Bremstrommel ausdrehen

  • Hallo,


    leider eiert mein Vorderrad beim Bremsen und die Bremsbacke schleift nur an einem Punkt. Sprich meine Bremstrommel ist nicht ganz rund.


    Die Frage ist, kann man die Bremstrommel wieder rund drehen? Originalinnendurchmesser ist 125mm, funktioniert die Bremse auch noch zuverlässig mit 126mm? Kann man das mit Unterlegblättchen auf dem Bremsnocken wieder ausgleichen? Über Erfahrungen und Tips über das Bremstrommelausdrehen wäre ich dankbar.


    Alternativ wäre ich auch an einer runden Felge/Nabe zum Kaufen interessiert, falls jemand eine abzugeben hat. Eine neue Felge möchte ich mir nicht kaufen, weil ich von der Qualität nicht begeistert bin. Eine originale wäre mir lieber.
    Falls jemand daher eine abzugeben hat, würde ich noch 10€ obendrauf legen, wenn du sie vorher kurz einbaust und Bremstrommel und Felge auf Rundlauf prüfst :)
    (Ich habe mir bereits eine gebrauchte auf Ebay gekauft, aber die war nochmal eiriger, weshalb ich das nicht noch einmal mache)

  • Ich würde mir die Frage stellen,wie denn diese Ovalität in die Bremstrommel kommt?
    Da sollte was mit der mittigen achsaufnahme nicht mehr ganz ok sein.
    Denn diese Ovalität muß ja irgnedwie enstehen.Ab Werk war sie bestimmt nicht.
    Andreas

  • Moin Theodor


    Eine häufige Ursache für das Eiern von Bremstrommeln ist,
    daß beim Einbau das Zentrieren vergessen wurde.
    Du hast das aber doch sicher gemacht!? ;)


    Auch falsch gespannte Speichen oder ein schlecht sitzendes Radlager
    können eine Nabe zum eiern bringen...


    Ansonsten ist Ausdrehen sicher eine Lösung.
    Verschleißgrenzen hab ich jetzt nicht im Kopf - aber die stehen im Buch.



    LG Kai d:)

  • Hi Andi,


    kannst du mir das mit der mittigen Achsaufnahme erklären? In die Richtung habe ich noch gar nicht gedacht.
    Ich habe das Vorderrad auf einen außenliegenden Bremshebel umgebaut. Daran liegts aber nicht, oder?


    (Meine KR 51/1 is Baujahr 68, dachte das ist einfach durch die Zeit entstanden. Ich glaube das Rad war letzte Saison hinten verbaut und dort merkt man diese Unrundheit glaube ich nicht so stark)


    Kai: zentriert habe ich, obwohl das doch eher aus dem Reich der Mythen ist. Zu den Speichen: Falls es an den Speichen liegen sollte, kann man durch richtiges Einspeichen die Bremstrommel wieder rund bekommen, oder ist die dann hinüber?
    Wie überprüft man denn den Sitz des Radlagers?


    Vielen Dank für eure Hilfe

  • "Zentrieren" bringt immer genau dann etwas, wenn der Achsbolzen krumm ist oder die Lager auf der Achse Spiel haben. In letzterem Fall hat sich die Zentrierung am nächsten Schlagloch dann sowieso wieder erledigt.



    Eiern tut's auch gerne, weil in der Bremstrommel eine rostige Stelle ist. Das passiert nach feuchter Standzeit relativ schnell durch Kondenswasser, das sich naturgemäß unten sammelt.

  • Nur wenn die Achse nicht genau mittig sitz(Verschleiß,Materialfehler) kann sich der weiche Bremsbelag eventuell an einer durch Korrision geschwächten Stelle des harten Bremsringes einarbeiten,so daß dort eine Ovalität entstehen kann.---Ist aber nur so ein Gedanke von mir.
    Denn die Nabe und der Bremslaufring(inner auf der Nabe) aus Guss ist stabiler und härter als der weiche Bremsbelag.
    Andreas

  • Gerade bei Speichenräder kann man sich schon Mal eine bessere Nabe besorgen. Hier spielt aber auch die Gleichmäßige Speichenspannung eine große Rolle. Was beim Roller eher unwahrscheinlich ist. Wenn es dort Eiert, ist die Radscheibe in den meisten Fällen hinüber.

  • Da die Bremse nur einmal pro Rundlauf schleift, vermute ich, dass die Nabe unrund ist. Korrosion konnte ich keine erkennen.
    Eine Frage: ich habe noch 2 Naben zu Hause. Wo kann ich die Nabe denn einspeichen lassen. Machen das zufällig Fahrradwerkstätten? Ich selbst habe davon keine Ahnung und würde es mir daher nicht selber zutrauen.

  • Nochmal ne Frage zum Ausdrehen: Macht es überhaupt Sinn die Nabe auszudrehen? Ist dort nicht ein spezieller Belag an der Oberfläche der Nabe, welchen man dann quasi abdreht, bzw gehärtet?

  • Das Problem hatte ich bei meiner Schwalbe auch. Die Hinterradbremse ruckelte und im Bremshebel war ein deutliches Pulsieren zu spüren. Die Trommel war 0,2 mm unrund. Die Ursache weiß ich nicht. Fehler beim einspeichen schließe ich mal aus, die Speichen waren die originalen und anscheinend noch nicht angefasst worden. Korrosion glaube ich auch nicht, alle Bremsenteile waren rostfrei.
    Ich habe die Nabe auf 125,6 mm ausgedreht.



    Die Oberfläche habe ich so rauh gelassen wie auf dem Bild.



    Die alten Bremsbeläge habe ich weiterverwendet und 0,75 mm Unterlagbleche montiert.
    Die Bremse bremst gleichmäßig und die Bremswirkung ist gut. Während der ersten paarhundert Kilometer habe ich das Rad öfters demontiert und die Bremse gereinigt. Am Anfang war eine Menge Abrieb drin. Mittlerweile, nach ca. 5.000 Km, ist die Oberfläche der Trommel ziemlich glatt und der Abrieb deutlich geringer. Die Bremsbeläge haben dieses einfahren ganz gut überstanden, es sind immer noch 3-3,5 mm Belagstärke übrig.
    Tschüß, Thomas

  • Hey Thomas,
    Dabke für die ausführliche Antwort. Coole Sache, dann mache ich das auch so. Ausdrehen ist für mich mut Abstand die einfachste Lösung und gut zu wissen, dass das Ergebnis gut fahrbar ist.

  • Ich habe irgendwo mal aufgeschnappt, dass eine Trommel durch eine schief eingebaute Bremse verursacht werden kann.
    Möchte das ausschließen, bevuor ich Geld in die Reperatur stecke.
    Ich habe nämlich die vordere Bremse auf einen außenliegenden Bremshebel umgebaut. Ist es möglich, dass sich die Trommel verzogen hat, weil evtl der Bremszug nicht ganz parallel am Bremshebel zieht? (Die Aufnahme für den Bowdenzug habe ich ja selbst gebohrt.)

  • Bremstrommeln können sich durch unterschiedlich fest angezogene Speichen verziehen. Die sicherste Methode wäre es , die Nabe auf eine Drehbank zu spannen und dann den Rundlauf an verschiedenen Stellen innen und aussen in der Trommel zu messen und ggf. gleich abzudrehen.
    Da darauf nicht jeder Zugriff hat, spann das 100% waagerecht liegende Rad mit der Achse in einen Schraubstock und konstruiere einen einfachen Fühler, um zumindest grobe Abweichungen mit dem Auge zu erkennen.



    Peter

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