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Thema: Richtiges Einkuppeln/Schalten für lange Lebensdauer?


  1. #49
    Kettenblattschleifer
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    Mit ausgeschalteter Zündung wird sie nass. Mit eingeschalteter bleibt sie trocken. Ist doch klar.

    Der Peter hat da schon Recht. Das ist einfachste physikalische Chemie+Strömungslehre.

    Es wird bei jedem Hub versucht die gleiche Menge Gasgemisch anzusaugen. Eben den entstehenden Hohlraum auszufüllen.
    Ist der Gasschieber geschlossen, entsteht ein nicht zu verachtender Querschnittsverlust. Dadurch muss das Gas schneller strömen. Da Energie (für die Beschleunigung) nicht aus dem Nichts entstehen kann, nimmt der Gasdruck ab, wodurch Energie umgeformt wird. Nachzuvollziehen ist das Ganze mit der Energiegleichung Nach Herrn Daniel Bernoulli.

    Energie = (Druck/Dichte) + (Erdbeschleunigung*Niveauhöhe) + (Strömungsgeschwindigkeit²/2) = Konstant

    Wobei der mittlere Term wegfällt, da der Höhenunterschied vernachlässigbar ist
    Weiterhin gilt das die Dichte die selbe bleibt und das die Energie vor dem Vergaser gleich der Energie hinter dem Vergaser ist, also E1=E2. Bis hierhin ist alles als Ideal betrachtet.

    Wenn man jetzt noch beachtet, das es innerhalb der sehr kurzen Zeit durch die Strömungswiderstände und Trägheit des Gemisches nicht möglich ist, genug Gas anzusaugen und den Brennraum bei Athmotsphärendruck vollständig zu füllen, so sollte man zu dem Schluss kommen, dass bei unterster Kolbenposition ein Unterdruck im Brennraum entsteht. Um das nachvollziehen zu können benutzt man folgende idealisierte Formel, wobei Zustand 1 vor und 2 hinter dem Vergaser entspricht.

    p1*v1 = p2*v2

    Jetzt überlege man noch wann der Strömungswiderstand am größten ist. Klar, wenn der Schieber zu ist. Bei voller Öffnung herrscht praktisch kein Widerstand. Der größere Widerstand führt also zu größerem Unterdruck.
    Jetzt betrachte man den Vorgang der Verdichtung. Zustand 2 Unverdichtet, Zustand 3 Verdichtet.

    (p2*v2)/t2 = (p3*v3)/t3

    Ich nehme es vorweg, je größer der Druck in Zustand 2, desto größer ist dieser auch in Zustand 3. Also führt ein offener Gasschieber zu höherem Verdichtungdruck und somit lauterem Geräusch.

    Weiterhin gilt zu beachten, das 2 identische Gasvolumen bei unterschiedlichen Drücken, unterschiedlich viele Moleküle erhalten. Niedriger Gasdruck führt dazu, das die Gasmoleküle auseinander gezogen werden, was bedeutet 1m³ Gas bei 1 bar hat mehr Moleküle als 1m³ bei 0,5 bar. Man kennt das wenn man ins Gebirge fährt und die Möhre läuft auf einmal bescheiden.
    Wenn also weniger Reaktionspartner im Brennraum vorhanden sind, kann die Reaktion logischerweise nicht so heftig ablaufen wie bei vielen. Was macht also mehr Bums? Richtig, wenn der Schieber offen ist.

    Schlussendlich lässt sich sagen, im Simson Brennraum zündet es immer, solang die Zündung eingeschaltet ist. Egal was gerade für ein Fahrzustand vorliegt. Die untere Explosionsgrenze für Benzin liegt bei 3-4 Vol-% wenn ich mich nicht irre und die werden mit Sicherheit immer erreicht

    Wäre schön wenn du es jetzt einsehen würdest.

    Ich kenn mich da aus!

  2. #50
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    Schön für dich, Schluss jetzt, Thema geklärt !

    Zur Frage: Klacken beim Schalten im Stehen.
    Hab ich auch, nur wenn ich den Gang einlegen, durchzieht mein Moped ein Schlag der von wahrer Deutscher Qualität zeugt.

    Spaß beiseite, ist ganz normal das es so einen "Schlag" gibt. ist halt wenn der Gang einrastet. Wenn der Gang mal nicht reingehen sollte, kurz Gas geben, dann geht er rein
    Hercules - Stark auf zwei Rädern

  3. #51
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    Hab zwar die Gleichungen nicht verstanden, aber ihr werdet schon recht haben^^
    Verständnissfrage: Wie wäre es denn wenn man den Choke dabei ziehen würde?
    Hab das ganze mal von Peters Standpunkt mit meinem Vater besprochen, der meinte denn, dass das unverbrannt rauskommen würde und das es deshalb auch Autos gäbe, bei denen im Leerlauf quasi die Spritzufuhr abgestellt würde (Umwelt), gibts das wirklich?
    EDIT: Wie erklärt sich eigentlich dieses Phänomen: Wie erklärst du eigentlich: Wie ist es wenn man bisschen Gas gibt dann knattert es so (kein Durchgehender Ton) weil bei jeder 2. oder 3. Zündung Druck aufgebaut werden kann der zu hören ist und die anderen zünden zwar sind aber nicht zu hören und bauen keinen Druck auf?
    EDIT2: http://www.youtube.com/watch?v=jQoY7ECyoN8 -> wenn der bei ca. 2:35 hochdrehen lässt und wieder Gas wegnimmt kommt immer (unverbranntes?) Gemisch hinten raus, wie ist das zu erklären -> müsste doch verbrennen?
    Diese Fragen sollen die Diskussion nicht wieder aufflammen lassen ich frag mich nur wie das kommt.

    Zum Klacken: Bei der Ziehkeilschaltung M501 hab ich das auch eher stark, wenn ein Gang nicht so ganz reinwill oder die Anfahrtsdrehzahl hoch ist beim M54 (Klauenschaltung) ist das eher ein klicken udn die gehen immer und besser rein.

  4. #52
    Kettenblattschleifer
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    Ein bischen Gasgeben führt dazu das der Düsenstock teilweise freigegeben wird und durch die hohe Strömungsgeschwindigkeit wird dann mehr Benzin durchgezogen als es normalerweise bei der passenden Drehzahl zu dieser Schieberstellung geschehen würde.
    Ich vermute diese überschüssige Benzinmenge wird sich irgendwo im Gasweg absetzen und schwallweise mitgerissen, wodurch dann bei jeder 2. oder 3. Zündung viel Benzin vorhanden ist, was zu viel Abgas und somit hohem Druck führt.

    Das mit dem Auto ist eine andere Geschichte, da dort tatsächlich der Zündfunken ausgesetzt wird! Das ganze nennt sich Schubabschaltung.

    Die Gleichungen sind übrigens relativ einfach wenn man sich damit etwas beschäftigt und Beispielzahlen einsetzt. Bei der Energiegleichung könntest du z.B. Werte für den Druck, Dichte und EINE Geschwindigkeit einsetzen.
    (Dichte auf beiden Seiten gleich, Druck z.b. Zustand 1= 1 bar Zustand 2 = 0,4 bar, geschwindigkeit 1 =10 m/s, dann nach geschwindigkeit 2 umstellen und gucken was rauskommt. Die Einheiten sind egal wenn es nur darum geht, zu erkennen das die seite mit dem geringeren Druck die höhere geschwindigkeit aufweißt. Sie sollte aber natürlich auf beiden Seiten gleich gewählt sein. Um es gleich richtig zu machen wählst du aber am besten Pascal, kg/m³ und m/s)

  5. #53
    Urgestein Avatar von Schwarzer_Peter
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    Zitat Zitat von SimsonMarv Beitrag anzeigen
    Scheinst nicht ganz verstanden zu haben, was ich meine.
    Eigentlich müsste man mal nen Berg ohne Zündung runterfahren und einmal mit eingeschalteter Zündung und schauen ob die Zündkerze bei beiden Versuchen nass wird.
    Wie ich bereits (mehrmals) schrieb: Das Gemisch in dem Betriebszustand ist stark überfettet. Wird davon die Kerze feucht? Ja. Ist das ein Indiz dafür, dass das Gemisch gar nicht gezündet wird? Offensichtlich nein - fahr mal eine Runde mit offenem Startvergaser. Ist die Kerze nass? Ja. Bist du gefahren? Ja. Aber wie kann das denn sein, wo eine nasse Kerze doch bedeutet, dass nicht gezündet wird? Der heilige Geist hat Mitleid mit deinem Geist gehabt und geschoben?

    Wie erklärst du eigentlich: Wie ist es wenn man bisschen Gas gibt dann knattert es so (kein Durchgehender Ton) weil bei jeder 2. oder 3. Zündung Druck aufgebaut werden kann der zu hören ist und die anderen zünden zwar sind aber nicht zu hören und bauen keinen Druck auf?
    Auch dieses Knattern ist typisch für überfettetes Gemisch - es entsteht eben gerade nicht, wenn ab und zu eine einsame Zündung stattfindet, sondern im Gegenteil dann, wenn sich durch die nasse Kerze einzelne ZündAUSSETZER ergeben. Die Schwingung im Auspuffsystem wird dadurch gestört, man hört ein Pött, wo sonst die regelmäßige Schwingung vor sich hin brummt. (So mancher moderne Zweitakter läuft im Standgas ganz ohne Pöttern - glaubst du im Ernst, die zünden nicht?)

    Ich bin schon gespannt auf deinen nächsten, noch abstruseren Erklärungsversuch für diese an sich ganz geradlinige und offensichtliche Sache.

    (Auch der Erklärungsversuch mit dem "sich unterwegs ablagernden" Sprit ist absurd - Niederschlag im Gehäuse gibt's nur bei eiskaltem Motor. Das kennt auch jeder, genau um das zu kompensieren benutzt man den Startvergaser. Man betrachte die Verdunstungstemperatur von Benzin und die Betriebstemperatur des Motors.)

    Schon unglaublich, wie Halbwissens-Verhärtungen und Erkenntnis-Blockaden immer stark korrellieren ...

  6. #54
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    Niederschlag vom Benzin kann sich auch bilden wenn die Luft übersättigt ist. Ist dann total latte wie warm es gerade ist. Wenn nicht mehr in die Luft reingeht, dann kondensiert das

  7. #55
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    Immerhin können wir festhalten, dass wir alle "Fair gestritten" haben :-P
    Aber auf eins muss ich noch zurück kommen: YouTube - Tul-Aris 2-stroke racer -> wenn der bei ca. 2:35 hochdrehen lässt und wieder Gas wegnimmt kommt immer (unverbranntes?) Gemisch hinten raus, wie ist das zu erklären, verbrennt es einfach schlecht?
    Das hab ich nämlich schon öfters gesehen und immer im Hinterkopf gehabt.
    Wenn ich mit offenem Startvergaser fahre ist die Kerze nur nicht nass, weil ich soviel Gas gebe (fast Vollgas), dass wieder mehr Luft dazuströmt und den Einfluss des Startvergasers verringert/relativiert.

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