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Thema: Mit der Schwalbe (vielleicht) nach Albanien


  1. #17
    TO
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    12.8.2009: Heute bleiben wir nochmal am gleichen Campingplatz in Bovec. Wir machen eine kleine Tour in den Triglav-Nationalpark. An der Soca entlang auf den Vrsic-Pass. Bestes Wetter. Die Schwalben kämpfen sich tapfer im ersten die 14%-Steigungen hoch. Oben auf dem Pass begegnen wir einem Pärchen aus Australien, das auf seiner BMW durch Asien und Europa tourt. Wir haben uns nett unterhalten und Erfahrungen ausgetauscht. Auf dem Weg die andere Seite runter habe ich dann ein paar Autos überholt. Das waren wahrscheinlich welche von denen, die uns auf dem Weg nach oben überholt haben ;-) Berg runter geht die Schwalbe ja ganz gut ab. Das Fahrwerk betreffend. Halt kein Schlaglochsucher. Und weil es so schön war, die gleiche Strecke wieder zurück. An einer Kneipe auf ein Bierchen angehalten. Weiß zufällig jemand, ob in Slowenien 0 Promille im Straßenverkehr gelten? Dann noch etwas an der gelben Schwalbe gebastelt. Die läuft nach dem Zylindertausch und Einfahrzeit nur noch 55. Wir haben nochmal die Zündung genau eingestellt und den Vrgaser etc. kontrolliert. Es ändert sich aber nichts. Es muss wohl an dem Nachbau-Zylinder liegen. Ein Simson-Originalteil war auf die Schnelle nicht zu kriegen.

    Jetzt sitzen wir wieder beim Essen im Campingplatz-Restaurant. Morgen geht's gen Süden nach Italien.
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  2. #18
    Zahnradstoßer
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    Zitat Zitat von TO
    . Weiß zufällig jemand, ob in Slowenien 0 Promille im Straßenverkehr gelten?
    nein, es sind 0,5 erlaubt. ich würde aus eigener überzeugung aber das bierchen auf abends verschieben, wenn die maschiene steht.
    Muss doch nicht sein, oder? passieren doch schon so genug schlimme sachen.

  3. #19
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    Die ARAG meint:

    "
    Slowenien:
    Alkohol am Steuer: ab 180,- €
    Promillegrenze: 0,5
    20km/h zu schnell: ab 50 €
    Überholverbot: ab 170,- €
    "

    Quelle: http://www.arag.de/thema-recht/recht...reizeit/03591/

    Qdä

  4. #20
    Avatar von madjack
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    Hallo ihr zwei!

    Find ich super eure Tour! Genau dort war ich im Winter zum Snowboarden und habe mir in wirren Träumen überlegt so eine Strecke mit meiner Schwalbe zu fahren.
    Das Rot deiner Schwalbe kommt meiner verdammt nah und jetzt bekomm ich richtig Lust auch zu starten.
    Ich drück euch die Daumen für die weitere Reise und bin gespannt auf den nächsten Bericht!

    Grüße aus Stuttgart

  5. #21
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    Danke für die Pomille-Info!

    13.8.2009: 140 km Fahrt nach Muggia (in der Nähe von Triest). Langsam geht es bergab zum Meer. Gleich zu Beginn der Fahrt verabschiedet sich die Tachowelle der roten Schwalbe. So langsam habe keine Navigationsinstrumente mehr. Sonst keine besonderen Vorkommnisse. Fahrt durch die Stadt Triest. Gefiel uns nicht wirklich. Also weiter bis Muggia. Dort auf dem Zeltplatz eingemietet. Der ist ganz nett. Und vor Allem schattig. Aber teuer. 26 Euronen. Zelt aufgebaut. Dann an den Strand. Welche Enttäuschung. Da ist kein Meer sondern eher so was wie ne Lagune. Das Wasser ist pisswarm. Zum Abkühlen muss man schon
    unter die Dusche am Strand. Wir beschließen, hier nicht lange zu bleiben. 250m weiter ist wieder Slowenien. Und Kroatien ist auch nicht weit. Da wollen wir morgen hin. Zum Abendessen kurz nach Slowenien gefahren.
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  6. #22
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    14.8.2009: Die Slowenen haben es nicht so mit der Beschilderung. Um so schlimmer, dass das Navi streikt. Das Alles führt dazu, dass wir uns auf dem Weg nach Kroatien öfter verfahren. Der Hammer: Wir kommen aus Koper, ner Stadt in Slowenien, nicht mehr raus weil scheinbar nur eine Schnellstraße nach Kroatien führt. Und die dürfen wir ja nicht. Nach diversen Versuchen, die immer in irgendwelchen Wohngebieten in Sackgassen endeten dann der Entschluss: Arsch lecken! Wir fahren Schnellstraße. Ein guter Entschluss. Denn die Slowenen waren mit der Beschilderung an nem Kreisel schon weiter als mit dem Ausbau der Schnellstraße. Nach wenigen hundert Metern ist die Schnellstraße nämlich keine Schnellstraße mehr, sondern die normale Küstenstraße. An der Kroatischen Grenze stehen wir dann in der Sonne im Stau. Ich bin immer weniger von Kroatien überzeugt. Das steigert sich noch: Der erste Campingplatz kostet 27€. Wir winken dankend ab und fahren zum Nächsten. Der ist noch teurer. Je weiter wir kommen, desto teurer wird's und endet bei 39€ pro Nacht. Irgendwie scheinen aber alle Campingplätze zu einer Kette zu gehören. Die benutzen alle ähnliche Preisbroschüren. Und das deckt sich mit der Darstellung auf der Karte. Die teuren, bei denen wir waren, tragen alle ein "T.N." vorm Namen. Keine Ahnung, was das heißt. Wir beschließen, einen ohne diesen Namenszusatz zu suchen. Und in der Tat: Die verlangen "nur" 24€. Der Typ an der Rezeption sagt, wir können uns ab dem Restaurant einen Platz aussuchen. Wir finden einen sehr schönen direkt am Meer. Unglaublich, dass der noch frei ist. Wir freuen uns. Die Freude hält nur bis nach dem Abendessen. Dann kommt auf dem Fahrrad ein Typ vom Campingplatz an und sagt, dass wir mit unserem Zelt da weg müssen weil das ein Dauercamperplatz wäre und der Mieter zwar nicht da wäre, wir aber trotzdem weg müssten. Ich bin etwas stinkig weil ich keinen Bock habe, das Zelt nochmal ab- und 50m weiter wieder aufzubauen. Wir weigern uns erstmal. Zumal uns der Typ an der Rezeption, unserer Meinung nach, ganz klar gesagt hatte, dass wir ab dem Restaurant freie Wahl hätten. Ja, sagt der Typ mit dem Fahrrad, aber nur bis zu jenem Weg. Woher sollten wir das wissen? Ein Camper aus Frankreich, der neben uns stand und dem gleichen Irrtum unterlag, parkte mal eben um. Der hat's einfach. Nach und nach versammeln sich drei Typen vom Campingplatz bei uns. Wir müssten da weg. Das Argument, dass der Mieter des Platzes ja gar nicht da ist, interessiert die nicht. Er könnte ja jeden Moment kommen. So geht es hin und her. Ich biete an, die drei könnten das Zelt ja umziehen. Wollen se nicht. Ich verlange Preisabschlag wenn ich es selbst umziehe. Können sie nicht entscheiden. Und der Chef, der entscheiden könnte, ist nicht erreichbar. Als der Typ, der uns an der Rezeption empfangen hat, sich dann schließlich entschuldigt, ziehen wir selbst um. Natürlich sind um die Zeit die besseren Plätze schon weg. Wenigstens ist das Wasser hier etwas kühler als am letzten Campingplatz in Italien. Eigentlich habe ich die Schnauze voll von Kroatien.Wenn es nach mir ginge, würden wir am nächsten Tag wieder abreisen. Der Abend wird uns "versüßt" durch laute Blasmusik vom gegenüber liegenden Ufer der Bucht. In einer Lautstärke, dass man denkt, es wäre direkt vorm Zelt. Wir konnten erstaunlicherweise trotzdem einschlafen.
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  7. #23
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    15.8.2009: Judith ist der Meinung, wir sollten noch einen Tag bleiben. Also gut. Das Wetter ist super. Das Wasser angenehm. Wir verbringen einen netten Tag mit Rumhängen, Lesen, Schwimmen. Beim Einkaufen unterhält sich Judith mit einem deutschen Pärchen, das mit Wohnmobil unterwegs ist und gestern auf einem der teureren Campingplätze ausgeraubt wurde. Die hatten nachts die Tür vom Camper nicht verschlossen und dann standen plötzlich zwei Typen mit Messer im Gefährt. Geld, Pässe, alles weg. Die wollten eigentlich gleich zurück nach Deutschland, aber die Frau hatte wohl einen Nervenzusammenbruch, so dass sie erst mal noch einen Tag auf diesem Campingplatz bleiben wollen. Kroatien wird mir immer unsympathischer.

  8. #24
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    16.8.2009: Wir sind früh wach, duschen und frühstücken. Dann satteln wir die Schwalben. Um 9:15 geht's los. Und nach fünf Stunden und 190km sind wir wieder in Bovec in Slowenien auf dem Campingplatz. Das Zelt ist schnell aufgebaut. Der Rechner wird im Waschraum mal schnell kurzaufgeladen. Der wurde das letzte Mal in München aufgeladen und hat jetzt noch 19% seiner Energiereserven. Hat sich wacker gehalten. Die angeblichen 8,5 Stunden Laufzeit mit einer Ladung könnten hinkommen. Wenn im Campingplatzrestaurant dann gleich wieder Plätze frei sind, haben wir auch wieder mal Internet und werden Einges erledigen. Z.Bsp. diesen Text hochladen. Gerade zieht ein Gewitter auf. Ich hoffe, es ist nur ein Gewitter...
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  9. #25
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    17.8.2009: Noch ein paar Nachträge zu gestern: Es war noch nicht mal ein Gewitter. Alles trocken geblieben. Nach dem Essen habe ich noch einige Zeit damit zugebracht, das Netbook zu laden. Das läuft wie folgt ab: Netbook im Waschraum an ne Rasierersteckdose anschließen. Das Gerät oben auf die Mauer legen dass es aus der Gefahrenzone/Spritzwasserzone raus ist. Dann möglichst unauffällig in der Nähe stehen und aufpassen, dass nix wegkommt. Nicht, dass ich den Eindruck hätte, dass man da in Slowenien Angst haben müsste. Jemand anders lädt gleichzeitig unbeaufsichtigt seine Akkus. Letztes Mal, als wir hier waren hatte jemand meine Sonnenbrille gefunden und an der Rezeption abgegeben. Auch die Campingplatzverwaltung basiert auf der Annahme, dass die Campingplatzbesucher sich selbst anmelden und auch wahrheitsgemäß über ihre Aufenthaltsdauer berichten. Kontrolliert wird das nicht. Ich habe also, in der Hinsicht, nichts Schlechtes über Slowenien zu berichten. Aber meinem Kumpel (der gerade in Mazedonien/Albanien weilt) hat man vor einiger Zeit bei so einer Gelegenheit einen teuren MP3-Player geklaut. Also lieber Vorsicht walten lassen. Dabei habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass eine Minute Laden für etwa 5 Minuten Betrieb reichen. Als wir gestern im Stau vor der Grenze fuhren, überholte mich ein Wagen mit deutscher Nummer ziemlich gefährlich. Es war nämlich eigentlich gar kein Platz zum Überholen. Seitlich nicht weil da massig Gegenverkehr war. Und nach vorne auch nicht weil ich locker mit dem Vordermann mithalten konnte (ca 50km/h) und da auch kein Platz zum Einscheren für ein Auto war. Was macht der Typ im dicken Auto? Überholt mit ca. 10cm Seitenabstand und drückt mich dann an die Seite. Bei solchen Gelegenheiten packt mich dann immer mein Temperament. Ich trat ihm in die Seite bevor ich dann bremste um ihm Platz zu machen. Nicht allzu fest, aber so, dass er es merkt. Er fuhr weiter. Beim nächsten Stopp der Kolonne fuhr ich rechts neben ihn und bedeutete ihm, das Fenster runterzukurbeln. Was er auch tat. Ich fragte ihn, was ihm einfällt, so gefährlich zu überholen. Er fragte mich, wieso ich sein Auto trete. Wir haben dann noch ein paar nette Worte gewechselt und gingen dann, beim Anfahren der Kolonne, wieder getrennte Wege. Ich hoffe mal, dass er es sich nächstes Mal zweimal überlegt ob er ein Moped auf diese Weise überholt.

    Heute Morgen nach dem Frühstück entschieden wir dann, nach einem Blick auf die Karte und der Erkenntnis, das Wandern zu nahegelegenen Sehenswürdigkeiten hier einen Höhenunterschied von mindestens 2000 Höhenmetern bedeutet, dass wir weiterfahren. Interessant: Von der Entscheidung zur Weiterfahrt bis zur Abfahrt verging nur eine halbe Stunde. In dieser Zeit bauten wir das Zelt komplett ab und verstauten unseren ganzen Krempel an den Schwalben. Rekordverdächtig. Wir fuhren über den Predil-Pass nach Italien, von dort über Tarvisio nach Österreich. Das Gailtal und Lesachtal entlang wieder nach Sillian. Wobei wir kleine Nebenstraßen bevorzugten. Einmal verloren wir auf einem Feldweg einen Benzinkanister. Der war hinten auf dem Gepäckträger per Gummiband befestigt und wird von mir normalerweise nochmal durch ein Stück Schnur gesichert. Das hatte ich heute nach dem Betanken vergessen. Und prompt fällt der Kanister runter. Murphys Law. Vorher hatte er immer gehalten. Im Lesachtal (nette Kurven) habe ich ein paar Mal mit dem Trittbrett aufgesetzt. Das ist etwas durchgebogen, deshalb hat es das Knieblech nicht erwischt. Wetter übrigens bestens. Die Schwalben liefen prinzipiell gut. Nur meine hatte ab und zu mal ein paar Zündaussetzer beim Beschleunigen nach Bergabfahrten. Seltsam. In Sillian nahmen wir ein Zimmer für heute und Morgen. Wir wollen nochmal wandern gehen. Wir hatten nach der Fahrt ziemlich Hunger. Aber Schwierigkeiten, ein geöffnetes Restaurant zu finden. Erstens waren wir ziemlich früh dran. Zweitens haben viele Montags Ruhetag. Erst ab 17:00 gab es was ordentliches zu kauen. Ich schätze mal, dass wir heute knapp 200km unterwegs waren und dafür etwa sechs Stunden gebraucht haben.
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  10. #26
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    18.8.2009: Ein Tag Pause in Sillian im Pustertal. Wir gehen bergwandern. Auf den Thurntaler. Allerdings mit der Bahn hoch (meine Herren, die Preise). Und oben dann einen Rundwanderung. Der hatte allerdings noch genügend Höhenmeter. Sollte angeblich 5h dauern. Wir waren in etwas über drei durch. Dann wieder per Seilbahn runter. Ich habe im Baumarkt noch nen 10l-Kanister gekauft, der besser auf die Gepäckträger der Schwalben passt. Allerdings muss der auch noch irgendwo verstaut werden.
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  11. #27
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    19.8.2009: Fahrt von Sillian bis kurz vor der deutschen Grenze. Von Sillian aus direkt über die Grenze nach Italien. Über Bruneck nach Bressanone. Unangenehme Fahrerei weil viel Verkehr. Von dort über den Brenner nach Innsbruck. War völlig entspannt. Kaum Verkehr und viel Platz. Und wenig Steigung. Nur einmal kurz in den ersten gemusst. Dann nach Nassereith und dort auf den Camping. Mit Pool. Und einigermaßen günstig. Heute knapp 200km gefahren.
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  12. #28
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    20.8.2009: Fahrt von Nassereith bis München. Ca. 140km. Mal wieder bestes Wetter. Eigentlich zu warm. Über 30°. Ich fahre in kurzer Hose und kurzem Hemd. Judith mit Motorradjacke und langer Hose. Ich weiß nicht, wie sie das aushält. In München ist für die Schwalben Ende der Tour. Jedenfalls was das Selbstfahren betrifft. Auf der Pause bei der Hinfahrt hatte mir mein Freund angeboten, seinen Ford Transit zu kaufen. Den kann ich gut gebrauchen um meinen Schwalbenpark zu chauffieren. Das ist jetzt abgemachte Sache. Wir wollen dann die Schwalben in den Transit laden und damit die letzten 400km nach Hause fahren. Wir sitzen jetzt in München. Ich schreibe die letzten Tage auf und schwitze nur vom Sitzen. Mein Freund ist noch mit dem Transit unterwegs. Er hat sich nen Motorroller gekauft. Aber keine Schwalbe. Ich dachte, ich hätte ihn angefixt. Mal sehen, was er anbringt.
    Insgesamt waren wir 2200km mit den Schwalben unterwegs. In zweieinhalb Wochen. Nur gutes Wetter gehabt. Trotz der Schwierigkeiten ein netter Urlaub. Aber Abenteuer muss schließlich auch sein.
    Ach ja: Heute war's nochmal knapp: Ein Franzose überholte mich in einer engen Rechtskurve den Pass hoch und drückte mich fast von der Fahrbahn.

  13. #29
    cih
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    So mal als erster Kommentar in deinem Beitrag.

    Hut ab, hab mich jedes Mal über Neuigkeiten gefreut und eure Storys gelesen.

    War und ist wirklich lesenswert
    www.opelforum.de

  14. #30
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    Standard Im Nachhinein betrachtet

    @cih: Danke für's Lob. Freut mich, wenn's gefallen hat.

    Sodann wollte ich mal zusammenstellen, was bei der Tour gut gelaufen, was schlecht gelaufen und verbesserungswürdig ist.

    Gut war:

    Die Funkgeräte: Die haben wir viel genutzt. Wir hatten LPD (Low Power Device) Funkgeräte, die haben nen niedrigen Stromverbrauch und die Batterien haben über ne Woche gehalten. Dafür war die Reichweite halt nicht so doll. Nach ein paar hundert Metern war Schluß. Da hätte man aber mit einer günstigeren Anbringung der Geräte (und somit der Antennen) mehr rausholen können. Mikro und Kopfhörer waren fest im Helm eingebaut. Die Funkgeräte mit dem mitgelieferten Clip entweder an der Jacke oder an der Schwalbe festgeklemmt. Am Kupplungsgriff ein Sprechknopf, der mit Klettband befestigt war. Die Verkabelung war über zwei Stecker trennbar (Sendeknopf, Sprechgarnitur im Helm und Funkgerät). So kann man sich während der Fahrt unterhalten, auf interessante Dinge hinweisen, dem Hintermann mitteilen wann er gefahrlos überholen kann, Probleme kann man sofort melden. Und sich über Pausen, Stopps zum Essen und Pinkeln oder kurze Ausflüge zu interessanten Zielen abstimmen. Oder der Hintermann kann den Vordermann auf ein übersehenes Schild hinweisen. Möchte ich nicht missen.

    Routenplanung: Gut war auch die Verwendung eines Netbooks mit 8,5h Laufzeit für die Routenplanung. Zusammen mit dem Planungsprogramm einer großen Motorrad Zeitschrift konnte man sehr gut Strecken planen und sich sogar das Höhenprofil anschauen. Dabei konnte man für jeden Straßentyp seine Mindest- und Höchsgeschwindigkeit und sogar den Benzinverbrauch angeben. Man bekam dann die Länge der Strecke, den Verbrauch und die Dauer ausgespuckt. Die Strecke wurde dann auf das Navigationsgerät überspielt. Das funktionierte (bis zum Ausfall des Navis) sehr gut. Allerdings mussten da auch erst Erfahrungen gesammelt und Einstellungen angepasst werden bis es dann reibunglsos klappte. Das ging aber schnell. Autobahnen und Schnellstraßen habe ich mit einer Geschwindigkeit von 1km/h angegeben. Somit wurden die komplett ausgespart. Das Navi hatte ein auch bei Sonne super ablesbares Display und war wasserdicht. Beides sehr wichtig! Das Navi wurde durch einen selbstgebauten Adapter von der Schwalbenbatterie versorgt (dazu später mehr). Das Netbook wurde bei Gelegenheit an 220V aufgeladen. Nach Ausfall des Navis hätten gute Karten wahrscheinlich viel geholfen. Es ging aber auch mit der Vorplanung durch das Netbook und schriftlichen Notizen.

    Das Werkzeug: In weiser Voraussicht hatte ich einiges an Werkzeug mitgenommen. Neben dem Standard-Bordwerkzeug auch eine kleine Ratsche mit 10er Nuss. Die braucht man schon mal wenn man den Zylinder abbauen muss. Natürlich die Wasserpumpenzange zum Nachziehen der Krümmermutter. Ein Messgerät für Durchgang und Spannungen (Billigvariante für einige Euro, schön klein und handlich). Ein selbstgebautes Werkzeug zur Zündungseinstellung (die jetzt-zerlege-ich-die-Zündkerze-und-mache-ein-Gewinde-rein-Variante). Nachträglich auf der Reise habe ich dann noch einen großen Schraubendreher (Öffnen der Motorseitendeckelschrauben geht viel einfacher) und einen 24er Schlüssel für die Ritzelmutter (ich hatte mir nach dem Motorschaden noch kleinere Ritzel mit bestellt. Mir schwante was mit den Pässen. Haben wir aber nicht benutzt. Der 18%-Pass war Judith so steil, dass sie den auch nicht mit nem anderen Ritzel nochmal probieren wollte). Ach ja. Und einen 17er Steckschlüssel. An den hätte man auch vorher denken können. Gut wären auch Lötzinn und ein Lötkolben (möglichst Gas). Flickzeug. Kleines Erste-Hilfe-Set.

    Ersatzteile: Natürlich ein neuer Schlauch. Zündkerze. Ersatzbirnen. Kondensator und Kontakte. Notfallset um Züge zu reparieren. Ein Satz nützlicher Kleinteile: Halbmonde, Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben, Büroklammer, Sicherheitsnadel, Knuddelkitt, Sicherungen etc.

    Benzinkanister: Anfangs zwei 5l-Kanister. Und nicht ganz 2l Gemischöl, halbsynthetisch. Reichte für die über 2000km mit 1:50 für zwei Schwalben. In Österreich sah ich im Baumarkt einen 10l-Kanister der wunderbar hinten auf den Gepäckträger passte. Der ersetzte dann die beiden anderen. Die Kanister sind halt praktisch um die Reichweite zu verlängern. Haben aber auch den Tag gerettet als die Schwalben unerwartet den Berg hoch stehen blieben. Geht bestimmt auch ohne, aber ich finde es so besser.

    Das Ziel der Reise: Wir hatten uns von Anfang an nicht festgelegt. Es sollte nur eine größere Tour werden. Wir haben von Anfang an nicht mehr als 200km pro Tag eingeplant. Wenn wir keine Lust mehr hatten zu fahren, suchten wir uns halt nen Campingplatz. Den Kocher haben wir weggelassen. Nur das Frühstücksmüsli mitgenommen. Sonst wäre es uns zu viel Gepäck geworden. Ist natürlich was teurer. Wir haben uns auch etwas nach dem Wetter gerichtet. Wenn es irgendwo schlecht werden sollte, sind wir da halt nicht hingefahren, sondern woanders hin. Wenn es uns irgendwo gefiel, blieben wir halt noch nen Tag. Ich fand diese Art zu reisen sehr angenehm. Mit dem Wetter hatten wir einfach Glück.

    Die Reaktion der Leute auf die Schwalben: Viele Leute reagieren sehr positiv, wenn sie die Schwalben sehen. (Sogar manche Autofahrer, die die Pässe hinter uns hochfahren mussten). Das geht von der Familie, die auf dem Campingplatz "die guten alten Schwalben" wiedererkennen, über winkende und rufende Bauarbeiter am Strassenrand bis zu Fotografierorgien aus dem fahrenden Auto (Beifahrerin aus dem Fenster gelehnt). Öfter wird man angehupt oder mit "Thumbs up" begrüßt. Und ein Gesprächsthema auf dem Campingplatz sind die Schwalben allemal.


    Was war weniger gut?

    Pleiten, Pech und Pannen:

    Der schonmal geflickte Schlauch. Der hätte beim Reifenwechsel ersetzt gehört. Eine wirklich vermeidbare Panne. Aber nicht weiter schlimm.

    Defekte Zündung: Kann nach 20 Jahren mal passieren. Gut, wenn man sich zu helfen weiß. Wäre für den einen oder anderen ein größeres Problem gewesen.

    Motorschaden: Den betreffenden Motor bzw. Getriebe habe ich selbst regeneriert. Mit Motorspalten, Lagertausch etc. Die Garnitur lief gut und blieb also drauf. Zwei Möglichkeiten: Ich habe beim zusammenbau den Sicherungsring für den Kolbenbolzen nicht richtig eingesetzt. Oder: Ich habe mir den Kolben nochmal genau angeschaut. Der rechte Sitz für den Sicherungsring ist entweder ausgeschlagen oder nicht richtig ausgebildet. Der erscheint ungleichmäßig tief und breit. Die Nut auf der anderen Seite ist dagegen sher viel schärfer. Ich hänge mal ein Bild von der Nut an. Könnte also auch ein fehlerhafter Kolben gewesen sein. Der dann allerdings lange gehalten hat bevor es zum Crash kam. Dumm gelaufen. Aber reparabel. Und für erstaunlich wenig Geld. Dafür dauerte es mit der Ersatzteilbeschaffung was länger. Vielleicht wären wr sonst ja bis Albanien gekommen. Dann halt das nächste Mal.

    Der Unfall: Das ist gleich die Überleitung zum nächsten Thema: Mopeds und andere Autofahrer. Klar sind Schwalben nicht so schnell und auch schon mal ein Verkehrshindernis. Wenn möglich, haben wir wenig befahrenen Strecken gewählt. Und wir haben bei Gelegenheit die Autos überholen lassen. Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass es immer Deppen gibt, die meinen, sie müssten gefährlich überholen oder dicht auffahren. Ist leider so. Das kann auch schon mal lebensgefährlich werden. Und die Schwalbe hat halt keine Knautschzone.
    Deshalb: Die betreffenden Strecken nach Möglichkeit vermeiden. Die weniger befahrenen Strecken sind oft auch schöner. Und nicht so stressig. Defensiv fahren, öfter mal halten und die Autos vorbeilassen. Die freuen sich und zeigen auch schon mal ihre Dankbarkeit durch blinken oder hupen.

    Der Nachbauzylinder: Da auf die Schnelle kein Simsonteil zu kriegen war, habe ich einen "Replika"-Zylinder bestellt. 50ccm, zwei Kanäle, also dem Original entsprechend. Ein Vergleich zwischen Original und Nachbau brachte keine großen Unterschiede zu Tage. Schlitze waren augenscheinlich gleich. Der neue Kolben trug aber keine Markierung "K20". Das soll ja das gute Material sein. Dieser Nachbauzylinder läuft auch nach fast 2000km nur 55km/h. Der Anzug ist auch schlechter als der des Originals. Der dreht einfach nicht so gut wie der alte, ausgelutschte Zylinder. Es könnte jetzt noch sein, dass der beim Einfahren gefressen hat oder so was. Aber das werde ich noch feststellen. Der kommt nämlich wieder runter. Dann werde ich das ja sehen.

    Das Ausgehen der Schwalben bei fast leerem Tank am Berg. Das hatten wir mehrfach. Die Schwalbe läuft wunderbar, ein Tankstopp steht eigentlich noch nicht an. Dann geht es ne steile Strecke hoch und die Schwalbe geht wegen Spritmangels aus. Dummerweise hilft in dem Fall auch das Umstellen auf Reserve nix mehr. Jedenfalls wenn man weiter bergauf fahren will. Für das Problem ist mir noch keine andere Lösung eingefallen als vor größeren Steigungen vorsorglich nochmal zu tanken. Und natürlich, einen Reservekanister dabei zu haben.

    Das defekte Navi: Eigene Blödheit. Nachweislich. Ich hatte vor längerer Zeit an Judiths Schwalbe einen 5V-Regler eingebaut um ein Navi anschließen zu können. Dabei befand sich der Regler in der Schwalbe und nach aussen gab es einen Steckkontakt um ein USB-Kabel (und daran das GPS) anzuschließen. So weit so gut.
    Kurz vorm Urlaub beschloss ich, an meine Schwalbe auch so was anzubauen. Das sollte aber noch mehr können. Nämlich auch mein Handy laden. Also legte ich ein Kabel aus dem Batteriedeckel raus, an dem direkt die Batteriespannung lag. Mit dem gleichen Stecker, den ich bei Judith für die 5V verwendet hatte. Für meine Schwalbe baute ich dann einen exteren 5V-Konverter um das Navi anzuschließen. Und einen externen Handy-Konverter. Ich hatte also an zwei Schwalben den gleichen Stecker. Aus dem einen kamen 5V raus, aus dem anderen die volle Spannung der Batterie mit bis zu über 7V. Klar, was dann passierte. Ich schloss das falsche Kabel ans Navi an und versorgte das somit mit 7V statt 5V. Und das Beste: Das funktionierte noch nen ganzen Tag. Nu isses hin. Mist!

    Schwalben und Steigungen: Gemäß Schwalbe-Buch (Simson-Roller Schwalbe) schafft die Viergang-Schwalbe mit voller Beladung 18-21% Steigung. Das bezweifle ich. Judith hatte schätzungsweise 20kg Gepäck und wiegt selbst 70kg. Also sagen wir mal 100kg Zuladung. Die Schwalbe wiegt 80kg. Macht zusammen 180kg. Also weit unter den zulässigen 260kg. Und Judith ist mit ihrer Schwalbe die 18% nicht hochgekommen. Mit Schwung angefahren und im Berg abgesoffen. Gnadenlos. Allerdings mit Nachbauzylinder.
    Ich hatte 50kg Gepäck. Wiege selbst fahrfertig 100kg. Plus 80 der Schwalbe macht 230kg. Ich bin auch nicht hochgekommen.

    Rest kommt noch.

  15. #31
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    Danke für den tollen Bericht und die vielen zusammengefassten Erfahrungen. Ich werd's mir hoffentlich merken. :wink:

    Aber what the hell is Knuddelkitt?

    Peter

  16. #32
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    Knuddelkitt ist eigentlich eine gummiartige Substanz, die z.Bsp. dazu benutzt wird, Schornsteine gegen das Dach dauerelastisch abzudichten. Härtet nicht aus. Ähnlich wie Typenreiniger, wer so was noch kennt.

    Knuddelkitt heißt natürlich nicht wirklich Knuddelkitt, das Zeug hat mein bei uns in der Firma so genannt. Oh Gott, wie heißt das Zeug wirklich? Wenn's mir einfällt, poste ich den Namen nochmal. Ich habe mir mal ein Kilo bei ebay gekauft. Ist vielleicht ein halbes Jahr her. Jetzt fällt's mir wieder ein. Hersteller ist Bostik. Und Prestik heißt das Produkt, glaube ich.

    Knuddelkitt eignet sich hervorragend als dritte Hand. Oder bei der Bundeswehr zum Reinigen und 100%-igen Entfetten des G3. Die Ausbilder waren immer begeistert und wollten sofort wissen, wie ich das gemacht habe. Gibt's das G3 heute noch beim Bund? Beim Fahren klebe ich damit das Navi auf den Lenker. Geht aber nur wenn trocken. Ich habe damit auch schon mal einen Kupplungsgetriebedeckel not-abgedichtet.

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