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Thema: Wellendichtringe wechseln M53, letzte Option?


  1. #1

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    Standard Wellendichtringe wechseln M53, letzte Option?

    Hallo Simsonianer,

    ich habe folgendes Problem: Aus meinem Auspuff kommt massig an "Schmiere" raus, so eine undefinierbare Flüssigkeit aus Motoröl und Gemisch. Laufen tut Sie (S50 B1) nicht bzw. nur kurz und schlecht.

    ich versuche Sie jetzt seit einem halben Jahr zum laufen zu bringen und möchte gerne abwegen was es noch sein kann, weil ich mir weder das Spezialequipment anschaffen will, noch in die ganzen Ersatzteile investieren will (Lager/Dichtungen), damit Sie dann doch wieder nicht läuft und ich mir lieber gleich einen M541 zulege.

    Was meint Ihr?

    Nur kurz was alles gemacht wurde: Vergaser neu, Zylinder neu gehont mit passendem Kolben, Auspuff neu, Zündung 1,5 mm vor OT und 0,4mm Unterbrecheröffnung, primär Zündspule neu, Zündkabel/Zündkerzenstecker neu. Kompression überprüft und OK. Kräftiger Zündfunke ist vorhanden.

  2. #2
    Flugschüler
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    Standard

    Ahoi,

    was du tun kannst:
    - Benzinstand im Vergaser kontrollieren (auch ein neuer Schwimmer kann undicht sein)
    - Kontrollieren, dass der Ansaugweg frei ist und nicht 'ne tote Maus im Luftschlauch steckt
    - Wenn Getriebeöl mit verbrannt wird, qualmt sie ganz stark (weißer Rauch) - dann kommst du um das Tauschen der Wellendichtringe nicht herum.
    Schlimmstenfalls musst du 30 Euro investieren und auf Verdacht die WeDiRi tauschen.

    Ob du dir statt dessen lieber einen M541 holst und einbaust, kannst nur du allein entscheiden. Der hat aber auch keine Laufgarantie, dafür 4 Gänge. Billiger wirst du mit einem Austauschmotor jedenfalls nicht kommen.

    VG nachbrenner

  3. #3
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    Zitat Zitat von nachbrenner
    Schlimmstenfalls musst du 30 Euro investieren und auf Verdacht die WeDiRi tauschen.
    30€??

    Eher 300€.

    Denn wenn schon dann denn schon und dann wird komplett mit allem Drum und Dran regenriert sonst mus man ja ständig irgentwas machen und den Motor ggf mehrmals spalten.

    Viele Grüße

    Bremsbacke
    Wir fahren ganz klar: Deutz-Fahr!

  4. #4
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    Naja, hier geht es darum, den Motor lauffähig zu machen. In den meisten Fällen reicht es, die Lager und WeDiRis sowie Motordichtungen zu tauschen. Dafür bekommt man keinen Motor, der die ebay-Kategorie TOP, RARITÄT, VOLL REGENERIERT!!! erfüllt (bzw. eher gerade doch), aber zum fahren reichte es meistens.

    Wenn die empfindlicheren Motorinnerein (Kurbelwelle, Kupplungskorb/Primärritzel) wirklich schrottreif sind, schreibt man die 30 Euro halt ab. Am Getriebe sollte, wenn es nicht gerade wirklich blöd läuft, eigentlich nichts sein. Aber das wird der TE ja beim Motorspalten sehen.

  5. #5
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    Dir sollte schon klar sein, dass man bei deinem Motor nicht von außen an die Wellendichtringe rankommt? Da ist nix mit mal eben 30 Euro investieren, da ist Regenerieren angesagt.
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  6. #6

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    Danke für eure Antworten!!

    Also die Lager und die Dichtungen zu wechseln ist wohl sehr sinnvoll wenn der Motor schonmal auf ist. Einen Lagerabzieher könnte ich mir noch ausleihen, aber wie sieht es mit diesem "Spezialwerkzeug" (Motortrennvorrichtung, ost-oase.de:54€) aus, ich habe gelesen, dass es jemand auch ohne geschafft hat den Motor zu trennen?! Brauche ich einen Heizpilz oder tut es auch eine Herdplatte? Hat jemand eine detaillierte Anleitung oder nehme ich einfach diese Demontageanleitung (Demontage Motor Simson S 50 (M53/2 KF)

  7. #7
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    Oh weh. Mach es richtig, oder lass es ganz bleiben. In deinem Interesse. Und dem deines Motors.
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  8. #8
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    Servus,
    die Demontageanleitung langt prinzipiell. Zum Lösen der Polradmutter kannst du ggf. auch einen Gürtel o.ä. um das Polrad schlingen. Das Kettenritzel würde ich nicht so mit der Zange malträtieren wie auf den Bildern (Schritt 7/14). Bei Schritt 7 würde ich den Kupplungskorb eher mit einem Stück Holz (Abstützung gegen das Gehäuse) blockieren. Pass auf, das du da nichts zerknackst.

    benötigtes Spezialwerkzeug:
    - Polradabzieher

    außerdem brauchst du
    - div. Holzstückchen zum Blockieren der Kurbelwelle (Schritt 4)
    - Stück Holz mit 6 mm Aussparung/Spalt zum eindrücken der Kupplungsfedern (Schritt 5)

    Hinweise:
    - keine Gewalt anwenden. Wenn was nicht auseinander/zusammenrutscht: nachgucken, warum es so ist
    - die Motorhälften/-deckel nicht mit einem Schraubenzieher auseinanderhebeln, sonst machst du die Dichtflächen kaputt
    - die Dichtflächen vorsichtig saubermachen, keine groben Kratzer reinmachen
    - mach Bilder vom offenen Motor und besonders dem Getriebe, ehe du es auseinandernimmst. Fädel die Getrieberäder/Scheiben nach dem Herausnehmen auf ein Stück Draht (Richtung beachten) und lege sie zusammen mit den zugehörigen Wellen in der richtigen Einbaurichtung hin, damit du weißt, wie rum du sie wieder einbauen musst. Ggf. Zettel an die Welle machen.
    - ich mach zusätzlich zu den Papierdichtungen noch eine dünne Schicht Dichtungsmasse (Hylomar oder ähnliches) auf die Dichtflächen. Dann kleckert garantiert nichts mehr und man kann die Papierdichtung montagefreundlich aufkleben.
    - Wenn du verschlissene Teile siehst (Pleuel hat spürbar Luft in der Kurbelwelle, Zahnsegment der Kickstarterwelle ist verschlissen, Zähne des Primärritzels/des Kupplungskorbes haben Verschleißerscheinungen, Zähne des Kettritzels sehen aus wie ein Sägezahn) - Nachbestellen und Austauschen, die paar Tage Wartezeit spielen im Verhältnis zum Mehraufwand bei erneutem Ausbau / unterwegs liegenbleiben keine Rolle.
    - Kugellagermontage geht mit Wärme (Teile dehnen sich aus) und Kälte (Teile ziehen sich zusammen) wesentlich einfacher
    - Gehäusehälften und Kugellager kannst du auch mit einer Heißluftpistole erwärmen.
    - Mach die Teile nicht zu heiß, sonst gehen die Wellendichtringe/Kunststofflagerkäfige kaputt. Aber so warm, dass du die Teile nicht mehr halten kannst, muss es schon sein.
    - Wenn du Kugellager mit leichten Schlägen irgendwo eintreiben musst: immer so auf die Lagerringe schlagen, dass die Laufflächen (wo die Kugeln langlaufen) nicht belastet werden. Steckst du das Kugellager in einen Lagersitz rein (Gehäusehälften) - auf den Außenring schlagen. Steckst du das Lager auf etwas drauf, musst du auf den Innenring schlagen
    - Wenn das Kettenritzel futsch war, musst du auch die Kette (zwingend) und fast immer das hintere Ritzel tauschen

    Bezüglich der Kosten bzw. was du alles machen musst: Es gibt die Pragmatiker, die nur das tauschen, was nötig ist, und die Perfektionisten, du auf Verdacht alles tauschen. Ich bin mit der Pragmatikerlösung bisher gut gefahren.

    Viel Erfolg,
    nachbrenner

  9. #9
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    Standard

    Ohje,

    auf Kugellager rumprügeln ist schonmal nicht"optimal".

    MfG

    Tobias

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