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Thema: Kupplung oder Kettenritzel


  1. #1
    Schwarzfahrer
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    Standard Kupplung oder Kettenritzel

    Hallo liebe Nestler,

    Nachdem ich ja schon so stolz war, dass es mir als ungeübter Schrauberin gelang, meine Schwalbe nach 3 Jahren Scheunendasein wieder fit zu machen und sie auch jetzt 3 Monate wunderbar lief, war es letzten Samstag so weit.
    Morgens auf dem Weg zum Bäcker kamen seltsame Geräusche aus dem Kupplungsdeckel. In rythmischen Abständen erklang ein Bong...Bong. Da ich ja nix kaputt machen wollte bin ich dann ganz langsam wieder heimgefahren und es flog der Gang raus. Die Kraftübertragung war weg und ich durfte mein Gefährt nach Hause schieben. Leider wohnen wir oben auf dem Berg. ich kam verschwitzt, müde und enttäuscht an.
    Ich war mir sicher: nun hab ich einen Kupplungsschaden. Sonntag habe ich mich dann aufgerafft, das Öl abzulassen und unter den Kupplungsdeckel zu schauen. Die Kupplung bewegte sich kaum beim Betätigen des Hebels. Also wollte ich sie ausbauen und mir mal anschauen, was da kaputt ist. Aber über das herausdrehen der Einstellschraube bin ich leider nicht hinausgekommen. Inzwischen habe ich ja auch Airheads "Best of the nest" Kupplungsthread gelesen und mir ist zumindest theoretisch mal klar, wie die Kupplung ausgebaut wird. Aber: leider steht da nix drin, wie man das Paket da wieder hineinbekommt. Mein Kupplungskorb hat Spiel, wahrscheinlich auch zuviel. Habe was von 0,3mm zulässigem Spiel gelesen. Bei mir sind es eher 3 mm. nicht nach rechts und links oder oben und unten, sondern eher in sich. Also axial. Wie kriegt man beim Einbau denn die Druckfedern wieder gespannt und den Nippel in die Öffnung, wenn man dazu einen Schraubstock braucht? Oder woher bekomme ich einen Schraubstock in den ich meine Schwalbe einspannen kann?
    Wie sich dann am nächsten Tag herausstellte (ja mir kam am Abend der Geistesblitz, dass ja vielleicht nicht unbedingt die Kupplung die Ursache für die fehlende Kraftübertragung sein muss, sondern es kommt auch das Kettenritzel in Frage, das ich in etwa 2 wöchigen Abständen immer wieder neu festziehen musste) war die eigentliche Ursache das abgesprungene Kettenritzel. Die Mutter lag unten im Kettenkasten nebst dem Sicherungsblech mit der Tachonase. Das Sicherungsblech hatte allerdings das Zeitliche gesegnet und sein Sicherungsnäschen war in viele kleine Metallspäne zermahlen.
    Meine Freude war zunächst groß: Dann brauch ich ja nur ein neues Sicherungsblech. Heute kommt es mit der Post.
    Doch ein letzter Zweifel bleibt: ist das übermäßige Spiel der Kupplung möglicherweise die Ursache für das permanente Lockern des Kettenritzels? oder ist das lockere Kettenritzel gar die Ursache für das übermäßige Spiel der Kupplung? Oder ist gar meine Antriebswelle eher der Übeltäter? Hab mal dran gewackelt und muss sagen die ist bombenfest.
    Was kann den passieren, wenn ich mit dieser Kupplung noch ein bisschen weiterfahre? Zerlege ich mir dann das Getriebe? Kann ich mein Kettenritzel einfach mit einer selbstsichernden Schraube festdrehen? Oder haben die ein anderes Gewinde?

    Fragen über Fragen.

  2. #2
    Glühbirnenwechsler Avatar von Carlos
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    Standard

    Wie kriegt man beim Einbau denn die Druckfedern wieder gespannt und den Nippel in die Öffnung
    Du brauchst dafür keinen Schraubstock, das funktioniert auch von Hand. Versuch mal, mit einer Spitzzange (Backen leicht gespreizt) den Stütznippel runter zu drücken und ein Helfer führt den Bolzen ein. Oder du sägst dir in eine Schraube einen entsprechenden Schlitz und drückst damit auf den Nippel.

    Kann ich mein Kettenritzel einfach mit einer selbstsichernden Schraube festdrehen? Oder haben die ein anderes Gewinde?
    Die Mutter ist M 18 x 1,5, 5 mm flach, wirst du wohl kaum selbstsichernd bekommen. Also neues Sicherungsblech besorgen, Ritzel montieren, Mutter _fest_ (50 Nm dürfen das schon sein) ziehen und das Bleck anständig an eine Flanke der Mutter biegen, dann muss das halten.

    Gruß,
    Carlos.

  3. #3
    Schwarzfahrer
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    Du brauchst dafür keinen Schraubstock, das funktioniert auch von Hand.
    Da bin ich ja schon mal froh, dass die Druckfedern dann doch nicht soo widerspenstig sind, wie in Airheads Text beschrieben. Nur wo bekommt man einen Helfer her für den Nippel? Mein Freund ist inzwischen schon so allergisch alleine auf das Wort Simson. Gibt es irgendwo ein komplettes Kupplungspaket günstig zu erstehen? Wenn der Korb Spiel hat, ist ja wahrscheinlich so ziehmlich alles zum Auswechseln fällig. Weiss jemand was da alles reingehört:
    Korb, Tellerfeder, 4 Druckfedern, 4Lamellen, 4 Anlaufscheiben, 4 Reibbeläge...was vergessen?

    und das Bleck anständig an eine Flanke der Mutter biegen, dann muss das halten.
    Dann werde ich mal schnell noch das Blech umbiegen, dass ich gestern schon eingebaut habe und auch schon eine Probefahrt hinter mir habe. Leider greift die Kupplung nicht mehr so doll. Kann ja an dem zu grossen Spiel liegen.

    Wieviel Lüftungsspiel sollten denn die Reibbeläge/Lamellen haben?

  4. #4
    Museumsdirektor Avatar von moeffi
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    moooment - halblang!

    wie schon geschrieben dient das blech mit der tachonase nicht nur als tachoantrieb, sondern auch als sicherungsblech. das bedeutet, nachdem die mutter fest(!) ist, biegt man eine flanke der scheibe nach oben, sodass sie an der mutterflanke anliegt, da das blech auf dem ritzel fest liegt (wegen der nase kann es sich nicht verdrehen) kann die mutter sich nicht mehr losrappeln.

    deine kupplung solltest du jetzt erst mal wieder einstellen wenn sie nicht richtig greift. zuviel axialspiel des kupplungskorbes kann mehrere ursachen haben, und bevor du jetzt die ganze kupplung aus dem fenster wirfst, lohnt es sich, diese mal genauer zu inspizieren:
    1) es gibt drei möglichkeiten, wie spiel auftreten kann
    - radialspiel (man kann den kupplungskorb nach links, rechts oben und unten bewegen)
    - axialspiel (man kann ihn auf der welle vor und zurückschieben)
    - kippelspiel (quasi eine kombination aus beidem, wobei kippelspiel auch dann auftreten kann, wenn die axial und radialspiele verschwindend klein sind)

    solange kein nennenswertes kippelspiel auftritt, ist wahrscheinlich nichts arges kaputt. ich tippe darauf, dass dein kupplungskorb nicht richtig festgezogen ist. nimm mal die federn raus (vorsicht, die springen gerne durch die gegend) udn das innenleben der kupplung. also reibbeläge und stahlscheiben.

    2) bei dieser gelegenheit prüfst du diese direkt nach (stahlscheiben auf wärmespuren udn dicke der reibscheiben messen). dann siehst du den nackten kupplungskorb vor dir, innen der mitnehmer (das ding mit den stäben auf denen die reibbeläge gesteckt haben) und aussenrum der korb mit verzahnung. in der mitte sind die mit einer mutter und sicherungsblech auf der getriebewelle fest - oder eben auch nicht. falls nicht, kann das zu den beschriebenen symptomen führen.

    3)sollte hier alles fest sein, prüfe mal indem du direkt am kupplungskorb wackelst, obe dieser kippelspiel hat und schätzt wieviel es ist (ein klein wenig muss vorhanden sein). wenn sich herausstellt, dass hier zu viel kippelspiel vorhanden ist, sind entweder kupplungskorb und die hülse, auf der er läuft verschlissen, oder aber die welle an der stelle abgenutzt.

    wie passiert so etwas? bei gezogener kupplung und eingelegtem gang steht ja das getriebe still, aber der motor dreht. das heißt der kupplungskorb dreht sich, aber der mitnehmer innendrin udn die welle nicht. es findet also relativbewegung zwischen dem korb und der hülse, auf der er sitzt, statt. hat man zuwenig öl drin und hält immer an, ohne den leerlauf zu benutzen, kann hier verschleiß auftreten. irgendwann wird dieser so krass, dass die beiden teile miteinander verbacken und die relativbewegung findet nicht mehr zwischen hülse und korb, sondern zwischen hülse und welle statt. die oberfläche der welle ist hierfür nicht geschaffen udn geht auch schnell kaputt. in diesem fall muss der ganze motor auseinander.

    aber nun wollen wir den teufel mal nicht an die wand malen, ich vermute mal bei dir ist entweder was nicht richtig fest, oder lediglich der korb muss getauscht werden.

    ach ja, prüfe direkt auch, ob die verzahnung des korbes und des primärritzels (auf der kurbelwelle) bündig laufen oder ob die versetzt sind. in letzterem fall fehlt ne anlaufscheibe hinter dem korb (montagefehler).
    ..shift happens

  5. #5
    Glühbirnenwechsler Avatar von Carlos
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    in letzterem fall fehlt ne anlaufscheibe hinter dem korb (montagefehler).
    ... was auch zum erhöhten Axialspiel führt. Soll ist übrigens 0,1 mm.

    Gruß,
    Carlos.

  6. #6
    Schwarzfahrer
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    Standard

    So, komme jetzt vom Blech umbiegen (sicherheitshalber hab ich es jetzt mal an 2 Kanten der Mutter dran gebogen) und Kupplungseinstellen zurück.

    Danke Dir Möffi für den echt toll beschriebenen Text. Sie hat nach deiner Beschreibung ein "Kippelspiel". Dies sind die geschätzten 3 mm. Radial und Axial kippelt nix.
    Die Kupplung ist wohl trotzdem verschlissen. Man hat echt nur einen Bereich von einer halben Schraubenumdrehung zwischen rutschen und nicht mehr trennen. D.h. ich kann jetzt zumindest mal schalten und komm trotzdem bei uns den Berg rauf :)

    So werde ich das Projekt "Kupplung" auf den September vertagen, dann brauch ich die Schwalbe zumindest nicht mehr jeden Tag und hoffe mal, dass ich sie bis dahin nicht ruiniert habe. Da es ja leider erfahrungsgemäß immer recht lange dauert bis man dann alle benötigten Teile per Versand beisammen hat. Vielleicht hab ich ja bis dahin auch einen Helfer aufgetan, der mir die Federn wieder einfängt.

    Danke auch dir Carlos für den Tipp mit dem Blech. Vielleicht hälts ja jetzt

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