahoi!

    Schön gemacht, gleich ab in´s Best of the Nest. Nich weil es perfekt wäre, aber weil fast jeder es doch mit der Dose macht.

    Gruß Moe
    Das Geistige kommt hier zu kurz!

  3. #3
    Simsonschrauber Avatar von Bönni
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    "Per..." was?? Das Wort kenne ich leider nicht...

  4. #4
    Museumsdirektor Avatar von moeffi
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    eine kleine ergänzung

  5. #5
    Simsonschrauber Avatar von Bönni
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    Ey! Der Link is super! Warum mach ich ir denn die Arbeit wenn da einer schon so gutes ins Netz gestellt hat!?

  6. #6
    Museumsdirektor Avatar von moeffi
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    der größte witz ist, das ich den auch mal irgendwo im nest gefunden und §gefavoritisiert" habe.
    mal was anderes: wie kommst du mit dem negerkeks in die ecken? z.b. innenseite des beinschildes war bei mir keksfreie zone.
    ..shift happens

  7. #7
    Simsonschrauber Avatar von Bönni
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    Als erstes muß mal der ganze Spritzschutz von der Flex ab. Da darf auch kein Griff oder so drann sein. Dann kommt man relativ weit in die Kanten rein.

    Da wo der Keks wirklich nciht mehr hin reicht habe ich erst einen Drahtbürstenaufsatz für die Bohrmaschine versucht, aber schnell gemerkt das damit das Blech zu sehr Riefen bekommt. Von daher ist dann handarbeit angesagt. Abe wie gesagt: Flex nackig machen, dann geht das schon... :wink:

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