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Thema: Zündkerzenstecker / Widerstand


  1. #1
    Zahnradstoßer Avatar von Sturmkraehe
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    Standard Zündkerzenstecker / Widerstand

    Moin!

    Ich möchte gerne meinen Horizont bezüglich der Verwendung von verschiedenen Kerzensteckern mit unterschiedlichen Widerständen erweitern.

    Mein Kenntnissstand ist folgender: Serien-Zündung -> 1 kΩ / VAPE-Zündung -> 5 kΩ.
    Nun stell ich mir folgende Frage: Welche (Langzeit-) Folge/n hat ein 5 kΩ Stecker an einer Serienzündung oder welche Probleme können dadurch auftreten?

    Zur Info: Habe einen 5kΩ Stecker an einer 6V Unterbrecherzündung auf einen M53 verbaut und die erste (kurze) Testfahrt lief ohne Zicken. Werde den Stecker noch gegen einen mit 1kΩ Widerstand tauschen, da ich Angst vor negativen Folgen des Betriebes mit 5kΩ habe. ...da hab ich mich gefragt, wovor genau ich eigentlich Angst habe...

    Freue mich auf eure Meinungen und Erfahrungen, gerne auch bezüglich der Frage ob Kunstoff oder Metall.

    Grüße von der Elbe!
    Bleibt dein Moped fast schon stehn, musst am Gashahn etwas drehn.

  2. #2
    Urgestein
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    Was könnte denn der erhöhte Widerstand (5kΩ anstatt 1kΩ) bewirken? Kannst du dir doch denken, oder?
    Mal bist du Hund, mal bist du Baum...

  3. #3
    Zahnradstoßer Avatar von Sturmkraehe
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    Der erhöhte Widerstand bewirkt eine Reduzierung der Stromstärke, was warscheinlich zur Folge hat das der Zündfunke schwächer ist als bei geringerem Widerstand. Aber ist das so schlimm?

    Meine Mutmaßungen sind folgende: Ist der Funke nicht kräftig genug, verbrennt das Gemisch nicht vollständig, der Motor überfettet mit der Zeit. Bei 12V nimmt man dann warscheinlich den größeren Widerstand damit der Motor nicht zu heiß wird?

    Ist ja nicht so, dass ich mir nicht selbst Gedanken dazu gemacht hätte, sind halt aber nur theoretisch begründete Vermutungen. Und manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen halt nicht.
    Darum habe ich halt diesen Thread eröffnet, um vielleicht auch an Erfahrungen aus der Praxis zu gelangen.
    Bleibt dein Moped fast schon stehn, musst am Gashahn etwas drehn.

  4. #4
    Glühbirnenwechsler
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    wenn der Motor zündet verbrennt er unabhängig von der Funkenstärke gleich stark. Bei zu schwachem Funken kriegt man aber leichter Zündaussetzer, wenn das Gemisch z.b. bei Teillast nicht optimal ist.

  5. #5
    Simsonfreund
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    Realistisch gesehen ist es für die Funkenbildung an sich piepegal, ob 1 kOhm oder 5 kOhm, da die Spannung sich in einem Reihenstromkreis proportional zum Widerstand, über dem diese gemessen wird, verhält. D.h., je höher der Widerstand, umso größer ist die dort anliegende Spannung.

    In der Zündanlage besteht der Reihenkreis aus einer Hochspannungsquelle (Zündspule), einem kleinen Widerstand (Kerzenstecker) und einem ganz großen Widerstand (0,4 mm Luft). Damit liegen immer 99,999% der Spannung an den Elektroden an.

    Sobald der Funke gezündet hat, ionisiert die Luft zwischen den Elektroden und der Widerstand der Funkenstrecke sinkt ganz schnell. Hier spielt der Widerstand des Kerzensteckers dann wahrscheinlich schon eher eine Rolle.

    Erfahrungsgemäß habe ich auch noch keinen Unterschied festgestellt.
    Suche Bilder für HP. Fotos bitte an simson.24.eu@t-online.de

  6. #6
    Zahnradstoßer Avatar von Sturmkraehe
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    @jenson: du hast mich etwas verwirrt.

    Kann aber daran liegen, dass ich von Elektrotechnik nicht viel Ahnung habe. Ich dachte die Zündspule würde eine relativ konstante Spannung von 6V liefer und es ändert sich die Stromstärke proportional zum Widerstand...? Die Spule ist doch eine Spannungs- und keine Stromquelle, oder?
    Hätte ich doch in Physik besser aufgepasst...
    Bleibt dein Moped fast schon stehn, musst am Gashahn etwas drehn.

  7. #7
    Flugschüler Avatar von Rotmopedbaby
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    Folge wir ein erhöhter verschleiß am Unterbrecher sein. Mögliche verkürzung der Kondensatorlebensdauer. Die Praxis .
    Simson-Freunde-Limburg.de

  8. #8
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    Wichtig ist, dass die Bordspannung deines Fahrzeugs nicht viel mit der Zündung zu tun hat.

    Kurzer Exkurs zur Funktion der Zündung:

    1. Der Unterbrecher ist geschlossen. Durch das drehende Polrad wird in der Primärspule, welche unter dem Polrad auf der Grundplatte liegt, eine Spannung induziert. Da der Unterbrecher geschlossen ist, sind beide Enden der Zündspule miteinander verbunden, es existiert praktisch ein Kurzschluss. Dadurch wird der Strom, welcher jetzt "im Kreis" durch die Primärspule und den Unterbrecher fließt, sehr groß.

    2. Der Unterbrecher öffnet sich. Plötzlich kann der Strom nicht mehr durch den Unterbrecher abfließen. Spulen speichern allerdings Strom, und dieser muss jetzt irgendwo hin. Der einzige Weg, der ihm noch bleibt, ist der Weg durch die Zündspule.

    3. In der Zündspule wird der große Strom mit kleiner Spannung umgewandelt. Aus der Zündspule zum Kerzenstecker fließt jetzt ein sehr kleiner Strom - aber es liegt eine enorme Spannung von mehreren Tausend Volt an. Dieser Strom muss jetzt über den Widerstand des Kerzensteckers (1 bzw. 5 kOhm) und außerdem über die Luftstrecke zwischen den Elektroden der Zündkerze (ca 1-5 MOhm, also rund 1000 mal so viel. SEHR, sehr grob geschätzt). Das bisschen Widerstand im Kerzenstecker ist da also praktisch egal.

    4. Die Spannung ist so groß, dass ein Funke zwischen den Zündkerzenelektroden überschlägt. Dadurch wird die Luft bzw. das Gasgemisch zwischen den Elektroden ionisiert, d.h. die Luft leitet den Strom plötzlich sehr gut. Diese ionisierte Luftstrecke bleibt einige Millisekunden erhalten, so dass die gesamte Ladung über sie abfließen kann. So wird aus der hohen Spannung wieder ein großer Strom. In diesem Moment ist der Widerstand im Zündkerzenstecker wesentlich größer als der Widerstand der Luftstrecke.

    5. Das Gemisch im Zylinder verbrennt, dehnt sich aus, drückt den Kolben nach unten, und treibt das Polrad an, unter dem sich der Unterbrecher gerade wieder schließt um einen großen Strom für die nächste Zündung aufzubauen.

    So, und wozu der Widerstand im Kerzenstecker? Ganz einfach: Sowie die Luftstrecke leitend wird, fließt ganz kurz ein sehr hoher Strom durch das Zündkabel und den Stecker. Dieser Strom stört in der Umgebung befindliche Geräte wie (analoge) Fernseher und sonstige Funkanlagen. Durch den Widerstand wird der Strom stark verringert - der große Strom ist nämlich nicht unbedingt nötig, Hauptsache ein Funke entsteht. Aus diesem Grund nennt man den Widerstand im Kerzenstecker auch "Entstörwiderstand".

    Ob es nun 1k oder 5k sind, ist praktisch egal. Bevor der Funke kommt ist der Widerstand winzig im Vergleich zu der Luftstrecke, nachdem der Funke gekommen ist ist der Widerstand riesig im Vergleich zur (jetzt ionisierten) Luftstrecke. Ein größerer Widerstand entstört besser, kann aber bei einer sehr, sehr schwachen Zündung zu gelegentlichen Fehlzündungen führen.

    Höheren Verschleiß am Unterbrecher bzw. Kondensator halte ich für Quatsch.
    Schwalbe mit Alarmanlage? --> http://bit.ly/VKh4rI (geht wieder!)

  9. #9
    Simsonschrauber
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    Und während 1.) geschieht,wird der Strom welcher in der Zündspule im Polrad entsteht im Kondensator gespeichert? Und wenn der Kontakt sich öffnet an die Zündspule (am Rahmen zur Zündkerze gehend) abgegeben?
    Richtig so?
    Andreas(der Kontaktzündanlagen nie richtig versteht!)
    HS1 12 Volt 35/35 Watt, electronikzündung.4 Gang. Sr 50 /1 c

  10. #10
    Zahnradstoßer Avatar von Sturmkraehe
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    @damaltor

    Vielen Dank! Das geht sogar in meine elektroallergische Birne!
    Bleibt dein Moped fast schon stehn, musst am Gashahn etwas drehn.

  11. #11
    Chefkonstrukteur
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    andi: Der Kondensator ist während (1) leer. Er ist ebenfalls über den Unterbrecher kurzgeschlossen.

    Der Strom wird in der Primärspule gespeichert.
    Ein Kondensator kann nur eine Spannung speichern, eine Spule kann nur Strom speichern. Für die Zündung ist nur der Strom wichtig. Der Kondensator hat eine andere Bedeutung:

    Wäre der Kondensator nicht da,würde folgendes Passieren:
    In Phase 2 öffnet sich der Unterbrecher. Aus elektrischer Sicht tut er das SEHR langsam. Während die Kontakte noch nah aneinander sind, versucht der Strom weiterhin durch den Unterbrecher zu fließen, denn die Zündspule ist recht träge, so dass der Strom dort nur schlecht durchkommt. Es entsteht ein kleiner Lichtbogen am Unterbrecher, bis dieser weit genug geöffnet hat so dass der Lichtbogen abreißt und der Strom nun endlich zur Zündspule fließt. Dieser Lichtbogen schadet den Kontakten des Unterbrechers. Man nennt ihn "Abreißfunken". Der Unterbrecher würde durch langsam abbrennende Kontakte schnell verschleißen und müsste ersetzt werden.

    Doch nun kommt der Kondensator ins Spiel: Sowie der Unterbrecher beginnt, sich zu öffnen, sind Kondensator und Primärspule direkt miteinander Verbunden. Der Kondensator hat, im Vergleich zur Zündspule, einen sehr kleinen Widerstand (Eigentlich eine Impedanz - aber zur Vereinfachung lassen wir das mal bei Seite). Der Strom kann also, anstatt in die Zündspule zu gehen oder über dem Unterbrecher einen Lichtbogen zu erzeugen, in den Kondensator fließen. Wenn der Kondensator dann voll aufgeladen ist, ist der Unterbrecher bereits so weit geöffnet dass der Strom keinen Lichtbogen mehr erzeugen kann - und deshalb in die Zündspule muss.

    Technisch gesehen könnte man auch ohne Kondensator fahren - aber nicht lang, da der Unterbrecher sehr schnell hinüber wäre.

    Sturmkrähe: freut mich
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  12. #12
    Simsonschrauber
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    Danke damaltor, jetzt habe ich es endgültig verstanden!
    Danken vielmals!
    Andreas
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  13. #13
    Museumsdirektor Avatar von H.J.
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    Das wäre so ein Artikel fürs Wiki.
    ...drum fange nicht elektrisch an, was man mechanisch lösen kann...

  14. #14
    Chefkonstrukteur Avatar von Harzer
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    Sehr schöner Beitrag, Danke dafür.

    Gruß
    Frank

  15. #15
    Chefkonstrukteur
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    Standard

    Danke für die Blumen. Ich werde das mal unverändert ins Wiki kopieren, evtl finde ich ne Chance ein paar Bilder dazu zu machen.
    Schwalbe mit Alarmanlage? --> http://bit.ly/VKh4rI (geht wieder!)

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