Riefen im Vergaserschieber durch Dreck im Geräuschdämpfer? - Folgen?

  • Ich habe ein Problem mit der Schwalbe:

    Der Vergaserschieber weist seit einigen KM starke Riefen auf, die vorher definitiv nicht da waren. Diese sind vorn oben und hinten unten. Daher habe ich den Ansauggummi demontiert und dort einige Staubkörner und Dreckkrümelchen in bräunlichem Ölschmodder gefunden. Ich nehme an, das der Schieber diese gefangen hat und daher die Riefen kommen.

    Wie kann das sein? Der originale Ansaugweg ist komplett und dicht (Vergaser-Ansauggummi-Ansauggeräuschdämpfer-Schlauch-Blech am Beinschild-Dichtgummi-Filter). Alle Teile sind original, Filter geölt. Habe die Vermutung, das der Dämpfer innen gerostet hat und Einzelteilchen davon im Vergaser (und Zylinder....) gelandet sind. Andre Ideen?
    (Der Dämpfer wurde von mir in der Regnerierung ausgespült, innen entfettet, außen lackiert und mit allen original Teilen so wieder montiert.



    Sollte das so sein...kann ich bei leichten Riefen in der Stahllaufbuchse vom Zylinder einfach nochmal hohnen lassen und einen neuen Kolben/Ringe verbauen oder MUSS ich definitiv aufs nächste Übermaß gehen? Nach max .zwei gefahrenen Tankfüllungen kann die Buchse ja eigentlich nicht oval geworden sein, das sich neubohren lohnen würde...oder?

  • Woher die kommen könnten hast du ja selber erleutert. Schaden tun sie sicherlich nicht.
    Wenn sie dich arg stören, kannst du ja einen neuen Schieber verbauen.


    Die Riefen im Zylinder kann man so schwer beurteilen. Neuer Kolben und Kolbenringe verbauen ist nicht die Lösung.
    Wenn du den Schleiferbetrieb in der Nähe hast, frage dort an was zu tun ist oder knipse uns ein Bild davon. Auch wenn es per Ferndiagnose sowieso nur zu Mutmaßungen führen wird.

    Zitat

    (Der Dämpfer wurde von mir in der Regnerierung ausgespült, innen entfettet, außen lackiert und mit allen original Teilen so wieder montiert.


    Du meinst den Luftfilter?

  • Ja, ich meinte den Ansauggeräuschdämpfer aus Blech.


    Einen neuen Vergaserschieber habe ich schon eingebaut (Danke Bockhorn :-)), widerum mit Fett. Komisch: Auch nach 10km Fahrt hat der an der Vorderseite leichte Spuren. Im Vergaser selbst sind die Riefen vom ersten kaputten Schieber leicht zu fühlen. Ich denke daher kommen auch die am neuen.


    Der alte Schieber hat mächtig im Vergaser geklappert, der neue tut das nicht.


    Ich denke, ich werde als nächstes den Auspuff demontieren und mal den Kolben durch den Auslass anleuchten. Evtl weiß ich dann mehr, zB ob der Kolben auch Riefen durch die Krümel hat.




    Kann man eigentlich den Zylinder ziehen, wenn der Motor noch drin ist, wenn man den Kopf löst und den Motor nach unten schwenkt oder muss der Motor zum Kolbenwechsel definitiv raus?
    Oder ist genug Platz, den im Rahmen zu belassen?


    ...Sollte das nötig sein, entferne ich den Ansaugdämpfer nochmal und versiegel den innen mit dem Rest POR15. Könnte mich schon ärgern, das ich da nicht dran gedacht habe.

  • Den Zylinder bekommt man auch so runter. Den Luftberuhigungsbehälter zu versiegeln ist sicherlich eine tolle Idee, aber ob es das "Problem" löst ist fraglich.
    Den Kolbenschieber einzufetten ist auch übertriebene Liebesmüh.

  • Mal ne andere Frage läuft der Vogel denn sauber
    Hat er so wie er jetz is Leistung


    Wenn ja warum dann Zylinder ziehen neuen Luftfilter verbauen und weiterfahren
    Des mit Kolbenschieber fetten is ne gute Idee nimmt etwas Spiel raus allerdings wirst da öfters mal nachfetten dürfen

  • Warum soll den Dämpfer versiegeln das Problem nicht lösen?


    Problem ist nach meiner Ansicht, das der Rost drin frisst und sich daher Partikel lösen, die der Motor ansaugt. Wenn der innen sauber ist und Versiegelung drauf, dann kann er auch keine Partikel mehr ansaugen. Oder übersehe ich was? Der Rest des Ansaugweges ist wie gesagt sauber.


    Den Schieber habe ich gefettet, weils in der DDR- Reperaturanleitung stand. Macht aber richtigerweise nicht sehr viel Sinn, weil das Fett vom Gemisch abgewaschen wird. Richtig.


    Habe die Bowdenzüge unter dem Rahmendreieck durch und oben hinter der Ladeanlage hoch durch den halbkreisförmigen Ausschnitt rechts an der Lichtmaske, dann an den Gasgriff geführt. Das war der Weg mit den größten Radien. Was mir auffiel: Die Bowdenzüge werden stark geknickt nach vorn verlegt, bzw knicken von allein nach vorn ab. Daher habe ich an die Gummischnur vorn am Beinschild eine Öse aus Kabelbinder gehängt, damit eben das verhindert wird. So laufen die Bowdenzüge von Gas/Kaltstarteinrichtung gerader oben aus dem Vergaser raus und lassen sich leichter ziehen.
    Ich vermute, das das Abknicken der Bowdenzüge zu einem Kippen des Schiebers und einer vermehrten Reibung kommt.


    Ist zwar etwas kompliziert über einen einfachen Sachverhalt nachgedacht, aber ich hab soviel Zeit in die Susi investiert, da soll es auch so optimal wie möglich werden. Danke für die guten Tipps bis hierher!



    EDITH:
    Beiträge haben sich überschnitten. Läuft nicht mehr so wie vorher, Leistung fehlt, Zylinder fängt leider etwas an mit Rasseln. Ich denke, ein paar Partikel/Sand etc. haben den Weg bis zum Kolben gefunden. Überlege grad, einfach nochmal hohnen zu lassen und einen neuen Kolben/Ringe im gleichen Maß einzubauen.

  • So, ich hab nochmal alles zerlegt, inkl. Ausbau des Luftberuhigungskastens zum inneren Entrosten und Versiegeln. Habe jetzt das Ding innen mit POR15 Tankversiegelung beglückt. Es kam tatsächlich noch etwas (wirklich wenig) Krümelkram mit raus. Damit sollte jetzt Schluss sein.
    Frage: Der große runde Anschluss, muss der ringsrum dicht sein? Bei meinem dichtet der Anschluss vom Gummi nicht hundertprozentig mit dem Röhrchen ab. Ist das normal oder schlechte (original)Produktion?



    Beim Anleuchten des Kolbens durch Einlass und Auslass hat sich meine Vermutung bestätigt. Daher habe ich den Motor ausgebaut und den Zylinder gezogen.


    -> leichte Riefen im Kolben und den Ringen, aber kein Blowby an den Ringen. Ein etwas stärkerer Kratzer in der, als einziger mit dem Nagel fühlbar.

    Kann bitte jemand etwas zu diesen Bildern sagen und einschätzen?

    Ist direkt nach dem Öffnen ohne Reinigung. Das ist der Zustand nach 2 Tankfüllungen.


    http://img146.imageshack.us/img146/7186/20110613152017.jpg
    http://img607.imageshack.us/img607/4559/20110613152049.jpg
    http://img28.imageshack.us/img28/6075/20110613152039.jpg


    Morgen fahre ich zum Motorenbauer und lasse einschätzen, ob einmal neu hohnen reicht und wieder ein Kolben gleicher Größe verbaut wird oder obs das nächste Übermaß werden muss.

  • Super, der ist jetzt dank Versiegelung und selbstverschweißendem Dichtband dicht.

    Kannst du mir noch was zum Motorinneren sagen?


    Blöderweise hab ich eben lange keinen anderen guten Simsonmotor offen in der Hand gehabt und bin daher etwas unsicher.


    Wie gesagt, erst lief sie gute 65km/H, dann hab ich sie mal länger schnell gefahren, dann fing sie stark zu qualmen an und fuhr danach nur noch 55km/h, aber wieder mit normalem Qualmen wie vorher. Dann blieb es bei den max. 55km/h.


    Hab über die Suche ein paar andre Motorenbilder im Forum gesehen und fand, das meiner eigentlich nicht zu fett ausssieht. Man kann ja sogar in etwa den "Schmetterling" von den Überströmern erkennen. Kerze passt meiner Meinung nach auch so von der Farbe.

  • Hallo Jörn,


    die Riefen im Kolbenschieber kommen zu 95% immer von Fremdkörpern, die mit angesaugt werden. Sie geraten dann zwischen den beiden Laufflächen, verkeilen sich dort, und durch die Längsbewegung des Kolbenschiebers wird dann eben dessen Oberfläche beschädigt. Der Kolbenschieber wird übrigens vom Öl im Gemisch mit geschmiert, so das ein Einfetten völlig überflüssig ist! Bei Motoren mit Getrennt-Schmierung können die Riefen aber auch bei sauberer Luft wegen der fehlenden Schmierung entstehen, das Benzin eben kein Schmiermittel ist.


    Eine Quelle für Schmutzpartikel in der angesaugten Luft ist bei der Schwalbe nicht nur ein innen verrosteter Ansauggeräuschdämpfer, sondern auch der Luftfilter selbst. Insbesondere die originalen Filterpatronen, die mit Stahlwolle als Filtermaterial ausgestattet sind vermögen kaum größere Partikel sicher rauszufiltern und festzuhalten. Diese wollen einfach nicht dauerhaft, am 2-T.- Öl kleben bleiben!
    Will heißen, trotz millionenfacher Anwendung sind die normalen Filterpatronen kein gutes Mittel für saubere Luft der Simson-Motoren.


    Weil das auch die MZ-Konstrukteure wussten, haben sie ihren Motoren später ja auch Papierfilter spendiert.



    Gruß Peter

  • Hallo, ich glaube ich habe dir schon heute eine Nachricht für den Schaumstoffeinsatz für den Luftifilter geschrieben ;-) Möchte gern das Innenleben der Dämpferpatrone tauschen, ist das letzte, was nicht neu ist.


    Wieviel Öl in der Kurbelkammer ist eigentlich normal, wenn man den Kolben/Zylinder unten hat?


    Bei mir kams jetzt richtig rausgetropft als ich den Motor umgedreht habe.... nicht das auch noch ein WeDi abgepfiffen ist. Öl riecht nach Benzin in der Kurbelkammer.
    Ich krieg grad den Horror, das der linke Wedi abgepfiffen ist und daher gewechselt werden muss. Nochmal Motor spalten würde mich Wahnsinnig machen, grade die Geschichte mit der Kurbelwelle ist immer so ein Krampf.

  • Ich war heute beim Motorenbauer. Allerhöchstwahrscheinlich reicht es, den Zylinder neu zu hohnen und einen neuen Kolben derselben Größe einzubauen.


    Frage: Ich habe rausbekommen, das die WeDi (KW), die ich verbaut habe, einlippige sind. Laut Aussage Fachhändler, sollte das ausreichen, da die zweite Lippe lediglich eine Staubabdichtung ist.


    Wie bewertet ihr die Aussage?


    Fakt ist, das der Kurbelraum nicht dicht ist. Es können ja nur Mitteldichtung und die WeDis in BEtracht kommen. Oder?

  • Zylinder ist wieder da, hohnen hat gereicht um die Spuren zu entfernen.


    Der Motor ist wieder auseinander, gerade grübele ich, wie ich die KW beschädigungsfrei aus dem linken, kupplungsseitigen KW-Lager bekomme. Hat jemand einen guten Tipp?

  • Falls hier überhaupt noch jemand lesen sollte:


    Ich denke ich habe den Fehler des undichten Kurbelraumes gefunden. Zum einen sitzt der linke KW-Dichtring nicht richtig, ist offenbar verrutscht, weil ich ihn gefettet ins Gehäuse gesetzt habe. Der muss aber trocken eingesetzt werden. Mein Fehler.


    Dann habe ich neue VITON-KW-Dichtringe besorgt und mit meinen aus dem Großhandel verglichen. Zum einen sind meine alten nur einlippig, zum andren trotz gleicher Maßangabe im Innenmaß größer und weicher als die neuen, die ich explizit für die KW der Simson bestellt habe.


    Also: Kombination aus falschen Ersatzteilen und Montagefehler. Stellt mich zwar an den Pranger, aber ich denke, dass daraus auch andere lernen können.

  • Weil ich auf meine Hilfesuchenden Fragen recht wenig Feedback bekomme, wie ich finde.


    Vor allem die hätte mich sehr stark interessiert:


    Der Motor ist wieder auseinander, gerade grübele ich, wie ich die KW beschädigungsfrei aus dem linken, kupplungsseitigen KW-Lager bekomme. Hat jemand einen guten Tipp?

  • Ach Jörn, was soll ich da nur sagen, ich kann dich gut verstehen, geht es mit im Grunde doch genauso. Ich habe auch generell den Eindruck, daß die Aktivität hier im Nest stark abgenommen hat, verglichen mit der Zeit vor meiner Pause von jetzt fast zwei Jahren.


    Ist das Lager noch in der Motorhälfte, oder nur noch auf der KW?
    Wenn noch im Gehäuse, dieses mitsamt KW erwärmen, das läßt sich dann am Stück leicht rausziehen/klopfen, wenns geht natürlich nicht an der anderen Seite ziehen bis sich die KW verbiegt.
    Wenn das draußen ist, die KW und das Lager abkühlen lassen, dann nur das Lager (am besten mit einer kleinen Flamme nur den Innenring) erwärmen und wenn möglich mit einem Abzier runter ziehen oder vorsichtig und möglichst gleichzeitig hebeln. Zwei Zusatzarme wären dabei hilfreich. Die Wellendichtringe sind je nach Wärmeeinsatz hin, aber so wie ich gelesen hatte ja auch die falschen gewesen.

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