Frage zu Federringen

  • Hallo,


    ich habe ne Frage zur Schraubensicherung mittels Federringen. In der AKF-Explosionszeichnung von Motorlager & Querträger SR50 wird an verschiedenen Stellen mit Federringen zur Sicherung der Muttern gearbeitet. Und zwar - für mich sehr überraschend - auch direkt auf dem lackierten/beschichtetem Blech. Mach ich mir damit nicht sofort die erste Macke rein, und der Rost ist schon wieder vorprogrammiert?


    cheers,
    tobi

  • Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass Ingenieure heutzutage die Zuverlässigkeit von Federringen als Mittel der Schraubensicherung anzweifeln.
    Wenn man nicht gerade Wert auf Details legt kann man heute auf andere Mittel zurückgreifen, wie beispielsweise selbstsichernde Muttern oder Klebstoff. Ich persönlich nutzen allerdings auch Federringe. Hat ja lange so funktioniert...

  • Federringe sind eher schädlich als nützlich. Daher sind DIN Normen in denen die Verwendung von Federringen gefordert wurden auch gestrichen worden. Eine schöne Zusammenfassung zur Schraubensicherung findet man hier:
    https://www.dresselhaus.de/sho…Sicherungsma%C3%9Fnahmen/
    Wer sich mal einen alten Federring anschaut, sieht auch, dass die platt sind. D.h. durch die Federringe geht im Laufe der Zeit die erforderliche Vorspannung, auf die es ja ankommt, verloren. Federringe können somit mehr schaden als nutzen. Daher zweifeln Ingenieure, wie Mo Jo ja schon geschrieben hat, auch die Nützlichkeit an und arbeiten DIN gerecht mit vernünftigen Schraubensicherungen. Ich wüßte auch nicht was gegen Loctide oder vergleichbare Schraubensicherungen sprechen sollte.

  • Ich sehe das ähnlich wie Harzer.
    Wenn Federringe so nutzlos wären, warum ist es dann z.B. bei der Polradbefestigung zwingend notwendig einen zu verbauen?

    Ob man die überall haben muss oder will ist dann wieder Ansichtssache.
    Aber schaden, sobald man eine U-Scheibe darunter legt, tun die mit Sicherheit nicht.

    Ob die Dinger mit der Zeit platt werden, ist sicherlich auch eine Qualitätsfrage.

    Ich, für meinen Teil, verwende Federringe gerne. Und Loctide ist mir persönlich zu teuer, ein Tropfen Pattex tut das auch. Selbstsichernde Muttern mag ich nicht.

    MfG
    Carl

  • Die Dicke des Federringes wächst proportional mit dem Durchmesser,
    M10 ist dann halt bisschen stärker.
    Nicht zu verwechseln mit Federscheiben -
    das ist nur ne dünne Scheibe mit ner Welle.

    Ich nehme Federringe da, wo sie rein müssen. Von Kleber halt ich nichts.
    Zum Masseschluss verwende ich Zahnscheiben.
    Beim Schwälbchen je eine zwischen Rahmen und Panzer
    und unter eine Schraube vom Rücklicht.
    ..und nen Klecks Unterboden-Sprühwachs drüber.

    LG Kai d:)


  • die geschlitzte Scheibe unter dem Polrad ist meiner Meinung nach aber wesentlich dicker als der "gemeine" Federring und baut somit auch mehr "Gegendruck" auf.



    Moin Daniel,

    da muss ich dich leider enttäuschen. Diese Federringe wurden damals gefertigt nach DIN 127. Diese Norm wurde 1993 ersatzlos zurückgezogen.

    Den "gemeinen" Federring gibt es also gar nicht mehr. Nur noch solche, die nach dieser alten Norm oder auch anderen, ähnlichen Normen für Federringe (DIN 128, 137, 7980... allesamt ersatzlos gestrichen oder beschränkt) gefertigt werden und solche, die irgendwie gefertigt und als Federringe vertrieben werden. Weiter spielt der verwendete Rohstoff noch eine Rolle... Das ist es im Wesentlichen, was ich mit "Qualitätsfrage" meinte.

    Der Einsatz der Federringen gilt im Bereich von hoch Zugfesten Schrauben (ab 8.8) allerdings wirklich als unwirksam:
    [INDENT]"[...] Heute werden sie [Schraubensicherungen] dagegen eher skeptisch beurteilt und nach Möglichkeit vermieden. Dieser Wandel der Anschauungen wurde durch neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Schraubenverbindungen hervorgerufen, die in den letzten Jahrzehnten gewonnen wurden und die die Vorgänge, die zum Versagen einer Schraubenverbindung führen, weitgehend aufklären konnten. Man zog daraus die Folgerung, daß eine konstruktiv richtig ausgelegte und korrekt montierte Schraubenverbindung ohne eine zusätzliche Sicherung auskommen müsse. Ein weiterer Grund für die Ablehnung von Sicherungselementen ist die häufige Verwendung von hochfesten Schrauben der Festigkeitsklassen 8.8 und höher. Nach der heute vorherrschenden Ansicht kann ein mitverspanntes federndes Sicherungselement nur wirksam sein, wenn es den durch Setzvorgänge entstehenden Klemmkraftverlust weitgehend ausgleichen kann. Bei hochfesten Schrauben sind dazu aber alle genormten federnden Sicherungselemente mit Ausnahme der Spannscheiben DIN 6796 nicht in der Lage. Aus diesem Grund wurden in letzter Zeit einige Normen solcher Elemente zurückgezogen (DIN 127, DIN 128, DIN6913, DIN 7980) bzw. ihr Anwendungsbereich auf Schrauben niedriger Festigkeitsklassen begrenzt (DIN 128, DIN 6905, DIN 137, DIN 6904)."
    Quelle: Ingenieurbüro Stöber

    [/INDENT]Wer aufmerksam gelesen hat, der hat auch erkannt: es steht da was von Ansichten. Ich für meinen Teil werde weiterhin Federringe verbauen.

    Die weiter oben, in meinem vorigen Beitrag gestellte Frage nach dem Sicherungsring am Polrad, stelle ich weiterhin, und kann sie auch selbst nicht begründet beantworten.

    MfG
    Carl

  • Hallo Carl,


    ich muss zugeben da was verwechselt zu haben. Ich dachte der TE meinte die von Kai71 angesprochene Scheibe mit der Wellenkontur (ohne Schlitz!)


    Im Gegensatz zu dieser Wellenscheibe baut die geschlitze Scheibe bestimmt mehr Gegendruck auf- das wollte ich mit meinem Post sagen.


    Besten Gruß


    Daniel

  • Hallo in die Runde,



    meines Erachtens sollte man sich nicht den Neuerungen der Technik versperren, wo es eben sinnig ist. Wie bereits hier geschrieben wurde, sind selbstsichernde Muttern aber auch Gewindekleber gerade bei Fahrzeugen, die technisch bedingt recht große Vibrationen erzeugen, vernünftig. Sicher bleibt es jedem selbst überlassen, wie er sein Fahrzeug restauriert bzw. verändert. Sicher gibt es Gralshüter, denen jede Veränderung zuwider ist. Leider gibt es aber auch nicht mehr den Kraftstoff, den die Ingenieure damals getankt haben - vielleicht sollte man da mal ansetzen (Augenzwinker). Für all die, die Ihr Zweirad im Alltag nutzen, wird es immer die Abwägung geben, was ist machbar, was ist finanzierbar und was ist davon auch sinnig. Gegen fehlende Masseverbindungen hilft einfach ein weiteres Massekabel - ok wieder nicht original.



    Daß Federringe im Laufe der Jahre ihre Federkraft verlieren ist normal, denn auch Fahrwerksfedern verlieren ihre Federkraft mit den Jahren. Unsere Fahrzeuge sind meist alle Vorwendemopeds und 25 Jahre hinterlassen eben Spuren. Ist eben einfach so ! Und wenn ich nach einem Vierteljahrhundert dann das eine oder andere mal austauschen muss, entschuldigt bitte, dann darf das auch so sein - viele neuere Zweiräder erleben dieses Alter nicht einmal. Nach dieser Zeit haben eben manche Teile einfach ihr Geld verdient und wir reden nicht von x-stelligen €-Beträgen, daß darf man nicht vergessen.



    Generell, Möglichkeiten der Schraubensicherungen gibt es viele, sogar eine Splitverbindung mit Kronenmutter ist dabei denkbar. Entscheiden muß da jeder für sich selbst.



    Dennoch finde ich es Klasse, daß man sich hier in so vieler Weise austauschen kann.



    Wissen verdoppelt sich eben, wenn man es teilt !



    Gruß vom Rheinkilometer 543



    Heiko

  • Ich benutze mittlerweile immer Nordlockscheiben. Die benutzen wir auch auf der Arbeit um Motorkabel an den Straßenbahnmotoren zu sichern. Die halten auch über einen längeren Zeitraum.
    Allerdings wird hierbei die Nutzung von U-Scheiben untersagt. Das heißt, dass auch diese wieder den Lack beschädigen können.
    Die Verzahnung der Nordlockscheiben arbeitet sich jedenfalls ein wenig in das Material ein.

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