S51 qualmt, spuckt Öl, nimmt kein Gas an

  • Servus,


    ich bin neu im Forum und habe mich extra für mein Problem hier angemeldet, also bitte nicht den Kopf abreißen falls ich etwas falsch mache :-D


    Zum Problem: Ich bin stolzer Besitzer einer S51 Enduro mit 6V Elektronikzündung geworden. Da ich mehr oder weniger ein Laie bin, hatte ich beim Kauf jemanden dabei, der mir die Mopete überprüft hat. Sie lief einwandfrei, hatte keine Beanstandungen, alles gut.


    Nun wollte ich das Teil eine Woche später, als die Versicherung und ein Helm geklärt waren, auf eine kleine Spritztour mitnehmen. Das Möp ist perfekt angesprungen, ich konnte ohne Probleme losfahren. Im 2. Gang angekommen bemerkte ich, dass der Motor allmählich an Leistung verliert. An einer Kreuzung 100m später habe ich in den ersten geschaltet, das möp mit Bremse UND Motorbremse zum Stillstand gebracht. (Drehzahl ist nie über der Maximaldrehzahl gewesen, das hätte ich gehört und gespürt.) Im Leerlauf ist mir das Teil einfach ausgegangen und ließ sich nicht mehr anschmeißen.


    Kumpel der sich auskennt hergeholt, Fehler gesucht.
    Hier das entscheidende: Es ist ein paar mal angegangen, lief dann aber sehr komisch. Das Teil läuft sehr unruhig mit sehr niedriger Drehzahl, nimmt kein Gas an, geht wenn man Gas gibt sofort aus und es qualmt extrem stark weiß. Ab und zu kam öl aus dem Auspuff geschossen. Nach einiger Zeit ging sie gar nicht mehr an. Die Zündkerze war feucht und rehbraun, also Normalzustand. Ein Ausbau der Zündkerze zeigte, dass der Zündfunken da ist, und stark ist. Eine andere Zündkerze löste das Problem nicht.



    Nach vielen Stunden Recherche und Meinungen kam die Zündung in Frage. Ein Nachmessen des Gebers auf Zündung ergab beim Blauen Kabel auf Masse einen Widerstand von 23 Ohm. Nun sollte der Wert entweder bei 15 oder 30 Ohm liegen. Allerdings steht überall das Wörtchen "ungefähr". Bei Leuten, deren Geber defekt war, lag der Widerstand bei vielen Kiloohm oder bei unendlich.


    Der Zweite Verdacht ist der Simmerring auf der Kupplungsseite, ist der rausgerutscht oder defekt saugt das Teil Getriebeöl. In dem fall sollte, wie ich mitbekommen habe, das Öl ein wenig nach Sprit riechen. Das tut es allerdings nicht. Was aber komisch ist (oder normal, je nachdem), ist, dass wenn ich die rote Ölschraube aufdrehe und in den Motor schaue, der Ölstand anscheinend zu niedrig ist. Das große Zahnrad ist zu 3/4 sichtbar. Das öl ist grünlich-braun, nie so ein Öl gesehen.
    Nun bin ich nach einer Woche Urlaub wieder zurück, und das Möp springt wirklich gar nicht mehr an.
    Zum Zustand: Bei der Probefahrt lief das Ding einwandfrei, Motor wurde zerlegt und gereinigt, Auspuff gereinigt. Original BVF Vergaser ist drin, theoretisch auch eingestellt. Sprit ist neu, 1:50 mit hochwertigem Zweitaktöl.


    EDIT: Haben heute den Limadeckel abgenommen, die Zündanlage war trocken, nicht verölt und sah gut aus. Der Simmerring auf der Limaseite kann es also nicht sein. Kupplungsseite ist immernoch verdächtig.

  • Moin, und ein frohes Neues!

    [...]
    Der Zweite Verdacht ist der Simmerring auf der Kupplungsseite, ist der rausgerutscht oder defekt saugt das Teil Getriebeöl.[...]



    Das ist auch mein Verdacht. Ich tippe auf rausgerutscht!

    [...]
    In dem fall sollte, wie ich mitbekommen habe, das Öl ein wenig nach Sprit riechen.[...]



    Nicht unbedingt.
    Ist der Simmerring undicht, so gelangt von Zeit zu Zeit Getriebeöl in die Kurbelkammer und andersherum Spritgemisch in den Motor-/Getrieberaum. Da hat das Zeit sich fein miteinander zu vermischen und das Getriebeöl riecht dann allmählich mehr und mehr nach Sprit.

    Rutscht (der vorher dichte) Simmerring raus, wird die Kurbelkammer schlagartig mit G-Öl geflutet. Dann läuft dein Moped nicht mehr und eine Vermischung von Sprit und G-Öl findet gar nicht mehr wirklich statt.

    Besser riechst du an deiner Kerze, ob diese nach ein paar mehr Kickversuchen nach Getriebeöl stinkt. Aber Obacht! Du erwähntest, dass dir das Öl komisch vorkommt... Es gibt wohl auch G-Öl, dass kaum Eigengeruch hat, evtl. vorher mal dran riechen.

    Dennoch denke ich du solltest einfach mal nachsehen. Deine Symptome passen bis aufs I-Tüpfelchen zu dem Problem.
    Und den Getriebedeckel abzumachen ist nicht so zeitaufwändig. (Am längsten dauert es eh, das G-Öl abzulassen...) Und sollte es das nicht gewesen sein, kostet es dich lediglich eine Getriebedeckeldichtung, sofern du das Öl wiederverwenden kannst/möchtest..., aber es bringt Gewissheit.

    Gruß
    Carl

  • Danke,
    ich werde heute mal unter dem Getriebedeckel nachsehen. Ist es eigentlich schlimm, wenn ich es ne Weile offenlasse? Dann bestelle ich mir heute den Simmerring und muss es nicht wieder zusammenbauen.


    Welche Größe brauche ich für den Simmerring? Also wenn ich es richtig verstanden habe, ist das der Ring kupplungsseitig an der Kurbelwelle unter dem Primärritzel. Ich finde bloß nirgendwo, welche Größe der hat. Bisher ergab meine Suche entweder 20x35x7 oder 22x35x7

  • Moin,

    richtig ist 20x35x7! Die qualitativ hochwertigsten sind die aus FKM (Fluorkautschuk) meist mit Viton© angegeben und braun.

    (Der 22er ist für den Kupplungsdeckel)

    Gruß
    Carl

    Edit: Den Motor kannst du ruhig eine Weile offen lassen, wenn er trocken steht. Ein sauberes Tuch drüber und gut ist. Ich würd aber den Getriebedeckel einfach wieder lose raufstecken, geht auch ;)

  • Nabend,
    ich habe heute mal den Getriebedeckel abgenommen und mir den Simmerring angeschaut, ich werde daraus nicht viel schlauer, allerdings sieht das für mich aus, als wäre da irgendwie die falsche Größe drauf.


    EDIT: Hier die Links für Originalgröße
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  • Die Dichtringe sind noch aus Ostzeiten (noch nach TGL :D ) und somit eh uralt. Die Größe ist aber die richtige soweit zu sehen ist, 20x35x7.


    So Katastrophe ranzig wie das da aussieht würd ich gleich links/rechts neu machen incl. dem 22x35x7 Ring der direkt im Kupplungsdeckel an der Schaltwelle sitzt. Nur einseitig erneuern ist meist eh Pfusch, dann ist man in ein paar hundert km evtl. wieder am Schrauben und Wundern...


    Spätestens wenn du weiter Probleme hast mit Wasser im Öl, worauf die milchige Konsistenz ja hindeutet, würde ich auch den O-Ring am Kupplungshebel neu machen.
    Bietet sich eigentlich auch gleich an wenn schon mal auf ist.


    Das ist in der AKF Explosionszeichnung die Nr.15:


    https://www.akf-shop.de/explos…hnungen/simson-s51-a1042/

  • Danke für die schnelle Antwort,
    also ist es möglich, dass Getriebeöl ins Kurbelgehäuse lief und meine Probleme deswegen auftraten?
    Oh mann, der Typ, der mir die Simme verkauft hat, meinte eigentlich, dass er den Motor auseinander gebaut hat. Jemandem, der solche Simmerringe dranlässt, sollte man kein Moped in die Hand geben :D

  • So, ich melde mich wieder zu Wort
    Ich habe den Simmerring gewechselt, das Problem besteht jedoch immer noch. Es springt nicht an, wenn, dann qualmt es, nimmt kein Gas an und geht sofort wieder aus.


    EDIT: Vergaser wurde auch zerlegt. Alle Düsen sind durchlässig, Schwimmer ist dicht und das Ventil darunter schließt, Teillastnadel ist in der zweiten Kerbe von oben, Schwimmerkammer- und Flanschdichtung sind neu.
    Anschieben sowohl im ersten, als auch im zweiten Gang brachte nichts.

  • Ich habe die Laube so gekauft... Auf den Vergaser habe ich so nicht geachtet, sie lief ja bei der Probefahrt tadellos.


    EDIT: Habe nochmal nachgeschaut, es ist definitiv die 12, also Schwalbe. Allerdings lief sie bei der Probefahrt tadellos. Sind die Vergaser denn überhaupt kompatibel, oder ergibt sich daraus irgendein derartiges Problem? Sonst würde ich einen passenden Vergaser holen. Allerdings ist mir ein Versuch nicht 40 Tacken wert, wenn ich nicht genau weiß, dass es daran lag. (Man hat es schwer als Schüler... :D)
    Außerdem fahre ich sie nicht, geht ja schlecht :D :D

  • Moin Moin


    Noch eine kleinigkeit:


    Die 3te Kerbe der TLN. von oben, damit ist der untere Nadelhalter gemeint.


    Die Leerlaufdüse sollte eine 35ger sein, sowie die kleine Bohrung ohne selbiger


    Düse sichtbar durchscheinen.


    Den berichten nach zu Urteilen, ist die Leerlaufdüse nicht so wie sie sein soll.


    Tausche diese mal in eine vergleichbare aus, kann auch eine 40ger sein.


    Holger

  • Nabend,
    Der Vergaser wurde auseinandergebaut, die Düse auf Durchgängigkeit geprüft. Der Vergaser scheint in Ordnung. Ob die richtige Düse verbaut war, weiß ich nicht genau, aber allein der Fakt, dass die ja am Anfang lief macht mich stutzig.
    Außerdem startet die Simson auch mit ein wenig Gas/halbem Gas/Vollgas/Anschieben/Choke usw. nicht.
    Glaubst du immer noch an ein Leerlaufdüsenproblem? Ich nicht, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
    Danke und LG

  • Moin Enduro


    Belehrt wird niemand.


    Es gibt Hinweise auf mögliche Ursachen oder Baufehler, doch ausschlissen
    muß diese jeder selbst.


    Wenn das so in ordnung ist und der Vergaser sich in optimaler Funktion befindet,
    bleibt anscheinend, noch eine durchlässige mitteldichtung.


    Gruß Holger

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