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Thema: Kr51/1 jetzt komplett zusammengebaut, läuft nach 100x antreten, aber fürchterlich..


  1. #1

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    Standard Kr51/1 jetzt komplett zusammengebaut, läuft nach 100x antreten, aber fürchterlich..

    Hallo liebes Forum,
    lange habe ich hier gelesen und gestöbert, massenhaft Bilder durchgeguckt, jetzt ist es soweit: Meine in Einzelteilen erworbene Schwalbe, KR51/1, BJ 1968, Unterbrecherzündung, ist quasi fertig.
    Der erste Startversuch war natürlich ein großer Moment, aber etwas enttäuschend.

    Ich beschreibe das Verhalten mal so:
    Mit jedem Tritt auf den Kickstarter verbessert sich das Startverhalten um ca 1%.
    Nach dem ersten Tritt passiert quasi nichts, außer 2-3 Umdrehungen der Kurbelwelle. Es geht dann ganz, ganz langsam etwas länger, irgendwann hört man die erste richtige kleine Zündung, aber die reicht noch lange nicht, um die Kiste am laufen zu lassen.
    Nach etwa 100 Tritten ist dann ein Zustand erreicht, an dem sie läuft, allerdings nur unter absolutem Vollgas, ansonsten geht sie sofort aus. Startvergaser an/aus spielt keine Rolle im Verhalten.

    Jetzt habe ich natürlich die großen Listen abgearbeitet, aber bislang ohne Erfolg:

    -Zündzeitpunkt stimmt, ca 1,5mm vor OT. Zündunterbrecher ist neu.



    -Vergaser ist neu (BVF 16N1-5) und eingestellt. Schwimmer habe ich mit mit der Messmethode im geöffneten Zustand eingestellt. Startvergaser schließt, alle Düsen etc stimmen. Nadel hängt richtig.

    -Auspuff ist neu, Krümmer alt, wenn sie mal läuft, suppt schwarze Soße aus dem Bereich der Krümmermutter. Krümmer ist also nicht richtig dicht an der Stelle zum Zylinder. Andererseits habe ich schon von Schwalben gelesen, die auch ohne Auspuff fahren. Sollte also fürs erste nicht das große Problem an der Sache sein.

    -Den Motor habe ich komplett überholt, also incl aller Lager, Dichtungen, Zylinder, Kolben, Zylinderkopf etc.. Kompression fühlt sich gut an, ich muss mich ganz gut anstrengen, um ihn direkt an der Magnetschwungscheibe zu drehen.

    -Zündfunke ist da, sieht kräftig aus. Elektronik funktioniert auch.

    -Ansaugtrakt ist komplett und dicht.

    -Tank ist entrostet, Sprit genug drin, Benzinfilter ist neu






    Als er dann lief, habe ich mich draufgesetzt (nach etwa 100x treten war ich körperlich ziemlich am Ende) und wollte eine Runde drehen. Im ersten Gang ist sie extrem zäh und schwachbrüstig gefahren, im 2. Gang hatte sie zu wenig Drehmoment, um die Drehzahl zu halten.
    Sie läuft nur stabil bei relativ hohen Drehzahlen.




    Und jetzt? Was passt da nicht? Hab ich irgendetwas übersehen?

    Ich danke Euch schonmal!

  2. #2

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    Ich ergänze: Die Zündkerze ist die Isolator Spezial, 260 Wärmewert. Abstand ist bei 0,4mm. Habe ihn zum Test mal verringert auf ca 0,25mm, keine Veränderung.
    Auffällig ist aber die Tatsache, dass die Kerze nass ist. Da ist ein schwarzer nasser Film auf dem Kontakt. Demnach würde ich denken, dass sie viel zu fett läuft. Auch die schwarze Suppe aus der Krümmerdichtung sagt mir intuitiv, dass sie viel zu fett läuft. Aber wenn doch der Vergaser soweit passt? Die Schraube für das Leerlaufgemisch habe ich erst ganz rein, dann ca 1,5 Umdrehungen herausgedreht.
    Später testweise mal weiter herausgedreht, ohne Veränderung.

    Der Vergaser ist, wie oben beschrieben, neu. Muss ich diese Senfglasmethode anwenden oder gibt es noch viel verdächtigere Kandidaten?

    Ich danke erneut!

  3. #3
    Chefkonstrukteur Avatar von Bär
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    Das Moped läuft höchstwahrscheinlich zu fett.

    Versuche mal das in dieser Reihenfolge:

    - Überprüfe das Spiel des Startvergaserzugs.
    - Ist der Gummistopfen am Startvergaser vorhanden?
    - Stell den Vergaser nach der Senfglasmethode ein.
    - Überprüfe das Schwimmernadelventil, ob es hängt.


    Viel Erfolg!
    Jonas
    Klaus-Kevin, lass das!

  4. #4
    Super-Moderator Urgestein Avatar von Zschopower
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    Standard

    Wenn die Kerze nach sooooooo vielen Startversuchen schwarz und feucht ist, dann muss das nicht bedeuten, dass der Vergaser zu fett eingestellt ist.
    Aber zur Vorsicht kannst Du ja mal die Senfglasmethode anwenden.
    Bist Du wirklich sicher, dass der Zündzeitpunkt richtig ist?
    Hast Du mal eine andere Zündkerze, einen anderen Kerzenstecker probiert?
    Was ist das für ein Benzinfilter, den Du im ersten Beitrag erwähnt hast?
    Hast Du mal die Kompression gemessen?

    Peter

  5. #5

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    Der Startvergaserseilzug hat genug Spiel, der Gummideckel ist vorhanden und sitzt richtig. Das Schwimmerventil funktioniert auch.

    Der Zündzeitpunkt sollte schon passen: Im Uhrzeigersinn drehe ich das Polrad, bis der OT erreicht ist, gemessen mit einem Messschieber. Dann drehe ich das Polrad zurück (gegen den Uhrzeigersinn), bis der Messschieber 1,5mm weiter hereinpasst. An dieser Stelle sollte der Zündunterbrecher gerade schließen (und zünden). Drehe ich weiter gegen den Uhrzeigersinn, dann öffnet der Zündunterbrecher sich.

    Die Kompression kann ich ohne Hilfsmittel nicht messen, oder? Es fühlt sich bei eingeschraubter Kerze aber kräftig an.
    Der Benzinfilter ist einfach eine kleine Kapsel zwischen Benzinhahn und Vergaser.
    Wenn ich den Vergaser komplett entleere, dann fließt auch bis zum Abschluss des Schwimmerventils kräftig Sprit durch, dauert keine 10 sek, dann ist die Schwimmerkammer voll (evtl zu voll, das probiere ich morgen mal aus..)

    und danke!

  6. #6
    Super-Moderator Museumsdirektor Avatar von totoking
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    Zitat Zitat von zatti01 Beitrag anzeigen
    Der Zündzeitpunkt sollte schon passen: Im Uhrzeigersinn drehe ich das Polrad, bis der OT erreicht ist, gemessen mit einem Messschieber. Dann drehe ich das Polrad zurück (gegen den Uhrzeigersinn), bis der Messschieber 1,5mm weiter hereinpasst. An dieser Stelle sollte der Zündunterbrecher gerade öffnen (und zünden). Drehe ich weiter gegen den Uhrzeigersinn, dann schließt der Zündunterbrecher sich.
    ich hab das mal korrigiert. wenn du wirklich so gearbeitet hast wie du geschrieben hast, dann ist dein zzp massiv zu früh und es ist ein wunder, dass die kiste überhaupt anspringt.
    gruß auch aus hamburg
    sirko
    Ich wünschte ich wäre eine Lorbeere, dann hätt ich nichts zu tun als auf mir auszuruhn!!!

  7. #7

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    Habe heute mal alles überprüft:

    Die Zündung war und ist richtig eingestellt, ich hatte nur im oberen Beitrag einen Dreher drin.
    Der Vergaser ist laut Senfglasmethode okay, musste nur ganz leicht nachbiegen. Der Vergaser ist neu, dementsprechend auch alle Düsen und Ventile, alle sind dicht.

    Was mir noch eingefallen ist: Die Schraube für das Gemisch im Leerlauf soll laut diversen Anleitungen komplett hereingedreht werden und dann eine Umdrehung zurück, ist das so richtig? Ich finde da keinen exakten Punkt, an dem sie komplett reingeschraubt ist, es wird einfach langsam fester.

    Das Verhalten ist total merkwürdig:
    Direkt nach dem Ankicken hört sich der Motor für etwa 0,5sek relativ normal an, verbrennt auch kurz, geht dann aber jedes mal aus. Der Krümmer wird nach dem ständigen Kicken auch heiß, also irgendwas verbrennt da.

    Aus dem Tank kommt genug Benzin, die 200ml pro Minute erreiche ich auf jeden Fall.

    Habe eine andere Zündkerze ausprobiert, identisches Verhalten.

    Habe die Zündplatte getauscht, identisches Verhalten.

    Zündfunke kommt und ist kräftig.


    Langsam gehen mir die Ideen aus


    Falls Euch noch etwas einfallen sollte, wäre ich sehr dankbar für eine Antwort : )

  8. #8
    Kettenblattschleifer
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    Heiß kann das auch werden, wenn ständig nur Luft komprimiert wird und nichts verbrennt. Schonmal die Fahrradpume vorne angefasst nach engagiertem Pumpen?

    Die Schraube hat definitiv einen festen Endpunkt. Das liegt an der Gummidichtung, welche sich staucht und das Drehen erschwert. Dann bist du aber auch schon fast am Ziel. Einfach mit Gefühl noch ne halbe Drehung mehr, dann müsste Schluss sein.

    Die andere Zündkerze, war die komplett neu? Einmal ordentlich abgesoffene Kerzen sind auch mal gerne hinüber. Der Isolator zieht sich voll mit Sprit und wird dann zum Leiter.

    Testweise würde ich mal den Vergaser direkt Luft saugen lassen, also Ansaugtrakt abmachen.

  9. #9
    Super-Moderator Museumsdirektor Avatar von totoking
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    Zitat Zitat von zatti01 Beitrag anzeigen
    Falls Euch noch etwas einfallen sollte, wäre ich sehr dankbar für eine Antwort : )
    manchmal ist es einfach auch sinnig, mal jemand anderen draufgucken zu lassen der noch ideen hat. aus der ferne ist das immer alles nicht so leicht zu beurteilen und eventuell liegt ja der fehler an einer stelle, die wir gar nicht vermuten. auch würde ich nochmal im vergaser nachschauen. insbesondere das schwimmernadelventil ist häufig etwas hakelig und lässt entweder keinen sprit durch oder eben auch viel zu viel. da kannst du testweise mal das alte mit dichtung einsetzen.

    gruß sirko
    Ich wünschte ich wäre eine Lorbeere, dann hätt ich nichts zu tun als auf mir auszuruhn!!!

  10. #10

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    Danke für die geduldsame Hilfe, ich habe heute wieder viel probiert:

    1) den Vergaser mal komplett mit Druckluft gereinigt
    2) den Beruhigungskasten nicht eingebaut.
    3) den Benzinfilter (kleine Kapsel) ausgebaut
    4) neues Benzin-Öl-Gemisch eingefüllt, halbvoll 1:33

    im Anschluss wieder Startversuche, hierbei ergab sich ein sehr merkwürdiges Verhalten, das eventuell den Fehler stark eingrenzen könnte:

    Die ersten 5-10 Kicks waren müde, dann gings langsam besser.
    Habe dann etwa 2 Minuten Pause gemacht, nochmal probiert und sie ist ca 3-4 Sekunden gelaufen, dann ausgegangen.
    Im Anschluss wurde das Verhalten langsam wieder schlechter.
    Ich habe die Pause wiederholt, wieder ist sie ca 3-4 Sekunden gelaufen, dann ausgegangen. In den nächsten Kicks wieder müder und träger.
    Dieses Spiel konnte ich beliebig oft wiederholen, es passiert immer das Gleiche, allerdings läuft sie nie länger als die paar Sekunden. Es hat die Werkstatt vollgequalmt, also sie verbrennt den Sprit irgendwie, aber halt viel zu kurz.

    Worauf lässt dieser reproduzierbare Fehler Eurer Meinung nach schließen?
    Bekommt sie zu wenig Sprit, der in der kleinen Pause nachfließen kann?
    Bei offenem Benzinhahn kommt 300ml in der Minute..


    Morgen kann ich dann mal testweise ein anderes Ventil einbauen, inzwischen erreiche ich im Vergaserausbauen Rekordgeschwindigkeit..

    In direkter Nähe habe ich keinen, der sich ernsthaft damit auskennen würde, darum bitte ich hier erneut um Hilfe..

    Danke : )

  11. #11
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    Ich will ja nicht unken, aber bei einem solchen Verhalten würde ich auf kaputte Wedis tippen (ja ich hab gelesen, dass du den Motor überholt hast).

  12. #12

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    Oh jeh, das wäre ziemlich ärgerlich und aufwändig..
    Wäre schon möglich, dass ich beim Zusammenbau damals einen Fehler gemacht habe.

    Morgen werde ich ein letztes mal den Vergaser ausbauen, das Schwimmerventil tauschen und probieren.
    Wenn das dann nichts wird, muss ich wohl oder übel nochmal den Motor spalten und den Spaß wiederholen.

    Am Krümmer läuft übrigens immer relativ dickflüssiges Zeug herunter, wenn ich kicke. Könnte das Getriebeöl, vermischt mit Sprit sein?
    Ich bitte um Verzeihung, dass ich das erst jetzt erwähne, vorher erschien mir das aber nicht besonders wichtig, ich habe es für irgendwelche Rückstände aus dem Brennraum gehalten. Schimmert schwarz-dunkelgrün.

  13. #13
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    Ich will dich nicht animieren den Motor nochmal zu spalten. Ich würde erst mal folgendes machen: in Hamburg gibt es doch einige Schwalbe Fahrer und vielleicht ist es möglich sich mal zu trefffen und einen erwiesenermassen laufenden Vergaser einfach zu montieren. Hast ja mittlerweile Erfahrung damit.....
    Das Ergebnis müsste für sich sprechen......
    Meine Erfahrung ist, bei deinem geschilderten Problemen und nach Ausschluß der Zündung und Vergaser(und wenn die selbst nicht 100% eingestellt sind), dass es die Wedis sind und zwar nicht leicht kaputt und daher im Betrieb schleichende Anzeichen, sondern kaputt und zwar richtig.
    Hatte solches Verhalten 2 mal und nach dem Tausch war es weg (leider bei einer /2 da ist das einfacher)....

  14. #14

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    Mir fällt noch ein: Der Motor hat jetzt über ein Jahr in zufälliger Lage (uU auf dem Kopf) auf dem Dachboden gestanden. <br>Könnte das ein Problem gewesen sein?<br>

  15. #15
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    Getriebeöl kannste rausriechen eigentlich. Da ist schon eine deutliche Fischnote zu erkennen.

    Beim Vergaseranbau nicht die muttern übertrieben einseitig anziehen. Sonst Flansch krumm.

  16. #16
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    Getriebeöl im Kurbelgehäuse oder Ansaugtrackt? Wie denn, außer die Wedis sind kaputt (warum auch immer aber bestimmt nicht durch Alterung nach 1 Jahr) und nach langer Lagerung ist es reingelaufen. Aber nach deinen Versuchen müsste es raus sein. Und die Kompression treibt Benzin ins Kupplungsgehäuse.........

    Aber deine Vorkompression ist nicht da und das kannst du auch nicht mit einer Kompressionsprüfung feststellen und da ist das Problem....

    Aber kann sein und nicht..... ist nur eine Vermutung......sorry

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