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Thema: Lenkung richten?


  1. #1

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    Standard Lenkung richten?

    Liebes Forum,

    ich hatte einen beinahe Unfall, bei dem ich abgeflogen bin und die Schwalbe mit geringer Geschwindigkeit (15-20 km/h) gefallen ist. Ich hatte ein paar Schürfwunden, die Schwalbe einen abgebrochenen Blinker. Auffallend war, dass die auf dem Boden liegenden Schwalbe einen sehr starker Lenkeinschlag hatte, etwa bei 135% links. Ließ sich aber unter Überwindung eines sanften Druckpunkts wieder gerade stellen.

    Ich bin dann auch gleich weiter gefahren, seitdem zieht die Kr51/1 aber stark nach rechts. Eine deutliche Abweichung von Rad und Lenker ist aber nicht zu erkennen.

    Nun zu meiner Frage:

    Wie kann man nun weiter vorgehen? Soll ich den Lenker erst einmal gerade richten? Wie genau ist das möglich (was muss ich abbauen, wo finde ich die Verankerungen)?

    Sollte das nichts bringen, kann man ja Lenker und/oder Gabel wechseln. Was ist hier die richtige Reihenfolge? Irgendwelche Empfehlungen?

    Danke und Gruß
    rkan

  2. #2
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Standard

    Da wird erstmal der Lenkanschlag verbogen oder gar weggebrochen sein, weiterhin ist möglicherweise der Schwingenträger und/oder die Vorderschwinge oder der Lenker selber verbogen. Außerdem kann schlimmstenfalls auch der Rahmen was abbekommen haben, was ich aber nicht glaube.

    Am einfachsten zu beheben wäre, wenn sich bloß der aufgesteckte Lenker auf dem Rohr des Schwingenträgers etwas seitlich verdreht hat. Dazu lockerst du mit zwei 13'er Schlüsseln die Mutter unten am Lenker, klemmst dir das Vorderschutzblech zwischen die Beine, richtest den Lenker wieder zum Vorderrad aus und ziehst die Schraube wieder gut fest.

    Ist der Lenker, also das Lenkerrohr selber verbogen, dann kann man den auch wieder richten bzw. zurückbiegen. Das sollte aber besser jemand beurteilen bzw. tun, der sich mit Metall und Rohren auskennt. Nicht dass dir das Ding dann hinterher beim Fahren abbricht und du dabei ins Gras beißt.

    Falls die Schwinge verbogen ist, dann ist meistens oben der Abstand zwischen den oberen Stoßdämpfer-Schutzhülsen und dem Rad (Reifen) auf beiden Seiten unterschiedlich groß. Dann mußt du die Schwinge ausbauen und in einem Schraubstock vorsichtig und mit Gefühl etwas nachrichten, am besten mit zwei langen Rohren als Hebel. Laß das aber möglichst einen machen, der was von Metallbearbeitung und Materialeigenschaften versteht, z.B. ein alter Schlosser oder so.

    Falls der Schwingenträger verbogen ist, dann muß der gewechselt werden. Das sieht man aber meist nur, wenn der komplett ausgebaut ist und man nachmessen kann.

    Der verbogene oder gebrochene Lenkeranschlag muß wieder gerichtet oder geschweißt werden.

    Viel Glück, dass es nicht so schlimm ist.
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  3. #3

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    Vielen Dank für Deine schnelle und ausführliche Antwort.

    Komme gerade aus der Garage und weiß nun mehr.

    Einschlag: In der Tat scheint das Teil, was aus dem Kotflügel herausragt, bei mir nur noch auf der linken Seite den Lenkereinschlag zu treffen. Rechts (nicht links wie oben geschrieben) schiebt sich dieser Stopper über den am Rahmen angeschweissten Anschlag. Der Anschlag selbst sieht aber auf beiden Seiten gleich aus.

    Richten des aufgesteckten Lenkers: Den Lenker habe ich versucht zu richten, hat aber leider nicht geklappt. Obwohl ich die M8 Schraube gelöst habe, lässt sich der Lenker ein paar Millimeter li und re leicht verdrehen. Es erinnert aber mehr an ein Lenkerspiel, als an ein Verdrehen. Kann es denn sein, dass das so fest sitzt? Da die Schraube durch den Lenker und durch das Rohr des Schwingenträgers geht, muss sich das Rohr denn dann mitdrehen? Aber, wie gesagt, eine deutliche Fehlstellung zwischen Rag und Lenker ist nicht zu sehen, bzw. der Zug nach rechts scheint mir dafür viel zu stark.

    Schwinge: Der Tipp mit der Schwinge war super. War gerade eben nochmal unten, in der Tat ist die rechte graue Kappe des Stoßfängers (das war gemeint, oder?), sehr knap am Reifen, schleift beinahe, bei der Linken sind es gute 2 cm.

    Gibt es denn einen Tread oder eine sonstige Beschreibung, wie die Schwinge auszubauen ist, oder kannst Du mir vielleicht ein paar Hinweise geben?

    Danke und Gruß
    rkan

  4. #4
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Zum Ausbau der Vorderschwinge den Schwingenlagerbolzen unten am Schutzblech lockern (17 Schlüssel), das Vorderrad ausbauen, die unteren Stoßdämpferbefestigungen abschrauben und dann den Schwingenlagerbolzen seitlich rausziehen. Wenn das schwer geht, nicht mit dem Hammer drauf rumprügeln sondern mit dem 19'er (?) Maulschlüssel dabei auf der anderen Seite drehen und rausdrücken. Wenn der Bolzen raus ist, dann kannst du die Vorderschwinge nach unten rausnehmen.
    Dann legst du die Schwinge auf eine völlig gerade, ebene Tischplatte und zwar so, dass die Stoßdämpferaufnahmen bzw. Schwingenlager nach unten zeigen. Wenn die Schwinge dann auf der Tischplatte kippelt, dann ist sie verbogen und muß gerichtet werden. Mach das zuerst mal und kümmere dich um die Vorderschwinge. Melde dich wieder, wenn sie ausgebaut ist.

    Das sind nur 1-2 mm, die sich der Lenker oben auf dem Rohr des Schwingenträger nach Lockern der Schraube seitlich etwas verschieben läßt. Wenn das nicht ausreicht, dann ist wohl der Lenker selber oder der Schwingenträger verbogen.

    Den Lenkanschlag mußt du dir dann auch mal etwas genauer ansehen, was da nun tatsächlich verbogen ist. Der "Zapfen" auf dem Schwingenträger oder die Anschläge am Rahmen?
    Schau auch mal nach, ob da irgendwo ein Riß ist, der geschweißt werden müßte.
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  5. #5

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    Ganz herzlichen Dank!

    war die Tage unterwegs und habe die Antwort jetzt erst gelesen.
    Werde mich am WE dran machen und melde mich dann wieder...

    Gruß
    rkan

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