Schraubär-Tip: Prüflampe

  • Für viele Elektrik-Fehler bzw. die Suche nach ihnen benötigt man kein Multimeter, es reicht eine Prüflampe. Die kann man sich auch für'nen schmalen Taler selber basteln.


    Voraussetzung für die ekelektrische Fehlersuche (egal mit welchem Hilfsmittel) ist allerdings ein klein wenig Verständnis der Materie.


    • Das Thema "der elektrische Stromkreis" müsstet Ihr alle in der neunten oder zehnten Klasse hinter Euch gebracht haben. Auch Gleichspannung und Wechselspannung solltet Ihr nach dem Schulbesuch auseinanderhalten können. Wer sich daran erinnert, ist schon mal gut dran, denn viel mehr wird nicht benötigt.


    • Als nächstes wird der zur Mopete passende Schaltplan benötigt. Bitte nehmt nur einen vom net-harry (oder von mir ;) ), die sind wirklich gut. Versucht ihn zu verstehen.


    • Schwieriger wird es, den Plan mit der Realität in Einklang zu bringen. Denn viele Simmen sind verbastelt und die Kabelfarben müssen nicht mehr stimmen. Das kann man aber nur am Objekt selber hinbekommen, dafür gibt es keine Anleitung.


    • Lest bitte auch meine Elek-Tricks, um zu kapieren, dass die Simsons bis zu vier voneinander fast unabhängige Stromkreise haben und dass die Spannung, die bei laufendem Motor von den Spulen auf der Grundplatte erzeugt wird, nur dann die richtige Grösse hat, wenn die vorgesehenen Verbraucher auch funktionsfähig angeschlossen sind. Deshalb sollte man entweder eine Prüflampe mit der passenden Leistung wählen oder ein Lämpchen mit deutlich höherer Spannung verwenden.
    • Nur der Gleichspannungskreis führt auch bei nicht laufendem Motor Spannung, die dann der Batteriespannnung entspricht. Die Wechselspannungskreise führen nur bei laufendem Motor Spannung.


    Doch nun endlich zur Prüflampe. Hier erst einmal eine kleine Auswahl:



    Auf dem linken Teil meine kleine Sammlung.
    Obere Reihe von links nach rechts:


    • Zweipoliger Spannungsprüfer aus dem Elektroregal vom Baumarkt. Der kann im Bereich von 4,5 bis 380 Volt das Vorhandensein vom Spannung mit zwei Leuchtdioden anzeigen. Leuchten beide, ist es Wechselspannung, leuchtet nur eine, dann die, die der Polarität der Gleichspannung am Tastkopf entspricht. Also Plus oder Minus. Eine Aussage über die Höhe der Spannung macht dieser Spannungsprüfer nicht. Damit man nicht ständig die Prüfspitzen mit beiden Händen an die Prüfpunkte halten muss, habe ich kleine Verlängerungen mit Krokodilklemmen angesteckt.
    • Ein Blinkerlampenunterteil von der S51, in das man je nach Bedarf 5 oder 21W Glühlampen BA15s mit der benötigten Spannung stecken kann. Hier mit Flachsteckern am Kabel.
    • eine Scheinwerferlampe (es muss nur noch ein Leuchtfaden i.O. sein, mit Fassung und Kabeln.


    Untere Reihe v.l.n.r.:


    • Eine LED mit Vorwiderstand und Schutzdiode, Kabel mit Krokodilklemmen.
    • bis 4. drei verschiedene Fassungen mit Sockel BA9s, bestückt mit Lampen unterschiedlicher Spannung: 6V, 12V, 24V. Mal mit Flachsteckern, mal mit Krokoklemmen


    Das rechte Bild zeigt eine käufliche KFZ-Prüflampe mit Kabel und Krokoklemme auf der einen Seite und an der anderen unter einer abschraubbaren Schutzkappe eine nadelförmige Prüfspitze.


    Und wie prüft man nun?
    Eines der beiden Kabel wird an Masse angesteckt oder geklemmt, mit dem anderen beginnt man an der Spannungsquelle (Kabel von der Lichtspule oder Batterie) und hofft auf Erleuchtung, dann ist nämlich Spannung da. Nicht vergessen: der Motor muss laufen, wenn man in einem der Wechselspannungskreise prüfen will.
    An Hand des hoffentlich verstandenen und mit der Realität in Einklang gebrachten Schaltplans geht man mit dem Prüflampenkabel, welches nicht an Masse angeschlossen ist, weiter in Richtung (entsprechend geschaltetem!) Schalter (erst Eingang, dann Ausgang) oder Verbraucher (Lampe, Hupe etc.) und prüft so jeden auf diesem Wege vorhandenen Anschluss. Das macht man solange, bis man irgendwann am Verbraucher angekommen ist oder an einem Punkt keine Spannung nachgewiesen werden kann. Dann hat man den Fehler schon fast umzingelt. Er liegt zwischen dem letzten Punkt mit Spannung und dem ersten ohne. Das könnte ein gebrochenes Kabel sein, ein defekter Schalterkontakt oder eine Fassung ohne Kontakt.
    Ist man am Verbraucher angekommen, es wurde dort Spannung festgestellt, der Verbraucher tut's trotzdem nicht, dann ist entweder der Verbraucher defekt oder aber es gibt ein Masseproblem. Dazu belässt man das Prüfkabel am Verbraucheranschluss, löst das zuerst angesteckte Massekabel und geht damit an die verschiedenen Massepunkte wie eben für das andere Kabel beschrieben.
    Wird schon gleich bei der ersten Messung am Kabel von der Batterie oder von der Grundplatte keine Spannung nachgewiesen, dann ist der Fehler dort zu suchen.


    Wie man mit einer Prüflampe und einer Batterie die Lichtspulen, die Ladeanlage, den Blinkgeber und andere elektrische Simson-Bauteile prüfen kann, das bekommen wir später. Der Beitrag wird sonst zu lang.


    Peter

  • Finde es echt gut, dass du dir so viel Mühe gibts mit den Schraubär Tipps. Meiner Meinung nach haben die eine Abteilung im Wiki verdient ;).
    Es sind immer Prima Sachen dabei, dein Reinigungswaschbecken fand ich zum Beispiel genial.

  • Wenn alle Massepunkte wirklich gut miteinander verbunden wären, wäre es egal.


    Da aber "die" Masse genauso marode sein kann, wie die anderen Verbindungen, ist es schlau, beim Prüfen mit der Prüflampe auch verschiedene Massepunkte auszuprobieren.
    Der Massepunkt schlechthin ist das Motorgehäuse, weil dort die Grundplatte festgeschraubt ist.


    Peter

  • Jupp und eine gute Masseverbindung ist durch nichts zu ersetzen. Selbst wenn ihr ein Kabel unter irgendeiner Spule festschraubt und das zum ersten Massepunkt am Rahmen führt. Diesen immer gut pflegen, also von zeit zu zeit die Ösen nachschauen und etwas Fett drann, wegen die Feuchtigkeit.

  • Hallo!
    Mensch, ich bin seit 5 Minuten im Forum hier angemeldet, weil ich unbedingt ein paar Fragen loswerden muss.
    Dachte ich. Dann hab ich Zschopowers How-To hier gefunden. Nun muss ich feststellen, dass mein erster Beitrag erstmal ein Dank an die Suchfunktion und Zschopower werden muss :)
    Nun werde ich im Laufe der Woche meine Elektrik erstmal nach diesem Vorbild prüfen und erst dann bei Bedarf nen eigenen Thread aufmachen.
    Danke!


    P.S.: Doch eine Frage... Der Schaltplan müsste ja gleich bleiben wenn eine 6V auf 12V umgerüstet wurde? oder gibts nen speziellen 12V-Schaltplan?

  • Also, orginal 6V: Scheinwerferspule versorgt nur Scheinwerfer. Stoplichtspule versorgt Stoplicht und über eine Drossel Rücklicht und Tachobeleuchtung. Der Anzapf an der Stoplichtspule versorgt die Ladeanlage. Gültig für die Vögel sowie S50/51 bis 1989.


    Orginal 12V: Fahrlichtspule versorgt Scheinwerfer und Rücklicht, teilweise auch Tacho (Plan); Stoplichtspule nurnoch Stoplicht und Ladeanlage. Diese ist Massefrei, eine Verbindung zur Fahrzeugmasse wird über einem Gleichrichter hergestellt.


    Achtung:


    Roller SR50B-Typen bis 1988: 6V-Fahrlicht 30W, normale Stoplichtspule mit Anzapf.
    DUO: Scheinwerferspule 6V25W, Stoplichtspule Massefrei 6V21W, Batterie wird direkt über Gleichrichter geladen ohne Ladereglung, demzufolge gehen auch Stoplicht und Rücklicht ohne Motor.


    Farben: Es gibt nur einen kleinen Unterschied zwischen EMZA, die es sowohl mit 6V als auch mit 12V Spulensatz gab und der Kontaktzündung. Bei der Kontaktzündung kommt ein br/ws mit raus. Bei der EMZA ein Roter mit Isoschlauch und ein Blauer. Scheinwerfer rt/ws; Stoplicht rt/ge und gr/rt. Diese sind aldie Jahre beibehalten worden.

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