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Thema: mehr Bremsbelag = bessere Bremsen?


  1. #1
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Standard mehr Bremsbelag = bessere Bremsen?

    Ich frage mich, wieso eigentlich die Bremsbacke der Simsons stets nur mit einem Bruchteil der theoretisch möglichen Fläche mit Bremsbelag belegt ist. Die aufgeklebten Stücke sind eigentlich viel zu kurz und der Belag könnte viel länger sein. Da könnten auf jeder Bremsbacke noch etwa 5 cm² Belag mehr drauf sein, was bei vier Bremsbacken zusammen immerhin rund 20 cm² Bremsbelagfläche ausmachen würde.
    Wenn man da von einem Bremsenspezialisten Bremsbelag über die gesamte Fläche der Bremsbacke aufkleben läßt, dann müßte sich doch praktisch die Bremswirkung erhöhen lassen.
    Oder meine ich das nur?

    Ich bin heute mal zu faul selber nachzudenken und wollte mal eure Meinung dazu hören, was sich die Simson-Ingenieure bei dem kurzen Bremsbelag gedacht haben.

    Kennt sich jemand aus?

  2. #2
    Tankentroster
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    Wenn ich richtig aufgepasst habe in Physik hängt die Reibung nicht von der Größe Fläche ab, sondern vom Druck der pro cm² vorliegt.
    Kommt das hin?

  3. #3
    Kettenblattschleifer Avatar von schwalbenstar
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    interessante Frage, ich stelle mir da ein ganz praktisches Problem vor: je länger die Beläge werden, desto eher neigt das relativ brüchige Material zum Reißen, da sie ja der Rundung der Trommel folgen müssen - so reißen z. -B. die Beläge meiner NSU relativ leicht an den Enden ab....

    wenn das mit der Reibung so zutrifft müsste ich logischerweise bei einer Vergrößerung der Belagfläche geringere Kräfte aufwenden, das wäre doch ein Vorteil oder nicht ?
    Martin

  4. #4
    Museumsdirektor Avatar von Airhead
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    Tja das ist sone Sache.
    Wann wird denn die mehr Fläche genutzt?
    Nur wenn sich ein oder der Teil der zuerst anliegt (Mitte und danach der Teil welcher in Richtung der Nocke sitzt.
    So muss man schon lange fahren das man diesen neuen Bereich nutzen kann.
    Ab einem bestimmten Verschleiß ist aber auch die Mitte schon soweit herrumer gebremst , dass man sich wohl eher überlegt die Backen zu tauschen als sich auf den bisschen Restbelag zu freuen der engegen der Nocke noch ist.

    Mathe:
    Die Kraft die du aufbringst bleibt auch gleich (oder möchtest du dir einen 1m Handhebel anbauen? ) .
    So die Fläche verändert sich aber.
    Die Kraft die also zuerst auf 1cm(2) wirkt wird also geringer mit seigender Fläche.
    In Endefekt kommt dann bei der übertragen Reibkraft null raus möchte ich meinen (ich fang für dich nicht an zu rechenen).

    Der Mehrbelage könnte nur was auf der anlaufenden Bremsbacke etwas nützen, da die Handkraft ja unterstüzt wird durch die Reibkraft die entsteht beim anlegen.

    Was sinnvoller wäre , einen Belag mit höheren effektiven Reibwert. (Beim Bremsenspezi sollte jeder Belag besser sein als der Originale bzw. Nachbau).
    AN einer anderen Verbesserung wird zurzeit gearbeitet. (Andi)


    Ich kenn mich aus!
    Wer schneller schraubt steht länger in der Werkstatt.

  5. #5
    Glühbirnenwechsler Avatar von obelix301
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    Wenn du die Fläche vergrösserts dann sinkt der Druck (Kraft pro Fläche) und mit weniger druck bekommst du weniger Reibung und Verzögerung. Wenn du die Beläge verkleinerst bekommst du mehr Druck und damit auch mehr Reibung und vielleicht sogar etwas mehr bremsverzögerung aber der Verschleisws steigt enorm. Ich denke die haben nach dem besten Kompromiss asau Verzögerungswerten und Verschleiss gesucht weil Kraft ist begrenzt.


    Gruss aus Aichach

  6. #6
    Restaurateur Avatar von Andi
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    Zitat Zitat von Airhead
    An einer anderen Verbesserung wird zurzeit gearbeitet. (Andi)
    . hab' noch keine Karre, kein Bremsschild, keine Bremse - nur eine Idee - und selbst die ist nur geklaut.
    Also locker bleiben da hinten, bitte.

    An den Stellen, wo der Bremsbelag dann länger wäre, kann man aufgrund der Einbaulage keinen Druck mehr aufbauen. Ansonsten schließe ich mich meinen Vorrednern an, sehr schön, klingt gut.
    (Hab' sogar ich verstanden)

  7. #7
    Simsonfreund
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    Hallo Dummschwätzer,
    eigentlich ne gute Idee.
    Leider sind Simsonbremsen Simplex, bei Duplex klappt dein Gedanke.

    Gruß
    schrauberwelt

  8. #8
    Simsonfreund Avatar von T.I._King
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    das problem ist, viel simsonnauen fahren mit alten bremstrommeln rum..

    habt ihr mal geschaut(kreide auf die beläge und bremsen) wieviel die beläge aufliegen??

    bei mir liegen die hinteren teile (wo nicht gespreitzt wird) gar nicht erst auf...!
    ich habe nun die vorderen enden der bremse abgeschliffen, jetzt beginen die hinteren teile auch mit dem schleifen..also bin ich fast bei 95% der ausnutzung der ori beläge....
    weiter habe ich das hintere bremsschild der /1 vorne eingebaut, der hebel bringt deutlich bessere verzögerungswerte(wenn auch nicht original) als der inennliegende...

    auch vertreaue ich im moment(hört hört) auf sport backen, diese sind geschlitzt(haben also weniger fläche) und bremsen sogar noch besser....

    ich kann nun alle bremsungen, keine notbremsungen natürlich) mit der vorderrad bremse durchführen, wr kann daas shcon??

    ti
    [url]http://www.youtube.com/watch?v=yyaRiE1nBsY[/url]

  9. #9
    Moderator Chefkonstrukteur Avatar von Richy
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    Lest mal "Besser machen" vom Hertweck. Da steht alles über Trommelbremsen drinnen, was man wissen muss. Unter Anderem auch, daß MZ-Bremsen eigentlich falsch konstruiert worden sind. Gilt bestimmt auch für Simson-Bremsen.

    Das will ich jetzt natürlich nicht alles wiederholen müssen, also selber lesen.



    MfG,
    Richard

  10. #10
    Moderator Museumsdirektor Avatar von Baumschubser
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    Standard

    Die Simplex-Bremsen, wie sie bei Simson verbaut werden, sind nun mal die schwächsten, die man überhaupt verwenden kann. Hier helfen nur vernünftige Beläge (die auch zum Material der Trommel passen müssen) und eine möglichst perfekte Einstellung des Bremsnockens. Nur dann kann die höchstmögliche Anpresskraft übertragen werden.

    Wirklich gravierende Veränderungen sind nur zu erreichen, wenn man die Bremse grundlegend umbaut, also größerer Trommeldurchmesser, größere Kühlrippen, Duplex-System. All das ist aufwändig, so dass man bei eigentlich allen neuen Mopeds zumindest vorne auf Scheibenbremse gewechselt hat, weil der Aufwand geringer ist und die Bremswirkung um einiges höher ist.

    Noch ein Wort zu den Bremsbelägen. Ich habe hinten (und hatte vorn bis zum Wechsel auf Scheibenbremse) Nachbauten drin, die um einiges besser waren, als die alten rotbraunen Beläge aus DDR-Zeiten. Diese Beläge waren so grau-gelblich von der Farbe her. Gekauft habe ich die damals vom Simmiopi. Er sagte mir aber, dass die wohl nur in den neueren Bremstrommeln vom S51 und SR50 gut gehen würden. Das Material der alten Schwalbentrommeln wäre ein anderes und da hat er wohl damals schlechte Erfahrungen gemacht mit diesen Belägen. Genaueres kann aber wohl nur er selber dazu schreiben.

  11. #11
    Museumsdirektor Avatar von Airhead
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    Zitat Zitat von Richy
    Gilt bestimmt auch für Simson-Bremsen.
    Ja dies gilt auch für die Simson Bremsen. Es hätte ja eine einfach Modifikation genügt um bessere Wirkung zu erziehlen. Vielleicht haben die Konsturker sich aber auch gedacht, wenn man mit na beschissenen Bremse fährt, fährt man vorsichitger.
    Oder es wurde geziehlt so gebaut weil eine Simson/Mz nur xy Jahre halten sollte.
    Wer schneller schraubt steht länger in der Werkstatt.

  12. #12
    Urgestein Avatar von Deutz40
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    Wenn man die Bremsen anständig wartet , und nicht die
    billigen Backen als Ersatz nimmt , bremsen die Originalbremsen
    doch recht gut.
    mfg
    Immer schön den Auspuff freihalten

  13. #13
    Flugschüler
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    [quote="Airhead"]
    Zitat Zitat von Richy
    Oder es wurde geziehlt so gebaut weil eine Simson/Mz nur xy Jahre halten sollte.
    Das ist definitiv nicht richtig. Warum fahren denn so viele Simson/MZ noch auf der Straße?

    Also die Konstrukteure waren schon bemüht, dass die FZG sehr lange halten sollen.
    Du konntest nicht einfach mal so in den Laden gehen und eine Simson kaufen. Auch für'n Moped musstest dich für den Kauf anmelden und gute 1-2 Jahre warten, bis du es hattest.

    Tja, in der Mangelwirtschaft der DDR musste einjeder aus der Scheiße die man hatte, mit so wenigen Mitteln -wie möglich- Gold machen. Auch die Konstrukteure!

    Dazu die extrem besch... Ersatzteilversorgung. Die Werkstätten für ihren Bedarf... Naja, das ging ja noch. Aber als Endverbraucher? Da mußtest du schon "Weltreisen" machen, um die benötigten Teile zu bekommen. Oder du hattest halt Beziehungen...

    Was nun die Bremsen betrifft, da wird obiges auch zutreffen. Eine Duplex- oder Scheibenbremse hat eine bessere Bremswirkung. Das ist nicht von der Hand zu weisen.

    Aber: Wer bremst, hat Angst!

    Ne-ne...
    Also für die DDR-Straßenverhältnisse (eigentlich eher geringes Verkehrsaufkommen) reichten die Bremsen allemale. Bei richtigen Einstellungen und Bremsenwartungen bringt die original konstruierte Bremse auch vernünftige Bremsverzögerungen. Sollte z.B. die Hinterradbremse mit nur kurzen Hebelwegen und ohne größeren Kraftaufwand nicht zum Blockieren zu bewegen sein, dann sollte man doch mal nachsehen, was da faul ist.

    Gruß Frank

  14. #14
    Simsonfreund Avatar von STORM
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    War klar, dass man bei der Bremsfrage schnell mal abdriftet...

    Ich fasse mal zusammen:

    Die Frage war, warum die Bremsbacke nicht vollfllächig mit Bremsbelag belegt wurde. Bzw. ob es Sinn machen könnte, die Backen mit längeren Stücken zu belegen.

    Die Ansätze mit den physikalischen Zusammenhängen sind gut, aber ich meine nicht korrekt weitergedacht. Bin kein Physiker, aber ich meine dass diese Formel schon stimmen könnte:

    Verzögerung (Reibungswert) = Fläche x Druck

    Das heißt aber nicht, dass man mit mehr Fläche auch mehr Druck erzeugen muss Eher das Gegenteil!

    Auch Airheads Rechnung geht mir nicht ein. Die Logik erschließt sich mir nicht.

    Fakt ist wohl, dass mehr Fläche auch mehr Verzögerung schaffen würde. Punkt. Dieser schönen Theorie scheint der Aufbau der Simplex-Bremsen nicht gerecht zu werden, weil wohl nie, oder niemals lange die volle Fläche aufliegt.

    Ich glaube, schwalbenstar und obelix301 haben das Problem ganz gut erkannt:
    Längere Beläge wären evtl. brüchiger und die Auflagefläche könnte einen ganz guten Kompromiss zum Verhältnis Verschleiß gegen anzuwendenden Druck darstellen. Allerdings nur dahingehend, dass die Beläge nicht noch kürzer sein dürften, da sonst mehr Kraft notwendig wäre und mehr Verschleiß anfallen würde.

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