+ Antworten
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: "Kurzer" Erfahrungsbericht über Almot + Barikit Kolben an KR 51/2 4Gang


  1. #1
    Zündkerzenwechsler
    Registriert seit
    14.07.2013
    Beiträge
    33

    Standard "Kurzer" Erfahrungsbericht über Almot + Barikit Kolben an KR 51/2 4Gang

    Achtung viel Text also wer nicht lesen will einfach ignorieren....

    Hallo Simsonfans


    Nachdem leider mein treuer DDR-Zylinder nach über 30.000km(davon über 18.000 selbst gefahren) aufgegeben hat, musste ich mir Ersatz besorgen. (Das Gewinde für den Auspuffkrümmer ist ausgebrochen so das nichts mehr geht mit regenerieren / aus schleifen).
    Zunächst war ich auf der Suche nach original Zylinder aber da ich von einem Bekannten der sich einen falschen Nachbauzylinder bestellt hatte (statt für eine /1er einen für eine /2er Schwalbe) kostenlos an einen neuen Almot mit Deckel gekommen bin, dachte ich mir ich versuche es damit mal.
    Nur den Billigkolben(10 EUR Teil) wollte ich nicht unbedingt verwenden.
    Bei ZT Tuning bekommt man Barikit Kolben in original Maßen und in 2 Ring Ausführung.
    Diese werden wegen der großen Nachfrage nun für original Setups gebaut(laut Hersteller auf deren Seite).
    Und obwohl dieser Kolben von einer „Tuning“Firma ist, ist das kein Tuning :-)
    Im Übrigen sind auch die 1-Ringkolben sofern diese Originalmaße haben keine Tunigkolben(auch wenn Tuning drauf steht) das habe ich durch Gespräche von Bekannten TÜV Sachverständigen erfahren(der macht u.A. die Analysen wenn die Polizei / Versicherung einen Roller / Moped / Motorrad unter Tuningverdacht haben). Wie gesagt wenn alles andere original ist (Steuerzeiten / Kanten / Form / keine zusätzlichen Kanäle oder Taschen – für Tuning oder nicht Tuning spielt die Anzahl der Ringe keine Rolle)


    Der Almot Zylinder ist anscheinend einer der "besseren" sofern es das wirklich gibt(ich glaub da schon fast an eine "UrbanLegend") da alle Kanten(Überstromöffnungen / Kanäle) zwar scharf aber nicht schroff sind und auch die Übergänge von GUS nach Alu gut sind. Ich habe nichts gefeilt / geschliffen (also keine Kanten gebrochen wie man immer wieder liest).
    Nur am Auslass sieht man einen "Steg" am Übergang Guss/Alu aber das ist bei meinem originalen DDR-Zylinder auch so.
    Auch Außen verletzt man sich ohne Handschuhe nicht(ist zwar rauer als der DDR aber es geht noch - im Anbetracht des Preises von 40 EUR insgesamt eine akzeptable Qualität).
    Wenn ich da an die Preise von Hercules Zylindern denke…
    Also habe ich die Kombination Almot Zylinder + Barikit Kolben in Originalmaßen und mit 2 Kolbenringen an meine Schwalbe geschraubt.
    Mittlerweile habe ich auch einen originalen DDR-Zylinder bekommen frisch in Schleifmaß 4 geschliffen(also fast 53ccm :-) ) und einen neuen MEGU-Kolben dazu – dieses Set wollte ich einbauen wenn sich herausstellt das dieser Almot gar nicht läuft. Das habe ich aber nicht gemacht und hebe diesen Zylinder als Ersatz für die Almot Garitur auf wenn diese „durch“ ist.


    Im Internet(Youtube) findet man Videos die angeblich den Qualitätsunterschied anhand des Klangs zeigen wenn man an den Kühlrippen entlangschrappt(mit dem Finger oder Schraubendreher) – Totaler Bullshit keinerlei Unterschied zu hören auch in den Videos selbst hört man nichts außer bei einem „Held“ der hat bei einem Zylinder noch die Dämpfergummis drin, beim anderen nicht – logisch das sich das verschieden anhört.


    Achtung alle folgenden Angaben basieren auf MEINER Erfahrung mit diesen Set und selbstverständlich kann jemand anderes ganz andere Erfahrungen gemacht haben.
    Hier meine Erfahrungen nach Einbau und im Vergleich mit einen original Set:


    KM 0-10 Montage ohne Probleme möglich allerdings sind die Kolbenringe sehr schmal und man muss beim einfädeln ein bisschen aufpassen.
    Motor lässt sich schön durchdrehen Kolben leichtgängig. Kompression sehr gut (14 Bar).
    Zum einfahren der Garnitur nehme ich immer den 16N1-12 Vergaser(danach kommt wieder der 16N2 drauf) da dieser ein kräftigeres Standgas hat welches auch einen noch nicht eingelaufenen Zylinder gut toleriert. Und der Motor läuft mit diesen Vergaser immer fetter als mit dem 16N2.
    Mischen tue ich immer 1:25 (bin zu faul 1:33 zu rechnen – ich nehme einfach die doppelte Menge Öl die sonst für 1:50 verwende)
    Einfahren sind für mich immer 2 Tankstopps (ca. 400KM) und fertig.
    Ich mache aus einfahren keine „Raketenwissenschaft“. Viele meiner Bekannten auch.
    Einige davon haben bereits ab KM 0 nach der Überholung dem Motor immer Vollgas gegeben und sind nun bei über 15.000km auch diese laufen noch super. Ich kann keinen Unterschied feststellen zu denen die sich fast 1000km dafür Zeit gelassen haben. Alle schaffen die 60 km/h und sind dreh freudig bei der „Arbeit“.
    Auch beim Einfahren ist sicher sehr viel „Myth“ dabei :-).
    Trotzdem bin ich der Meinung das diese Maschine eine kurze Zeit braucht zum einlaufen / einfahren…


    Die ersten KM war der Motor sehr schlecht fahrbar da dieser in der unteren Drehzahl quasi kein Drehmoment hatte. Das ist gerade wenn man denn einfahren will sehr schlecht da man eine relativ hohe Drehzahl bräuchte um irgendwie voran zu kommen.
    Da sind DDR-Garnituren eindeutig im Vorteil denn diese haben im unteren Bereich deutlich mehr Drehmoment. DDR-Zylinder sind auf jeden Fall „einfahrfreundlicher“.
    Der Almot entwickelt erst sehr spät ein brauchbares Drehmoment. Die Ursache muss also in der Geometrie zu finden sein (Steuerzeiten etc.) Am ach so schlechten Material liegt es sicher nicht denn eine schlechte Gußbuchse (Materialqualität) macht sicher keinen Einfluss auf ein Drehmoment – eher auf den Verschleiß. Das muss alleine an der Formgebung sein.
    Jeder „verbogene“ mm(Steuerzeiten / kürzeres Kolbenhemd usw.) wird sofort als böses Tuning angesehen aber hier darf ein Hersteller ungestraft die Steuerzeiten vermurksen und damit einen anderen Motor daraus machen. (vom Verhalten her).

    KM 10-100 Nachdem es mir zu bunt wurde habe ich beschlossen den Zylinder immer in den Bereich kommen zu lassen in dem er mehr Schub liefert. Also die Gänge schön ausfahren was auch bedeutet im 3ten Gang bis 45 km/h zu drehen und dann erst in den 4ten schalten.
    Mit einem DDR-Zylinder kann man das bei 35/ 40 bequem. Beim Almot fehlt da der „Anschluss“ da dann die Drehzahl nicht ausreicht.
    Ich dachte schei…. Drauf wenn er kaputt gehen soll dann ist eben so.
    Aber er ging nicht kaputt eher im Gegenteil durch die drehzahlbetonte Fahrweise fuhr man insgesamt sehr flott und ich kam problemlos auf 60/65 km/h (GPS). Kam eine Steigung war aber sehr schnell Schluss und man war sehr schnell gezwungen runter zu schalten.
    Insgesamt fuhr ich mit dem Almot die Steigungen ca. 5km/h langsamer hoch als mit den DDR-Zylindern.


    KM 100-200 Ab ca. 100km spürte man eine deutliche Änderung des Motors. Die Drehfreude stieg ständig und es machte langsam richtig Spaß damit zu fahren – drehzahlbetont.
    Man kann bis 50km/h im 3ten und dann in den 4ten – nun hat man super Anschluss der Drehzahlen.
    Es ist ganz anders als mit den DDR-Zylindern hier schaltet man viel früher hoch.


    KM 200-400 Erster Tankstopp und berechnen des Verbrauchs (2,8 L/100km) aber nur weil in den ersten km geschont wurde aber bald war Schluss mit „Welpenschutz“.
    Die Leistung kommt langsam ans Limit wird sich nicht mehr viel steigern.
    Wenn man die „Bergsteigleistung“(Geschwindigkeit mit der man einen Berg hoch kommt) mit der einer DDR-Garnitur vergleicht ist man fast gleichauf. Mit dem Unterschied das man auf dem DDR-Zylinder einen Gang höher fahren kann bei weniger Drehzahl.
    Der Almot meistert die meisten Steigungen genauso schnell nur hier braucht man mehr Drehzahl und damit einen Gang niedriger. Der Verbrauch ist dadurch immer ein bisschen höher als man dies bei DDR-Zylindern hatte (statt knapp 3 L sind es 3,5 und mehr L auf 100)


    KM 400-750 Tankstopp 2 Endgültig Schluss mit „Welpenschutz“ ab jetzt gibt es nur noch Vollgas :-)
    Verbrauch 3,66 L auf 100 ein ehrlicher Verbrauch der gut zum Charakter des Motors passt : Alles bei höheren Drehzahlen erledigen.
    Einbau des 16N2 Vergasers und keine Einstellung geändert alles passt sofort (Standgas ein bisschen höher als mit DDR-Zylinder). Teillast / Übergänge / Start alles passt mit dem 16N2.


    Auf der Ebene ist der Almot ein bisschen schneller als der DDR (2-3 km/h) Und auch die Beschleunigung ist gut sofern man sich traut die Gänge auszufahren also über 45 bis 50 im 3ten…


    Auf einer 2er 4Gang- Schwalbe macht es nicht viel aus das man eine „Drehschleuder“ hat denn diese ist ja sehr Vibrationsarm und dank der 4 Gänge hat man immer eine passende Übersetzung parat.
    Durch den 16N2 sogar wieder etwas weniger Verbrauch, 3,3l(3,6l mit 16N1) sind es dann die ich im Schnitt haben werde.


    KM 750-1500 Endgültige Leistung erreicht - keine Steigerung mehr feststellbar alles läuft gut / sauber immer mit ordentlich Drehzahl und auf der Ebene flott unterwegs (man sieht wirklich über weite Strecken die echten GPS 65 km/h)

    KM 1500-4767 FAZIT (heute alleine wieder 165km gefahren) immer noch alles stabil, die Leistung ist unverändert gut, der Motor dreht oben schön frei und hat nahezu identische Leistung wie der DDR-Zylinder.
    Komme verschiedene Berge / Steigungen mit gleicher Speed hoch. Zu 90% ist dabei aber ein Gang niedriger nötig bei entsprechend höherer Drehzahl / Verbrauch.
    Auf der Geraden / Ebene immer noch 2-3 km/h schneller als die DDR-Zylinder.
    Es gibt viele Leute die diese Eigenschaften hassen und viel lieber DDR-Zylinder fahren bei betont niedrigeren Drehzahlen – ich mag beide Arten gerne ich habe keine Probleme die Drehzahl voll auszuschöpfen.


    Auf einer 3gang kann ich mir vorstellen das es um einiges unangenehmer wäre da hier die Drehzahlanschlüsse schwerer zu finden wären.


    Ab KM0 war vom Motor keinerlei klingeln / rasseln / scheppern zu hören. Dieser Kolben benimmt sich mustergültig. Das Betriebsgeräusch war sogar noch „nähmaschinenartiger“ als bei der DDR-Garintur also lauf ruhiger – und das trotz der hohen Drehzahlen.


    Am Auspuff „plöpt“ es „schärfer“ heraus also das 2Takt Geräusch ist um einiges „härter“ als bei der DDR-Garnitur (ob das am Kolben oder und am Almot liegt kann ich nicht sagen aber das „reng teng teng“ hört sich intensiver an) natürlich wurde am Auspuff / Krümmer nichts geändert gegenüber der DDR-Garnitur. Lässt sich schwer beschreiben aber das Geräusch ist definitiv anders als mit der DDR-Garnitur – wohlgemerkt mit gleichen Auspuff.
    Die Kompression liegt warm bei 12-13 Bar also immer noch sehr gut.
    Die Zündkerze ist schon 8.000km alt diese wurde einfach von der DDR-Garnitur übernommen.
    (Die Schwalbe hat seit Jahren schon eine Wape)


    Gruß und noch viel Spaß mit den Simsonvögeln
    Andreas

  2. #2
    Simsonschrauber
    Registriert seit
    11.09.2005
    Ort
    Düsseldorf
    Beiträge
    1.407

    Standard

    Da der Kolben und Zylinder nun neu sind und die Kompression noch voll vorhanden sind,sollte er sich auch anders als der alte K0olben anhöhren. Die Kompression und die Verdichtung entscheiden meist das Motorgeräusch.....Alter Motor dumpfer.Neuer Motor meist härter!
    Andreas. PS Schöner Bericht,auch wenn er natürlich nur eine Einzelbeschreibung sein kann.
    HS1 12 Volt 35/35 Watt, electronikzündung.4 Gang. Sr 50 /1 c

  3. #3
    Kettenblattschleifer Avatar von Jackalized
    Registriert seit
    08.08.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    509

    Standard

    Danke für den Bericht, sehr interessant zu lesen, gerade weil ich selber dabei bin einen Almot auszutesten.

    Ich finde es komisch, dass sich die Steuerzeiten bei den Almot-Zylindern für die neueren Motorbaureihen anscheinend von denen der DDR Zylinder unterscheiden und die Almots eher Leistung in höheren Drehzahlen bringen. Habe dies schon mehrfach in Almot Dauertests gelesen.
    Dazu muss ich selber sagen, mein gebläsegekühlter Almot hat Steuerzeiten die absolut genau den DDR Buchwerten entsprechen, da ist er sogar genauer als die DDR Zylinder die ich da hatte (die hatten mehr Abweichung von den soll-Werten). Die Überströmerfenster sind grob 1mm breiter als beim DDR Zylinder, ansonsten waren die Kanalflächen so wie sie sein sollten.
    Auch war mein Almot von der Kanalführung sauberer und besser verarbeitet als alle DDR Zylinder die ich in den Händen hatte. Von aussen war er wiederrum einwenig schlechter verarbeitet
    Mein Test läuft mit dem MZA Kolben der im Set dabei kam, der scheint ok zu sein, kann bislang nix negatives feststellen.
    Bin selber erst grob bei 80km, aber Leistung ist da, Beschleunigung geht sehr gut, Ganganschluss ist selbst beim 3 Gang Getriebe gut gegeben und beim ersten ganz kurzen Vollgastestsprint ging ich auf 63km/h hoch, mit der Tendenz dass da noch mehr gehen würde.

    Das mit den Barikitkolben für die neuere Motorgeneration find ich super. Kolben sind wohl bei den Nachbaugarnituren immer noch so bissl der wunde Punkt, die Zylinder selber scheint Almot inzwischen echt ganz fein hinzukriegen.

+ Antworten

Ähnliche Themen

  1. Dringend "Fachmann" für meine Schwalbe gesucht - muss komplett "renoviert" werden
    Von PapaBruno im Forum Simsonfreunde Mittelfranken und Oberpfalz
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 23.12.2013, 11:07
  2. S51 (M541) Schaltungsproblem -> zu kurzer "Schaltweg"
    Von SimsonMarv im Forum Technik und Simson
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 29.08.2011, 13:49
  3. Zylinderhersteller nur noch "Almot"?
    Von schnappi911 im Forum Technik und Simson
    Antworten: 35
    Letzter Beitrag: 16.05.2011, 12:49
  4. Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 09.03.2011, 12:05

Berechtigungen

  • Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
  • Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.