Vierzehnter Tag, Fr, 13.8.2010
Aufstehen ca. acht Uhr. Auschecken. Schwalben satteln. Losfahren. In der Stadt ist die Hölle los. Es wird etwas ruhiger als wir rauskommen. Trotzdem hat Judith wieder eine Begegnung der dritten Art. Ich habe es wieder nicht mitgekriegt, ich war ein Stück vorne dran. Judith fährt eine leichte Rechtskurve. Ihr kommt ein Jungspund im roten Golf schnell entgegen, der die Kurve schneidet. Als er Judith sieht, zieht er noch auf die andere Seite, berührt aber noch Judiths Spiegel. Nix passiert. Trotzdem war Judith mit den Nerven fertig. Die Probleme hat man auf Schotterpisten viel weniger. Da sind die Geschwindigkeiten arg reduziert. Die Brücke die dann folgte, trug nicht sehr zu Judiths Beruhigung bei. Durch die zahlreichen Löcher in der Brücke konnte man sehr gut den Wasserstand beobachten.
Vor uns passierte eine Herde Schafe die Brücke. So ist das in Albanien. Judith sagt, die Strecke war sehr "hibbelig". Also herausfordernd. Judith war mehrfach kurz davor, das Handtuch zu schmeissen. Ich konnte sie aber mit Hinweis auf unser Reiseziel (einige sehr schöne Seen) immer irgendwie überreden weiterzufahren. Besonders kurz vorm Ziel wurde die Strecke dann sehr schwierig und das Motivieren fast unmöglich. Irgendwann, ca. 500m vor Schluß verweigerte sie dann endgültig. Da half kein Zureden. Es war aber auch wirklich ein haariges Stück weg. Ich beschloss, die 500m alleine weiter zu fahren. Wunderte mich aber schon, dass man von den Seen noch so gar nix sehen konnte. 50m vor Ende des Weges (laut GPS) musste auch ich aufgeben. Die Schwalbe schaffte einfach von der Steilheit her den Weg nicht mehr. Weit und breit kein See in Sicht. Ich fuhr zurück. Wir beschlossen nach einer kurzen Pause zurückzufahren. Ich schaute nochmal kurz in die Karte. Und wunderte mich, dass der Weg in der Karte von der Form her ganz anders aussah als im GPS. Seltsam. Ich verglich nochmal mit dem GPS und stellte fest, dass wir leider die falsche Route befahren hatten. Wir waren gar nicht auf dem Weg zu den Seen. Das war der Moment, in dem Judith mich fressen wollte. Abends nach der Dusche und einem Bier sprach sie auch schon wieder mit mir ;-) Nee, so schlimm war's nicht. Die Strecke war trotz Allem schön. Und der Rückweg ging auch schneller. Irgendwann sagte ich Judith, dass ich in Kürze wieder geteerte Straße erwarte. Sie widersprach und erklärte, dass ja die Mega-Hibbelstrecke noch bevorstände. Gut, ich lasse mich gerne belehren. Ich weise an dieser Stelle nochmals darauf hin, dass sie gestern auf der Strecke ja auch riesen Schlaglöcher und Tiefschotter entdeckt haben wollte. Von denen ich nichts bemerkt hatte. Nach ca. 5 Minuten kamen wir auf die Teerstrecke. Ohne Mega-Hibbel-Kopfsteinpflaster. Judith konnte sich das nicht erklären. Tja. Diesmal kamen wir ohne Zwischenfälle wieder nach Peshkopi. Wir suchten uns ein anderes Hotel. Gleicher Preis. Macht nen besseren Eindruck. Dusche und das erste Radler haben wir schon hinter uns. Wir warten auf die Pizza aus dem Holzofen. Das erste richtige Essen seit gestern Morgen.
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