Kaufen für die Müllhalde...

  • Nicht alles wird schlechter -ich sage nur Auto: Als ich Anfang der 80er meinen Autoführerschein gemacht habe, bin ich Autos gefahren, die einem nach ungefähr 10 Jahren "unterm Arsch" weggerostet sind -sprich Franzosen (die meine Eltern immer gefahren sind -mein erster war ein Renault 16), aber auch mein dann erstes eigenes Auto später um 1989 Mercedes /8 Bj 75 (sehr cool damals... 200 Diesel mit 55 PS "Heizölferrari") hielt nicht viel länger -der Unterboden war schnell löchrig wie ein Schweizer Käse...also da hat sich auch viel verbessert inzwischen:Rost ist kaum noch ein Thema. Obwohl ich natürlich ganz vielem sonst zustimme...auch mangelnde Reparaturfreundlichkeit, Elektronik etc...klar.

  • Hallo falk205° ,
    Danke für das Hochholen des Thema.
    "Musste mich jedenfalls schon sehr bemühen um mein Lebensstandard von 1995 zu halten,
    b.z.w. wieder zu erreichen."
    Damit hast Du absolut Recht; das ist beschämend, wenn man sieht, wie konzentriert das Vermögen "Einiger" zunimmt.
    Das Thema mit den Glühlampen ist aber korrekt. Dieses Kartell exestierte tatsächlich, darüber gibt es schon seit Langem verschiedene Aufklärungen. Und in der DDR gab es den Hersteller NARVA, der mit auch höheren Watt über die 2,5-fache Lebensdauer garantierte. Das war 1981.
    Zudem wurden "staatlich verordnet", das Kühlschränke und Waschmaschinen mindestens 25 Jahre halten mussten und auch taten. Stellt Euch das mal heute vor... Nach 4-5 jahren ist das Meiste schon Schrott.


    Nachdenkenswert.
    Gruß
    Holger

  • Halb-OT: Bei mir auf Arbeit stand damals ein hochwertiger Tintenstrahldrucker herum. Als beim Laser der Toner alle war, sollte der kurzfristig aushelfen. Aufgemacht: Alle Patronen bis oben voll, unverklebt, einsatzbereit. Angeschlossen, Druckbefehl, Fehlanzeige. "Bitte wechseln Sie die Tintenpatronen aus."
    Über Internetumwege habe ich dann herausgefunden, dass die Patronen ein konkretes Verfallsdatum eingebaut haben, nach dem sie sich weigern, weiterzudrucken. Also haben wir das Systemdatum des PC zurückgestellt, und schwupps: Ohne Anstand spuckte der Drucker alle Seiten aus.

    Ist schon eine Weile her, das Ganze, aber mir trotzdem in Erinnerung geblieben.

  • Nach einigen Zeit des "auf-mich-einwirkens" kann man eine gewisses Zweischneidigkeit des Beklagens der geplanten Obsoleszenz nicht verschweigen:


    Unser derzeitigen Wirtschaftssystem (wie auch natürlich wir) leben davon, immer neue Produkte und Waren herzustellen und zu verkaufen (Stichwort Fernseher, Computer, Handy um nur wenige zu nennen).


    Woran es mir fehlt ist eine Idee für ein umgebautes Wirtschaft- bzw. politisches System, in dem wir auch ohne eine derartige exponentielle Entwicklung und ohne Ausbeutung von Menschen in der Dritten Welt vernünftig leben. Und geht das überhaupt ?


    Der (real existierende) Sozialismus ist DAS m.M.n. jedenfalls nicht.
    Dabei muß sich wohl erstmal jeder die Frage beantworten:
    Wann ist genug genug ? Worauf kann und will ich nicht verzichten ?


    Wir (Ihr !) werden langfristig um diese Fragen nicht herum kommen...


    Gruß Harald

  • Der Rost ist nicht mehr das Problem....aber die Sollbruchstellen in den Getrieben. Auch da wird schon vorgesorgt, das ein Auto ab einer gewissen Laufleistung schlapp macht.


    Das ist auch ein Mythos. Der Rückwärtsgang ist z.B. für eine viel kleinere Betriebsdauer ausgelegt als die anderen Gänge. Das hat aber auch wieder ökonomische Gründe. Die Idee dahinter ist, dass der Rückwärtsgang viel weniger gebraucht wird als die anderen Gänge. So sollte er in etwa zur gleichen Zeit kaputt gehen wie die anderen Gänge. Damit wird die Lebensdauer des Materials bestmöglich ausgeschöpft. Es bringt ja nichts, wenn du das Getriebe wechseln musst und der überdimensionierte Rückwärtsgang ist noch gut. Aber eine Sollbruchstelle ist das nicht. Ich jedenfalls hab noch selten von Getriebeschäden bei alten Autos gehört. Eher rostet der Wagen durch oder zahlreiche andere Reparaturarbeiten fallen an.

  • Lass uns nicht über Details diskutieren.
    Fakt ist, das die Komplexität aufgrund von technischer Innovation im Automobilbau dramatisch zugenommen hat - und wo viel dran ist, kann auch viel ausfallen ! Und das tut es auch früher, als das Fahrzeug rostet...


    Und Rost konnte man ignorieren, einen ausgefallenen Sensor in der Motorsteuerung oder im Bremssystem aber nicht...


    Gruß Harald

  • zur glühbirne: da gabs ma ne deutsche entwicklung. lebensdauer 150000h .. naja das unternehmen wurde zunichte gemacht (kein wunder dank dem kartell) der nachteil daran war auch das die birnen mehr energie benötigten für die gleiche leuchtkraft. trotzdem kann man eine glühbirne in viele richtungen optimieren. Narva ist dafür ein gutes beispiel mit den 2500h. Aba da wars nach der wende auch vorbei mit.


    Das problem bei Energiespaarlampen, und auch allgemein bei leuchtstoff lampen, ist die verwendung von Quecksilber (nicht blei) was wesentlich gefährlicher für mensch und umwelt ist. schon allein wegen der sofortigen gasbildung!


    Trotzdem ist es richtig das wir alle von wegeschmeißen und neukaufen leben. aus meiner Sicht ist es zwingend erforderlich das 100% der materialien recycled werden. und zwar nicht im ausland von kindern durch verbrennen sondern im inland, unter gesetzliche vorgeschriebenen schutzmaßnahmen. Die grenzen des Systems sind nämlich die begrenzten resourcen. Und das ist ein ansatzpunkt den wir alle nutzen können und müssen, um die oft genannte marktmacht des kunden auch mal auszunutzen!
    Kauft recyclede materialien, unterstützt ideen die resourcen sparen und gebt alles zur rückgewinnung ab was irgendwie möglich ist, statt es in die Müllverbrennungsanlage zu schicken.


    Nein ihr sollt kein gelbes papier kaufen. es gibt auch vertretbares weißes papier :D


    im endeffekt kostet billig und teuer oft das gleiche. man muss halt mehrere faktoren beachten. billige preise sind oft auch mit umweltunverträglichen materialien und methoden erkauft.


    grüße
    Sascha

  • Hallo Harald und Vorredner,


    leider geht es ohne Lenkung im Kapitalismus nicht von Allein...
    Hier muss ein Staat ( wer sonst ) oder der EINZELNE Verbraucher durch Nachdenken mitmachen.
    Das hat aber NICHTS mit dem Herbeiwünschen einer "politischen DDR" zu tun.


    Was spricht dagegen, eine faire Ware (Qualität) zu einem guten Preis zu produzieren und zu verkaufen.
    Wenn jemand, nach einiger Zeit, denn unbedingt Was Neues will, könnte man ja das noch gute Produkt weiter verkaufen.
    Gibt ja Flohmärkte und Ebay.
    Dann hat der Erstkäufer was davon und auch die Menschen, die sich Neues nicht leisten können oder wollen.


    Aber schau mal auf Flohmärkte, was findet man da?


    Keine billige Bohrmaschine, die hat ja schon früh den Geist aufgegeben.
    Sondern eher ältere Produkte die noch gut funktionieren; häufig aus DDR Zeit oder den alten Bundesländer.


    In den 60er Jahren war man doch schon soweit.


    Dann kam aber der Turbokapitalismus; immer mehr Umsatz, unhaltbare Gewinne etc.
    unhaltbare Qualität...
    Geiz ist Geil...
    Wird aber durch Unternehmen (Geiz ist Geil...der Slogan kam nicht vom "Volk") durch massive Werbung aufgebaut...
    Dazu kam der Euro, wo allein schon "optisch" nur halb so viel kostet...


    Jetzt noch die großen Umweltsünden in Afrika, wo wir Wohlstandmenschen den Elektromüll hinbringen...


    Keine gute Entwicklung.
    Gruß
    Holger

  • Es ist wohl der tiefe innere Wunsch in uns Allen nach MEHR, der die Kiste so am Laufen hält.


    Es gibt alles auch ökologisch: T-Shirts, in D produziert und gehandelt (zB bei TRIGEMA, weißes T-Shirt 27,50€, nur weil ich gerade danach gesucht habe) oder Nahrungsmittel (BIO-Ware vom Bioladen, Fleisch vom Schlachter) Möbel vom Tischler etc.


    Wenn Du aber so lebst geht vieles an Dir vorbei, da Du es Dir schlicht und ergreifend nicht mehr leisten kannst. Aber jeder möchte alle 2 Jahre ein neues Handy, oder noch ein Moped, das Auto, den Urlaub...


    So sieht ein Jeder zu, möglichst günstig den Lebensunterhalt zu bestreiten.


    Gruß Harald

  • Zitat

    Es gibt alles auch ökologisch: T-Shirts, in D produziert und gehandelt (zB bei TRIGEMA, weißes T-Shirt 27,50€, [....] So sieht ein Jeder zu, möglichst günstig den Lebensunterhalt zu bestreiten.

    Es würde ja schon reichen, wenn man einige seiner Kleidungsstück im Second-Hand-Shop kaufen würde. Dann würde so einiges weniger produziert werden müssen.
    Hier gibts viele Läden in der Nähe, teils nagelneu mit Etikett oder wirklich im Bestzustand für´n Appel unne Ei. Und mitunter gibt es dort Sachen, die ich mir so nicht einfach mal leisten würde, gute Outdoor-Jacken von [....Piep...], Wanderschuhe die keinen Meter im Wald waren, im Outdoor-Ausrüster für 250€(!!!), Second-Hand-Laden ganze 5€...
    Sinnvoll sich da mal umzuschauen, denn die Klamotten zu Putzlappen zu verarbeiten oder nach Afrika zu verschiffen ist ökologisch gesehen auch hinrissig. Aber auch hier lässt sich ja wieder Geld verdienen, die schenken es den armen Negerlein ja auch nichts.


    Sicher ist das nicht jedermanns Sache...


    Ich finde es immer leicht, den Kunden dafür verantwortlich zu machen. Es ist meiner Meinung nach hauptsächlich die schiere Geldgier der Konzerne. Jeder will der bessere sein, an der Spitze der Börse. Das geht halt nur mit immermehr-immermehr-immermehr!
    Früher hielt ein Walkman, wenn man denn schon einen hatte, Ewigkeiten. Und man war damit zufrieden. Oder war man weniger glücklich und zufrieden, nur weil der Walkman des Banknachbarn in beide Richtungen spulen konnte, mein eigener aber nur in eine?


    Der ganze Überfluss an allem macht uns eher unglücklich, als das er uns zufriedener werden lässt.


    Dieses "willichhaben" wird meiner Meinung nach stark von den Herstellern geschürt.

  • Mit meinem Walkman war ich überhaupt nicht zufrieden. Nach einer Kassettenseite waren die Batterien leer, und ich musste eine halbe Gürteltasche voll Batterien auf die Klassenfahrt mitnehmen, um überhaupt die Busfahrt zu überstehen.


    Andererseits gebe ich Matze Recht. Warum gibt es von der Honda Fireblade eine 2010er Version, eine 2009er, eine 2008er usw? Natürlich, sie wird von Mal zu Mal verbessert. Fußrasten hoch, Sitzposition 5cm nach hinten, Lenkerenden veredelt etc. Aber der mit der 2008er Version soll auch denken: Mist, die neue ist besser als meine. Ich verscherbel die lieber und hol mir die Neue. Das ist schon herstellergewollt.


    Anderer Aspekt:
    Da heute mal wieder die Preisexplosion der Lebensmittel Thema in den Medien war: Ich richte mich langfristig darauf ein, dass der Prozentsatz meines Einkommens, den ich für Luxusartikel ausgeben kann, sinken wird, und der Teil, den ich für das Überleben brauche, steigen. Ein Recht auf Luxus habe ich nicht. Und schon fange ich an, mich an den Annehmlichkeiten von Heute zu erfreuen. Und trainiere hier und da meine Fähigkeit, mich von dem das-neuste-Haben-wollen zu lösen. Etwa, wenn ich über Kleinanzeigen fast unbenutzte Motorradstiefel für 0 Euro ergattere und mich einen Kullerkeks freue. Oder vor dem Kauf einer Küchenmaschine mal einen Blick in die Kundenrezensionen werfe, ob da was über Haltbarkeit steht, und gegebenenfalls bei der Handreibe bleibe und nebenbei die Knochen mal bewege.
    Nichts gegen Luxus, aber am besten ist er immer noch, wenn man ihn genießen kann.


    Mist - schon wieder offtopic geraten ...

  • Woran es mir fehlt ist eine Idee für ein umgebautes Wirtschaft- bzw. politisches System, in dem wir auch ohne eine derartige exponentielle Entwicklung und ohne Ausbeutung von Menschen in der Dritten Welt vernünftig leben. Und geht das überhaupt ?


    Ich glaube nicht! Da der Mensch als einzelner nichts ausrichten kann, aber zu bequem ist sich zusammenzuschließen und gemeinsam etwas zu verändern. Man schiebt lieber die Verantwortung einer Regierung zu. Und dann kann man sich immer schön über die da oben aufregen...
    Außerdem ist inzwischen das Wirtschafts- und politische System so mächtig, dass die sich nichts mehr freiwillig aus der Hand nehmen lassen, bevor man überhaupt etwas ändern könnte.

  • Ein Recht auf Luxus habe ich nicht. Und schon fange ich an, mich an den Annehmlichkeiten von Heute zu erfreuen. Und trainiere hier und da meine Fähigkeit, mich von dem das-neuste-Haben-wollen zu lösen. Etwa, wenn ich über Kleinanzeigen fast unbenutzte Motorradstiefel für 0 Euro ergattere und mich einen Kullerkeks freue. Oder vor dem Kauf einer Küchenmaschine mal einen Blick in die Kundenrezensionen werfe, ob da was über Haltbarkeit steht, und gegebenenfalls bei der Handreibe bleibe und nebenbei die Knochen mal bewege.
    Nichts gegen Luxus, aber am besten ist er immer noch, wenn man ihn genießen kann.


    Mist - schon wieder offtopic geraten ...



    Ich sehe das ziemlich ähnlich. Ich war eigentlich noch nie der Typ, der (wie viele andere) immer das Beste und Neueste haben muss. Die Frage ist für mich "was brauche ich um zufrieden zu sein?". Anstelle mich zu ärgern, dass der Nachbar vielleicht nen neuen BMW hat, freue ich mich, dass ich selbst ein Auto habe, das mich überall dorthin bringt, wo ich möchte, dazu genug Platz hat für meine Frau und meine Tochter und im Bedarfsfall auch jede Menge Gepäck (als sich der Nachwuchs ankündigte, habe ich im Sommer 2011 einen gebrauchten Citroen C5 gekauft).


    Noch ein Beispiel: Mein Handy habe ich jetzt schon seit 5 Jahren, es ist ein Sony Ericsson K800i. Ich wurde schon so oft gefragt, warum ich denn kein Smartphone habe. Meine Antwort: "Weil mein Handy noch funktioniert!"


    Versteht mich nicht falsch, ich bin keineswegs geizig, ich benutze meine Sachen eben gerne so lange es geht. Und wenn das Handy dann doch mal die Biege macht, gibts auch ein Smartphone :-)


    Gruß


    Daniel

  • Hi,


    Ich glaube nicht! Da der Mensch als einzelner nichts ausrichten kann, aber zu bequem ist sich zusammenzuschließen und gemeinsam etwas zu verändern. Man schiebt lieber die Verantwortung einer Regierung zu. Und dann kann man sich immer schön über die da oben aufregen...
    Außerdem ist inzwischen das Wirtschafts- und politische System so mächtig, dass die sich nichts mehr freiwillig aus der Hand nehmen lassen, bevor man überhaupt etwas ändern könnte.



    Wer an diese "Macht" glaubt, wird auch nichts Ändern können.
    Der Staat sind immernoch wir. Ein Gesetzestext der das elektronische Abschalten
    der Drucker untersagen soll und auch andere "Sollbruchstellen" verbietet kann man formulieren
    und einbringen. Wozu giebt es denn Volksvertreter wenn man die nicht mal in die Pflicht nimmt.




    solong...

  • Hi,


    man muss mal die Kehrseite sehen. Viele Produkte sind einfach nach einer Zeit veraltet. Die heutige Technik überholt sich schneller als einem Lieb ist.


    Es gibt genug Leute die nutzen ihr Handy exakt 24 Monate bis der Vertrag ausgelaufen und es eh ein neues gibt für 1€. Da muss der Akku gar nicht so lange halten, der muss exakt beim Endtermin kaputt sein und natürlich recycled werden.


    Analog beim Auto. Der Standart-Auto-User fährt so ein Mobil 7? Jahre. Danach muss das eh kaputt sein, weil braucht ja keiner mehr. Es ist damit völlig sinnlos, das Auto länger haltbar zu machen.


    Wenn sowas eh getauscht wird, darf das nur die Nutzungszeit halten. Wenn technisch veraltet, muss! es auch kaputt sein. Mehr kostet Geld und auch unnötige Ressourcen.


    Und was erwartet ihr von dem Kram aus China für 9,99 für einen Mixer? Dass der Metallgetriebe hat und 25 jahre hält. Träumt weiter.
    Sowas gibt es von Krups, Moulinex, Bosch,Kitchenaid ab 100€ und nach oben offen. Das kann man natürlich ausgeben, dann hält das auch.


    Analog bei Werkzeug, die Preise von Hazet, Geodore und co sind nett. In der Liga mus man aber fast das DDR-Werkzeug sehen.


    MfG


    Tobias

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!