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Thema: Kupplungsdruckstange fest


  1. #1
    Schwarzfahrer
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    Standard Kupplungsdruckstange fest

    Hallo zusammen!

    Ich habe folgendes Problem mit meiner Schwalbe (KR51/2):
    Nachdem mir der Sicherungsring von der Schaltwelle
    gesprungen ist, und ich nur noch im ersten Gang fahrenkonnte, bin ich mit gezogener Kupplung einen Hügel runtergerollt. Dabei merkteich, dass langsam die Kupplung kam, irgendwie so, als wenn der Kupplungszugsich verabschiedet hätte.

    Also habe ich die kleine nach hause geschoben und mal denMotor aufgemacht.

    Leider ist nicht der Kupplungszug gerissen, sondern dieKupplungsdruckstange hat kräftig an der kleinen Madenschraube gefressen. Diesscheint nur der eine Teil des Problems zu sein, denn den linken Teil der Stangekonnte ich schon entfernen. Dazu habe ich mit einiger Gewalt den Hebel so weitgegen den Uhrzeigersinn verdreht bis die Stange weit genug aus der Welleschaute. Den Heben konnte ich dann rausnehmen. Mit einem in die Welle gestecktenSchraubendreher habe ich die zwei restlichen Druckstangenteile nun nach rechtsgeklopft – die sitzen richtig fest!

    Eigentlich war der Plan derart, dass ich mit eineeingeführten Stange (in das Loch des Kupplungshebels) die Stangen wieder nachlinks drücken könnte – diese sich also durch das hin und her etwas lösensollten. Genau das gelingt aber nicht, da diese so fest in der Welle sitzen.
    Inzwischen habe ich schon den leisen Verdacht, dass ichnicht um das Spalten des Motors umhin komme – es sei denn jemand kann mir miteinem guten Tipp oder Trick weiterhelfen.

    Grüße

  2. #2
    Chefkonstrukteur Avatar von Harzer
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    Standard

    Das hört sich nicht gut an, wenn die Stangen schon beim nach rechts klopfen schwer gingen, kommen die bestimmt nicht von alleine wieder nach links. Da die mittlere kleine Stange auch noch hart ist, wird das auch mit anbohren nichts.

    Also eine richtige Idee habe ich da auch nicht. Da muss der Motor bestimmt auf.

    Gruß
    Frank

  3. #3
    Chefkonstrukteur Avatar von Matthias1
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    Standard

    Ich habe zwar das Problem verstanden, aber nicht, wie es dazu kommen konnte. Mit gezogener Kupplung einen Hügel runterrollen - davon frisst sich doch nicht die Druckstange in die Madenschraube. Da sollte doch immer auch Öl herumschwirren, und ich weiß auch nicht, warum da genau etwas festgehen soll?! Die Druckstangen haben Spiel in der Welle - selbst trocken kann doch da nichts festgehen. Hast Du´s schon mal ganz simpel mit Schmiermittel versucht? Wenn das auch nichts hilft, ganz blöde Idee - vielleicht mit Unterdruck, also Vakuumpumpe? Damit keine Luft durch die Welle kommt, vielleicht die Gegenseite vom Kupplunghebel mit Fett "versiegeln"? An dem Kupplunghebel ist aber noch alles dran - nicht dass dort Späne weggefressen wurde, und nun die Stangen blockiert? Wäre vielleicht, wenn auch mit viel Phantasie, denkbar. Vielleicht ist es ja wirklich Metallstaub, der in die Welle geraten ist, das würde alles erklären. Bloß passieren darf das nicht - da fliegt doch überall Öl rum. Tja, also wenn Öl nichts bringt - Motor aufmachen. Nützt nix.

    MfG

    EDIT: Warte mal - da kommt mir noch eine Idee : Wenn Du Pattex Stabilit Express geschickt benutzt (ziemlich brutaler Zweikomponentenkleber) könntest Du auch ohne Spalten eine wirklich reelle Chance haben. Kommt darauf an, wie fest die Dinger sitzen. Du führst eine Eisenstange mit genau passendem Durchmesser in die Welle ein, bis auf Anschlag, und betupfst die Spitze vorher mit dem Kleber. Aber äußerste Vorsicht: Wenn die Hilfsstange auf die Druckstange trifft, darf der Kleber nur die Rundung von der Druckstange erwischen, und nicht die Welle selbst!!! 1 h warten, dann ist das Zeug endfest. Dann kannst Du ziehen, das Zeug hat auch auf blankem Metall eine sehr gute Haftkraft pro mm². Ist das Beste, was dafür im Handel erhältlich ist. Du musst nur vorher die Klebefläche absolut fettfrei bekommen, logo. Falls das tatsächlich klappen sollte - wenn die Hilfsstange aus der Hohlwelle rauskommt, darf sie auf keinen Fall verkippelt werden! Jedes Verbiegen würde die Verbindung sofort platzen lassen, da die seitlichen Hebelkräfte für so eine kleine Klebefläche zu groß sind. Deshalb wär´s auch wichtig, die Klebekontaktfläche zwischen beiden Teilen so groß wie möglich zu bekommen, aber auf keinen Fall darf irgendwas davon an die Hohlwelle geraten, sonst klebt die Hilfsstange auch noch fest. Du kannst und solltest mit dem Stück, welches Du schon hast, die Prozedur genau testen. Optimal wär´s auch, wenn die Stirnseite der Hilfsstange ein Gegenstück zur Druckstange bildet, also nach innen gewölbt ist. Besonders fest wird der Kleber, wenn man ihn mit viel Härter anmischt, dann ist aber auch die Verarbeitungszeit extrem kurz, d.h., er wird sehr schnell zäh und muss umgehend angedrückt werden.

    Wenn Du Dich dazu entschließt, und das auch funktionieren sollte, hast Du aber trotzdem das Problem: was dann? Wenn das, was die Stangen blockiert, Metallstaub ist, muss er raus.
    Die Dummen haben das Pulver nicht erfunden. Aber sie schießen damit.

  4. #4
    Flugschüler Avatar von Simsonmichel
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    Hallo,
    ist mir auch ein Rätsel, wie das passieren kann. Solltest Du die Druckstangen herausbekommen zieh bitte auch mal den Kupplungshebel heraus. Der ist nicht gehärtet wie die Hohlschraube und wenn die schon gefressen hat (kein oder zu wenig Öl?) dann wird sich die Druckstange in den Kupplungshebel hineingefressen haben. Das würde auch erklären, warum die schräg sitzt: Sie hat eine neue Bohrung im Kupplungshebel.
    Wahrscheinlich musst Du das Teil spalten, ich würde es so machen.

    Gruß vom Michel

  5. #5
    Schwarzfahrer
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    Hallo und danke für die Antworten.

    Die Ursache ist mir auch unklar - zu wenig Öl würde ich nicht 100%ig ausschließen, obwohl eine Menge herausgekommen ist, als ich es abgelassen hatte. (ca. 300ml - ein Rest kam erst später, da ich die Schwalbe ein wenig schräg gestellt hatte)
    Die Idee mit dem Kleber scheint mir zwar sehr gut zu sein, allerdings gebe ich dem keine guten Chancen, da ich die Druckstange echt mir dem Hammer prügeln musste, um sie zu bewegen.
    Inzwischen liegt der Motor auch schon auf der Werkbank...
    Der Kupplungshebel hat übrigens in der Tat eine Einlaufstelle - warum ist der eigentlich nicht gehärtet? Vielleicht sollte man das bei dem neuen vor dem Einbauen mal machen?
    Stichwort: Anlassfarben?

    Grüße

  6. #6
    Glühbirnenwechsler
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    Standard

    Das Verschweißen kommt vor. Beim Originalmotor selten, aber wie man sieht eben auch hier.
    Bei Tuningmotoren dann sowieso.
    Wenn man Glück hat verschweißt es alle 3 Druckstangen, dann kann man die rausziehen.
    Als Notoperation bietet sich an, von der Lima-Seite aus genau mittig am Gehäuse das 6000er Lager anbohren, dann kann man die Druckstangen zur Getriebeseite hin rausschlagen. Das Loch dann kleben/schweißen.

    Obacht! Es gibt auch ungehärtete Druckstangen, die auf garkeinen Fall verwenden. Dann ist das Verschweißen vorprogrammiert.

    Ansonsten kann man den kurzen Druckstift durch 2 Kugeln vom 16004er Lager ersetzen, die nehmen einiges an Reibung.
    Und im Sportbereich kann man das Problem komplett ausmerzen, indem man eine nadelgelagerte Kupplungsdruckplatte einbaut:
    Kupplungsdruckplatte Nadelgelagert, LangTuning - Simsontuning und Ers

  7. #7
    Flugschüler Avatar von Simsonmichel
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    Hallo,
    schön, dass die Drckstangen draussen sind. In ein intaktes Gehäuse ein Loch bohren!??? Na ja, das ist eher die russische Methode und nicht wirklich empfehlenswert.
    Die kleine Einlaufstelle ist übrigens O.K. und war an bisher jedem Kupplungshebel vorhanden, den ich im Zuge der Motorregenerierung in den Händen hatte.

    Gruß vom Michel

  8. #8
    Glühbirnenwechsler
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    Standard

    Manchmal verschweißen die Druckstangen, wenn keine Werkstatt zum Motorspalten in der Nähe ist. Dann ist die Bohrung eine schnelle und funktionierende Operation. Alles schon gemacht.
    Das Gehäuse ist ja hinterher immernoch intakt, ist ja nicht so, dass es schrott ist.

  9. #9
    Chefkonstrukteur Avatar von tagchen
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    Zitat Zitat von beaver Beitrag anzeigen
    Ansonsten kann man den kurzen Druckstift durch 2 Kugeln vom 16004er Lager ersetzen, die nehmen einiges an Reibung.
    Macht Langtuning glaube immer so, wenn man ihn bei dennen regeneriert. Egal ob Tuning oder Serie.
    KR51/1S 75´/ S51 B2-4 81´/ S70C 86´/ S70C 87´ / Star 69´

  10. #10
    Chefkonstrukteur Avatar von Harzer
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    Ich hatte schon mal überlegt, dort wo die Druckstange am Kupplungshebel drückt eine Hartmetallplatte ein zu lassen. Die Idee kamm von ein Kollegen der die Wartungsfreie Simson baut oder am bauen ist.

    Die Zylinderrolle in der Mitte ist 5x8, günstig wären 5er Kugeln und eine lange Druckstange um 2mm kürzen, habe ich in zwei Motoren auch. Aber mit dem Thema bin ich eigentlich durch und das tut auch hier nicht zur Sache.

    Gruß
    Frank

  11. #11
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    Hallo zusammen!
    Danke für die vielen hilfreichen Antworten!
    Die Idee mit dem Anbohren des Gehäuses gefällt mir im Grunde am besten, allerdings kann ich es tatsächlich nicht übers Herz bringen das Gehäuse zu löchern. Deshalb werde ich wohl den Motor spalten und später dann mit Kugeln arbeiten.

    Grüße Gunnar

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