Taschenhalterung Gepäckträger Schwalbe & Co

  • Hallo,


    ich wollte auch mal einen Beitrag zum Forum geben.
    Meine Schwalbe bewege ich relativ oft im Alltag und habe keine Garage, von daher benutze ich eine Abdeckplane und ein Kettenschloss. Da ich auch so meine Schwalbe gerne abschließe und eher selten Lust habe die Plane in den Keller oder gar in meine Wohnung zu schleppen, nehme ich die, ebenso wie das Schloss, immer mit. Dafür habe ich seit mehreren Jahren immer eine Ledertasche auf der Schwalbe montiert. Außerdem fliegen da immer noch ein bis zwei Dosen 2-Takt-Öl und sonstiges Zeug drin rum.
    Da Leder allerdings Feuchtigkeit nicht abkann und ich Blechkästen oder gar Plastikkästen nicht so schön finde, muss man diese Tasche bei längeren Standphasen demontieren. Die Montage der Tasche erfolgt über Schrauben und Schlauchschellen.


    Da ich allerdings stinkefaul bin, muss ich mir jedes Jahr etwa eine neue Tasche zulegen, da die alte wegschimmelt. Da das auch nervt habe ich mir eine überarbeite Befestigung ausgedacht. Sie besteht aus einer schraubenlos demontierbaren Tasche. Gesichert wird sie über ein einfaches verborgenes Vorhängeschloss, damit keiner mir die schöne Tasche klaut. Außerdem bastele ich grundsätzlich lieber als sinnlos Schrauben abzuschrauben und wieder anzuschrauben.


    So sieht das ganze fertig aus:
    Montierte Tasche

    demontierte Tasche (man kann die Stifte natürlich dann auch nach innen drehen)

    Halterung innen

    Halterung außen


    Man braucht für diese Befestigung:
    • Gewinde M14 (2* ca. 50 mm, kann von der Stange oder eine abgesägte Schraube sein. Nenne es mal M14-„Sachen“)
    • 4 M14 Muttern (möglichst flach)
    • 4 Karosseriescheiben für M14 Gewinde
    • 2 Schaftschrauben M8 (Länge Gesamt ca. 55mm oder größer. Schaftschrauben, damit genug Futter für die Bohrung vorhanden ist.)
    • 2 Gummischeiben, die auf M8 passen (Gibt es z.B. auch im Baumarkt als Dichtung)
    • evtl. etwas Blech, wenn man eine Verbindungsstrebe will.
    • eine Tasche/ Koffer/ alten Kanister/ was auch immer man auf den Gepäckträger packen will
    • zwei Rohrschellen (Rohrschelle 1/2“, schallgedämpft und MIT M8 Gewindeanschluss. Gibt es z.B. im Hornbach https://www.hornbach.de/shop/R…ueck/1397746/artikel.html
    • evtl. Ein Vorhängeschloss z.B. Burg-Wächter Vorhängeschloss, 2er-Set, 3,5 mm Bügelstärke, 4 Schlüssel, Duo 770 20 26 SB. Außerdem sollte der Bügel über mindestens 14 mm gerade verlaufen. Wichtig ist, dass der Bügel nicht zu dick ist, da wir den durch den 8er Schaft fädeln wollen.
    • evtl. einen/ zwei Federspint
    • Werkzeug: Wer eine ruhige Hand hat, könnte mit einer Bohrmaschine auskommen. Ich würde aber zu einer Standbohrmaschine raten. Ansonsten sind Säge, passende Schraubendreher und/ oder eine Rohrzange und ggf. ein Dremel hilfreich.
    • ggf. Schraubensicherung
    Die Materialkosten sollten bei etwa 15€ liegen, je nachdem was man zuhause noch rumfliegen hat.


    Den Aufbau habe ich mal bunt gezeichnet für eine Seite:


    Die Maße sind Beispiele.


    Aufbauanleitung:


    In die Rohrschelle wird die abgesägte Schaftschraube geschraubt (Schlaue Leute sägen nachher, dumme nehmen eine Rohrzange) und dabei mit Schraubensicherung befestigt.


    Die M14 Gewindestange/ Schraube wird auf die entsprechende Länge gekürzt, die kann man oben aus der Skizze abschätzen. Ich habe 50 mm gewählt. Nun bohrt man einmal durch die M14-„Sache“ zentral ein Loch, etwa 9 mm (Deswegen auch M14, bei M12 hat man dann quasi kein Material mehr über).


    Die gebohrten Gewindestangen werden, mit der Gummischeibe untergelegt, auf die abgesägten Schaftschrauben aufgezogen. Nun wird quer zur vorherigen Bohrung relativ weit oben (an Skizze abschätzen) eine Bohrung gebohrt. Die Richtung des Loches sollte parallel zu dem Gepäckträgerrohr liegen (Ich habe es natürlich um 90° gedreht gezeichnet…). Durch diese Bohrung muss nachher der Bügel des Schlosses bzw. der Spint, der Durchmesser sollte also etwas größer als der Bügeldurchmesser sein. Wenn die beiden Bohrungen durch die 4 Gewinde-„Sachen“ gebohrt wurden, kann man alles wieder auseinanderziehen und entgraten. Wenn man Langeweile hat, kann man die Querbohrungen der M14 noch etwas aufbohren.


    Die Ledertasche ist das einzige Teil was etwas leiden muss, hier müssen wir zwei Löcher einstanzen (Kann man auch Bohren und dann "Fräsen" mit der Bohrmaschine). Die Löcher sollten möglichst den Abstand (bei mir 157mm) der zur späteren Befestigung gewählten Löcher haben und im Idealfall auf einer Höhe liegen. Ich habe zur Verstärkung noch einen Blechstreifen mit identischen Bohrungsabstand angefertigt.


    Auf die beiden Gewindestangen wird zur geraderen Kante bündig je eine Mutter festgeschraubt, die kann man gut mit Schraubensicherung befestigen. Dann kommt darauf eine Scheibe, die Tasche, ggf. das Verstärkungsblech, noch eine Scheibe und dann die Mutter, die ebenfalls wieder durch Schraubensicherung befestigt wird. Die Tasche habe ich an den Löchern (vorher) gut eingefettet, damit sich dort kein Wasser ansammeln kann. Die Muttern jetzt gut anziehen, um das Leder zwischen den Scheiben einzuklemmen. Dabei sollten die Querbohrungen richtig positioniert werden, also sollte man durch die Taschenöffnung durchschauen können.
    Das ganze Konstrukt ist jetzt fertig, die Rohrschellen werden auf die Gepäckträgerrohre geklemmt. Der Vorteil ist, dass man die Tasche mit allem Anhang einfach wieder demontieren kann, z.B. wenn man die Tasche doch nicht abgenommen hat und sie schon wieder schimmelt.
    Gummischeiben drauf, Tasche einfädeln (wenn das nicht klappt hat man unsauber gearbeitet und muss die M14-Gewinde... neu positionieren), und Spint/Schloss einsetzen.


    Das Verstärkungsblech habe ich für eine bessere Steifigkeit der Tasche eingesetzt, prinzipiell müsste es aber auch ohne gehen.
    Wer ein Schweißgerät hat kann auch Schweißpunkte als Schraubensicherung benutzen, habe die mal in der Skizze eingefügt. Ich habe keins, ging die letzten Monate auch so.


    Vlt. Will es sich ja wer nachbauen. Ist denke ich eine gute Alltagslösung, wenn man kein Topcase will. Außerdem lässt sich ja alles zerstörungsfrei von der Schwalbe demontieren. Die einfache Ledertasche wird dadurch aber auch nicht abschließbar, also sollte man da nichts Wertvolles reinpacken. Ledertaschen gibt es bei z.B. eBay Kleinanzeigen in größerer Zahl für einen schmalen Taler.
    Ich glaube man kann auch die Schraubensicherung weglassen, allerdings besteht dann die Gefahr, dass sich die durchgebohrten Gewindestangen verdrehen und man das Schloss/ den Splint nicht mehr durchbekommt. Natürlich kann man es auch für andere fahrbaren Untersätze als die Schwalbe anpassen.


    Viele Grüße
    Paul

  • Meine gingen trotz Fett immer früher oder später in die Knie, gerade wenn sie echt mal Regen abbekamen. Von Innen geht da halt die Feuchtigkeit extrem schwer raus, vor allem wenn die Taschen Innen Stoff oder Zwischeneinlagen haben. Steht deine auch (abzüglich Winter) immer draußen kai? Wenn ja Respekt...
    Mit einer Standbohrmaschine ist das ganze übrigens in einer Stunde oder so gemacht, ich denke mal wenn man gerne bastelt ist das für keinen hier der Riesen Aufwand...
    Wenn man sich dadurch ein paar mal Nachfetten spart, holt man eventuell die Zeit ja wieder ein ;)

  • Steht deine auch (abzüglich Winter) immer draußen...?


    Nee, ich hab ne beheizte Garage im Erdgeschoß meines Hauses. :))
    Und am Arbeitsplatz steht die Gute im überdachten Fahrradständer.
    Das spielt aber keine Rolle, da ich meine Tasche nicht auf dem Fahrzeug lasse.



    Versteh mich bitte nicht falsch - ich respektiere deine Leistung; wie du meinen verschiedenen Threads entnehmen kannst, bastle auch sehr gerne. Und deshalb denke ich, das dein Konzept einfacher umzusetzen wäre.

  • Ach alles gut. Ich war nur verwundert :D. Mir fehlt noch der Flaschenzug in den 4. Stock... Bei mir ist es dann halt eine Lösung für gelegentlich Abnehmer. Z.B. Wenn es lange regnet oder die Schwalbe mal wieder nicht laufen will kann man die dann abmachen. Aber man kann die schwalbe mal in der Stadt stehen lassen, ohne dass die Tasche irgendwer mal schnell klaut.

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