gelöst: KR51/1 geht nach längerer Vollgasfahrt beim Anhalten aus

  • Hallo Schwalbenpiloten!



    ich habe mir nach zwei Jahrzehnten bitterer Abstinenz wieder eine originale gut erhaltene patinierte Schwalbe KR51/1 in Atlantikblau zugelegt. Der Vogel ins Bj ´76... also ein Jahr älter als ich :-).



    Was ich bereits gemacht habe:
    - neuen original RFT Kondensator
    - neuen original 1139 Unterbrecher
    - neuer Vergaser BVF 16N3-11
    - Zündung/Abriss mit Messuhr eingestellt
    - Tank entrostet und Benzinhahn gereinigt



    Soooodele.. nun zum Problem:



    Die Schwalbe läuft im wechselnden Lastbetrieb (z.B. Stadt) gut. Leerlauf ist angenehm gleichmäßig und auch die Gasannahme aus dem Leerlauf heraus ist soweit schön. Kein Stottern oder Verschlucken. Ca. 60 km/h werden erreicht, Durchzug i.o., Vergaser in Grundeinstellung. Mit Startervergaser springt sie nach dem 3. Kick an, dreht aber beim Fahren erst sauber hoch, wenn ich den SV wieder zu mache (nach ca. 500m), das könnte normal sein, denke ich. 260er Beru Kerze mit 0,4mm ist ideal rehbraun.



    Aber jetzt kommt es: fahre ich eine längere Strecke Vollgas (Überland 2-5km), geht die Höllenmaschine beim Gaswegnehmen, z.B. Ortseingang, einfach aus. Ich kann ihr dann durch schnelles Starterziehen noch ein paar Huster entlocken, aber meist ist nichts mehr zu retten. AUS-------- Ankicken funktioniert dann eher nicht. Mit Anschieben geht es meist wieder relativ normal weiter. Gebe ich dauerhaft Vollgas, kann ich quasi unbegrenzt fahren.



    Habt Ihr eine Idee, woran das liegen könnte? *grübel*



    Ich danke Euch
    VG
    Stefan

  • Da kommen mir zu erst in den Sinn:
    - Vergasereinstellung (Spritzufuhr zu gering)
    - Oder Wärmeproblem (das spricht dafür, dass du danach nicht ankicken kannst..hast du bei dieser Gelegenheit mal Zündfunke überprüft?)
    - Welcher Motor ist verbaut?
    - Vergaser passt zum Motor? und ist auch richtig verbaut? -> manche Motoren haben am Vergaserflansch dicke isolierscheiben, da ansonsten das Benzin im Vergaser köchelt


    Deine Schilderungen mit dem Startvergaser passen gut, dieser bildet ja kurzzeitig ein fetteres Gemisch, damit sich dieses nicht an den kalten Wänden des Motors niederschlägt und dieser trotzdem startet.

  • Hi fraser,



    leider habe ich den Zündfunken in den Stresssituationen nicht kontrolliert *shameonme* . Werde ich mal machen.
    Motor: Standard M53 Gebläse 3Gang
    Vergaser laut Mopedfreunde OL passend für M53 ->16N3-11 Einstellung Standard (Kerbe und Schrauben eingestellt, Schwimmer im Auslieferungszustand)
    Eine Isolierscheibe am Vergaserflansch ist vorhanden, ist ca. 1-2mm dick in rot. Ist das ausreichend?



    Danke
    Stef

  • Moinsen, der M53 ist etwas zickig, fahre selber einen.
    Als erstes versuche mal beim nächsten absterben mal einfach ne andere funktionierende Zündkerze.
    Dann aus eigener Erfahrung das Entlüftungslöchlein am Tankdeckel mit einem Kompressor durchblasen.

  • Hi,



    das Löchlein habe ich geprüft, kann durchpusten :-)



    Danke für die Tips: Zündkerze und Vergaser muss ich mir dann wohl noch mal vornehmen. Kondensator ist wie gesagt neu und original DDR... könnte ich aber auch noch mal wechslen.. habe noch einen neuen RFT.



    thanks


    VG

  • Zur Isolierscheibe: Nein, das passt so nicht. An den M53/1 gehört (ab Zylinder) in der Reihenfolge: Papierscheibe, Zwischenflansch, Papier, dicke schwarze Plast-Isolierscheibe, Papier, Vergaser.


    Wenn sie mit eilig geöffnetem Startvergaser dann aber doch noch zuckt, dann liegt's eher nicht an der Zündung. Ich vermute mangelnde Spritzufuhr, so dass die Vergaserwanne bei Vollgas allmählich leerläuft. Die Hauptdüse beeinträchtigst du damit beim 16N3 kaum, das Standgassystem aber durchaus.

  • Ich hatte genau das selbe Fehlerbild am Wochenende auch mit meiner neu aufgebauten Kr51/1 M53.
    Nach 8km Volllast, am Ortschild vom Gas und 200m später war der Ofen aus. Warten und Kicken mit Spielen am SV führten nach 5 Minuten wieder zum Erfolg. Weitere 5km im Halbgasbereich über Nebensträßchen ohne weitere Auffälligkeiten.
    Ich denke auch, dass es ein Temperaturproblem ist. Bei Vmax habe ich Gebläse und Fahrtwindkühlung satt.
    Plötzlich! langsamer fehlt dem richtig heißen Motor Fahrtwind und Gebläsedrehzahl. Ich denke, dass die Temperatur unterm Tunnel schnell ansteigt und es zu Dampfblasenbildung im Vergaser kommen kann. Ich überprüfe auch nochmal die Isolierung am Zwischenflansch und fahr die selbe Tour nochmal ohne Tunnelverkleidung. Mal sehen, was passiert.
    Gruß einstweilen.
    Martin

  • Schwarzer_Peter: bestellt! Top.Danke! Was hälst du von dem Tipp bei Dumcke, die Papierdichtungen mit Öl zu benetzen?



    Daniel: könnte sein, aber die Kerze sieht nach jeder Fahrt schön rehbraun aus und der 16N3 läuft allgemein recht mager. Die Umluftschraube ist ungefähr 3 Umdrehungen herausgeschraubt. Die LGS ungefähr 2 Umdrehungen. Schau ich mir aber auch noch mal an. thx



    VG
    Stef

  • Nein, der M53 braucht es überhaupt nicht "etwas fetter" - auch dem tut ein sauberes Gemisch sehr gut. Ich fahre nun schon bald 40000 km mit dem 16N3-11 und gutem Zweitaktöl. Läuft gut, verbraucht wenig, Brennraum und Auspuff setzen sich nicht zu. Sogar die Zündkerze ist immer noch dieselbe.


    Ja, man muss sich vom Dunkelbraun an der Kerze als Idealbild verabschieden. Kein Motor "braucht" ein überfettes Gemisch als Dauerzustand. Speziell bei Simson ist das wirklich nur Symptom einer etwas zu primitiven Vergaserkonstruktion - und gerade das hat man beim Schritt von 16N1 zu 16N3 dann endlich behoben, um die ersten aufkeimenden Abgasvorschriften der späten 1980er Jahre noch zu schaffen. An den Motoren hat man dabei genau gar nichts geändert.


    Die Stellschrauben am Vergaser sind ohnehin nur fürs Standgas, an der Volllastsituation änderst du mit denen gar nichts - außer du drehst sie so weit raus, dass die Gewinde schon Nebenluft ziehen.


    Die Papierdichtungen montiere ich trocken, so können sie sich dann von innen her mit Öl und Sprit etwas vollsaugen und zur perfekten Dichtheit aufquellen. Wenn man sie vorher schon ölt, ist der Effekt verloren.

  • Bei mir und einen Kumpel ist es auch so: Wenn ich kurz vor Resserve bin, ist nach ein paar Kilometern vollgas der Vergaser auch leer - Oder wenn ich dann bergrauf fahre. Wenn ich an der Ampel stehe oder drauf zu Rolle, ziehe ich den Hebel für den Startvergaser und lasse ihn 10-20 Sekunden gezogen, dann geht sie nicht aus und der Vergaser läuft derweil wieder voll. Es müsste also an der Spritzufuhr liegen. Der Schwimmer ist bei mir richtig eingestellt, nur das Loch im Tankdeckel muss ich mir mal ansehen. Da ich das Problem bei einigen Kr51/1 bemerkt habe, denke ich das ist normal. Man fährt ja eigentlich nicht permanent mit Vollgas.


    Gruß, Draco

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