M53

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Schnittmodell des M54 KF
Bei der Motorenbaureihe M53 handelt es sich um einen von Simson entwickelten Zweitaktmotor mit einem Hubraum von 50cm³- Dieser Motor war lange Zeit das Standardtriebwerk der Suhler Kleinkrafträder und verrichtete seine Arbeit in den Modellen der Vogelserie, bei der KR 51 und und 51/1 sowie im S 50. Darüber hinaus kam er auch beim Duo zum Einsatz.

Über die Bauzeit wurde der Motor immer weiter verbessert und modifiziert. So gab es neben der "Standardversion" mit 3 Gängen auch Varianten mit zwei (M52) oder vier (M54) Gängen. Ebenso wurde bei den Motoren von Sperber und S 50 statt der Gebläsekühlung eine Fahrwindkühlung verwendet.

Nachfolger des M53 war ab 1980 der M501.


Konstruktionsmerkmale

Der M53 ist quadrathubig ausgelegt. Das bedeutet, dass Bohrungsdurchmesser des Zylinders und Hub der Kurbelwelle gleich sind (40mm). Der "Quadrathuber" ist ein Kompromiss zwischen bei niedriger Drehzahl kraftvollem, aber behäbigem und nicht hoch drehendem Langhuber und sportlichem, aber Drehzahlhungrigem Kurzhuber.

Die weitaus meisten Exemplare der Gattung M53 sind Gebläsegekühlt, was sich auch in der Motorbezeichnung (siehe Nomenklatur, "Lüfter") niederschlägt. Das Gebläse sitzt auf dem Polrad auf der Kurbelwelle. Dadurch ist auch bei hohen Drehzahlen und geringer Geschwindigkeit (z.B. beim Befahren einer langen Steigung) gewährleistet, dass der Motor immer gut gekühlt ist. Nachteil des Gebläses ist, dass es selbstverständlich Antriebsleistung benötigt, die dem Rest des Motors abhanden kommt (ca. 0,2 PS).

Die Kurbelwellenlager werden vom Getriebeöl geschmiert. Das hat einerseits zur Folge, dass (ausser bei zu niedrigem Ölstand im Getriebe) die Lager stets hervorragend geschmiert werden. Andererseits erfordert diese Konstruktion, dass die Lager in Richtung Kurbelgehäuse abgedichtet werden müssen. Gehen die dafür verwendeten Wellendichtringe kaputt, muss zur Reparatur der gesamte Motor zerlegt werden. Letztendlich haben die M53 Motoren aufgrund der Gebläsekühlung und der vom Getriebeöl geschmierten Hauptlager den Ruf, robuster und standfester, aber im Falle des Falles auch komplizierter in der Reparatur zu sein.

Die Drehbewegung der Kurbelwelle wird von einer Schraubenfederkupplung in das klauengeschaltete Getriebe übertragen.

Nomenklatur

An der genauen Motorbezeichnung kann man sehr genau erkennen, um welche Variante in welcher Entwicklungsstufe es sich handelt. Vorangestellt ist stets ein M für "Motor" und eine 5 für den Hubraum von 50 Kubikzentimetern. Die anschließende Zahl (2, 3 oder 4) gibt die Anzahl der Gänge an. Darauf folgt ein Querstrich /, hinter dem die Entwicklungsstufe angegeben ist. Bei den Urmodellen gibt es demzufolge keinen Querstrich, die Nachfolger werden als /1 und /2 bezeichnet. Abschließend folgt eine Reihe von Großbuchstaben, die die Ausstattung des Motors symbolisieren. Hier bedeuten:

  • K: Kickstarter (Alle Motoren der M53 Reihe verfügen über Kickstarter)
  • F: Fußschaltung (im Gegensatz zu Handschaltung)
  • H: Handschaltung
  • L: Lüfter (Ausführung mit Kühlgebläse, Regelfall, Fahrtwindkühlung nur bei Spatz und Sperber)
  • R: Roller (Schaltwippe statt Fußschalthebel an der Schwalbe)

Einige Beispiele:

  • M53/1KFR: Motor der /1er Schwalbe zwischen 1968 und 1980
  • M54KF: Motor des Sperbers
  • M53/2KF: Motor des S50

Entwicklungsschritte

Erstentwicklung (/0)

Während ihrer langen Bauzeit wurde die M53 Baureihe stetig verbessert und den Anforderungen angepasst. Die ersten Exemplare wurden zwischen 1964 und 1968 gebaut und wie folgt verwendet:

  • Schwalbe KR51: M53KFR und M53KHL
  • Spatz SR4-1SK: M52KH
  • Star SR4-2: M53KFL
  • ab 1966 Sperber SR4-3: M54KF

Besondere Merkmale dieser ersten Baureihe sind die Verwendung eines kürzeren Krümmers, ein Zylinder mit dreieckigem Vergaserflansch bei den Dreigangmodellen und zunächst NKJ-Vergaser. Ca 1966 wurde die gesamte Produktion auf Vergaser der Reihe BVF 16N1 umgestellt. Alle Modelle (ausser Sperber) hatten einen T-förmigen Luftfilter direkt am Vergaser.

Erste Weiterentwicklung (/1)

1968 wurde die M53 Reihe weiterentwickelt, und alle Modelle erhielten ab jetzt eine nachgestellte /1 in der Bezeichnung, um dies zu verdeutlichen. Der Zylinder der gebläsegekühlten M53 Varianten bekam veränderte Steuerzeiten und einen Vergaserflansch mit nur noch 2 Verschraubungen. Der Krümmer wurde länger, und die Ansauganlage komplizierter:

  • Bei der Schwalbe wurde die Ansaugluft durch den Luftfilter am Knieblech in einen neuen Luftberuhigungskasten geführt, von wo sie durch eine voluminöse Gummimuffe zum Vergaser geleitet wurde.
  • Der Star bot nicht die Platzverhältnisse der Schwalbe und musste sich daher mit einem neu gestalteten Luftfilterkasten begnügen.

Durch diese Maßnahmen wurde eine Resonanzaufladung des Zylinders, und somit eine verbesserte Drehmomentcharakteristik erreicht. Das voluminösere System der Schwalbe funktioniert etwas besser, woraus sich der Leistungsunterschied von 0,2 PS erklärt. Schwalbe und Star hießen ab jetzt:

  • Schwalbe KR51/1: M53/1KFR
  • Star SR4-2/1: M53/1KFL

Bei Sperber und Spatz wurden keine Veränderungen vorgenommen. Der sich schlecht verkaufende Sperber wurde 1972 zum Habicht modifiziert. Dazu wurde dem Motor Zylinder, Ansauganlage und Ritzel vom Star aufgesetzt. Diese Variante heißt M54/11KFL

Zweite Weiterentwicklung (/2)

Der nächste Entwicklungsschritt vollzog sich 1975. In diesem Jahr wurden Star und Habicht durch das neu konstruierte S 50 ersetzt. Als Motor des S50 fand eine Weiterentwicklung des M53, der M53/2KF Verwendung. Der neue, fahrtwindgekühlte Zylinder hat auf die Ansauganlage des S50 (mit Herzkasten) abgestimmte Steuerzeiten. Des weiteren befindet sich am Zylinderkopf kein Motoraufhängungspunkt mehr. Alle bisherigen M53 Varianten hatten als Motoraufhängepunkte am Zylinderkopf und hinten oben am Motorblock zwei gummigelagerte Buchsen. Der M53/2 Motorblock wurde so modifiziert, dass sich nun hinten oben und hinten unten zwei ungedämpfte Aufhängepunkte befinden. Hierbei ist die Position des oberen Aufhängepunktes identisch mit der Position der alten, gummigedämpften Aufhängung. Weitere Modifikationen am S50 Motor sind die Neugestaltung von Lichtmaschinen- und Kupplungsdeckel.

Die Schwalbe erhielt (mit einer gewissen Übergangszeit, in der noch alte Motorgehäuse aufgebraucht wurden) ebenfalls den neuen M53/2 Motorblock, ansonsten blieb aber alles beim Alten, weswegen sie weiterhin KR51/1 hieß. Schwalbemotoren ab Baujahr 1975 werden somit als M53/2KFR bezeichnet.

Mit der Umgestaltung des Motorblocks wurde auch von gleitgelagerter auf nadelgelagerter Kurbelwelle gewechselt, sodass M53/2 mit 1:50 gefahren werden können.

Motornummern

Das obere Pleuellager war zunächst als Bronzebuchse ausgeführt, was ein Mischungsverhältnis von 1:33 notwendig machte. 1975 wurde die Konstruktion geändert und ein Nadellager verbaut, wodurch ein Mischungsverhältnis von 1:50 möglich wurde. Im folgenden sind die Motornummern aufgelistet, ab denen das Nadellager verbaut wurde

Motor verbaut in Nadellager ab Motornummer
M53/1 KF Star und Schwalbe mit Fußschaltung) 1900508
M53/1 KH Schwalbe mit Handschaltung 0299554
M53/11 AR Schwalbe mit Halbautomatik 0540333
M54 KF Sperber 2081449
M54/11 Habicht 2228851
M52 Spatz 1660529

Siehe auch

Schaltungseinstellung