KR51/2 zuverlässig betreibbar?

  • Kurz zu mir: Ich bin als Jugendlicher (16-19 Jahre) hauptsächlich mit einer S51 rumgefahren und hatte zwei Jahre noch einen SR4-4 Habicht. Ich war mit beiden über die meiste Zeit sehr zufrieden. Ich musste zwar viel Schrauben, hab aber auch viel gelernt und alles blieb im Rahmen. Vor 2 Jahren ist mir eine Schwalbe "zugelaufen" (gibt einen Thread dazu), sie war durch langes Stehen arg mitgenommen und ich habe ca. 80% der Teile erneuert. Man kann also von einer Restauration sprechen.
    Viele Teile habe ich bei Ostoase bestellt und meist sehr bald noch einmal kaufen dürfen, da diese nach wenigen Fahrten kaputt waren. Das war also mein Fehler, später habe ich dann nur noch bei AKF und Dumcke (selten) gekauft, da diese zu meinen "S51-Zeiten" imme recht ordentliche Qualität hatten. Wenn wählbar, hab ich immer die höchste Qualitätsstufe gewählt.
    So allein von den letzten (neu gekauften!) Teilen sind nach etwa anderthalb Jahren folgende Teile ausgefallen und mussten erneuert werden:
    Lenkergriffe
    Spiegel (der viereckige ist plötzlich beim Einstellen zerbröselt)
    O-Ring vom Bing <- den kann man wirklich nur 1x verwenden, eine Frechheit
    Bremszug
    Tachowelle
    Gepäckband
    Batteriespannband
    Lichtschalter <- erst verklemmt, dann gebrochen
    Gasbetätigung <- schwergängig, dann alles nochmals erneuert, immernoch schwergängig
    Chokezug
    Diverse Glühbirnen
    Hupe (3x) <- fangen nach 2 Wochen an zu Krächzen und geben dann auf, hatte ich beim Habicht auch
    Sitzbank <- neu schon durchgesessen
    Blinker sind immer feucht <- Dichtung mangelhaft
    Nadellager (SKF Kunststoffkäfig) im Pleuelauge zu stramm
    Lichtspule
    Zünschlossabdeckung <- kurz nach dem Kauf war der Schutzschieber schon wieder lose
    Tachobirne <- passt nicht ordentlich in den Sockel und ist nur ab und zu an (hat nichts mit dem Bremslicht zu tun)
    Radlager <- neu montiert, nach anziehen der Achse dreht sich das Rad schwerer als zuvor
    Blinkerrelais


    So das sind nur die Sachen dir mir jetzt spontan eingefallen sind. Dazu kamen noch Sachen wie Kettenwechsel und Motorüberholung, da ist aber seitdem Ruhe.
    Kommen wir zu meiner Frage: Kann man bei dieser katastrophalen Ersatzteilqualität überhauptnoch eine KR51/2 produktiv einsetzen?
    Ich hab im Winter mein Motorrad abgemeldet und dann nur die Schwalbe zu fahren, muss aber bei ihr ungefähr zwischen jedem Tanken einmal etwas reparieren. Dazu kommt, dass ich dann nur draußen vorm Haus schrauben kann.
    Vorallem bin ich davon ausgegangen, dass nach der Großüberholung mit Neuteilen die nächsten Jahre nichts größeres anstehen würde, aber diese Neuteile fallen ja nach 1-2 Jahren größtenteils aus.
    Ich überlege jetzt die Schwalbe im Frühjahr zu verkaufen, da ich einfach keine Ende der Reperaturen sehe. Ich kann ja machen was ich will, denn es liegen keine Montagefehler oder Fehlbehandlungen vor. Die gelieferten Teile geben von sich aus den Geist auf. Außerdem weiß man oft nicht direkt warum z.B. die Blinker mal wieder nicht gehen und kann sich erstmal auf die Fehlersuche machen.
    Wie handhabt ihr das? Habt ihr einen Shop der ordentliche Qualität liefert oder muss man mit dem von mir beschriebenen Angebot leben?

  • Die Teile kommen doch fast alle vom gleichen Hersteller.
    Am besten alte Teile wenn möglich aufarbeiten oder auf Teilemärkten suchen nach was brauchbaren.



    Zum Radlager, das wird mit Sicherheit an der Distanzhülse liegen und nicht am Radlager.



    Gruß
    Frank



    Unser Problem ist einfach das die Dinger einfach zu alt sind.

  • Unser Problem ist einfach das die Dinger einfach zu alt sind.


    Einspruch Euer Ehren!


    Akzeptieren würde ich bei derzeitigem Kenntnisstand eine Kritik der besch... Qualität von Nachbauteilen.


    Wie haben hier zwei über 60 Jahre alte DKW-Motorräder im Einsatz, die wenig Anlass zum Schrauben bieten. Vielleicht liegt das daran, dass sie einmal richtig i.O. gebracht wurden und seit ~ 10 Jahren technisch gepflegt und nicht überstrapaziert werden, wie auch meine fast 30 Jahre alte MotoZoni.


    Peter

  • Ich fahre seit 10 Jahren meine SR.Ein Bekannter hatte eine S51.Da Haben wir auch den Motor zu zweit regeneriert. Kupplung ,alle wellen,lager usw. Aber alte Kurbelwelle und Zylinder/Kolben weiter verwendet. Er ist danach noch problemlos 5000 km gefahren.Und hat sie nur verkauft,da er inzwischen den A und eine 500er Suzuki hatte.
    https://www.mopedersatzteil.de/ und https://www.zweirad-schubert.de/de/licht-und-ladespulen
    versuche es da mal. und immer bedenken,daß es inzwischen schon recht gut gemachte Fälschungen von "orginal" BVF Vergasern, AKF Kugelllagern usw gibt.Das Problem von nachgemachten Scheibenbremsen/Boschteilen usw. ist auch vielen Händlern ihr Problem!!! Oft kauft selbst der Händler nach bestem Wissen und Gewissen ein und hat dann Schrott im Lager.
    Andreas der lieber alte Teile aufzuarbeiten versucht!

  • Meinte natürlich Fälschungen von SKF Lagern in Orginal aussehenden Verpackungen ,welche irgendwo als 4 .Qualität gefertigt werden. ---
    Und Gummiteile sind MArkenübergreifend in miserablen Zustand.Benutze zum Teil alte Fahrradschläcuhe um Gummiteile zu ersetzen.
    Grund soll sein: Inzwischen sind einige Stoffe aus Umweltschutzgründen in der Produktionalso beim Herrstellungsprozeß verboten.So zerbröselt das zeug innerhalbk kurzer Zeit unter UV Beschuß.Die saubere saure Luft tut ihr übriges.
    Andreas

  • Moin SimsonMarv,


    die von dir beschriebenen Probleme mit der Qualität der Ersatzteile betrifft nicht nur Simson. Ich bin hauptsächlich in der Luftgekühlten VW Szene unterwegs und restauriere alte Bullis. Dort haben wir die gleichen Probleme mit der Qualität vieler Ersatzteile und dort ist es bereits Tenor möglichst alte Teile zu verwenden wenn es nur irgendwie geht (auch und vorallem Gummiteile).
    Ein sehr beliebtes Beispiel sind Gelenkwellenmanschetten. Diese sitzten an den Gleichlaufgelenken zwischen den Rädern und dem Getriebe. Früher hielten diese Manschetten viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Alle heute zu beziehenden Manschetten sind nach etwa einem Jahr total rissig und nach zwei gerissen. Egal welcher Hersteller. Diese Manschetten sitzen am Unterboden, bekommen also nur wenig UV-Licht ab, es liegt also entweder an einer generell schlechten Qualität der Gummiteile oder sie vertragen das Fett nicht mehr, was sie zurückhalten sollen.


    Wichtig ist aber, dass ihr dem Händler ein Feedback gibt. Muss nicht unbedingt sofort böse sein, aber der Händler muss wissen, dass er euch Schrott verkauft. Wenn er nie eine Rückmeldung bekommt, ändert sich auch an dessen Einkaufsverhalten nichts. Er wird also nie gezwungen nach einer besseren (vieleicht teureren) Quelle oder Hersteller zu suchen.
    Ansonsten gilt halt, alte Teile weiter verwenden und aufarbeiten wo es nur geht.


    Ich z.B. habe meine Schwalbe seit etwa 10 Jahren und fahre sie seit einigen Jahren fast täglich (auch jetzt im Winter) um damit zur Arbeit zu kommen. Muss sagen, dass die Schwalbe sehr sehr zuverlässig ist. Dabei tausche ich wirklich nur das allernötigste und fahre damit bisher sehr gut.
    Klar ist es nicht schön, wenn alte Chromteile etwas rostig und verbeult/zerkratzt sind, aber wenn ich weiß das eine neue Auspuffanlage nach einem Jahr Alltagsbetrieb genauso, wenn nicht sogar schlimmer aussieht, stört mich die ranzige Optik überhaupt nicht.
    Und mir ist ein zwar ranziges aber zuverlässig fahrendes Mopden deutlich lieber als eine top restaurierte Statue in der Garage.


    Grüße,
    Stephan

  • Und Chromteile pflege ich speziell im Winter mit technischer Vaseline.Auch bei China Dax nAchbauten hält der Auspuffchrom so seit 10 Jahren.Im Frühjahr einfach mit warmen Wasser abwaschen!Hatte sich schon in den 80er Jahren an VW Käfer Cabrio Stoßstangen und MAlaguti Chrom bewährt.
    Andreas

  • Moin Marv


    Ich habe selbst seit einigen Jahren zwei /2 Schwalben. Die zuerst gekaufte war fahrtüchtig und brauchte nur etwas Pflege an der Elektrik.
    Die bin ich dann 3 Jahre jeden Tag Sommer wie Winter gefahren und musste nur einmal den Unterbrecher nachstellen. Nach den 3 Wintern war sie nicht mehr so hübsch (die braune Pest) und ich hab sie komplett überholt. Dabei habe ich auf die Verwendung von Neuteilen, abgesehen von einem neuen Kettenkasten, verzichtet. Ich hab wirklich alle Teile, angefangen bei Rahmen und Blechteilen bis hin zu den Schaltern, demontiert + gereinigt und entsprechend konserviert.


    Die zweite war von vornherein verbastelt und musste erstmal verkehrstüchtig gemacht werden. Auch da habe ich, außer nem neuen Auspuff und einer Vape-Zündung, nur die vorhandenen Teile aufgearbeitet.


    Beide Mopeds laufen auf den zweiten Kick und bringen mich auch über längere Strecken zuverlässig ans Ziel. Das gelegentlich ein Leuchtmittel zu ersetzen ist, lassen wir hier mal außer Acht.


    Du hast sicher schon bemerkt, in welche Richtung mein Beitrag geht...


    Der Hype nach Simson-Mopeds hat vor etwa 10 Jahren einen großen Markt eröffnet und der wollte bedient werden. Da die Qualität den meisten, überwiegend jungen, Kunden egal war, wurde der Mist halt billig hergestellt und verschüttelt - den Jungens ging es nur um's schnelle Fahren.
    Jetzt, 10 Jahre später, wird die Qualität allgemein wieder etwas besser.


    Noch ein persönlicher Eindruck:
    ich habe mit AKF, Dumcke und meinem
    örtlichen MZA-Vertreter durchweg gute Erfahrungen gemacht.



    LG Kai d:)

  • Hi Leute, danke für die zahlreichen Antworten.
    Leider scheint es euch genauso wie mir zu gehen, wenn keine Originalteile aufzutreiben sind wird man wohl mit den Nachbauten leben müssen. An meinem Habicht war in der Tat noch das allermeiste original, deshalb hat der wohl trotz seines Alters so wenig Probleme gemacht.
    Wahrscheinlich fällt es mir auch stärker auf, da die Schwalbe ja doch recht verschachtelt ist und vieles, im Gegensatz zu der extrem reparaturfreundlichen S51, relativ schlecht erreichbar ist. Man denke z.B. mal an den Vorderradbremszug. Der Vogel ist angezählt, sollten sich die Probleme diesen Winter wieder häufen werd ich mich nach was anderem umsehen. Die 150er MZ's sehen ganz gut aus, aber die Teilequalität ist wohl die selbe -.- Im übrigen hab ich mit der Schwalbe und der S51 Probleme mit der Schaltung. Bei der S51 ist die Umlenkung, an der auch die Einstellmutter befestigt ist, mehrfach gebrochen und ich bin es inzwischen leid das Teil zu tauschen. Schalten kann man auch so, ist halt unpräzise und man muss nach dem Gangwechsel noch warten bis der Gang auch einrastet. Bei der Schwalbe macht das Teil keine Probleme, dennoch springen ab und zu die Gänge raus, obwohl ich die Schaltung penibelst eingestellt und nachgestellt habe.

  • Hi,


    bei den Kickstartergummis ist mir aufgefallen, dass es Nachbauten aus Kunststoff und welche aus Gummi gibt.


    Erstere halten gut, letztere sind nach einem Monat hin.
    Herrausgefunden habe ich das als ich beide angekokelt habe, Gummi riecht verschmort charakteristisch genau wie Kunststoffe eben ihren eigenen Duft haben, bes. PVC.


    Ich! denke, bei heutigen "Gummi" wird einfach gespart.
    "Gummi" ist ja ein Gemisch aus dem Bindemittel also Natur od. synthese Gummi und Füllstoffen also z.Bsp. Glaspulver und v.a. jedes Jahr künstlich millionenfach erzeugte Tonnen an Ruß.


    Wenig teure Bindemittel hält viel billige Füllstoffe nicht zusammen, das Ergebnis sind unsere zerkrümelnden Gepäckträgerbänder (hab ein originales welches seit Jahrzehnten dem Sonnenlicht ausgesetzt ist dran!) Kickergummis etc.!


    Das UV bei der Färbung der Produkte und der kurzen Zeit bis zu deren Zerfall DIE Rolle spielt glaube ich nicht!


    Zum Thema Chrom hab ich auch Fragen/Gedanken....so hat man ja zum Bsp. auf den Schwalbe Blinkschalterkappen auch Rostpickel obwohl selbige aus Messing-verchromt sind, der Grund ist wohl eine Schicht Nickel-Eisen UNTER dem Chrom.


    Jedenfalls stellt die, genau wie zum Bsp. Nickel od. Kupfer unter dem Chrom, der allein ja keine rostschützenden Eigenschaften hat (der Grund sind Mikrorisse), den eigentlichen Rostschutz dar.


    Die Fabrikanten sparen sich das durch die Bank durch.


    Nun frage ich mich, ob es finanzierbar wäre die "technisch" verchromten Auspüffe (mein nächster an der /1 wird emailliert!), Gepäckträger, etc. etc. aus dem Neukauf einer Behandlung beim Galvaniseur zu unterziehen.


    Ich meine so ein Auspuff WÜRDE ja 20 Jahre halten, da rostet ja von Haus aus nix WENN es ordentlich verchromt wäre.



    Hat das jemand schonmal gemacht?


    Muss dazu die erste Chromschicht wieder runter oder kann die drauf bleiben, kann auf sie Ni/Cu aufgetragen werden welches dann anschl. wieder verchromt wird od. kann man sich das schenken und -so man denn Wert darauf legt- jährlich neue Auspüffe kaufen?!


    Grüße, Frank!

  • Nun frage ich mich, ob es finanzierbar wäre die "technisch" verchromten Auspüffe (mein nächster an der /1 wird emailliert!), Gepäckträger, etc. etc. aus dem Neukauf einer Behandlung beim Galvaniseur zu unterziehen.



    Oldtimerdienst-Engish bietet Nachbauauspuffe an, welche in Deutschland neu verchromt wurden.
    Kosten allerdings auch fast 100€.

  • Hallo,


    ist man ja schon fast im Bereich von Edelstahltröten...zumindest bei den Auspüffen kann man sich ja mit den schwarzen behelfen, die gibt es auch noch im original, wem das optisch zusagt!


    Vor einer Weile gab es bei Johnson noch original Gepäckträgerbänder für die /1 und /2 für 18,- aber als ich mich dann durchgerungen hatte waren sie alle!


    Grüße, Frank (p.s. nochmal: beides wirklich leidige Themen!)

  • Das gleiche Problem haben aber auch alle Automarken/Motorräder.(Oldtimer und zum Teil junge Gebrauchte) kaputte Kondensatoren nach wenigen Monaten,sich auflösende Gummiteile,mangelnde verchromung,KOntaktproblem wegen mangelhafter verlötung usw,usw.

  • Ich habe meine KR51/2 N seit Frühjahr 2014. Ich musste einiges investieren (Stoßdämpfer, Kettenschläuche, Batterie, An-/Abtriebsritzel inkl. Kette, Zündspule, Zündkerze, Kondensator, Unterbrecher, Rücklichtgehäuse, Tank (innen versiegelt), diverse Gummiteile, Sitzbank, Vergaser (der Alte tat zwar, siffte aber immer etwas), Tachowelle (hält schon über 8000 km!), Getriebeöl, diverse Dichtungen, Bremsbeläge vorne und hinten, Reifen und Schläuche, und noch andere Kleinteile). Aber, seitdem alles mal erneuert und richtig eingestellt war, läuft sie seit ca. 8500 km ohne Liegenbleiber. Das einzige Problem hatte ich letztens gehabt: Das Bremslicht leuchtete nur sehr schwach. Einfach nur hinten den Bremskontakt wieder blank geschliffen und alles war wieder i. O.. Wenn das Wetter nicht so nass und/oder kalt wäre, würde ich damit auch noch häufiger fahren, obwohl ich einen Mini Cooper S und eine 600er Yamaha in der Garage habe, mit denen ich auch zur Arbeit fahren kann. Aber sobald die Straßen nass sind oder noch irgendwo Salz liegt, wird die Schwalbe nicht bewegt. Kein Bock auf Rost.
    Ich würde die Schwalbe als äußerst zuverlässig bezeichnen. Und, man kann alles selber machen. Bei den China-Rollern kannste bei Problemen das Ding gleich entsorgen.



  • Richtig, das kann ich voll und ganz unterschreiben.

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