KR51/2 zuverlässig betreibbar?

  • Ok ich sehe schon, da muss man einfach durch. Bei meiner S51 hatte mir die schlechte Materialqualität weniger was ausgemacht, da ich sie in der Garage parken konnte. Da haben dann die Gummi- und Chromteile etwas länger gehalten. Außerdem konnte ich bequem auch im Winter in der Garage schrauben. Ich schau mal wie sich das mit der Schwalbe weiter entwickelt und werde dann mal weiterschauen.
    Danke für die zahlreichen Beiträge!

  • Ich möchte gerne noch etwas ergänzen. Meine Schwalbe habe ich seit etwas mehr als 20 Jahren. Für gut 15 Jahre dieser Zeit hatte ich 1-2 Honda Dax.


    Die Schwalbe habe ich in der Zeit meist nur 2-3 Mal im Jahr aus dem schuppen geholt. Die beiden Daxen habe ich in den letzten 2 Jahren verkauft. So ein Viertakter klingt geil, aber du hast ewig zu schrauben, da sie unzuverlässig sind; friesert hält das Ganze noch weniger.
    Dazu wurde ich desöfteren von empfohlenen Szenehändlern über den Tisch gezogen (von Halbwahrheiten über die Originalität und leeren Versprechungen bis glatten Lügen). Die Gesamtsumme an Ersatzteilen habe ich mich nie getraut auszurechnen. Ich fürchte um die 6k versenkt zu haben.


    Was ich sagen will: Andere alte Karren sind erheblich teurer im Unterhalt und weniger zuverlässig, der Support teils ätzend. Deswegen bin ich wieder zurück auf die Simme umgestiegen. Und je länger ich mich mit der Simme beschäftige, desto mehr merke ich, dass die zwar für ihre Zeit teils altertümlich Technik zumeist sehr ausgereift ist. Der Motor der /2 zum Beispiel: fast unkaputtbar. Oder EWR und Elba: In den Schaltungen und Layouts habe kluge Ingenieure gearbeitet! Das hatten Westmopeds in Anfang der 80er nicht zu bieten.

    Zu der Ersatzteilqualität:
    Ich habe mich auch ab und an schon darüber geärgert, aber bei den Preisen war deswegen kein Tag versaut. Inzwischen hat es sich teilweise verbessert. Auch ich bin dazu übergegangen Altteile vermehrt aufzuarbeiten. Über den Chrom der Nachbauauspuffe wurde ja schon berichtet. Im Moment habe ich etwas Ehrgeiz wieder möglichst originale Schrauben zu verbauen, da neue Schrauben andere Kopfdesigns haben. Lieber etwas Rost als ewig glänzender Edelstahl. Und so habe ich immer etwas am Moped zu tun. Nichts weltbewegendes, eher optische Dinge.

  • Alte Schrauben kommen in einen Kunststoffbecher worin eine Mischung aus Essigreiniger und Wasser drin ist.Dann etwa einen Tag darin lassen.Danach schön mit Wasser spülen .Trocknen lassen.Und danach einen in einem öligen Lappen legen.Danach sind sie rostfrei und fast wieder wie neu.(ok mit Zahnbürste etwas sauber gemacht,beim spülen) Seit dem sind sie bei mir wieder verbaut.auch schon ein Jahr her!(Fußbleche SR50 und Beinschild)Andreas

  • Ich bin mir nicht sicher, ob das mittelfristig nicht kontraproduktiv ist. Denn Essig entfernt den Rest der Verzinkung. Sobald das Öl weg ist, dürften die Schrauben dann noch besser rosten. Phosphorsäure könnte zumindest im Punkto Korrosionsschutz besser sein, da sich eine korrosionsbeständige Phosphatschicht ausbildet. Die sieht allerdings matt aus.


    Btw, wenn man versucht alles wieder in einen perfekten Glanzzustand zu versetzen, bekommt man ein Ausstellungsstück aber kein Alltagsfahrzeug. Genau damit bin ich mit meiner ersten Dax reingefallen. Denn nun ärgerst du dich über jede Macke, jeden Rostpickel und die kleinste Fehlfunktion (Abdeckung des Schlüsselloches des Zündschlosses dreht sich z.B.). Wo man mit der alten Karre bei Wind und Wetter durch Feld und Flur geheizt ist, wagt man sich mit dem restaurierten Stück nur noch bei Kaiserwetter auf saubere Teerstraßen. Der unbedarfte Spaß bleibt dabei auf der Strecke. So wie ich den Bericht des TS gelesen habe, ist genau das ein Teil der Enttäuschung des Threadstarters.


    Ich glaube, dass es am meisten Besitzerfreude bereitet, ein Fahrzeug in einen soliden Funktionszustand zu versetzen, kleine Mängel aber belässt und auf Glanz verzichtet, also Patina erhält. Letzteres ist ja auch z.Z. "in".

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