SR50 - Motor säuft ab, wenn Choke offen ?!

  • Hallo, habe ne SR50.
    Motor springt zwar an, aber sobald ich den Choke öffne säuft sie ab und geht aus. Eigentlich dachte ich wäre der Choke ja zur Starthilfe da? Habe die Zündkerze ausgebaut und mal angeschaut, die ist ziemlich dunkel und nass. Wo kann ich das denn einstellen dass es nicht mehr so ist? Habe irgendwo gelesen, dass der Luftfilter verstopft sein kann. Wo kann ich das denn prüfen / sehen?


    Oder woran kann sowas noch liegen? Vielen Dank

  • Also wenn der Motor absäuft, wenn der Startvergaser bei laufendem Motor geöffnet wird, ist doch alles prima.
    Sollte der Motor jedoch auch bei Temperaturen unter 20° C ohne Startvergaser anspringen, ist die Vergasereinstellung zu korrigieren. ( Einstellung zu fett )

    Grüße
    Gerhard

  • wieso ziehst du den choke, wenn der motor anspringt?
    den choke sollte man nur ziehen, wenn der motor nich anspringt. ansonsten is klar, wenn du bei laufendem motor den choke ziehst, das es absäuft.


    mfg gaitzschi

  • Motor springt zwar an, aber sobald ich den Choke öffne säuft sie ab und geht aus.



    Startvergaser
    heißt das :rolleyes:

    Ein Choke ("Abwürgen") verschließt den Ansaugbereich vor dem Vergaser, wodurch ein größerer Unterdruck herrscht, was eine Gemischanfettung bewirkt (Stufenlos möglich). Ähnliches passiert übrigens auch, wenn der Luftfilter dicht ist.

    Ein Startvergaser hingegen ist ein Extra-Vergaser speziell zur Gemischanreicherung, untergebracht im selben Gehäuse des eigentlichen Vergasers.

    Der Unterschied scheint maginal, ist aber für das Verständnis (und letztendlich zur Fehlereingrenzung) ganz entscheidend.

    Zur Frage: Wie schon beschrieben, bei den jetzigen Außentemperaturen ist es nicht bedenklich, wenn der Motor ohne Startvergaser anspringt.

  • Habe irgendwo gelesen, dass der Luftfilter verstopft sein kann. Wo kann ich das denn prüfen / sehen?


    Dazu benötigt man 2 Personen. Person 1 pustet möglichst kräftig in den Auspuff während Person 2 den Gasgriff voll öffnet und die zweite Hand vor den Luftfilter hält. Ist keine Luftzug spürbar = Luftfilter dicht oder Lunge von Person 1 zu schwach. Alternativ kann man rein vorsorglich den Luftfilter reinigen (mit Benzin auswaschen) und mit Öl benetzt wieder einsetzen. ;)

  • Aber sollte er nicht auch mit Startvergaser anspringen (selbst bei 25-30°)?
    Den ganzen Luftfilter mit Benzin ausspülen?! oder nur die kleine silberne Patrone oben drauf?


    Und die Zündkerze ist nach dem Anspringen des Motors wenn ich sie nach 3-4mal "Vollgas" rausdrehe, ziemlich nass. Ist das normal? Muss ich länger fahren um ein "Zündkerzengesicht" zu sehen?


    Fragen über Fragen, sorry bin kompletter Newbe

  • Aber sollte er nicht auch mit Startvergaser anspringen (selbst bei 25-30°)?


    Nein nicht zwingend. Gerade mit der 16N1 - Vergaserreihe springt bei solch hohen Außentemperaturen der Motor mit Startvergaser nicht an.

    Grob zum Verständnis: Damit der Motor laufen kann, braucht es (neben einigen anderen Faktoren) vor allem ein richtiges Gemisch aus Benzin und Luft. Das stellt der Vergaser bereit, und beträgt etwa 14,7 Kg Luft zu 1 Kg Benzin (1:14,7 [=Lambda 1]).
    Ist das Gemisch wesentlich zu mager (zuwenig Benzinanteil) oder zu fett (zuwenig Luftanteil) ist es nicht mehr zündfähig und der Motor kann nicht laufen. Das Gemisch ist nur zündfähig im Bereich von 1:10 bis 1:18.

    Bei kaltem Motor passiert es allerdings, das das Benzin im Benzin/Luftgemisch an den kalten Zylinderwänden kondensiert. Dadurch sinkt der Benzinanteil und die Grenze von 1:18 wird überschritten. Das Gemisch kann sich nicht mehr entzünden > der Motor springt nicht an.
    Dieser Effekt wird bei unseren Simson-Motoren mithilfe des Startvergasers ausgeglichen. Dieser erhöht den Benzinanteil so weit, dass das Gemisch nach den Kondensationsverlusten im zündfähigen Bereich liegt.

    Bei hohen Außentemperaturen ist die Kondensation jedoch weitaus geringer, was bewirkt, dass die Grenze von 1:18 dann nicht mehr überschritten wird. Gerade die 16N1 Vergaser stellen von Haus aus schon ein recht fettes Standgasgemisch bereit und haben dahingehend besonders viel "Puffer" (was für den Benzinverbrauch natürlich nachteilig ist).
    Öffnest du unter diesen Umständen noch den Startvergaser, ist das Gemisch schlicht zu fett, also unterschreitest du sogar noch die Grenze von 1:10. Der Motor springt (obwohl kalt) dann einfach nicht an sondern überfettet (säuft bei zuvielen Versuchen dann sogar ab).


  • Das ist aber das Buch für eine Schwalbe. Das mag zwar gut sein, für das Verständnis einiger Dinge, aber das es hier um einen SR 50 geht, würde ich lieber dieses Buch von Erhard Werner empfehlen: Simson Ratgeber. F . Man benötigt nämlich definitiv ein zweites Buch, wenn man sich nur das Schwalbe-Buch kauft, weil dort nur die Abschnitte über Vergaser und Motor hilfreich sind. Aber genau diese Abschnitte finden sich auch im S51/SR 50 Buch.

    Nein nicht zwingend. Gerade mit der 16N1 - Vergaserreihe springt bei solch hohen Außentemperaturen der Motor mit Startvergaser nicht an.
    ...


    Problem ist nur, dass ein SR 50 keinen 16N1-Vergaser hat, sondern nur einen 16N3-2 oder sogar Bing vom Werk aus.


    Zitat


    Und die Zündkerze ist nach dem Anspringen des Motors wenn ich sie nach 3-4mal "Vollgas" rausdrehe, ziemlich nass. Ist das normal? Muss ich länger fahren um ein "Zündkerzengesicht" zu sehen?

    Man muss schon ein Stück fahren. Besonders wenn du versuchst, bei den jetzigen Temperaturen deinen SR 50 zu starten. Im Ratgeber vom SR 50 steht auch genau beschrieben, wie man idealerweise seine Simson im Sommer startet. Da wird zwar auch erwähnt, dass man die Starteinrichtung betätigen soll, aber die sofort nach dem Anspringen wieder schließen soll. Gleichzeitig wird aber auch vor Überfettung gewarnt und man soll maximal 2- bis 3mal den Kickstarter mit gezogener Starteinrichtung treten.

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