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Thema: Ein Star will in den Süden


  1. #1
    Zündkerzenwechsler
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    Standard Ein Star will in den Süden

    Hallo zusammen,

    Hier hatte ich ja schonmal vor knapp einem halben Jahr zum Thema „Mopedtour in den Süden“ angefragt. Da der Frühling ja (hoffentlich bald) vor der Tür steht und mittlerweile neben meiner Schwalbe ein 1973er Star in der Garage steht, der nach viel Arbeit im letzten Sommer jetzt in wesentlich besserem technischen Zustand als die Schwalbe ist, beginnt es mich wieder zu jucken im Sommer eine größere Tour zu starten.
    Da das ganze aber erstmal nur eine wirre Idee in meine Kopf ist und auch von Planung noch nicht wirklich die Rede sein kann, habe ich beschlossen, diesen Thread aufzumachen, um von meiner Idee zu berichten, die evtl. Fortschritte in der Planung zu dokumentieren und eure Tips und Kommentare mit einzubeziehen. Evtl. wird sich auch rausstellen, dass die Sache so wie ich sie vorhabe, Quatsch ist und ich lass es einfach. Also mal schauen wie es sich entwickelt.

    Erstmal kurz ein paar Worte zu mir: Ich bin 28 Jahre alt und wohne im Allgäu. Anno 2004 kam ich an eine 1974er Schwalbe KR51/1K und letztes Jahr habe ich den Star aufgetrieben. Vor meiner Simson-Zeit tendierte mein technisches Wissen in Sachen Mopeds gegen Null, mittlerweile würde ich mir zutrauen die meisten Probleme selber lösen zu können. Dabei hab ich mir das meiste mit Hilfe des Schwalbennests, dem hier oft genannte Buch und viel Trial and Error selber angeeignet. Nur von Sachen wie Motorregeneration und Getriebe habe ich bis jetzt die Finger gelassen.

    Zu meiner Motivation: Im Moment bin ich noch wie gesagt Student und habe diesen Sommer wahrscheinlich zum letzten Mal Semesterferien, d.h. Juli, August, September frei. Danach beginnt wahrscheinlich 2009 das Berufsleben. Also wahrscheinlich ist das die vorerst letzte Chance so eine Aktion flexibel und ohne zeitlichen Druck durchzuziehen und noch mal „was erleben“. Dazu kommt, dass ich meinem neuen Star eine längere Tour auf jeden Fall zutraue, im Gegensatz zu der Schwalbe.

    Hier jetzt mal in Stichpunkten, quasi Brainstorming, die ersten Ideen zu der Tour

    1. Route: Start im Allgäu, Füssen, irgendwie über die Alpen, dabei auf jeden Fall Fernpass umfahren, Gardasee, Adria, Venedig, Kroatien (Fähre?) irgendwie zurück (runter kommen sie immer;-)
    2. Dauer, Zeitraum: Juli/August/September (Wetter?); Dauer flexibel je nach Route; 2 Tage bis Gardasee, falls der Star es nicht durchsteht könnte ich mich hier noch mit Auto und Hänger abholen lassen (Allgäu-Gardasee Fahrzeit ca. 4 Std. mit Auto),
    dann weiter, 2 Wochen? Keine Ahnung
    3. Technik: offene Baustellen sind noch Bremsen, Reifen, Stoßdämpfer
    4. Gepäck, Ausrüstung, Ersatzteile
    5. ich sag mal Soziales: wie bring ich es meiner Freundin bei…? ;-)

    So, soweit erstmal, ich würde mich erstmal freuen von euch zu hören, was ihr so allgemein davon haltet. Ich werde, wie gesagt, in diesem Thread nach und nach von der Planung berichten, konkret auf die einzelnen Punkte eingehen und hoffe dabei auf viele Kommentare und Anregungen.

    Gruß,
    Dubinsky

  2. #2
    Restaurateur Avatar von poss
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    Standard

    zu 1.) Die Route musst du selbst wissen. Aber dein Vorhaben sollte nicht zu ausläufig sein, weil es dann bestimmt nichts wird. Meist bleiben nur die kürzeren Strecken >500km realisierbar.

    zu 3.) Deine offenen Baustellen sind wohl das kleinste Problem. Ein Wochendene, ein Kasten Bier und schon ist alles repariert.

    zu 4.) Gepäck = Linke Hemdentasche Zahnbürste, rechte Tasche 2T-Öl. :wink:

    Werkzeug = Zangen, Schraubendreher, Hammer, ... OT-Finder, Polradabzieher

    Ersatzteile = komplette Zündung, Reifenflickzeug, ein paar gängige Schrauben und Muttern. Damit schaffst du es bis zum Atlantik ..

    zu 5.) Nimm Sie einfach auf der zweiten Schwalbe mit :wink:

    poss

  3. #3
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Standard

    Zu Punkt 4)
    Was du mitnehmen solltest:

    unbedingt Handschuhe (nachts zwischen 22.00 Uhr und 9.00 Uhr ist's beim Fahren saukalt), Sonnenbrille (tagsüber) und Klarsichtbrille (nachts) wegen Insekten und Dreck, Regenkombi, warme und winddichte Klamotten für die Alpen, kleine LED-Taschenlampe, Feuerzeug, kleines Zelt, eine 3x4 m Kunststoffplane

    Die Elektrik vorher eventuell auf E-Zündung umrüsten (mehr Licht, störunanfälliger). Vor der Fahrt alles am Moped durchsehen und warten, Vergaser säubern usw. , neue Kette und Bowdenzüge (alles gut geölt) Reifen, Bremsen, Radlager, Ölwechsel usw. Alles, was du vorher gemacht hast geht dann später in der Regel nicht kaputt.

    Ersatzteile mitzuschleppen brauchst du auch nicht. Das was dann doch mal kaputt geht, hast du ohnehin nicht dabei. Zündkerze, ein Ersatzschlauch, 5 W Rücklichtlampe und ordentliches Bordwerkzeug reicht (Kerzenschlüssel, eventuell Unterbrecher, 2m Kabel, ein paar Schrauben und Muttern (M6 bis M8 ), kleinen und großen Schraubenzieher, Maulschlüssel (8, 10, 12, 13, 17,19), Zweitaktöl, zwei Montierhebel, Fahrradflickzeug, Luftpumpe). Außerdem vielleicht noch einen langen Innenbremszug aus dem Fahrradladen und einen Schraubnippel. Damit kannst du alle defekten Züge unterwegs erstmal ersetzen.
    Was du brauchst ist jemand in Deutschland, der sich auskennt, einen Händler an der Hand hat und dir auf Abruf dann eventuell dringend benötigte Teile bei Bedarf per UPS schnell nachschickt. Das dauert dann bloß drei bis vier Tage. Handy hast du ja ohnehin dabei.
    Keine Fressereien und ähnlichen Ballast mitschleppen. Sowas gibt's in jedem Supermarkt unterwegs.

    Mach auf jeden Fall im Frühsommer erst mal an zwei, drei Wochenenden kleinere Probe-Touren mit der Mieze von vielleicht 200 km in die nähere Umgebung oder so, um ein gewisses Feeling zu bekommen und die Zuverlässigkeit der Mopeds auszutesten.

    Wenn du Fragen hast, dann stehe ich dir gern mit Tipps zu Seite.
    Also frag ruhig, sollst ja was lernen. :)

  4. #4
    Flugschüler Avatar von unleash
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    Standard

    Vielleicht ein paar Tips für Deine Planung, die mir zu Deinen Angaben eingefallen sind und die mir auf meinen Touren begegnet sind:

    - Es ist möglich, 400km am Tag zu fahren, aber nicht unbedingt ratsam. Aber 200km am Tag sind auch mit Alpenpässen gut zu schaffen. Pässe sind nicht schwierig zu fahren, das ist meist nur wenige Kilometer richtig steil, das meiste geht entspannt. Also, keine Angst vor Pässen, ist einfacher als man denkt. Schöner ist es aber, kleine Pässe zu fahren, da ist meist weniger los und ist dann schöner mit dem Moped. Höhenluft macht m.E. keine Probleme, selbst am Timmelsjoch nicht. Ergo, Du musst nicht irgendwie über die Alpen, du kannst locker kreuz und quer, bin manchmal drei Pässe am Tag gefahren.

    - Zur Fahrtstrecke: Kilometerfressen ist langweilig, such Dir was landschaftlich reizvolles. Um Venedig ist flach und Agrarland, das kann echt einschläfernd werden. Und da Berge eigentlich kein Thema sind, kannst Du frei planen.
    Dabei Finger weg von Kraftfahrtstraßen und großen Strecken, in Österreich und der Schweiz ist es aber eigentlich nie ein Problem, die alten Straßen zu finden, die sich durch die Orte schlängeln. Nur in D ist es echt zum Kotzen, da lohnt sich die Investition in gute Karten.

    - Zeitraum: Wenn es über die Alpen geht, würde ich August empfehlen. Dann ist alles frei, obwohl ich auch am St.Bernhard fast im Schnee gefahren bin.

    - Kleidung: Alpen auf jeden Fall Regenkombi, warme Klamotten, Regenüberhandschuhe, Halstuch usw. einpacken - wenn du unten losfährst, und mal nicht so ein schöner Tag ist, wird es plötzlich oben ungemütlich und knapp um 0 Grad.

    - Werkzeug/Ersatzteile: Zwischen ganz und kaputt gibt es auch noch ein naja: Man kann nicht alles mitnehmen, aber die meisten Sachen gehen auch nicht so auf einen Schlag kaputt. Man kann viel mit nachstellen, nachziehen und rumbiegen für den Rest der Fahrt am Leben halten. Sprich, wenn man abends sieht, dass das Getriebe durch nen defekten Simmerring sein Öl verliert, keine Panik, Öl kaufen, einfüllen, das hält letztlich auch fast ohne Öl. Bewährt haben sich: alle spezifischen Schlüssel, Klebeband, Pattex (als Loctite oder auch für andere Sachen), n kleiner Gasbrenner für die Handtasche mit Lötzinn, verschiedene Schrauben und Unterlegscheiben (Schrauben rappeln sich lose, die kennt man gar nicht), nen Seil, Flickzeug und Universalbowdenzüge, ne Wasserpumpenzange und nen Hammer. sowas wie nen Ersatzunterbrecher, Kabel, Lüsterklemmen und Kondesator und ein paar Birnchen, ne Ersatzkerze und vielleicht -stecker und -kabel, sowas eben.

    - Gepäck: Gepäck ist viel an Volumen, aber meist wenig an Masse. Hatte immer nen Tankrucksack (unten Teil vom Werkzeug, darüber die Küche, also Trangia, Spiritus, Essen für den Tag und Wasserflasche) sowie Karten und den Fotoapparat. Hinten zwei Satteltaschen mit gelben Säcken. Darin: Werkzeug und Klamotten, in der anderen Schalfsack und Zeltplane sowie Autoabdeckplane (leicht und nützlich zum Mopedabdecken). Gepäckrolle: Zeltgestänge, Tunrschuhe, Isomatte, Zelt, Heringe. Das ist alles zusammen vielleicht 20kg - also 1/4 eines zweiten Mitfahrers. An Essen hatte ich immer so ein paar Grundnahrungsmittel mit, also das Brot, Margarine, Marmelade, Riegel und so, was man für den Tag braucht, zum kochen habe ich dann vor der Anfahrt zum Campingplatz im Supermarkt eingekauft - dann ging der Tankrucksack bis zum Kinn, weil das Bier oben rausschaut.

    - Wie sagt man es der Freundin? Ich habe meine am Ende der ersten Alpentour erst gefragt - in Regenkombi mit Dreitagebart und ebensolange nicht mehr geduscht. Sie hat ja gesagt, und hält schon 10 Jahre, und sie ist auch schon mit dem Aprilia und mit mir auf dem SR50 an die Nordsee gerollert - also, wenn sie das nicht cool findet oder zumindest unterstützt, ist sie die falsche - auch wenn alles letztlich einfacher ist als man vorher denkt, es ist schon ein etwas Besonderes mit der 50er zu verreisen, aber ich kann Dir sagen, mach es, es waren die besten Urlaube meines Lebens und ich kann es nur empfehlen.


    hth,
    unleash

  5. #5
    Zündkerzenwechsler
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    danke euch schonmal für die guten Tips, da waren ja schon viele hilfreiche Sachen dabei.
    Das Motto der Tour wird ja eher das gute alte "Der Weg ist das Ziel" sein, so daß Kilometer-Runterreißen kein Thema sein wird und die einzelnen Etappen auf jeden Fall relativ kurz sein werden. Flüge nach Venedig gibts bei uns von Memmingen ab 20 Euro, das wäre billiger und schneller, wenns nur ums ankommen gehen würde.

    @unleash: mit "irgendwie über die Alpen" meinte ich nicht, dass es ein notwendiges Übel ist, sondern dass die Route noch nicht feststeht. Dabei habe ich jetzt schon zwei Strecken im Auge:
    1. Füssen - Hahntennjoch - Imst - Landeck - Reschenpass - Meran
    2. Füssen - Hahntennjoch - Imst - Sölden - Timmelsjoch - Meran
    dann jeweils Bozen - Trento - Gardasee

    @dummschwaetzer: die Probetouren werde auf jeden Fall machen, um festzustellen, ob Langstrecke überhaupt was für mich, meinen Hintern und meinen Star ist.

    Kann mir jemand sagen, ob man als ADAC-Mitglied auch inklusive Fahrzeug aus dem Ausland heimgebracht wird, wenn man eine Panne hatte?

  6. #6
    Flugschüler Avatar von unleash
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    Standard

    Das hoffe ich doch, das mich der ADAC mitsamt Moped heimbringt - ja, das machen die. Allerdings brauchst Du dafür die Plus-Mitgliedschaft, die normale gilt nur in D.

    "Das ist passiert:
    Ihr Fahrzeug fällt auf Grund einer Panne oder eines Unfalls aus.
    Ihr gestohlenes Fahrzeug wurde wieder aufgefunden. Ein Rücktransport wird deshalb notwendig.

    Das leisten wir für PlusMitglieder:

    * Organisation, Durchführung und Kostenübernahme des Rücktransports des Fahrzeugs an Ihren Wohnsitz
    * Übernahme der Abschlepp- und Einstellkosten
    * gemeinsamer Rücktransport von Ihnen und berechtigten Insassen sowie des Fahrzeugs innerhalb Deutschlands (Pick-up Service)
    "



    Ich würde Dir das eh empfehlen - ich hatte mit meinem Vater früher ausgemacht, dass ich mich bei ner Panne irgendwo mit dem Zelt hinstelle und er mich dann abholt, sobald es geht. Allerdings hatte ich schon ein mulmiges Gefühl, wenn ich z.B. über den Großglockner bin - wenn das Ding da oben verreckt, sollte man tunlichst vor der Nacht irgendwo anders hinkommen. Dann muss man den entsprechenden Straßendienst rufen, und ohne ADAC o.ä. wird das dann gern mal teuer. Somit gibt es ein bisschen besseres Gefühl, man weiss ja auch nicht immer, was die in Ösiland so nehmen ...

    Das mit den irgendwie über die Alpen hatte ich fälschlicherweise als "mit ein bisschen Respekt" unterfüttert gelesen. Timmelsjoch kann ich empfehlen, ist aber m.E. von der Südseite aus imposanter, vielleicht was für den Rückweg. Bedenke bei Deinen Wegplanungen, dass Du wenn Du 4 Stunden fährst (also um 10h am Campingplatz los bist Du schon am nächsten Campingplatz, bevor da die Rezeption wieder nach der Mittagspause aufhat!!) dann hast Du schon gut mal 120 - 150km geschafft, selbst bei fetten Pässen. Ich bin manchmal echte Ochsentouren gefahren, weil es a) Spass gemacht hat (ich sitze auf der Kreidler besser als auf der dicken Honda) und b) mir echt langweilig war, wenn ich mittags um 14h schon wieder das Zelt fertig aufgebaut hatte. Vom Stundenschnitt her ist es über die Berge nicht viel anders als duchs Flachland.

    Ach so - denk an nen Verbandskasten fürs Moped (so ein kleiner), ist zumindest in Österreich Pflicht.

    Hth,
    der unleash

  7. #7
    Simsonfreund Avatar von Sprudellaster
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    @ Dubinsky,
    für Dein Vorhaben würde ich Dir diese Internetseite empfehlen zu lesen. Die sind von Stuttgart nach Addis Abebba ( Afrika ) mit
    zwei Schwalben gefahren und haben darüber ein " Tagebuch " geschrieben.
    Ich denke aus den Erfahrungen kann man einiges mit auf dem Weg nehmen.

    Gruss
    Sprudel.........
    Gruss
    Sprudel......

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