KR51/2L: Winterrevision vom Neuerwerb mit ein paar elektrischen Umbauten

  • Hallo liebe Simson-Freunde,


    ich fahre seit Anfang des Jahres eine KR51/2L Bj.'83.


    Das Moped wurde von dem Vorbesitzer 2013 in aus erster Hand direkt aus dem Dornröschenschlaf gekauft und in einer Werkstatt instand gesetzt.

    Dabei wurden der Motor überprüft und diverse Teile ausgetauscht (Rechnungen habe ich alle vorliegen).


    Ich hatte abgesehen von einem platten Schlauch bisher wenige Probleme mit dem Moped mit Ausnahme der Schlussleuchte. Diese ist leider immer wieder durchgebrannt, weshalb ich mir als autorisierter Kurzschluss-Elektroniker die Elektrik einmal genauer angesehen habe. ;)

    Resultat: Scheinbar ist die Schlusslichtdrossel in der Ladeanlage defekt. ABER: Igitt, Wechselspannung ohne festen Pegel! :D


    Da ich grundlegend Bastler mit beruflicher wie auch privater Erfahrung bin (Maker), habe ich also Google angeschmissen und einmal Schaltpläne und Möglichkeiten recherchiert. Schnell hat sich der Gedanke festgesetzt, die Anlage mit einer 6V Elba auf DC umzurüsten und im gleichen Zuge die Verkabelung zu erneuern und anzupassen.


    Als es jetzt Ende November langsam rutschig draußen wurde, das Moped also aufgebockt und angefangen mal großzügiger auseinander zu bauen. Dabei kam trotz einer langen Standzeit und der Instandsetzung sowohl eine Menge Dreck als auch ein paar durchgegammelte und verschlissene Teile zum Vorschein. Schlussendlich habe ich quasi alles (bis auf den Motor) komplett zerlegt.


    Was also ansteht:

    - Alle angefassten Schrauben erneuern (Inbus, Edelstahl)

    - Kleinteile erneuern (Schwingenlager, Sitz, Gummis, ...)

    - Elektrik komplett erneuern (DIY Kabelbaum 1,5mm², Elba, ...)


    Speziell bei der Elektrik bin ich grundlegend sehr enthusiastisch und überlege wegen der 6V-Technik eine Relais-Karte im Lampenkasten zu installieren, um die Schalter für das Frontlicht, die Blinker und die Hupe zu umgehen, da hier doch recht große Ströme fließen und deshalb relativ schnell auch ein bisschen von der schon nicht so großzügig vorhandenen Spannung abfallen kann. Gleichzeitig würde ich den Blinkgeber-Entwurf von net-Harry mit einbauen, alles mit entsprechenden Schutzbeschaltungen und gleich auch für 12V tauglich.


    Ich habe hierzu schon ein bisschen recherchiert und entweder ich habe mich zu dumm angestellt oder es gibt nicht wirklich Infos ob jemand so was schonmal gemacht hat im Netzt. :P


    Daher hier einmal die Frage in die Runde: Hat jemand mit so was Erfahrungen (Relais, Leiterplatten im Moped allgemein)?

    Weiß jemand eine Software um Stromlaufpläne à la net-Harry ect. zu zeichnen?


    Grüße aus Berlin

  • Hallo,


    ich habe leider keine Erfahrung mit Relais etc. Hört sich aber interessant an. Was ich bei meinen 6V-Fahrzeugen immer mache ist einen elektronischen Regler von Kokusan zu verbauen. Damit erhält man eine stabile Spannungsbegrenzung im Gleich- und Wechselstromkreis. Und weil man die "ganze" Spule für die Batterieladung verwenden kann, hat man auch einen etwas tauglicheren Ladestrom.


    Gruß


    Philipp

  • Igitt, Wechselspannung ohne festen Pegel! :D


    Weiß jemand eine Software um Stromlaufpläne à la net-Harry ect. zu zeichnen?

    Hallo ???


    Der richtige Spannungspegel stellt sich dann ein, wenn alle Verbraucher den richtigen Wert haben und i.O. sind. Massgeblich sind dafür die Begrenzung vom magnetischen Fluss durch das Polrad und der Wechselstromwiderstand der Spulen verantwortlich.


    Bei grundlegenden Änderungen an der Elektrik bedenke bitte, dass alles sicherheitsrelevante in der ABE aufgeführt und nur mit Abnahme zulässig ist.


    Harald hat IMHO die Schaltpläne mit SPLAN von abacom erstellt.


    Peter

  • nestdj

    Hat das Label Schwalbe hinzugefügt
  • Hallo zusammen,


    mir ist bewusst, dass die Spannung sich über den Stromfluss regulieren sollte, allerdings kann ich an meiner Brems- wie auch an der Schlussleuchte eine sich über die Drehzahl verändernde Wechelspannung (gegen den Rahmen) messen.

    Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass entweder die Spule in der Ladeanlage ein Problem hat oder aber in Summe die Übergangswiderstände durch oxidierte Kontakte in der Verkabelung zu groß sind.
    Bei der Schlussleuchte kommt wesentlich weniger Spannung als bei der Bremsleuchte an, weshalb die Glühbirne im Stand quasi nur kaum sichtbar glimmt.

    Ich hatte deshalb zwischenzeitlich die Versorgung der Bremsleuchte an der Lüsterklemme zum Panzer auf die Bremsleuchte geklemmt, die Spannung ist hier allerdings wohl zu hoch, die Lampe ist auf jeden Fall gleich bei der ersten Fahrt durchgebrannt.


    Ich habe mich bisher an diesem Stromlaufplan orientiert: KR51_2L_ELBA.pdf


    Ich habe die Spule in der Zündung bereits umgebaut, Gleichrichter und ELBA liegen bereit. Als Batterie ist eine AGM verbaut.

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich gestern hingesetzt und einen Schaltplan für das Relais-Board fertig gemacht. Was habe ich vorgesehen:

    - Aktiver Verpolungs- und Überspannungsschutz

    - Buck-Boost-Spannungsregler 5V 2A (Pololu S18V20F5)

    - Frontscheinwerfer: Relais 250V 16A 1 Wechsler

    - Blinkgeber mit CD40106 (nach Moser)

    - Blinker Links: Relais 250V 16A 1 Wechsler (High Side)

    - Blinker Rechts: Relais 250V 16A 1 Wechsler (High Side)

    - Bremsleuchte: Relais 250V 16A 1 Wechsler (Low Side)

    - Hupe: Relais 250V 16A 1 Wechsler (High Side)


    Alle Relais sind für eine Ankerspannung von 5V DC ausgelegt, welche von dem Spannungsregler ab einer Spannung von 5V aufwärts ausgeregelt wird. Somit kann das Board ohne umbauten mit 6V und 12V genutzt werden. Zur Ansteuerung der Relais werden die vorhandenen Schalter gegen Masse geschalten.

    Parallel zum Relais für die Bremsleuchte ist ein Mosfet vorgesehen, der für dein Einsatz mit einer LED-Schlussleuchte gedacht ist. Die habe ich am Wochenende auch schon mal angefangen (rechtliche Situation ist mir bekannt), wenn auch mit einer kleinen Logik integriert. Ggf. wird das für die Blinker auch noch umgesetzt, wobei ich da bisher noch nicht ganz durchblicke wie sich das mit der Schaltung für den Blinkgeber verhält (Potentialverschiebung an Klemme 49a).


    Parallel zur Ansteuerung der Hupe überlege ich, statt der Hupe ein Piezo-Horn einzubauen.


    Was ich gerne noch vorhalten möchte, sind LEDs zur Anzeige von Fernlicht und Blinker (für die Schwalbe weniger relevant) sowie eine LED für die Leerlaufkontrolle.


    Da scheinbar ein grundlegendes Interesse da zu sein scheint (und weil ich hierzu noch nichts anderes im Netz gefunden habe), werde ich das hier mal dokumentieren.

    Falls jemand Fragen oder Anregungen hat zu dem Thema, ich freue mich über jedes Feedback. :)

  • Hallo zusammen,


    ich habe inzwischen den Schaltplan für die Relaisplatine umgesetzt und auch schon meine PCB vor mir liegen. Relais.pdf Die letzten Bauteile habe ich heute noch bestellt, die Verkabelung in meiner Schwalbe ist soweit auch eingebaut.


    Die Schaltung sieht komplex aus, allerdings liegt das daran, dass ich verschiedenste Möglichkeiten vorgehalten habe, die Platine einzusetzen.

  • Das ist eine schöne Arbeit. Wo soll die PCB später sitzen? Das wird ja schon ein Backstein, wenn die Relais erst drauf sind, oder?

    Kann man die beiden Blinker nicht über ein einziges Relais laufen lassen, oder hab ich da einen Denkfehler drin?

    Hab ich das richtig gelesen, und du hast die Rücklichtdrossel rausgenommen? Was hast du dafür alles ändern müssen?

  • Hallo zusammmen,


    Backstein würde ich die PCB jetzt nicht nennen, Außenmaße sind 100 x 90 x 20 mm (BxHxT), die SMD-Technik macht's möglich. Die Relais sind übrigens trotz der geringen Größe für 16A ausgelegt (https://www.reichelt.de/miniat…ck005w-p79420.html?&nbc=1). Für den Anschluss können entweder 6,3mm Flachstecker (https://www.reichelt.de/flachs…-6-35-p231355.html?&nbc=1) oder auch steckbaren Klemmen (https://www.reichelt.de/stiftl….html?&trstct=pol_3&nbc=1) im Rastermaß 3,81 mm genutzt werden.


    Der Blinkgeber hat eine eigene PCB bekommen. Somit kann man ihn auch einzeln verbauen. Die PCB ist knappe 30 x 22 mm groß und wird mit den Kondensatoren wohl auf eine Höhe von ca. 15 - 18 mm kommen.


    Auf der Relaiskarte wird der Blinkgeber mit den Kondensatoren nach unten mit Stiftleisten (RM5,0mm) aufgesteckt und verschraubt werden. Impulse.pdf


    Die Platine wird an den Platz der alten Ladeanlage kommen, die Elba seitlich daneben. Die ersten Testteile hierfür habe ich schon entworfen und gedruckt. Iwo da hin will ich auch noch ein paar zusätzliche KFZ-Sicherungen verbauen (https://www.thingiverse.com/thing:1787609). Die weitere Leitungsverteilung wird auch dorthin versetzt, die Kunststoffteile der Leitungsverbinder habe ich wiederum als 3D-Objekt modelliert und gedruckt. Die einzelnen und doppelten Kontakte passen einwandfrei! https://www.thingiverse.com/thing:4715328


    Bilder und Stromlaufplan (und ggf. auch die Modelle) folgen wenn alles soweit läuft!


    Die Rücklichtdrossel kann raus, da ich die komplette Elektrik mit Gleichrichter und Elba auf 6V DC umrüste. Dadurch kommen bei höheren Drehzahlen (und scheinbar nicht 100% werksgetreuer bzw. neuwertiger Elektroanlage) mehr Spannung an der Schlussleuchte an, was auf Dauer in thermischem Versagen resultiert. Dies ist bei geregelter 6V DC-Spannung (7,4V Ladeschlussspannung für den Blei-/AGM-Akku) kein Problem. Aber zur Schlussleuchte werde ich bei Zeiten noch kommen ,)


    Ich habe mich inzwischen noch dazu entschlossen, die Spule für die Frontleuchte durch eine 12V-Spule mit H4-Leuchtmittel zu ersetzen.

  • Kann man die beiden Blinker nicht über ein einziges Relais laufen lassen, oder hab ich da einen Denkfehler drin?

    Mit nur einem Impulsgeber kann man die Blinker nicht an einem Relais oder Schalter betreiben, da die eingesetzten Wechsler nur 2 Positionen haben und die Blinker sonst immer gleichzeitig laufen würden ,)

  • Die bis zu 68 Watt (jawohl, 68, nicht 55) für H4 gibt keins der alten Polräder her, da kann man Spulen tauschen wie man will. HS1 geht noch, mit den Polrädern der letzten Serien und den "Halogen" Lichtspulen ist hier genug Leistungsüberschuss für gute Lichtausbeute und saubere Spannungsbegrenzung.

  • Die bis zu 68 Watt (jawohl, 68, nicht 55) für H4 gibt keins der alten Polräder her, da kann man Spulen tauschen wie man will. HS1 geht noch, mit den Polrädern der letzten Serien und den "Halogen" Lichtspulen ist hier genug Leistungsüberschuss für gute Lichtausbeute und saubere Spannungsbegrenzung.

    Genau das habe ich vor, das Reflektor-Set ist das H4, das separat erhältliche Leuchtmittel dazu für den Einsatz in der KR51 ist das HS1.

  • Wenn nicht, sollten die Lenkerendenblinker sowohl nach vorn als auch nach hinten abstrahlen.

    Du siehst auf dem Bild oben sowohl Vor- als auch Rückseite mit LEDs bestückt, lediglich der Test mit den roten LEDs für die Rückleuchten wurde nur mit einseitiger Bestückung ausgeführt.

  • Da bin ich gespannt, was der Graukittel zu den Blinkern sagt. Normalerweise sind ja Leuchtmittel plus Leuchte gemeinsam zugelassen. das ist dann ja immer das Dilemma- daß eben der einfache Tausch der Sofitte gegen LED unzulässig ist. (Meist sieht es auch noch Scheisse aus- je nachdem welcher Chinese den Einsatz zusammengebraten hat.)

    Ich hab aber das Gefühl, daß du recht gut weisst was du da angefangen hast.

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