Probleme mit meinem Vogel

  • Hi all,
    meine Schwalbe Baujahr 1978 ist krank.
    Was habe ich bisher gemacht:
    Ich habe den Vergaser gereinigt, Einstellungen überprüft. Schwimmerstand etc.
    Dann habe ich den Kondensator erneuert, die Kontakte erneuert, und mit einem Spion bei OT auf 0,4mm eingestellt. An meinem Polrad und dem Gehäuse sind schon die Kerben vorhanden.
    Also auch den Zündzeitpunkt eingestellt.
    Was mich wundert, das der OT sehr weit von dieser Markierung entfernt ist. Aber so war sie auch eingestellt, als sie das erste Mal auch lief.
    Sie springt an,läuft auch im Leerlauf, aber sehr schlecht. Sie stottert etwas, so kommt es mir vor. Sobald ich am Gas drehe, verstärkt sich das Ansauggeräusch, aber die Drehzahl nicht wirklich. Manchmal habe ich den Eindruck, als wenn die Zündung nicht wirklich stimmt. ich hatte daraufhin dann ein Multimeter genommen, dann mit abgeklemmtem Kabel vom Kondensator den Zündzeitpunkt ca. 18mm vor OT eingestellt, so das in dem Augenblick wo die Kontakte öffnen eine Unterbrechung war.
    Damit lief sie noch schlechter, und knallte sogar in den Vergaser zurück!
    Das kenne ich von 4 taktern,aber von einem 2 Takter eher nicht.
    Jetzt bin ich mit diesem winzigen Motor mit meinem Latein am Ende.
    Die richtig großen bekomme ich immer wieder ans laufen, aber der hier treibt mich in den Wahnsinn.:shock:

  • Moin Ingo


    Das mit dem Unterbrecher und ZZP einstellen üben wir nochmal. ;)
    Also erst die maximale Öffnung. Die muss nicht zwingend im OT sein.
    In der Regel ist sie irgendwo dahinter.
    Such durch drehen am Polrad eine offene - am besten die weiteste - Stelle, check das mit der 0,4mm Fühllehre. Zum Nachstellen den Unterbrecher lösen und entsprechend "verdrehen".


    Jetzt den ZZP: wenn die Polradmarkierung auf die Grundplattenmarkierung trifft, muss sich der (vorher zwischen die Kontakte reingefummelte) Folienstreifen mit leichtem Zug aus dem Unterbrecher ziehen lassen.
    Macht der Unterbrecher zu spät auf, muss die Grundplatte entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht werden, und zwar genau soweit, wie die Polradmarkierung daneben war.


    Ach so, Gehäusemarkierungen sind mitunter total daneben...


    Wenn Du noch ne Zylindermessuhr rumliegen hast - der ZZP ist am liebsten bei 1,5mm vor OT beim M53.
    Ich gehe jetzt einfach davon aus, das Du ne KR51/1 hast. :))


    LG Kai d:)

    Ich bin nicht perfekt, aber ich arbeite dran.. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Kai71 () aus folgendem Grund: Korrektur

  • So, genauso habe ich jetzt getan!
    Und fazit:


    Sie macht garnichts mehr! Keinen einzigen Mucks mehr!


    Und seit kurzem kann ich sie auch ohne Zündschlüssel starten, wenn sie denn mal lief, dann musste ich entweder den Zündkerzenstecker ziehen, oder das Mistding abwürgen.
    Selbst das Braunschwarze Kabel direkt auf Masse legen hilft nicht.


  • Und seit kurzem kann ich sie auch ohne Zündschlüssel starten, wenn sie denn mal lief, dann musste ich entweder den Zündkerzenstecker ziehen, oder das Mistding abwürgen.
    Selbst das Braunschwarze Kabel direkt auf Masse legen hilft nicht.


    ? ? ?
    Prüfe doch bitte dringend mal die Verkabelung.
    Gute Schaltpläne findest Du hier: Simson Schwalbe

  • Das witzige ist, ich habe die Verkabelung komplett überarbeitet. Nach Schaltplänen neu aufgebaut. Hat alles super funktioniert. Ich bin ja mit dem Vogel knapp 150km gefahren, dann fing sie an zu mucken, knickte bei Vollgas ein, und sobald ich Gas wegnahm, kam sie wieder, bis kurz vor Vollgas. zuhause habe ich den Vogel mit dem Zündschloß dann abgestellt. D.h. Zündschlüssel auf "aus" Motor ging aus. Dann hat sie einige tage gestanden, solange, bis ich neue Kontakte und Kondensator hatte. Der Motor lief, ließ sich dann aber nicht mehr mit den Zündschlüssel abstellen. Es war aber niemand dran an der Elektrik. Und laut Schaltplan ist alles richtig angeschlossen. Auch wenn ich den Blöden Vogel nicht zum Laufen bekomme, Schaltpläne habe ich 86 in der Gesellenprüfung machen müssen, und habe die Gesellenprüfung bestanden. :D
    Das Problem ist einfach, das Dingen ist so einfach aufgebaut, daß ich so umme Ecke garnicht mehr denken kann.

  • Guck doch einfach mal ob du in Stellung "Zündung aus" noch einen Funken an der Kerze hast.
    Wenn ja -> Verkabelungsproblem, das Ausmachen durch simples Kurzschliessen der Zündspule auf Masse klappt nicht.
    Wenn nein -> Selbstzündung durch glühende Ölkohlereste im Brennraum oder sonstwas.


    Eher selten, aber soll schon mal vorgekommen sein.


    Einknicken bei kurz vor Vollgas: Oft nur Dreck in der Hauptdüse weil man es mit der Sauberkeit zwischen Tank und Vergaser nicht so genau genommen hat. In diesem Fall nimmt der Motor Vollgas an, wenn man testweise mal den Startvergaser öffnet.

  • Die Kerze ist super. Der Funken ist ja da. Ich tausche immer mit 2 Kerzen was rum. Ich bin kurz davor, den Vogel mit Benzin zu übergiessen und im Garten ein feuer zu machen. Ich habe soviel neu gemacht an der Karre. Auspuff, Bedüsung, Kerzen, Kontakte, Kondensator; Tank, Benzinhahn, Blinker, Relais, etc. Das Ding ist fast komplett neu mit der Elektrik. und nun sowas. Seit drei Wochen suche ich als 2 Meter mann auf dem Boden rumrutschend den Fehler

  • Guck doch einfach mal ob du in Stellung "Zündung aus" noch einen Funken an der Kerze hast.
    Wenn ja -> Verkabelungsproblem, das Ausmachen durch simples Kurzschliessen der Zündspule auf Masse klappt nicht.
    Wenn nein -> Selbstzündung durch glühende Ölkohlereste im Brennraum oder sonstwas.


    Eher selten, aber soll schon mal vorgekommen sein.


    Einknicken bei kurz vor Vollgas: Oft nur Dreck in der Hauptdüse weil man es mit der Sauberkeit zwischen Tank und Vergaser nicht so genau genommen hat. In diesem Fall nimmt der Motor Vollgas an, wenn man testweise mal den Startvergaser öffnet.



    Wenn das ein Verkabelungsproblem ist, warum hat es dann vorher super funktioniert?
    Und es ist ein Funken da bei Zündung aus.

  • ...dann mit abgeklemmtem Kabel vom Kondensator den Zündzeitpunkt ca. 18mm vor OT eingestellt, so das in dem Augenblick wo die Kontakte öffnen eine Unterbrechung war.


    1.
    der Unterbrecher wird abgeklemmt, der Kondensator eigentlich nicht:shock:
    Bzw. habe ich ihn zum Einstellen der Zündung noch nie abgeklemmt.
    2.
    schön laufen tut die Simme bei 1,5mm vor OT, 18mm ist evtl. ein Tipfehler oder ziemlich früh...


    Grüße Boris

  • Wie sehen denn die Lötstellen hinten an der Grundplatte aus? Wenn Anschluss 31(Masse) und 2 (Zündung) richtig angeschlossen sind, muss der Vogel ausgehen bzw. es darf keinen Funken ohne Schlüssel geben!
    Andernfalls hast du einen Kabelbruch oder der Zündlichtschalter ist Schrott!

  • Den blöden Zündlichtschalter habe ich auch schon fast in Verdacht. Die Lötstellen werde ich morgen mal begutachten, hatte da heute keine Nerven mehr zu.
    Gibt es einen Trick, um zu testen, ob es der Schalter ist?


    Das Braun/Weiße Kabel, was zur Grundplatte geht, müsste sich doch gegen Masse messen lassen. Oder bin ich da jetzt auf dem Holzweg?

  • Den blöden Zündlichtschalter habe ich auch schon fast in Verdacht.
    Gibt es einen Trick, um zu testen, ob es der Schalter ist?


    Naja, wenn alles richtig verkabelt ist, ja.
    Bewusstes braun/weiß von der LiMa am PIN 2 des ZüLiScha abziehen + isolieren.
    Damit nimmst Du den Schalter aus der Gleichung.



    LG Kai d:)

  • Ich habe das jetzt mal alles auseinander gehabt. Das Braun/weiße Kabel hatte auf der Rückseite einen Bruch. Schadstelle behoben, und Zündfunken da, und wenn Zündung aus, dann eben nicht. :D


    Der Blöde Vogel will aber noch immer nicht.
    Der Zündfunken ist an der Kerze sehr stark, Blau/weiß gleich eines Lichtbogen beim Schweißen. Der knattert richtig. Die Kerz ist feucht. Aber nicht so feucht, daß sie abgesoffen ist.
    Ich habe den ganzen Kram jetzt erstmal an die Seite geschoben, mir ist heute die Lust vergangen. Ich sitze da schon wieder seit 6:30 Uhr in der Früh bei. Ich werde das jetzt erstmal einige Stunden stehen lassen, dann den Vogel ganz zusammenbauen und von der Bühne nehmen. Dann Gang rein und um den Block geschoben. Wenn sie dann nicht will, weiß ich nicht weiter. Dann brauche ich eine Werkstatt, oder jemanden in der Nähe, der sich mit den kleinen Motor besser auskennt.
    Der ist kaum größer als ein Anlasser meines V8. :D
    So log
    Ingo

  • Moin Ingo


    Mach mal den nächsten Startversuch spaßeshalber ohne Endschalldämpfer.
    Also einfach nur die Schelle öffnen und den hinteren Teil vom Auspuff abnehmen.


    Und wenn's nicht klappt - bitte trotzdem den Vogel nicht anzünden.
    Irgendwo zwischen Bremen und Lüneburg wird sich schon jemand finden,
    der nochmal drüberschaut.


    LG Kai d:)

  • Ich hatte zum Glück noch die originalen Schrauben da, Es sind ziemlich viele Originalteile vorhanden. Und die Schwalbe rannte wie verrückt. Sie ging fast 70km/h nicht immer, aber ziemlich oft.
    Dann ging das so langsam los, daß sie etwas stotterte, aber kaum spürbar. Im 2.Gang war es so bei ca. 30 km/h zu spüren, daß der Motor nicht ganz sauber lief. Sie zog wie die wilde Wutz wenn ich am Gas drehte.
    Dann war mir der neue tank am Anschluß zum Bezinhahn kaputtgegangen, die Gewindebuchse war offensichtlich nicht richtig verschweißt, und sie verlor den tankinhalt, und es ergoß sich natürlich auch über den Motor. Damit fing alles an. Ich habe einen neuen tank geordert bei AKF, da kam der erste auch her, und habe das dann umgebaut. Sie lief wieder, aber verlor immer leistung kurz vor erreichen des Größten Drehmoments, also im 3. Gang ab ca. 45 km/h Sie knickte ein, so als wenn man die Zündung ausgemacht hatte.
    Zack 0 Leistung, selbst das typische Knattern war weg. Sie kam dann sofort wieder wenn ich das Gas zurücknahm, dann setzte das Knattern wieder so ein, als wenn jemand die Zündung einschaltete. Ich wechselte daraufhin Kondensator und Kontakte, und nun will sie garnicht mehr.

  • Wenn Dein Zündfunke da ist, schön blau ist und ordentlich patscht,
    würde ich in der Richtung nicht weiter suchen. ZZP stimmt ja wohl auch!?



    Hat das Schalldämpfergehäuse einen Anschlag? Neue (Nachbauten) haben den nicht immer.
    Der Dämpfereinsatz kann dann im Gehäuse nach hinten rutschen und den Auslass blockieren.

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