Auspuff

Aus Simson Wiki

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Auspuff am SR 50 im Schnitt

Der Auspuff muss immer frei sein. Die Verbindung zum Zylinder stellt der Krümmer her.


Funktionsweise

Die Funktionsbereiche Konus und Gegenkonus sind auf der Schwabenkart Seite sehr schön erklärt. Im Anschluss an das dort gezeigte System befindet sich in der Simson-Abgasanlage noch ein Schalldämpfer, in dem die Druckwellen durch mehrmalige Richtungsumkehr des Gasstroms aufgezehrt werden nachdem sie ihre Pflicht und Schuldigkeit getan haben. Der Schalldämpfereinsatz trägt natürlich auch zu den Druckverhältnissen der schwingenden Gassäule bei, sodass eine Entfernung desselbigen nicht nur zu einem lautstarken Polizeimagneten, sondern auch zu Leistungseinbußen führt.

Varianten

an verschiedenen Modellen wurden verschiedene Auspuffvarianten verbaut. Im Wesentlichen unterscheidet man 3 Hauptvarianten:

Kurzer Auspuff

Dieses Teil wurde an den SR1 und SR2 Mopeds sowie am SR4-1 Spatz verbaut.

Standard Auspuff

Der Simson Standardauspuff wurde 1964 an Star und Schwalbe erstmals vorgestellt und bis zum Produktionsende des VEB FAJAS kaum verändert. Alle Varianten sind gasdynamisch gesehen gleich bzw sehr ähnlich und somit austauschbar. Ein solcher Auspuff ist auch oben als Schnittmodell an einem SR50 montiert abgebildet. Im laufe der Zeit wurden einige Modifikationen durchgeführt:

  • Wegfall der Dichtschnur am Übergang zum Krümmer ca XXXX
  • Wechsel vom spitzen Endschalldämpfergehäuse ("Spitztüte" oder "Zigarre" zum zylindrischen ca 1974
  • Sichtbare Schweißnaht am Übergang vom Einlaufkonus zum zylindrischen Teil ca XXXX
  • Wechsel von schmaler zu breiter Auspuffschelle ca XXXX
  • Zusätzliches Hitzeschutzblech an den S51 Enduro Modellen

Darüberhinaus gibt es Schalldämpfereinsätze mit 2 oder 4 Röhrchen.

Nachwende-Kompaktanlage

Hier unterscheidet man zwischen verschiedenen Varianten je nach bbH. Diese Auspuffanlagen sind nicht zerlegbar und für 60km/h-Modelle ungeeignet

Original vs. Nachbau

Der Auspuff ist eines der Bauteile wo sich der Erhalt eines bereits patinierten Originals oder der Erwerb eines originalen Simson-Teils gegenüber den weit verbreiteten Nachbauteilen lohnt. Wenn man auf perfekte Optik verzichten kann ist ein original-Exemplar meist noch nicht mal teurer als ein neuer Nachbau.

Die Qualität der Nachbau Auspuffanlagen ist an mehreren Stellen problematisch:

  • Die Qualität der Verchromung ist aufgrund des niedrigen Verkaufspreises durchgängig schlecht. Teilweise bieten Händler in Deutschland neu verchromte Nachbau-Auspuffanlagen an, die etwas teurer sind und dieses Problem somit umgehen.
  • Die allerbilligsten Nachbauten haben anstatt des Gegenkonus nur ein Prallblech. Wer oben die Funktionsweise verstanden hat kann sich nun leicht zusammenreimen, warum das Moped damit keine Wurst mehr vom Teller zieht.
  • Selbst bei den besseren Varianten streuen die Maße teils recht stark um die Werksvorgaben von Simson. Da diese für den Resonanzeffekt eminent wichtig sind, kommt es beim verbauen eines Nachbau-Auspuffs oft zu Leistungseinbußen.
  • Im Auspuff sind einige gerollte Blechteile eingeschweißt. Oftmals ist der Umformvorgang bei diversen Nachbauten schludrig ausgeführt, sodass z.B. der Gegenkonus nicht geschlossen oder das Endrohr zu weit zugedrückt sind.
  • Am Übergang zum Krümmer sind Nachbauten sofort konisch, sodass die Auspuffschelle nicht vernünftig greifen und somit abdichten kann.


Reinigungsverfahren

Aufgrund der unsauberen und unvollständigen Verbrennung in einem schlitzgesteuerten Zweitaktmotor kommt es über die Zeit zu einer Ansammlung von Verbrennungsrückständen, der sogenannten Ölkohle, im Auspuff. Dies mindert zunächst schleichend die Leistung und führt schließlich dazu, dass der Motor kein Vollgas mehr annimmt. Für die Reinigung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Allen gemein ist, dass die unverbrannten Ölrückstände im Auspuff den Dreck verkleben sodass es sinnig ist, dies zunächst zu ändern. Als erster Schritt wird immer der Auspuff vom Moped genommen und vollständig zerlegt.

chemische Keule

Verschiedene Hausmittel sind zum lösen von organischen Verbindungen (wie z.B. Fetten und Ölen) gedacht und funktionieren auch im Auspuff. Backofenreiniger und Rohrreiniger lösen z.B. diese Verbindungen chemisch auf. Zumindest der Rohrreiniger ist dabei jedoch nicht unproblematisch, da er auch vor dem Stahl des Auspuffs nicht halt macht. Bei Einsatz eines solchen Mittels sollte also hinterher neutralisiert werden, wenn man keinen Expressrost im Auspuff haben möchte.

Ausbrennen

Das Ausbrennen kann richtig angewandt sehr effektiv sein, genießt aber einen zweifelhaften Ruf. Der Grund liegt darin, dass zuviel Hitze die Chrom- oder Emaillebeschichtung des Auspuffs zerstört. Zahlreiche Leute legen einen auszubrennenden Auspuff einfach ins Lagerfeuer oder kokeln mit Heißluftfön oder Gasbrenner daran herum, bis der Auspuff glüht. Das die Beschichtung soetwas nicht beschädigungsfrei überlebt ist nicht weiter verwunderlich. Möchte man die Beschichtung erhalten, muss man einfach blos darauf achten, dass sie nicht zu Warm wird. Für verchromte Anlagen kann man z.B. aus der Anlauftabelle entnehmen, dass man 200°C nicht überschreiten sollte. Dies kann z.B. laufend mit einem Infrarotthermometer überprüft, und die Hitzequelle rechtzeitig gelöscht werden. Im Grunde muss man das Öl im Inneren des Auspuffs nur anzünden, stellt man den Auspuff dann schräg hin, brennt es durch den Kamineffekt weg. Ob man nun mit Benzin oder einer Lötlampe oder sonstwas arbeitet ist eigentlich egal. Beim Ausbrennen entsteht ein sehr dichter, giftiger Qualm. Man braucht also ein freies Feld oder belastbare Nachbarn.

mechanische Reinigung

Ist der Schmock im Auspuff auf thermische oder chemische Weise von seiner Klebrigkeit befreit worden, kann man mechanisch nacharbeiten. Bei einem ausgebrannten Auspuff reicht es meist, den Auspuff mit einem Gummihammer oder Stück Holz abzuklopfen, die getrocknete Ölkohle fällt dann heraus. Eine aufgedröselte Bowdenzugseele, am anderen Ende von einer Bohrmaschine angetrieben, ist ebenso effektiv. Man kann sich auch eine große Unterlegscheibe mit 2 Muttern auf das Ende einer Gewindestange schrauben und den Auspuff damit, auch ohne vorherige Entfettung, vom Krümmerende her ausschaben.