Regenerierter M53 dreht schwer, läuft nicht, schaltet nicht.

  • Hallo,


    Ich hatte den Motor meiner Schwalbe zur Regenerierung.
    Der Motor war vorher ungeöffnet und noch aus dem Baujahr (79), hatte gut 13.500 km drauf. Die Schaltung war hakelig, die Kickerwelle krumm, die Wellendichtringe siffig, die Kupplung platt... Egal, darum ausgebaut und in eine "Fachwerkstatt" gebracht.


    Warum in "..."?


    Nuja. Ich habe den Motor abgeholt, die Dienstleistung und Teile bezahlt (ca. 320 €) und den Motor wieder mitgenommen. Neuen IFA-Zylinder mit Kolben gabs dann noch montiert dazu. Der Mechaniker gab mir bereits den Hinweis "der dreht schwer, bitte vorsichtig einfahren". Ok, dachte ich.


    Der Hinweis erschien mir merkwürdig, ebenfalls die Tatsache, dass eine Dichtung zwischen Zylinder und Zylinderkopf verbaut wurde (Blech).


    Motor eingebaut, alles angeschlossen, Öl drauf, vorsichtig gekickt. Das ging nur mit immensem Kraftaufwand. Es schien der dritte Gang drin zu sein. Leider lies sich der Motor nicht schalten. Egal wie sehr ich am Hinterrad drehte und versuchte, nix. Keine Möglichkeit aus dem dritten Gang rauszukommen. Motor also wieder ausgebaut und in die Werkstatt zurück. Der hat ihn nochmal auseinander genommen (dabei meinen Verschlussstopfen am Motor (weil VAPE-Einbau) verkokelt) und wieder zusammengebaut, angeblich konnte er keinen Fehler finden und es würde funktionieren.


    Motor wieder mitgenommen...

    Zitat

    Motor eingebaut, alles angeschlossen, Öl drauf, vorsichtig gekickt.


    Und wieder nur mit immensem Kraftaufwand. Immerhin konnte ich jetzt in den Leerlauf schalten, wenn auch sehr hakelig und mit Kraft. Egal wie, der drehte unheimlich schwer und wollte ums Verrecken nicht anspringen. Sehr sehr ärgerlich. Gänge durchschalten ging nur ab und zu, sehr hakelig und nicht schön.


    Habe den Motor wieder ausgebaut, den Zylinder demontiert um den als Fehlerquelle auszuschließen. Aber auch die KW ließ sich mit montiertem Polrad nur sehr schwer drehen. Ein anderer M53, den ich zum Vergleich besorgt hatte, lief viel leichter und auch der war regeneriert. Auch da ging die Schaltung sehr geschmeidig.


    Ich wollte den Motor wieder reklamieren, aber angeblich wäre das alles normal. Ich kann mir das partout nicht vorstellen.


    Gibt es hier Einschätzungen dazu?

  • Das ist nicht normal. Kurbelwelle und Ritzel müssen ohne Gang drin leicht mit der Hand (bei der KW mit Mutter drauf) drehbar sein.
    Je nach Eiligkeit sprich mit einem Anwalt (die Wahrscheinlichkeit, dass es bei einem zweiten Nachbesserungsversuch besser wird... lassen wir das.), oder gib dem Motor jemandem, der das kann.


    Grüße, M.

  • Obwohl ich auch nicht glaube das es dann besser wird. Er hats ja schon mal probiert.
    Denke mal das der Motor total verspannt zusammengebaut wurde oder eben Murks beim zusammenbau mit dem Getriebe geschehen ist.
    Jedenfalls muss der nochmal total auseinanander und nach Kontrolle aller Teile Fachmänisch zusammen gebaut werden. Sonst gibt das nix.
    Blöde Sache das ganze.

  • Ja das ist ja der Mist.
    Klar, ich könnte den jetzt auch zu jemandem bringen der es wirklich drauf hat, aber 320 € zu bezahlen und dafür einen nicht funktionsfähigen Motor zu erhalten sehe ich halt auch überhaupt nicht ein. Das Geld ist mir zu schade, dafür dass es jetzt einfach so verpuffen sollte. Er sollte halt wissen, dass er Murks gemacht hat. Morgen Nachmittag stehe ich da wieder auf der Matte!

  • hätte man den alten Zylinder nicht auf das nächste Schleifmaß schleifen lassen können, statt eine neue Garnitur zu verbauen?



    Ja hätte man. Hat mich auch gewundert.
    Aber so hatte ich den nach 2 Tagen zurück.


    Die zweite Nachbesserung hat eine Woche gedauert.
    Habe ihm vorhin eine Nachricht geschrieben, er will ihn nochmal komplett zerlegen.

  • So Update:


    Habe den Motor wieder abgegeben.
    Er will es jetzt nochmal mit einem anderen Lagersatz versuchen, welche die wohl etwas mehr Spiel haben.
    Bei der Demontage gingen die Hälften wohl damals auch schon schwer auseinander.


    Freitag kann ich den Motor wohl abholen. Dann werden wir sehen.

  • Wobei das mehr an Spiel bei Radiallager / Wälzlager nicht vom Außenmaß abhängt sondern damit ist das Spiel zwischen den Kugeln und dem Außen / Innenring gemeint.
    Man spricht auch von Lagerluft.
    Da gibt es tatsächlich div. Ausführungen.
    Ansonsten sind die Außenmaße und Innenmaße von Wälzlagern genormt.
    Hat also nichts mit der Passung der Lager im Gehäuse zu tun.
    Im Prinzip reichen für den Motor die ganz normalen überall Erhältlichen Rillenkugellager.
    Das ist auch die günstigste Bauform an Kugellager und war so auch Original verbaut.
    Ich habe selbst schon zwei Motoren der KR 51 - 1 so Instandgesetzt ohne Probleme.

  • Danke für deine Ausführungen.
    Das ist aber genau der Grund, warum ich das an einen "Fachmann" gegeben habe, eben weil ich davon nix verstehe. Hatte zwar an meiner Schwalbe bisher jede Schraube einmal in der Hand, aber der Motor ist und bleibt für mich im Moment noch ein Tabuthema.


    Bin gespannt, morgen soll ich den wieder abholen können. Mal sehen wie das dann aussieht.

  • Die meisten alten Motoren sind verhuddelt,weil "Mann" glaubte,daß man das schon könne und hinbekomme.
    Ohne genügende Erfahrung und Werkzeuge und Messinstrumente. Und wissen ,wie man dies auch richtig benutzt!.............


    Der weise Mann ,weiß um seine Grenzen und überläßt gewisse Dinge besser Fachleuten (oder erfahrenen Bekannten).Bis er selbst genug Erfahrung erfahren hat.


    der ewig lernende

  • Update:

    gibt es nicht, er ist immer noch nicht fertig. Es hieß erst, dass es letzten Freitag fertig werden sollte, aber auf meine Nachfrage hin hieß es, er hat noch nichtmal angefangen, er wolle aber Samstag anfangen und eine neue KW und neue Lager verbauen. Seitdem ist wieder Ruhe.


    Ratet mal, welche Werkstatt ich zukünftig meide.

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