Schwalbe startet nicht!

  • Hallo liebe Forengemeinde,
    habe mir vor zwei Wochen eine Schwalbe 51/2 E gekauft. Die Schwalbe lief von Anfang an nicht.
    Was habe ich bisher gemacht?
    Vergaser gereinigt und Schwimmer eingestellt. Als die Schwalbe immer noch nicht lief, neue Zündkerze (Zündkerze war nass). Danach immer noch nichts. Dann habe ich die Zündkerze und mit dem Stecker auf den Zylinder gelegt, gekickt und siehe da, Funke ist da.
    Da mir aber nötiges Werkzeug fehlte habe ich dieses erstmal bestellt (Fühlerlehre, Polradabzieher und Ölschlüssel).
    Dann habe ich mit der Fühlerlehre den Elektrodenabstand der Zündkerze auf 0,4 mm, Unterbrecher und Zündzeitpunkt eingestellt. Dann auf einmal nach ein paar mal kicken lief sie. Aber zu früh gefreut. Kurze Zeit später wieder aus.
    Nachdem ich kurz ratlos war, fand ich den simplen Fehler. Zu wenig Benzin im Tank. Danach lief die Schwalbe wieder. Aber wieder zu früh gefreut. Nachdem ich den Vergaser einstellen wollte, ging sie wieder aus und auch nicht wieder an, wenn dann nur durch zufall. Ich machte mich wieder auf Fehlersuche. Kerze hatte nur schwachen bis keinen Funken. Polrad runter und siehe da, der Halbmond ist runtergeschliffen. Ich musste dann erstmal Teile bestellen.
    Heute neuen Halbmond eingebaut. Zwei mal gekickt und sie lief wieder. Ich wieder versucht den Vergaser einzustellen und zack war sie wieder aus. Schon wieder? Wiedermal Fehlersuche. Zündkerze hatte auf einmal keinen Funken mehr. Halbmond ist gerade neu und auch noch vollständig. Unterbrecher öffnet (0,4 mm). Zündzeitpunkt ist nach den vorgegebenen Markierungen eingestellt. Sie lief ja auch so. Aber warum ist auf einmal kein Zündfunke mehr.
    Weitere Maßnahme: Zündstecker abgeschraubt und Zündkabel an Zylinder angelegt. Auch kein Funke.
    Um den Halbmond aus der Kurbelwelle zu Hämmern habe ich die Grundplatte abgeschraubt. Danach wieder reingeschraubt. Danach lief die Schwalbe ja, aber etwas komisch ist mir da aber aufgefallen:
    Statt dem Abblendlicht leuchtete der rechte Blinker und wurde auch heller beim Gas geben, wie man es beim Ablendlicht kennt. Ich habe aber keine Kabel demontiert, sondern nur die Grundplatte vom Motorblock gelöst und wieder angeschraubt (Markierungen waren ja vorher schon vorhanden). Habe ich vielleicht ein Kurzschluss oder so?
    Ich habe leider kein Mulitmeter oder so, kenne mich damit auch nicht aus. Wenn mir das jemand erklärt würde ich mir aber einen besorgen.


    Ausschließen kann man ja den Vergaser, die Zündkerze (habe drei probiert), Zündkerzenstecker (kein Zündfunke bei Zündkabel). Halbmond scheidet ebenso aus. Zündzeitpunkt und Unterbrecher (öffnet auch vorschriftsmäßig) sind eingestellt.


    Was bleibt noch über?
    Kabel und Zündspule?


    Noch zwei Anmerkungen: Beim Ankicken glimmt jetzt auch kein Licht mehr und es handelt sich um einen Schwunglichtmagnetzündung.


    Puh ist jetzt etwas lang geworden, wollte euch aber mit so vielen Informationen wie möglich füttern, damit hoffentlich nicht so viele Fragen offen sind.


    Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.

  • Ein großes Lob bezüglich deiner Ausdrucksweise und Rechtschreibung ;).


    Als allererstes würde mir ein Massefehler Einfallen, sind auch keine Kabel durchgescheuert ? Vlt ist ja auch wirklich die Zündspule defekt.
    Man, aber wenn du alles durch hast, kannste erstmal ohne Sorgen fahren, weil dann alles neu ist :smokin:


    MfG
    Besier

  • Erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Massefehler und defektes Zündschloss würden mir jetzt auch spontan noch einfallen. Wie kann ich das als Laie überprüfen?
    Wenn die Zündspule defekt ist, kommt man nicht ums löten herum oder sehe ich das falsch?

  • Vom Zündschloss (Zündlichtschalter) das braun-weiße Kabel abziehen und aufpassen, dass es nicht an Karosserieteile kommt (denn nur so wird der Motor ausgeschaltet). Alle anderen Kabel hab nichts mit dem Anspringen zu tun.
    Massefehler kann man durch ein extra verlegtes, also zusätzliches, Massekabel ausschließen.

  • Ich könnte mir auch vorstellen, dass eins der Kabel von der Grundplatte kommend gebrochen ist, bzw. die Primärspule ein Problem hat. Aber ohne Meßgerät kannst du nur eine Sichtprüfung durchführen. Ein Multimeter (und eine Prüflampe) wären eine gute Anschaffung zur weiterführenden Prüfung - besonders, da du diese Geräte sicher öfters brauchen wirst.

  • Mit dem Abziehen des braun/weißen Kabels hatte ich kein Erfolg.


    Da ich mich mit Multimeter überhaupt nicht auskenne, wäre jemand so nett und könnte mir sagen welches ich brauche? Gibt doch bestimmt unterschiedliche, nicht das ich das falsche kaufe.


    Die Zündung ist bei mir momentan eine never ending story. Löse ich das eine Problem, taucht das nächste auf. Naja, Ärmel hochkrempeln und weiter arbeiten.

  • Profil ist um Wohnort ergänzt.


    Danke für die Multimeter Empfehlung. Werde mir mal so ein Gerät besorgen.


    Und dann noch ein kleine Ergänzung: Habe gerade festgestellt das ich eine Schwunglichtprimärzündung habe und keine Magnet. Werde morgen mal nach dem Schwalbebuch das Kabel an Klemme 1 der Zündspule an Masse halten und schauen ob es funkt. Wenn es funkt müsste die Primärspule funktionieren und es könnte nur noch an der außenliegenden Zündspule oder der Zündleitung liegen oder irre ich mich da?

  • Die Kabel sind mir klar, das diese auf durchgang geprüft werden müssen. Aber wie Überprüfe ich Zündspule sowie Primärspule an der Grundplatte mit dem Multimeter, sowie das Zündschloss?


    Hoffe ihr könnt mir helfen.

  • Gut, dann fällt das als Fehlerquelle weg, wenn ich es abziehe. Dann muss ich ja nur die Kabel auf Durchgang prüfen und die Primärspule auf Spannung messen. Wie aber messe ich die Spannung an der Spule?


    Gruß


    Gilberto

  • Da wirst Du mit dem Multimeter kaum vernünftige Spannungsmessungen machen können, weil das sehr kurze, impulsförmige Spannungsverläufe sind. Im besten Fall könntest Du bei grösstem AC-Messbereich sehen, ob sich überhaupt etwas tut.


    Die Zündspule kannst Du wie folgt prüfen (ich muss mir für diese Beschreibung mal einen Stempel machen)
    - Batterie mit Zündspulenspannung
    - Masse/Minus mit ZüSp Klemme 1 verbinden
    - Kerze in Kerzenstecker
    - Kerzengehäuse mit Masse/Minus verbinden
    - Kabel an Batterieplus
    - anderes Ende vom Pluskabel über Klemme 15 von der ZüSp streichen
    - dabei muss es am Kabelende britzzzzeln und Funken müssen zwischen den Kerzenelektroden überspringen


    Sonst suche nach meinem Schraubärtip Zündspule "repariert"


    Peter

  • Vielen Dank für die vielen Hilfen.


    Habe die Schwalbe nun zum laufen bekommen. Kondensator musste ich dabei zweimal wechseln, da ich den ersten beim einbau wohl beschädigt habe.


    Und nun komm direkt meine nächste Baustelle:
    Die Drehfeder unter dem Kupplungshebel ist gebrochen. Die wollte ich auswechseln. Aber bei mir ist da keine Schraube, mit der ich den Kupplungshebel demontieren kann. Auf Fotos müsste der Kupplungshebel mit einer Mutter befestigt sein. Bei mir sieht das aber so aus:




    Wie bekomm ich jetzt die neue Drehfeder montiert?

  • Peter vielen Dank für deine Hilfen, die sind echt super.


    Nun habe ich die neue Drehfeder drin. Kupplungshebel wieder rein. Dann mit der Kupplungsdruckschraube den Kupplungshebel so eingestellt, dass er im gezogenen Zustand 90 Grad zum Gehäuse hat. Alles zusammengeschraubt. Trotz gezogener Kupplung, trennt die Kupplung nicht. Der Kupplungshebel ist dabei auf 90 Grad zum Motorgehäuse und geht auch nicht per Hand weiter. Brauche mal wieder Rat.


    Meine Schwalbe und ich werden langsam zu einer never ending Story.

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