Ich grüße,

grundsätzlich ist alles bisher gesagte richtig. Leider entspricht es meiner Erfahrung, dass wenn einer schon so dummdreist ist einen Ungarn als DDR-Fahrzeug zu verkaufen, sich nicht besonders durch zivilrechtliche Erwägungen aus dem Konzept bringen läßt. Vollkommen klar ist, dass du einen Zug-um-Zug-Anspruch Geld gegen Motorrad hast, egal ob wegen Anfechtung, Wandelung oder wie auch immer. Dein Problem ist, den Anspruch durchzubringen. Ich schlage daher folgende Verfahrensweise vor:

Du schreibst im per Einwurfschereiben ungefähr wie folgt:

Sehr geehrter Herr XXXX,

leider musste ich feststellen, dass das bei Ihnen gekaufte Fahrzeug nicht der zugesicherten Eigeschaft eines originalen DDR-Fahrzeugs enspricht. Dies hatten Sie mir mündlichen versichert.

Zeugen: XXXXX

Ich fordere Sie daher auf, mir den Kaufpreis gegen Fahrzeugrückgabe zu erstatten. Bitte nennen Sie mir innerhalb der nächsten 10 Tagen hierfür einen Termin.

Sollte diese Aufforderung ergebnislos bleiben, werde ich anwaltliche Hilfe einschalten sowie den gesamten Vorgang der zuständigen Staatsanwaltschaft zur Prüfung vorlegen.

mfg etc.

Wenn er hierauf nicht reagieren sollte, schreib einen knappen Deutschaufsatz und geh damit zur Polizei (die Mahnung nicht vergessen). Im Zuge des wohl folgenden Ermittlungsverfahrens hast du gute Chancen, dass sich was bewegt (obwohl die STA es hasst zivilrechtliche Ansprüche zu unterstützen - der hier ist aber dreist). Falls das nichts bringt geh zum Anwalt oder Kauf dir einen Ersatzrahmen und wechsel (dauert 5-10 Stunden). Das ist im Zweifel günstiger und schneller als ein Zivilverfahren.

Alles Gute

Jan