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Thema: Von der Nordsee bis in den Südwesten


  1. #1
    Avatar von oettinger31
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    Standard Von der Nordsee bis in den Südwesten

    Moin zusammen,

    dieses Wochenewnde habe ich es endlich fertiggebracht meine S51 nach 2 Jahren Standzeit wieder fit zu machen. Die neue VAPE muckte rum, jedes mal, wenn die Zündung eingeschaltet wurde, ist die Sicherung sofort durchgebrannt. Also einfach mal eine Diode nach dem Gleichrichter einbauen und siehe da: es funktioniert. Den neuen Zylinder habe ich auch noch ein bisschen eingefahren, bevor es auf die lange Reise geht.

    Also ging es am Samstag in Zetel (bei Wilhelmshaven) los Richtung Mannheim. Das Etappenziel für diesen Tag war mein Bruder in Dortmund. Nachdem ich mich beim Grillen bei meinen Eltern noch etwas gestärkt hatte hieß es also Maschine aufrödeln und los.



    Das erste Päuschen legte ich bei Bekannten in Bad Zwischenahn ein, was nach etwa 45 Minuten erreicht war. Nur ein halbes Stündchen habe ich mich festgequatscht, dann durfte ich mir ein weiteres mal anhören, wie bekloppt ich bin und konnte die Kritik entgegennehmen, die kleine Simme würde es ja sowieso nicht schaffen.

    So motiviert ging es weiter. Nach einiger Fahrzeit sah ich ein Wegweiser zur Thülsfelder Talsperre. Nun gut, das Navi wollte mich da natürlich nicht hin haben, aber ich dachte auf den kleinen Umweg kommt es nun auch nicht an. Also ein gemütliches Plätzchen am See suchen und erstmal Kippchen und Cola bei dem herrlichen Wetter genießen.





    Die weitere Strecke nach Dortmund war wenig spektakulär. Ohne Mucken lief die Simme zuverlässig und die Zeit verging im Fluge, dass ich nur zwei weitere Pausen brauchte.
    Lediglich bei Quakenbrück war es glaube ich, wollte mich das Navi auf einer Kraftfahrstraße sehen. Die Route, die ich mir bei Google Maps rausgesucht habe, ging leider ganz woanders lang, weshalb ich keine Alternative hatte. Landwirtschaftlicher Verkehr war dort frei und ein großer Mähdrescher kam mir mit 25km/h entgegengejuckelt. Wenn schon große Trecker da lang dürfen, dann kann ich das auch, dachte ich mir, also sch... was drauf, da fährste lang Die Kraftfahrstraße war nicht sonderlich lang, vielleicht 1km, Geschwindigkeitsbegrenzung war glaube ich bei 80 und der Seitenstreifen gut ausgebaut.

    Etwa 40km vor meinem Ziel legte ich ein weiteres ungeplantes Päuschen ein. Die Sonne ging langsam unter, Zeit für ein Foto.



    Kurz zuvor, nach den ersten 180km habe ich das erste mal getankt. Trotz des ganzen Gepäcks gingen nur 5 Liter + Öl rein. So sparsam hab ich die Strecke mit meinem Audi noch nie zurückgelegt

    Nach 270km und etwa siebeneinhalb Stunden erreichte ich mein Tagesziel: Dortmund. Die empfindlichen Ohren der Freundin meines Bruders hörten mich in der Wohnung schon vom weiten und mein Bruder wurde kurzerhand rausgeschmissen um mich zu begrüßen und Gepäck zu schleppen

    Die ganze Frischluft tat mir so gut, dass ich nach dem Abendessen auch so eingepennt bin. Als ich gegen eins nochmal wach wurde und mein Bruder noch fern sah, haben wir uns noch ein kleines Frauenbier (Mixery) gegönnt und dann gepennt.

    Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück und ein wenig TV gegen 12 Uhr weiter. Gepäck wieder ans Moped, Navi auf Mannheim einstellen und aufi.
    Ausm Pott raus fing es langsam an bergig zu werden. Über schöne Landstraßen ging es nun Richtung Sauerland. Bei dem herrlichen Wetter waren natürlich viele Motorradfahrer unterwegs, von denen auch sehr viele im langsamen vorbeifahren meine volgepackte Simme begutachteten und mich dann mit nem freundlichen Winken stehen ließen.
    An einer Ampel fiel mir dann was auf: Irgendwie keine Reflexion vom Scheinwerfer im Auto vor mir. Also an geeigneter Stelle an den Straßenrand und Licht überprüfen. Hinten war das auch kaputt. Also Schraubendreher raus und gucken, was da los ist. Beide Birnchen waren durchgebrannt, zum Glück hatte ich noch für vorne Ersatz dabei, hinten habe ich einfach das Bremslicht zum Rücklicht umfunktioniert.



    Ich wollte eigentlich noch ein zwei auf Ersatz kaufen, aber die Tankstelle gegenüber hatte leider nichts passendes.



    Also weiter und hoffen, dass das nicht noch einmal passiert.
    Immer höher im Sauerland wurd es ein wenig frischer und die Straßen wurden steiler. Dank der Sonne musste ich nicht meinen dicken Thermoanzug auspacken, kalt war es nicht wirklich. Aber die steilen Straßen nagten sehr am Motor. Anfangs ging es noch mit gut 45 km/h bergauf, aber bei 10 - 15% Steigung schleppte man sich mühsam im 2. Gang bei 25 - 30 bergauf. Nach der Tortur hatte die Simson sich eine kleine Abkühlpause und ich mir ein Kippchen verdient!



    Weiter Richtung Limburg, wo ich einen Tankstop einlegte, wurde es wieder ein wenig flacher, kurz darauf vor Wiesbaden ging es sogar bergab. Das sogar ziemlich lang! Ich wollte sie eigentlich nicht bergab so treten, aber ich wollte gucken, was geht. Und ich war erstaunt! 81 hielt sie einige Zeit, bis Wiesbaden Ortseingang. Da wollte ich nun nicht mehr so schnell fahren und nachdem eich so ja wieder einige Zeit gutgemacht habe hat, durfte der Motor, der nun schön heiß war, sich ein weiteres Mal abkühlen.
    Weiter ging es über den Rhein nach Mainz, wo ich dank meines Navis Probleme bekam: Wie soll ich Richtung Worms kommen, ohne eine Kraftfahrstraße zu benutzen? Der olle Routenplan von Google Maps war zwar gut, leider habe ich keine Karte mit ausgedruckt, sondern nur den Text. Außerdem war ich schon wieder ab von der Route und stand völlig planlos da. Nach einem Kippchen fiel mir ein, dass ich ja noch ein Ass im Ärmel habe: Mein geliebtes Smartphone! Also fix mit Google Maps eine Alternative suchen und schnell wieder aufs Moped Richtung Worms.

    Auf dem Weg nach Worms dachte ich dann es ist soweit: Das Moped gibt auf. Der Motor fing an zu stottern. Kurz vorm Stillstand habe ich dann einfach mal den Benzinhahn auf Reserve gestellt und siehe da: ein paar Meter weiter läufts wieder. Aber wie kann das denn nun sein, ich hab doch erst in Limburg vollgetankt?! Also an geeigneter Stelle rechts raus und mal eben einen Blick in den Tank werfen, der dann auch noch über halb voll war. Was war da nun los? Egal, wenns läuft, erstmal weiter!
    In Worms dann das gleiche wieder, Standgas ging immer höher und kurze Zeit später wieder Stottern. Und wieder ein Kontrollblick in den Tank, wo aber immer noch alles in Ordnung war. Das ging mir dann schon ein Wenig auf den Zeiger, über 500km gefahren und kurz vorm Ziel muckt sie rum!?
    Ein wenig in Worms rumgewuselt, um nicht, wie es mein Navi verlangte, die Kraftfahrstraße zu benutzen, ging es nun in den Endspurt nach Mannheim. Die Sonne ging schon langsam unter und der Himmel bedeckte sich mit Wolken. Und dann schon wieder: Standgas hoch, Motor stottert. Als ich wieder am Benzinhahn rumfummelte und kurz davor war den Tankdeckel abzuschrauben fiel mir nun was auf: Als ich die Tanktasche vom Tank genommen habe, füllte sich der Benzinschlauch, was ich zufälltig im Augenwinkel beobachten konnte. Was ist also passiert? Ganz einfach, ich habe nach dem letzten Tanken die Tasche, die unten gummiert ist, zu fest auf den Tank gepackt, weshal durch den Tankdeckel keine Luft in den Tank nachströmen konnte und deshalb kein Sprit mehr im Vergaser ankam Wat paddelig, und wegen sowas macht man sich schon Sorgen
    Naja, nach weiteren 310km ab Dortmund und 9,5Std. Fahrzeit habe ich es endlich geschafft: ich war nun wieder in Mannheim. Und kaum bin ich ein paar Meter von zuhause weg, fängt es nicht an zu regnen und zu gewittern Was ein Schwein gehabt, das nenn ich Timing.

    Insgesamt habe ich also 580 km in 17 Stunden inklusive Pausen zurückgelegt und dabei etwa 18 Liter Benzin verbraucht. Ordentliche Leistung für ein 27 Jahre altes DDR-Moped, wie ich finde.
    Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht, auch wenn es ein wenig anstrengend war. Aber bereuen tu ich es definitiv nicht. Bei so niedriger Geschwindigkeit über Land kann man die herrlichen Landschaften, die wir sogar in Deutschland haben, voll genießen, das geht mit dem Auto auf der Autobahn, wo ich die Strecke bei wenig Verkehr in 5 Stunden reiße, definitiv nicht.
    Nun habe ich meine geliebte S51 also in Mannheim und kann sie fleißig als Alltagsfahrzeug, aber auch für schöne Sonntagsausflüge durch Pfalz und Odenwald nutzen. Da steht der entspannung doch nichts im Wege, gibt doch nichts Schöneres, als sich Sonntags nach einer stressigen Woche auf dem Moped den Kopf mit Frischluft freizublasen, ganz entspannt, langsam und ohne Zeitdruck und Hektik.

    Danke fürs Lesen

    Carsten
    Geändert von oettinger31 (21.05.2012 um 12:23 Uhr)

  2. #2
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    Und wieder Simson-Fernreisender mehr :-) Deutschland hat echt schöne Ecken, wenn man im Sommer 2 Wochen frei hat einfach mal auf die Mopete setzen und los fahren, da kommt man echt rum. Und die erste Erfahrung warum Google-Maps-Ausdrucke zum Navigieren aufm Moped weitestgehend nutzlos sind haste ja auch schon.

    Zitat Zitat von oettinger31 Beitrag anzeigen
    Als ich wieder am Benzinhahn rumfummelte und kurz davor war den Tankdeckel abzuschrauben fiel mir nun was auf: Als ich die Tanktasche vom Tank genommen habe, füllte sich der Benzinschlauch, was ich zufälltig im Augenwinkel beobachten konnte. Was ist also passiert? Ganz einfach, ich habe nach dem letzten Tanken die Tasche, die unten gummiert ist, zu fest auf den Tank gepackt, weshal durch den Tankdeckel keine Luft in den Tank nachströmen konnte und deshalb kein Sprit mehr im Vergaser ankam Wat paddelig, und wegen sowas macht man sich schon Sorgen
    Ja deswegen hab ich mal meinen ultimativen Pannenverhinderungsring gebastelt:
    P5212399 [50%].jpg

    Ist der Boden von einer 1l-Colaflasche, von der Größe her perfekt. Alternativ benutzt man eine Tankdeckeldichtung, die nicht so ganz dicht ist, das hatte ich am alten Moped...
    R.I.P. Ronny, nur die Besten sterben jung!

  3. #3
    Avatar von oettinger31
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    Die Google Maps Route war eigentlich ganz gut. Ich hab über Open Street Maps glaub ich heißt das Kraftfahrstraßen auf meiner Route gesucht und bei Google Maps die Route zurechtgezupft. Aber das waren doch ein paar Seiten und ich wollte nicht alle paar Kilometer umblättern, darum hab ich mich nach dem Navi gerichtet. Ich hab zwar 59km/h Reisegeschwindigkeit eingegeben, Autobahnen hat es so gemieden, aber Kraftfahrstraßen halt nicht.
    Naja, ist ja alles gut gegangen.
    Beim Navi liegt übrigens wieder ein Vorteil der VAPE auf der Hand: ich konnte ein Zigarettenanzünder zum Laden montieren :)
    Das mit dem Colaflaschenboden ist ne gute Idee, für die nächste Reise mit Tanktasche werd ich mir das auch zurechtbasteln.

    Seh gerade auch die Fotos in deinem Blog. Schickes Moped und auch gut vollgepackt Werd ich mir doch gleich mal deinen Bericht durchlesen.

    Meine ist zwar optisch nach den 2 Jahren auch nicht mehr erste Sahne, aber ab sofort ist es für mich die olle Zuverlässige
    Mir war erstmal die Technik wichtig, die Optik ist die nächsten Monate dran.

  4. #4
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    Das Moped aus dem Blog wurde mir leider letztes Jahr geklaut. Stattdessen fahr ich jetzte ne Saftgrüne S51, gepackt wird aber weiterhin nach dem selben langstreckengestesten Schema.

    Der Blog hört auch bei Tag 9 auf, ich war damals aber 5 Wochen unterwegs...
    Gibt aber noch paar Threads von mir im Simson-Unterweg-Bereich, unter anderem auch von der Tour vom Blog.

    Das die Google-Maps Beschreibung so lang ist das man ständig blättern müsste ist auch der Grund warum man spätestens nach der ersten Tour damit nicht mehr drauf zurück greift.
    Ich navigiere immer mit einem vereinfachten, selbstgeschriebenen Roadbook zusätzlich hilft natürlich immer eine Karte (Maßstab Maximal 1:300 000!) wenn man sich nicht ganz sicher ist. Um sich sein "Roadbook" zu schreiben braucht man allerdings auch bissel Erfahrung, weil man dazu wissen muss was wohl auf der Beschilderung vor Ort zu lesen sein wird um die richtige Straße zu wählen.
    R.I.P. Ronny, nur die Besten sterben jung!

  5. #5
    Avatar von oettinger31
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    Ich werd mich erstmal mit Mittelstrecken begnügen und Odenwald und Pfalz erkunden. Aber wenn die Zeit da ist, würd ich schon gern mal mit ihr in die Sächsische Schweiz und vielleicht auch mal nach Südfrankreich ans Mittelmeer.
    Ich hätte nicht gedacht, dass man so gut mit ihr reisen kann. Ich bin mit meinem Cousin mit seinem Chopper über Ostern zu meinen Eltern gefahren. Mein Rücken tat mir weh, weil ich so einen schweren Rucksack auf hatte, das hatte ich diesmal dank Gepäcksystem nicht, aber da kann das Moped ja nichts für. Aber nach der Tour tat mir ganz schön der Hintern weh, weil der Soziussitz alles andere als gut gepolstert ist. Da ist die Simsonsitzbank doch um einiges bequemer. Außerdem ist die Sitzposition auf seinem Chopper nicht die bequemste.
    Die Simme ist zwar bergauf net wirklich schnell, aber darauf kommt es mir nicht an, wenn ich damit fahre. Wenn ich schnell fahren will, nehm ich das Auto.
    Für die nächste längere Tour nehm ich mir auf jeden Fall mehr Zeit. Jetzt ging es mir darum, mein Maschinchen endlich wieder bei mir zu haben, damit ich sie regelmäßig bewegen kann. In 4 Tagen wurde repariert, getestet und gefahren, wenn ich Urlaub machen will, sieht das anders aus, dann kann man auch mal noch ne Pause mehr machen, wenn man ein schönes Fleckchen findet. Hab noch so viel mehr gesehen, als ich Fotos gemacht habe, aber ich hatte immer ein wenig die Zeit im Auge, weshalb ich nicht jedesmal angehalten bin. Wenn ich mehr Zeit und ein Zelt gehabt hätte, dann hätte ich definitiv mehr Fotos geschossen.
    Ist aber definitiv ein ganz schönes und vor allen Dingen lohnenswertes Abenteuer.

    Dass dir dein Moped geklaut wurde ist schon extrem ärgerlich. Die Dinger sind mittlerweile schon was Besonderes und ich häng auch schon ein wenig an meiner. Find ich richtig sch..., dass einige Leute dann einfach das Moped einpacken und es dann weg ist. Bei nem Chinaplasteroller ists zwar ärgerlich wegen dem finanziellen Schaden, aber das finde ich deutlich unpersönlicher, als bei einer alten Simson, die meist ja doch schon einen ideellen Wert hat. Man kann sich zwar ne neue holen, aber das ist ja doch nicht das gleiche, da man die Macken seiner eigenen kennen und lieben gelernt hat Und es steckt mehr Herzblut in der Simme, da man meist viel mehr Zeit mit Basteln an ihr verbringt.

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