Motorregenaration oder neuer Motor und überhaupt...

  • Hi,


    Peter hat nicht unrecht, aber ein technisch versierter Laie kann durchaus mit gescheitem Werkzeug einen Simsonmotor überholen. Wer hobbymässig an altem Autos z.B schraubt, hat eigentlich die Grundausrüstung immer Griffbereit.


    Für mich ist das:


    - Schraubendreher in verschiedenen Größen
    - Nusskasten bis mindestens 24
    - Gummihammer
    - Sprengringzangen für Innen und aussen
    - Maul/Ringschlüssel
    - Heizplatte
    - Lagerabzieher
    - Drehmomentschlüssel
    - Messchieber


    Zusätzlich für Simson:
    -Heizpilz in verschiedenen Größen
    -Gehäusetrennwerkzeug
    -Kurbelwellenausdrücker bzw. Einzieher
    -Blockierer fürs Primärritzel
    -Polradabzieher
    -Halteband für Polrad
    -Ausgleichsscheiben in verschiedenen Starken



    Das ist so der Standartkram den man haben sollte, andernfalls sollte man es sein lassen. Auch sollte das Werkzeug nicht von McGeiz aus dem untersten Regal sein, das ist rausgeworfen Geld. Technisches Know How vorrausgesetzt, kann man das schaffen.



    MfG


    Tobias

  • - Lagerabzieher


    Es reicht auch ein halbwegs vernünftiger Zweiarmabzieher.



    - Drehmomentschlüssel


    Zur Not geht es mit Gefühl auch ohne.


    - Messchieber


    Weiterhin ein Tiefenmesser, dessen Anschlagfläche von einer Seite des Motorengehäuses zur anderen reicht. Nur so läßt sich m. E. sicher das korrekte Tiefenmaß der jeweiligen im Motorblock ermitteln.


    -Kurbelwellenausdrücker bzw. Einzieher


    Kann man sich m.E. sparen, wenn man die Kurbelwelle ausreichend kühlt und beim Zusammenfügen der Gehäusehälften schnell genug arbeitet.


    -Blockierer fürs Primärritzel


    Kann man sich recht fix aus einem Stück Flachstahl selbst bauen.


    -Halteband für Polrad


    Braucht man nur, wenn man nicht genug Schmackes in den Händen hat und/oder selbige zu klein geraten sind. Ansonsten tut es auch ein 08/15-Ölfilterschlüssel aus dem Baumarkt.


    -Ausgleichsscheiben in verschiedenen Starken


    Kann man, genauso wie das übrige notwendige Material beim Händler seines Vertrauens beziehen.


    Technisches Know How vorrausgesetzt, kann man das schaffen.


    Und nicht vergessen: Vertrauen in sich und die eigenen Fähigkeiten!


    Zudem: Ein Simsonmotor ist keine Hochleistungsmaschine sondern er repräsentiert erzsoliden, unaufwendigen Motorenbau.


    Zum Thema Qualitätswerkzeug: Ich habe meinen Werkzeugbestand zu einem großen Teil aus Konkurs- und Insolvenzware gekauft. In jeder größeren Stadt gibt es solche Verwerter. Da es sich um gewerblich genutztes Werkzeug handelt, bekommt man meist Spitzenqualität zum kleinen Preis. Einziges Manko: Man muss die abgenutzten Teile ausfindig machen.


    Gruß


    Florian

  • Hallo Florian,


    es bringt überhaupt nichts, wenn du von dich auf andere schließt, und wohl auch aus dieser Sichtweise die vorgetragenen Argumente einfach ignorierst.


    Das die Simson-Motoren für diejenigen, die das entsprechende Rüstzeug mitbringen kein Problem sind, braucht hier nicht weiter diskutiert zu werden. Dem TE ging es jedoch um seinen völlig verpfuschten Motor, der offenbar bis auf das Gehäuse Schrott ist. Und dieser Motor wurde offenbar von jemanden zerstört, der zwar in "sich und seine Fähigkeiten vertraut" hatte, was aber nicht immer ausreichend ist, wie wir im hiesigen Beispiel ja gesehen haben!


    Auch finde ich es schade, das du die Auflistung der benötigten WZ von Tobias versuchst weg zu diskutieren. Es mag sein, das deine "Gefühle" für die Montage z.B. einer Zylinderdeckelschraube reichen und bei dir zum Erfolg geführt haben, ein fachlich versierter Ratschlag für einen Laien, kann daraus allerdings nicht erwachsen. Auch würde mich mal interessieren, wie du das kleine Kupplungswellenlager mit einem Zweiarmabzieher aus dem Motorgehäuse bekommen willst.


    Also noch mal zum Schluss:


    Es ging im Prinzip darum, dass unzählige Leute wegen dem geilen Geiz, ohne vernünftiges Werkzeug und ohne Ahnung von der Materie z.B. an ihren Motoren basteln, mit dem Ergebnis wie der TE beschrieben hat. Die Produkte von diesem erfolglosen Schaffen landen dann eben häufig in den bekannten Auktionshäusern, wie auch hier geschehen.


    Es wäre schön, wenn hier auch mal auf Argumente eingegangen würde, die das Thema betreffen, statt Argumente einfach zu ignorieren.


    Gruß Peter

  • Hi,


    "Auch würde mich mal interessieren, wie du das kleine Kupplungswellenlager mit einem Zweiarmabzieher aus dem Motorgehäuse bekommen willst."


    Da dreh ich die Flügel rum zur Seite wo die Krallen nach außen zeigen.


    Aber nach meiner Meinung muß man sich das nicht Anlernen wenn man nur ein oder zwei Motoren hat.
    Try and Error ist zwar lehrreich, aber manche haben besseres zu tun.





    solong...

  • kleine Kupplungswellenlager mit einem Zweiarmabzieher aus dem Motorgehäuse bekommen willst.



    Der Abzieher fehlt mir auch noch. Da kann man sich behelfen, mit einem Rohr, einem Stehbolzen und vorher eine Mutter durchs Loch des Kupplungshebels. Quasi den Abzieher nachbauen. Aber für jeden Tag ist das nix.


    Klar kann man sich mit etwas Grips bei allem irgendwie behelfen, aber mach das gewerblich mit Gewährleistung, dann geht das so nicht.


    Ich würde im Auktionshaus keinen "regenerierten" Motor kaufen. Dann lieber für wenig Geld einen, wo ich weiss, dass der zu 90% Schrott ist. Den aufarbeiten (lassen), dann ist Ruhe und ich weiss was ich hab.


    Wenn an so einem Motor soviel Schrott ist, dass da 500€ Material reinfliessen müssen, dann ist der Wirtschaftlich tot und taugt fast nur noch zum ausschlachten bzw. als Ersatzteillager.


    Da ist es wohl einfacher einen anderen zu suchen.


    Interessant ist, WAS da alles getauscht werden soll. Vielleicht ist das Angebot ja wirklich Wucher. Darf man noch wissen von wem der Kostenvoranschlag kommt?


    MfG


    Tobias

  • Auch würde mich mal interessieren, wie du das kleine Kupplungswellenlager mit einem Zweiarmabzieher aus dem Motorgehäuse bekommen willst.


    Dieses Lager ziehe ich mit einem passenden Spreizdübel aus Metall, einer Sechskantschraube sowie einem Flacheisen als Widerlager raus. Man kann sich natürlich auch für 100 TEURO einen Spreizabzieher mit Gegenstütze oder Zughammer besorgen.


    Gruß


    Florian


  • Da dreh ich die Flügel rum zur Seite wo die Krallen nach außen zeigen.


    Nur dumm, dass es keine Zweiarmabzieher zu kaufen gibt, der durch Umdrehen der Arme in eine 10mm Bohrung passt! Und selbst wenn es ihn geben würde, ging es hier um die Aussage, das ein solcher Abzieher unnütz sei, weil es mit einem normalen Zweiarm-Abzieher auch ginge! Also bitte keine Haarspaltereien. Im Übrigen wäre ein solcher Abzieher ziemlich dämlich, da die Abdrückung in der bearbeiteten Bohrung des Kupplungshebels stattfinden würde. Eine Beschädigung der Lauffläche könnte die Folge sein. Ein guter Rat?


    Also Bitte:


    Schreibt mal was zu Thema: Durch geilen Geiz, Dummheit und Ahnungslosigkeit wurde mal wieder ein Simson-Motor zerstört, der einem anderen Ahnungslosen angedreht wurde. Darum ging es hier, und diese Tatsache sollte auch nicht weg diskutiert werden, da sie bittere Realität ist. Das war wohl auch der Grund für den ausführlichen Beitrag des TE.


    Gruß Peter


  • Schreibt mal was zu Thema: Durch geilen Geiz, Dummheit und Ahnungslosigkeit wurde mal wieder ein Simson-Motor zerstört, der einem anderen Ahnungslosen angedreht wurde. Darum ging es hier, und diese Tatsache sollte auch nicht weg diskutiert werden, da sie bittere Realität ist. Das war wohl auch der Grund für den ausführlichen Beitrag des TE.


    Tja, was willst du hören? Das genug Schrott als regeneriert unterwegs ist?


    Das ist leider so. Man sollte aber auch bedenken, der Kram ist auch locker 25 Jahre und älter. Wer weiß, wer da alles schon dran rumgedoktert hat. Bei sowas muss man mit allem rechnen. Wir fahren mittlerweile alle Oldis.


    MfG


    Tobias

  • Und selbst wenn es ihn geben würde, ging es hier um die Aussage, das ein solcher Abzieher unnütz sei, weil es mit einem normalen Zweiarm-Abzieher auch ginge!


    Da lag ich falsch bzw. habe den Begriff "Lagerabzieher" eben nicht mit einem Spreizabzieher gleichgesetzt, da letzterer eben nicht nur für Lager nutzbar ist.


    Gruß


    Florian

  • Schön das ihr so fleißig diskutiert!
    Habe mir nun Angebote eingeholt: Einmal regenerierter Motor ohne Zündung ~250€ (ABL vom Beitrag oben) und einmal meinen Motor neu aufbauen für 350€ mit Vergaserteilen + jeweils ~200€ Vape (wenn ich eh schon alles mache dann wohl auch gleich noch ne Vape?!)
    Schon ne Stange Geld, allerdings verbunden mit der Hoffnung das das Ding dann läuft und Motor und Zündung für die nächsten Jahre abgehakt sind...

  • Mit der Vape hast du zumindest auf lange Frist zündungsseitig deine Ruhe. Wenn du längere Touren mit der Simme vorhast oder drauf angewiesen bist, dann ists schon eine sinnvolle Investition. Für Sonntags reicht auch die Unterbrecher oder Elektrozündung völlig aus.
    Der Preis für die Regeneration ist hoch - jenachdem was gemacht wird. Wenn wirklich alles vernünftig erneuert wird ist das aber völlig okay. Sollte aber von einer namhaften Werkstatt gemacht werden. Kenne ähnliche Fälle wo der Motor für dieses Geld regeneriert wurde und nach 1000km dann schrott war - leider. Aber wenn die Werkstatt einen seriösen Eindruck macht und vielleicht auch von anderen empfohlen werden kann, dann nur zu. Für die Selbstüberholer: Schrottmotor kaufen und probieren. Es macht letzten Endes die Übung und man muss dafür nicht studiert haben - lediglich wissen, was man macht.


    Rossi:
    Irgendwo muss ja jeder Mal anfangen. Und bevor ich mich an die Duc mache probier ich`s lieber erst am Simsonmotor. Fehler macht ja schließlich jeder Anfänger nur das es bei Simson nicht gleich ein Vermögen ist. Diese Motoren sind, wie ich finde eine gute Grundlage um in diese Materie einzusteigen. Wer selbst sowetwas in Angriff nimmt, sollte dann natürlich die Erwartungen nicht allzu hoch stecken.




    Da muss ich dir auf alle Fälle mehr als Recht geben!!! ;-)

  • Im Übrigen wäre ein solcher Abzieher ziemlich dämlich, da die Abdrückung in der bearbeiteten Bohrung des Kupplungshebels stattfinden würde. Eine Beschädigung der Lauffläche könnte die Folge sein. Ein guter Rat?


    Dieses Problem entfällt übrigens bei meiner Variante mit dem Metallspreizdübel. ;-)


    Schreibt mal was zu Thema: Durch geilen Geiz, Dummheit und Ahnungslosigkeit wurde mal wieder ein Simson-Motor zerstört, der einem anderen Ahnungslosen angedreht wurde. Darum ging es hier, und diese Tatsache sollte auch nicht weg diskutiert werden, da sie bittere Realität ist. Das war wohl auch der Grund für den ausführlichen Beitrag des TE.


    Ich habe meine ersten Simson-Motoren 1991 auseinandergenommen und reparariert. Dabei handelte es sich weitestgehend um Originalware aus den damals noch wirklich neuen Bundesländern. Und schon damals war der Anteil an Murks hoch. Zerschossene Lagersitze, verschlissene Schaltgabeln, eiernde Kupplungslamellen, völlig abgerittene Primärantriebe. Selbst wenn man regenerierte Motoren von pleitegegangene Simsonhändlern gekauft hatte, war da teilweise Schrott dabei. Vielleicht nicht so krass wie im vorliegenden Fall, aber mit einem schlecht schaltenden Getriebe oder einer nicht sauber trennenden Kupplung musste man immer rechnen. Dafür hat man die Motoren auch nur nach Kilopreis für Kernschrott bezahlt, damals die Tonne zu rund 40 DM (sprich 1 t Motore und Teile für 40 DM!).


    Geiz ist heute sicherlich das größte Problem. Die Gegenseite stellen die Käufer und Interessenten dar, welche ernsthaft glauben, dass sie für 600 EUR im Wessiland eine perfekte Schwalbe bekommen. Da ich in letzter Zeit selber einige selbst instandgesetzte Fahrzeuge der Vogelserie verkauft habe bzw. derzeit noch anbiete, kenn ich die übliche Kundschaft ganz gut. Da biete ich eine 74er KR51/1 F mit überholten Motor, neu eingespeichten Laufrädern, neuen hinteren hydraulischen Federbeinen (vorne waren schon hydraulische verbaut), neu bezogerer Sitzbank, versiegelten Tank und voll funktionsfähiger Elektrik inkl. neuer Batterie und Frontscheinwerfer mit originalen DDR-Papieren im gut erhaltenen blauen Originallack für 850 EUR VB an. Dazu gab es dann echt nicht wenige Anfragen, ob ich das Teil auch für 500 verkaufen würde. Solche Leute schreien doch regelrecht danach verarscht zu werden, oder nicht?! Da mache ich doch lieber nur gerade so viel, dass das Teil alleine vom Hof rollt, biete sie mit wortreichen Gelabere für 900 VB an und gehe auf die 500 EUR-Angebote mit großem Wehklagen ein, wobei ichdie Gewährleistung natürlich tunlichst ausschließe. Am Ende habe ich genauso viel verdient, nur weniger Arbeit gehabt. Der Käufer muss mir natürlich sch... egal sein.


    Gruß


    Florian

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